Mobile Web-Apps statt nativer Apps für Smartphones

Chris Cameron erläutert bei ReadWriteWeb, warum es attraktiver ist, Web-Dienste zu entwickeln statt Apps für spezielle Plattformen (z.B. Android oder iOS).

The first is the simplicity of the coding itself. […] Developers can use HTML, CSS and JavaScript to create Web apps instead of learning new languages to code native applications.

Schon die Programmierung wird für viele Bibliotheken ein KO-Kriterium sein, dass plattformspezifische Apps fast unmöglich macht.

Secondly […], the mobile Web market is much larger than native applications markets.

Kurz: Welche Plattform auch immer, ins Web kann man auf allen. Also viele Fliegen mit einer Klappe.

The third and possibly most important reason developers should be attracted to mobile Web apps is that the Web is an open platform. Developers don’t have to spend weeks on an application only to see it rejected for increasingly strange reasons. Steve Jobs can’t censor the Web like he can the iPhone, and there is no waiting for applications to be approved.

Für mich persönlich ausschlaggebend, für Bibliotheken vielleicht nicht. Wobei es durchaus denkbar ist, dass die eine oder andere Bibliothek Inhalte anbieten könnte, die im Jobschen Sinne moralisch zweifelhaft sind.

Hackday zu Open Bibliographic Data in Berlin

Am 7. Oktober 2010 findet an der Freien Universität Berlin ein internationaler Workshop / Hackday zu Open Bibliographic Data statt. Aus einer Mail von Organisator Jonathan Gray in der Liste Open Bibliography:

This will be very much focused on discussion and ‚getting things done‘
— rather than presentations per se. Key thing is to get interested folks together! Some ideas for things I’d be keen to see:

* discussion / drafting for a ‚manual‘ for opening up bibliographic data
* discussion of the role of bibliographic data to help determine which works are in the public domain in which countries (to build services like publicdomainworks.net)
* discussion / hacking on key technologies — e.g. versioning for data, RDF, data stores, user services, …
* future of open bibliographic data — what services people would like to see (e.g. using data as backbone for new kinds of research tools in digital humanities, representing data on maps/timelines)
* open bibliographic data / LOD
* add things here! 😉

Der Hackday findet im Rahmenprogramm der 3rd Free Culture Research Conference am 8. und 9. Oktober 2010 statt. Wer teilnehmen möchte, sollte sich eindoodlen.

Es mag Zufall sein, dass dieser Hackday in Deutschland stattfindet. Allerdings darf man attestieren, das hierzulande in Sachen Open Bibliographic Data vor allem durch das HBZ (und zumindest in meiner Wahrnehmung insbesondere Adrian Pohl) eine Menge passiert.

Personalstruktur in deutschen Fachhochschulbibliotheken

Auf S. 163 der Empfehlungen zur Rolle der Fachhochschulen im Hochschulsystem (PDF) des Deutschen Wissenschaftsrats findet sich eine Übersicht, wer 2008 in Deutschlands Fachochschulbibliotheken arbeitete. Im gehobenen bis einfachen Dienst waren dies 1.178 Bibliothekswesen, im höheren Dienst exakt 33. Das entspricht einem Anteil von Mitarbeitern im höheren Dienst von etwa 2,8%.

Laut der selben Tabelle liegt der Anteil der Mitarbeiter im höheren Dienst innerhalb der Bibliotheken im Vergleich mit dem anderen
Verwaltungs-, technisches und sonstiges Personal an Fachhochschulen (staatlich und nichtstaatlich)
damit deutlich am niedrigsten.

Personal in der Verwaltung: 14,3%
Personal in der Bibliothek: 2,8%
Personal in der techn. Verwaltung: 5,3%
Sonstiges Personal: 5,0%

[via Bildungsserver]

Eselsbrücke für offene Standards (AEIOU)

„Bundes-CIO“ Cornelia Rogall-Grothe stellt klar, dass nur offene Standards Herstellerunabhängigkeit ermöglichen. Proprietäre de-facto-Standards fallen nicht darunter. Was der Begriff „offener Standard“ genau beinhaltet, kann man sich anhand folgender Eselsbrücke merken.

