Climategate zeigt Bedeutung von Offenheit in der Wissenschaft

„Like it or not, this [demand for openness] indicates a transformation in the way science has to be conducted in this century.“ That, say many, will be the lasting legacy of the independent review published last week into the controversial e-mails between climate scientists that were stolen from the University of East Anglia and posted online.

Mehr dazu im Environmental Research Web.

CERN nutzt Creative-Commons-Lizenzen

Creative-Commons-Blog:

The evolution of scholarly communication in the field, recently embodied by the SCOAP3 initiative, has reached an important milestone with the publication of the first results of the LHC experiments under a Creative Common license. These have appeared in the European Physical Journal (Springer) doi:10.1140/epjc/s10052-009-1227-4 (CC BY-NC); Journal of High Energy Physics (SISSA), doi:10.1007/JHEP02(2010)041 (CC BY-NC); Physics Letters (Elsevier), doi:10.1016/j.physletb.2010.03.064 (CC BY); and Physical Review Letters (APS), doi:10.1103/PhysRevLett.105.022002 (CC BY).

Bibliotheken in der Wirtschaftskrise

Verschiedene, nicht nur aktuelle Artikel zur Lage der Bibliotheken in der Wirtschaftskrise:

Die Tage der Zivilisation sind gezählt, wenn der wirtschaftliche Aufstieg nicht bald beginnt.

Library sees 11 percent increase in use

The dip in the economy has made the library more popular, and a library expansion and remodeling five years ago helped draw more users, Myers said.

Redouble or Retrench? Reacting to the Financial Crisis

Clearly, it will take more work than in the past to raise money. However, a new opportunity is there, and the money is there. I maintain that this is not the time to retrench; it is the time to redouble our efforts.

Campaign is on to save one of region’s libraries

Cllr Sir Peter Brown, the council’s communities chief, said: “We have to chop £2 million from an £8 million budget and we are looking to provide the best possible library service within that budget.“

Johnson County Library a busy place to be

„But we are also finding that the tight economy is bringing in those who are searching for jobs and career information or wanting to use computers. Many patrons are cutting back in their personal budgets and look to the library as a free resource for newspapers, magazines, and audiovisual materials as well as books that they no longer are able to or want to purchase.“

Letter: Local libraries offer a wide assortment of services

In this economy where can one go to explore the world for free? Come over to the library and see. The residents of our community do use the library, so let’s keep it going.

Die Stadt der Bücherwürmer

Erwachsene zahlen für die Ausleihe pro Jahr 20 Euro. Kinder bis 18 Jahre dürfen den Service der Stadtbücherei gratis nutzen. Vielleicht ist das auch ein Teil des Erfolges für die Neumünsteraner, denn so manche familiäre Haushaltskasse hat in Zeiten der Wirtschaftskrise durchaus mal Ebbe.

Publizieren statt Patentieren: neues Verfahren zur Insulinherstellung Open Access veröffentlicht

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig haben gemeinsam mit indischen und italienischen Kollegen ein neuartiges Verfahren zur Herstellung von Insulin mithilfe eines genetisch veränderten Hefepilzes entwickelt. Mit der neuen Methode kann das Hormon zur Behandlung von Diabetes besonders effizient und preisgünstig produziert werden. Dr. Ursula Rinas vom HZI und ihre Kollegen haben sich entschlossen, das neue Verfahren nicht zum Patent anzumelden, sondern zu veröffentlichen – in der Open-Access-Zeitschrift „Microbial Cell Factories“.

Eine Prüfung der Verwertungsaussichten für das neuartige Verfahren kam zu dem Ergebnis, dass ein Patentantrag voraussichtlich langwierig und die Erfolgsaussichten eher ungewiss sein würden. Die Forschergruppe um Dr. Ursula Rinas entschied sich stattdessen für den Weg der Veröffentlichung, um mit der neuen Methode hergestelltes preisgünstiges Insulin möglichst für Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern zugänglich zu machen. Mit der Wahl einer Open-Access-Zeitschrift für die Publikation des Fachartikels ist sichergestellt, dass die Informationen nicht nur für Wissenschaftler aus den reichen Industriestaaten, sondern weltweit frei zur Verfügung stehen.

Publikation:
Gurramkonda, C. et al. 2010: Application of simple fed-batch technique to high-level secretory production of insulin precursor using Pichia pastoris with subsequent purification and conversion to human insulin. Microb. Cell Fact. 9: 31. doi:10.1186/1475-2859-9-31.

