Nutzerstudie zur Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB)

Deutschland bekommt ein digitales kulturelles Gedächtnis. Wie das Zugangsportal zu der digitalisierten deutschen Kultur aussehen könnte, untersucht eine Studie der Deutschen Nationalbibliothek. Ziel der Studie ist es, die Vorstellungen, Erwartungen und Wünsche der zukünftigen Nutzer einer Deutschen Digitalen Bibliothek zu erfassen. Die geplante Plattform wird Kulturbestände aus Museen, Bibliotheken, Archiven und Mediatheken digital zugänglich machen und vernetzen.

Die Deutsche Digitale Bibliothek dient als nationales Zugangsportal innerhalb einer Europäischen Digitalen Bibliothek, an der sich alle EU-Mitgliedsstaaten beteiligen werden. Im Mittelpunkt der EU-Initiative „i2010“ steht ein einheitlicher europäischer Informationsraum, der die verschiedenen Kulturen integriert.

Interessierte können die Deutsche Digitale Bibliothek mit Ihrer Teilnahme an der Studie aktiv mitgestalten.

Der Link zur Studie:
http://www.ddb-studie.de

Weitere Informationen:

http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragterfuerKulturundMedien/Medienpolitik/DeutscheDigitaleBibliothek/deutsche-digitale-bibliothek.html

Dreiseitiger Suchmaschinenmarkt ohne Staat

Wolfgang Sander-Beuermann beklagt das Oligopol der größten drei Suchmaschinenanbieter (Google, Microsoft, Yahoo), die hierzulande gemeinsam auf einen Marktanteil von 98% kommen. Auffällig sei, dass es in Russland oder China einheimische Alternative gäbe, hierzulande aber nicht.

Es ist das Ergebnis beispielloser Ignoranz in der Wissenschafts- und Förderpolitik. Anstatt in realitätsnahe Zukunftstechnologien der IT zu investieren, die von den Nutzern gebraucht werden, wurden Unsummen an Fördergeldern für abgehobene Wolkenkuckucksvisionen sinnlos verbrannt. Denn das Ganze ist eine Frage des Geldes: es ist völlig naiv, zu glauben, dass technisch gute neue Ideen ausreichen würden, um neue Maßstäbe zu setzen. Nur dann, wenn solch gute neue Ideen mit ausreichend Startkapital versorgt werden, kann etwas Konkurrenzfähiges daraus werden. Solange jedoch die Wissenschafts- und Medienpolitik weiter im Tiefschlaf vor sich hin googelt, wird sich hieran nichts ändern.

Den nationalen Suchmaschinennotstand auf die Politik zu schieben, halte ich für sehr vereinfachend. Wo ist denn aus einem staatlich geförderten IT-Forschungsprojekt mal ein erfolgreiches Unternehmen geworden? Und genau darum geht es doch: um kommerziell erfolgreiche Suchmaschinen. Da ist kein Geld vom Staat gefragt, das ist Aufgabe der hiesigen IT-Firmen. Und wenn von denen keiner Geld verdienen will oder sich die Konkurrenz zu Google & Co nicht zutraut, dann ist es eben so. Beklagenswert, aber durch Forschungsprojekte nicht zu ändern.

[Via Recherchenblog]

Virtuelle Fachbibliothek "medien bühne film" ist online

Seit Anfang Januar ist die Virtuelle Fachbibliothek medien bühne film online.
Das Portal bietet neben einer Suche im Gesamtbestand auch die Möglichkeit fachspezifisch in drei Teilportalen (Kommunikations- und Medienwissenschaft/Publizistik, Theaterwissenschaft, Filmwissenschaft) zu suchen.

Außerdem wird die Möglichkeit zur Recherche in fachrelevanten Bibliothekskatalogen, Datenbanken, E-Journals und nach wissenschaftlich relevanten Internetquellen zu suchen.

Bei der Entwicklung des Portals (von der DFG gefördert), handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der UB Leipzig, der UB Frankfurt a.M., sowie der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam und der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig.

[via inetbib]

Papin-Ramcharan & Dawe – The Successful University Library in a Developing Country

Richard A. Dawe und LibWorld-Autorin Jennifer Papin-Ramcharan (alias The Caribbean Librarian) veröffentlichen in Kürze ein Buch, das schon jetzt bei Amazon vorbestellt werden kann: The Successful University Library in a Developing Country

Beschreibung:

This book studies university libraries in developing countries against the backdrop of an increasingly inter-connected and interdependent world. The book suggests that finding solutions to problems of university libraries in developing countries is a matter of ensuring that ‚global knowledge‘ is of the highest quality and is not just for altruistic reasons. It describes the many problems associated with the running of university libraries in developing countries and considers what it takes for these libraries to be successful. The book includes case studies of university libraries in several developing countries in regions including Africa, India and The Caribbean. Presenting the perspectives of practitioners and library users, solutions presented are practical and relevant.It is authored by a librarian and a member of the faculty of a university in a developing country. It gives the perspectives of both librarians and users of university libraries. It includes contributions from librarians in several developing country regions including Africa, India and The Caribbean. It addresses not only the problems of developing country university libraries but also offers practical solutions.

„Bookmarks – Wissenswelten von der Keilschrift bis YouTube“

Am 15. Januar öffnet die Ausstellung „Bookmarks – Wissenswelten von der Keilschrift bis YouTube“ in Hannover ihre Pforten. Laut Aller-Zeitung.de könnte es die ungewöhnlichste Ausstellung des Jahres werden. Bei der Ausstellung handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Leibniz-Universität, Kestnergesellschaft und Leibniz-Bibliothek.

