International Music Score Library Project wieder online

Noten von ca. 15.000 Werken, deren urheber seit mindestens 50 Jahren tot sind, will das International Music Score Library Project ab morgen (1. Juli) verfügbar machen. Das Angebot ruhte seit Oktober, da der Schottverlag die Durchsetzung österreichischer Urheberrechtsfristen (70 Jahre nach Tod des Urhebers) auch für das kanadische Angebot durchsetzen wollte.

Er sehe keinen Grund, warum das österreichische Recht auch in Kanada greifen solle, schreibt der IMSLP-Betreiber auf seiner Website.

Völlig richtig, zumal nach der Argumentation des Verlags vermutlich eine Briefkastenfiliale in Honduras ausreichen würde, um die Schutzfrist um fünf weitere Jahre aufzustocken. Für an solchen Praktiken interessierte Verlage gibt es eine schöne Übersicht von Schutzfristen in verschiedenen Ländern. Vielleicht lohnt es sich für den einen oder anderen Konzern sogar, sich in einem kleineren Land eine verlängerte Schutzfrist zu kaufen, um auf Kosten der Allgemeinheit noch ein wenig Profit aus den Schöpfungen längst Verstorbener zu generieren.

An dieser Stelle sei noch einmal an das schon aus Usenet-Zeiten bekannte Werner Icking Music Archive erinnert, das ebenso reichhaltige wie gute Noten aus verschiedenen Epochen bereithält. Der Betreuer des Angebots, Christian Mondrup, hat wohlweislich eine kleine Linkliste zu urheberrechtlichen Fragen zusammengestellt.

[via Heise]

Bibforge – Sourceforge für Bibliothekswesen

Es gibt Blogs, bei denen man beim Lesen kein Wort übersehen darf. Der Jakoblog gehört eindeutig dazu. So ganz nebenbei fällt in einem Posting zur Verwaltung von Normdaten der mir bislang nicht geläufige Begriff „Bibforge“. Ein Klick darauf, und man landet in einem Blog, das Hinweise auf Serverinstallationsarbeiten gibt. Es scheint in Richtung Sourceforge für Bibliothekssoftware zu gehen. Näheres erfährt man in dieser Präsentation, auf die ein anderer Christian im Kommentar zu Jakobs Posting aufmerksam machte.

"Bücherwald"-Eröffnung in Berlin

In der Berliner Sredzkistraße, Ecke Kollwitzstraße wird heute ein „Bücherwald“ eröffnet.
Basierend auf der Idee des Bookcrossings bieten fünf ausgehöhlte Baumstämme Platz für über 100 Bücher. In dieses „öffentliche Bücherregal“ kann jeder Bücher einstellen und/oder sich neuen Lesestoff daraus mitnehmen.

[via taz]

Allianz zur Digitalen Informationen sucht Nähe zu Bibliotheken

Peter Welchering im Deutschlandfunk-Interview über die neue „Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen“, die sehr offensiv für Open Access wirbt.

Problem Nr. 2: Bibliotheken und Fachinformationszentren sind vor vielen Jahren aus der Wissenschaftslandschaft ein Stück weit ausgeklinkt worden und wurden nur noch als Serviceeinrichtungen geführt. Sie müssen wieder stärker in die Wissenschaftsorganisationen integriert werden. Und da stoßen die Wissenschaftler im Alltag auf ganz banale Probleme etwa mit unterschiedlichen Datenformaten.

Siehe auch diese Presseerklärung des MPG zur Gründung der Allianz:

Open Access hat zum Ziel, das weltweite Wissen in digitaler Form ohne finanzielle, technische oder rechtliche Barrieren zugänglich zu machen. Die Allianz will den sogenannten „Grünen Weg“ des Open Access durch den Ausbau institutioneller und disziplinärer digitaler Archive und Publikationsserver (sogenannte Repositorien) stärken. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, den „Goldenen Weg“ des Open Access fördern. Dazu gehört die Weiterentwicklung von Geschäfts- und Fördermodellen und deren gemeinschaftlicher Finanzierung. In Modellprojekten soll auf eine Umschichtung der Subskriptionskosten auf Publikationskosten hingewirkt werden.

Die Initiative hat sich auch ein Leitbild (PDF) gegeben, in denen die Schlüsselpunkte noch einmal genauer erläutert werden. Den Wissenschaftlern geht es um die Bildung von Infrastrukturen zur Schaffung und Erhaltung von Wissen. Langzeitarchivierung, Open Access, Nationallizenzen. Es ist sofort ersichtlich, dass es es hierbei überwiegend um primär bibliothekarische Handlungsfelder geht. Dieses Papier ist für das wissenschaftliche Bibliothekswesen eine eindeutige Aufforderung zur Diskussion und Einmischung.