Quelle: CC-BY: Helmholtz Open Access Newsletter

Geheimwissenschaft Astronomie

Einen spannenden Fall von fehlgeschlagener Geheimnistuerei hat Jean-Claude Bradley im Blog Useful Chemistry beschrieben, die er wiederum Alan Boyles Buch The case for Pluto entnahm. Hintergrund ist die Entdeckung des Zwergplaneten Haumea. Die Kurzfassung der Geschichte ist in Wikipedia dokumentiert:

Mike Brown, Chad Trujillo und David Rabinowitz vom California Institute of Technology fanden das Objekt am 28. Dezember 2004 am Palomar-Observatorium. Die Arbeitsgruppe um Mike Brown benutzte für das Objekt die inoffizielle Arbeitsbezeichnung „Santa“. Wegen der Veröffentlichung der Entdeckung von Haumea (ex. 2003 EL61) durch die spanischen Astronomen gab die Gruppe um Brown die Entdeckung der beiden noch größeren transneptunischen Objekte (136199) Eris (ex. 2003 UB313, Xena) und (136472) Makemake (ex. 2005 FY9) nur wenige Stunden später auf einer Pressekonferenz bekannt.

Brown und seine Gruppe erkannten zunächst Ortiz et al. als Erstentdecker von (136108) Haumea an, bis sich herausstellte, dass Ortiz et al. auf öffentlich im Internet zugängliche Teleskop-Logdaten der Gruppe um Brown zugegriffen hatte, bevor die Gruppe um Ortiz die Entdeckung bekannt machte. Während der Vorwurf im Raum stand, dass die spanische Gruppe das Objekt erst mit Hilfe dieser Daten auf ihren Aufnahmen aus dem Jahr 2003 aufgefunden hat, beteuerte Ortiz, nur überprüft zu haben, ob es sich bei dem unter dem Arbeitsnamen K40506A angekündigten Objekt von Brown et. al. um den gleichen Himmelskörper gehandelt habe, den seine Gruppe unabhängig davon gefunden hatte. Browns Gruppe warf daraufhin der Gruppe um Ortiz einen Verstoß gegen die Regeln der Wissenschaftsethik vor und verlangte vom Minor Planet Center (MPC), Ortiz et al. den Status der Erstentdecker abzuerkennen.

Die Kontroverse geht darauf zurück, dass nach den gültigen Regeln der Internationalen Astronomischen Union die Entdeckung eines Asteroiden oder Zwergplaneten jenen Beobachtern zugesprochen wird, die als erste genügend Positionsmessungen an das MPC übermitteln, um die Umlaufbahn des Objekts im Sonnensystem hinreichend genau zu bestimmen. Zwar hat die Gruppe um Brown Haumea bereits Ende 2004 gefunden, aber die Entdeckung geheim gehalten. Die Gruppe um Ortiz hingegen übermittelte ihre Beobachtungen am 28. Juli 2005 an das MPC. Das Sierra Nevada Observatorium wird daher vom MPC als Entdecker angeführt.

Brown hat die Entdeckung geheim gehalten, weil er die Ergebnisse auf einer Konferenz im September 2005 präsentieren wollte. Hätte er seine Entdeckung sofort veröffentlicht, hätte er nicht nur Ruhm und Ehre alleine eingeheimst, sondern auch die Entwicklung seiner Disziplin beschleunigt.

Aktuell ist der Fall des Kepler-Teams, das Daten zurückhalten möchte, um sie selbst auszuwerten. Dazu in der NY Times: In the Hunt for Planets, Who Owns the Data?

But a lot of attention has been paid in astronomical circles over the past few months to what the Kepler team will not be saying. By agreement with NASA, the team is holding back data on its 400 brightest and best planet candidates, which the astronomers intend to observe themselves over a busy summer.

Basierend auf Nature News: Telescope team may be allowed to sit on exoplanet data:

Kepler, the NASA mission manoeuvring to spot the first Earth-like extrasolar planet, is supposed to publicly release data in June for the 156,000 stars at which the orbiting telescope stares. But on Monday a NASA advisory panel recommended that Kepler be allowed to censor 400 „objects of interest“ — presumably good planet candidates — until February 2011, giving the mission team more time to firm up discoveries, rule out false positives and publish. If enacted, the new policy would represent a selective editing of data on the basis of its science content, rather than its quality — unprecedented for such NASA missions.

Passend dazu aus den Grundsätzen zum Umgang mit Forschungsdaten der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen vom 24. Juni 2010:

Sicherung und Zugänglichkeit In Übereinstimmung mit wichtigen internationalen Organisationen auf dem Gebiet der Förderung und Durchführung von Forschungsaufgaben([1]) unterstützt die Allianz die langfristige Sicherung und den grundsätzlich offenen Zugang zu Daten aus öffentlich geförderter Forschung.

[via Neil Saunders]

Marode Hochschul(bibliothek)en in NRW?

Eine Tatsache, die jede Studentin und jeder Student schon beim Betreten der Hochschulgebäude in Deutschland begreift, ist, dass es um die bauliche Substanz der Hochschulen nicht gut bestellt ist und das trifft auch auf NRW zu.

Dies möchten die ASten in NRW auf marode-hochschule.de visuell dokumentieren. In der noch sehr übersichtlichen Foto-Sammlung findet sich auch ein Bild aus der Uni-Bibliothek der Universität zu Köln. Hier geht’s direkt zum Bild. Vorsicht, bei mir hat das direkte Öffnen dazu geführt, dass mein Browser für 2 Minuten eingefroren war.