  • Aufbauend (auf anderen bestehenden offenen Standards)
  • Existierend (in mehreren Implementierungen)
  • Implementierbar (ohne rechtliche oder technische Hindernisse)
  • Offengelegt (= Spezifikation für alle verfügbar)
  • Unabhängig (nicht von einem einzelnen Unternehmen gewartet)

Kurz: AEIOU.

[via Netzpolitik, via I love it here]

350 Jahre Winterthurer Bibliotheken

Dieses Jahr werden die Winterthurer Bibliotheken 350 Jahre alt. Im Laufe des Jahres werden deshalb verschiedene Veranstaltungen durchgeführt:

Am 11./12. November findet z.B. die internationale Tagung „Bibliotheksmetamorphosen“ statt. Und am 3. Juli ist die Jubiläumsausstellung „Bücher, Bytes und Krokodil“ im Museum Lindengut eröffnet worden. Das  „Krokodil“ im Ausstellungsnamen macht auf die Anfänge der Bibliothek aufmerksam. Damals hat sie neben Büchern auch noch „Curiosa“ aller Art gesammelt …

Das ganze Jubiläumsprogramm findet sich hier.

Google News im neuen Gewand

Google News hat ein neues Design verpasst bekommen. Die Google-Oberflächen verändern sich ständig ein kleines bißchen, und in den letzten Monaten und Jahren hat sich Google News immer mehr der Aufteilung einer klassischen Tageszeitung angenähert. Hinzugekommen sind auch viele Personalisierungsfunktionen.

Die automatisierte Einteilung von Artikeln in die verschiedenen Rubriken ist nicht gelungen. Im Panorama würde ich eine bunte Tüte mit Nachrichten über Schneeleoparden-Nachwuchs im Leipziger Zoo, Ballspiele der Mayas oder über die Tournee von Lena Meyer-Landrut erwarten. Google hält anderes für ähnlich unterhaltsam, unter anderem die Quartalszahlen der Allianz:

Das ist sicherlich diskutabel, letztlich aber nur eine Frage des Geschmacks. Anders verhält es sich mit der Sportrubrik, in der sich neben Schweinsteigers Verbalattacken auf die argentinische Nationalmannschaft auch die sportlichen Höchstleistungen des Hurrikans Alex (Zitat: mehr als 150 Kilometern pro Stunde) finden:

Da ist noch viel Raum für Verbesserungen. Da Google News sicherlich häufiger frequentiert wird als Google Scholar ist damit zu rechnen, dass diese Fehler auch tatsächlich behoben werden. Anders als bei Google Scholar.

[via ReadWriteWeb]

BIX 2010

270 Bibliotheken, darunter auch 17 aus Österreich, der Schweiz, Italien, Slowenien und Tschechien, stellten sich erneut einem umfangreichen Leistungstest im Bibliotheksindex BIX, dem deutschen Ranking für Stadt- und Hochschulbibliotheken. Die besten Stadtbibliotheken kommen aus Dresden, Göppingen, Biberach/Riß, Wittlich und Abtsgmünd. Bei den Hochschulbibliotheken führen die Universitätsbibliothek Heidelberg, die Bibliothek der Universität Konstanz und die Bibliothek der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz die Ranglisten an.

hier geht es zu den Ergebnissen des BIX 2010

[via dermerkur.de]

Lichthöfische Bibliotheken der Stabi

Im Altbau der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek sind fünf sehr unterschiedliche Bibliotheken beheimatet, die sich nun in einer Ausstellung bis zum 17.10. präsentieren.

Die Bibliothek der Berendsohn-Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur (Ossietzky-Lesesaal) hat ihre Vitrine der Dichterin Mascha Kaléko gewidmet. Die Bibliothek des Ärztlichen Vereins hat Playmo-Männchen mit Informationen über aktuelle medizinische Literatur inszeniert, die Homöopathische Bibliothek beschreibt die Grundlagen der Homöopathie, die Hamburger Theatersammlung stellt sich anhand von Hamburgischen Tschechow-Inszenierungen vor und die Linga-Bibliothek für Lateinamerika-Forschung wirft Schlaglichter auf das Leben des Sammlungsgründers Carlos R. Linga und seiner Frau Bertha.

[via borsenblatt.net]