Peter Suber hat die Initiative schon bemerkt, in Deutschland wird sie zumindest öffentlich noch nicht diskutiert.

The LibWorld Cover Contest

After receiving overwhelming positive resonance from our readers and our LibWorld authors we would like to publish a book with updated LibWorld articles. And now we are searching for the ultimate LibWorld book cover!

When you are inspired by the idea of connecting global librarianship and maybe you are a bit talented in graphics: Make a book cover and send it to us. Deadline is 6th of July. We will make a public vote for the winner. And the winner wins the book cover. 😉

Facts

  1. The book (including the cover) will be published under a creative commons licence (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/)
  2. Size: 15,24×22,86mm (6″ x 9″); Pixel: 1913 x 2925
  3. The Cover can be sent to us .PSD file or as .GIF file. We would appreciate to get both.
  4. The artwork should include:
    • The publisher’s name: Infobib
    • The book title: LibWorld – library blogging worldwide
  5. You can get more information at Lulu.com (where the book will be published)
  6. We welcome the use of Free/Libre Open Source Software. Please send a note if you use such software (for example GIMP or Scribus).
  7. Please send your artwork to ch@infobib.de.
  8. Deadline: 6th of July

If you have questions and comments, please use the comment funktion beyond.

Statista – Statistikportal

Angeblich über 1 Million Statistiken macht das Statistikportal Statista werbefinanziert und dadurch für den Nutzer kostenfrei zugänglich. Zu Bibliotheken wird nichts gefunden, zu Open Access auch nicht. Die Seite überzeugt jedoch durch nützliche Filter und eine Einbindungsfunktion. Das sieht dann so aus:

Die Statista-Anbieter wollen laut aktueller c’t ihre Datenbasis noch dieses Jahr verdoppeln. Bisher sind u.a. Statistiken von Allensbach und vom Statistischen Bundesamt enthalten.

OpenBib-Blog

Oliver Flimm eröffnete vor wenigen Tagen das OpenBib-Blog:

In der Vergangenheit wurde das OpenBib Rechercheportal zwar seit seinen Anfängen 1997 kontinuierlich weiterentwickelt, nach aussen zeigte sich dies aber “nur” in etwa zwei offiziellen Releases pro Jahr im Rahmen des Kölner UniversitätsGesamtkatalogs (KUG). Um die Entwicklung “dazwischen” nach aussen besser zu kommunizieren und zusammen mit den dabei tangierten Bereichen des “Next Generation Catalogue” aka OPAC 2.0 zu diskutieren, wurde dieses Blog eingerichtet.

Gleich im nächsten Posting geht es auch schon zur Sache. Es werden Wege aus dem Datensilo diskutiert. Die Frage nach komfortabler Tagverwaltung ist nicht neu, die mögliche Antwort einer übergeordneten Instanz auch nicht. In diesem Fall soll es Bibsonomy sein, dass als „Tagsammelstation“ dienen soll:

Konkret wird in der neuen Version

  1. ein Browser fuer BibSonomy-Quellen und
  2. eine Spiegelung der lokalen Tagging-Aktionen

nach BibSonomy integriert.

Nun ist die Frage, wie groß der Anteil persönlicher oder beschreibender Tags ist, die je nach Kontext eine sehr unterschiedliche Bedeutung haben können. Wenn ein Mediziner das Schlagwort „krebs“ vergibt, hat er damit sicherlich anderes im Sinn als ein Astrologe oder ein Zoologe. Dies gilt auch für beschreibende Tags wie z.B. „lang“.

Es müssen noch viele Erfahrungen gemacht werden, da user generated content sicherlich nicht auf theoretischer Basis ausgelotet werden kann. OpenBib ist ein Projekt, in dem auch mal etwas probiert wird und Rückschläge anscheinend zumindest in Kauf genommen werden. Schon von daher ist es (auch durch die neue, dazugehörige Diskussionsplattform) ein sehr tolles Angebot.

PDF/A mit Open Office 2.4

Beeindruckend locker flockig funktioniert die PDF/A-Erzeugung mit OpenOffice 2.4. Preflight meldet bei der Validierung: Keine Probleme gefunden. Das sollte bei der Erzeugung von PDF-Dateien eigentlich selbstverständlich sein, ist es aber nicht. Wer noch nach Argumenten sucht, warum man OpenOffice als wissenschaftlich Schreibender einsetzen sollte, müsste spätestens jetzt überzeugt sein. Hochschuldokumentenserver nehmen oft (und berechtigterweise) nur Dateien im PDF/A-Format an.