Es geht um Medientheorie und Kommunikation; bei einer groß angelegten Tour d’Horizon durch die Epochen und ihre Aufzeichnungen stellen die Ausstellungsmacher alte und neue Medien nebeneinander – vom Pergament bis zum Internetportal.

Mehr Informationen gibt es hier, hier,auf der offiziellen Homepage zur Ausstellung und auf der dazugehörigen YOU TUBE-Seite.

Freie Inhalte

Dies ist nur eine kleine und provisorische Auswahl von Anbietern frei lizensierter Inhalte. Alle Angaben ohne Gewähr, die AGBs und Lizenzbestimmungen sind im Einzelnen zu prüfen. Hinweise auf umfangreichere Zusammenstellungen werden gerne (in den Kommentaren) entgegengenommen. Auf Open Source Software wird hier nicht eingegangen.

Was sind „Freie Inhalte“?

Erklärungen von Wikipedia und Freedom Defined.

Lizenzmodelle

Open Access (Freie Inhalte in der Wissenschaft)

E-Learning

  • Connexions: „Connexions is an environment for collaboratively developing, freely sharing, and rapidly publishing scholarly content on the Web. Our Content Commons contains educational materials for everyone — from children to college students to professionals — organized in small modules that are easily connected into larger collections or courses. All content is free to use and reuse under the Creative Commons „attribution“ license.“
  • GNU Edu: „GNU Edu is an international browsing system for educational resources.“
  • OER-Commons „Find Free-to-Use Teaching and Learning Content from around the World Organize K-12 Lessons, College Courses, and more for your Classroom“
  • OpenCourseWare und OpenCourseWare Finder: „An OpenCourseWare is a free and open digital publication of high quality educational materials, organized as courses.“
  • Archive.org: „This library contains hundreds of free courses, video lectures, and supplemental materials from universities in the United States and China. Many of these lectures are available for download.“

Bilder

  • Flickr CC: „Easily find photos on flickr that were released under the creative commons license“
  • Lorm.de: 117 Quellen für kostenlose Fotos. Nicht alle Quellen stellen freie Inhalte zur Verfügung!
  • Wiki Commons: „Sammlung von 3,763,457 frei verwendbaren Mediendateien, zu der jeder beitragen kann.“ (Januar 2009)
  • Open Clip Art: Public-Domain-Clip-Arts, in großen Teilen sehr hohe Qualität.

Musik

  • Werner Icking Musik Archiv: Freie Noten
  • International Music Score Library Project: Ca. 15.000 urheberrechtsfreie Werke. Urheberrechtsfrei nach kanadischem Recht (50 Jahre Schutzfrist)
  • Archive.org: „This library contains over two hundred thousand free digital recordings ranging from alternative news programming, to Grateful Dead concerts, to Old Time Radio shows, to book and poetry readings, to original music uploaded by our users. Many of these audios and MP3s are available for free download.“

Film

  • Archive.org: This library contains thousands of digital movies uploaded by Archive users which range from classic full-length films, to daily alternative news broadcasts, to cartoons and concerts. Many of these videos are available for free download.

Weitere Informationen

TextGrid Summit in Göttingen

Per Mail erreichte mich ein Hinweis auf das TextGrid Summit in Göttingen:

We would like to turn your attention to the TextGrid Summit, January 21-22 in
Göttingen.

A lot of international experts will be on the spot to discuss the further
development and the prospects of the Virtual Research Environment for text
scientists and other specialists in the arts and humanities. You are cordially
invited to take part in the TextGrid Summit and to join in discussing this part of
the emerging e-Humanities infrastructure.

* TextGrid Summit (conference language: English)
** 21.01.09, 10.00 a.m. – 4.00 p.m. – a symposium with international keynotes,
TextGrid Hands-on Session
** 22.01.09, 11.00 a.m. – 6.00 p.m. – Developers‘ Workshop

Diskriminierung in der bibliothekarischen Fortbildung

Ein lesenswertes Posting zur Diskriminierung im deutschen Schulsystem wird im FOBIKOM-Blog zum Anlaß genommen, über Diskriminierung in der bibliothekarischen Fortbildung nachzudenken.

Als erster Diskriminierungsmangel wird der einfache Mangel an Fortbildungsveranstaltungen genannt. Positivbeispiel ist hier NRW, die durch HBZ und ZBIW ein reichhaltiges Programm anbieten. Dies ist laut FOBIKOM nicht in allen Bundesländern der Fall.

Das Stichwort Mangel führt uns aber schon zum nächsten Diskriminierungsverdacht: Wenn bestimmte Fortbildungen nur für bestimmte Laufbahngruppen angeboten werden (sollen) oder wenn bei bestimmten Angeboten eine bestimmte Laufbahngruppe herausfällt. Haben in Ihrer Einrichtung die FAMIs gleiche Chancen, sie betreffende Fortbildungen zu besuchen wie die Diplomkräfte? Wenn nein, dann werden die FAMIs diskriminiert. In anderen Fällen sind es wieder die Diplomkräfte, die leer ausgehen (sollen): Ich sollte einmal eine Fortbildung in Web 2.0 nur für den höheren Dienst durchführen. Als ich darauf hinwies, dass ich diese Fortbildung für Dippel-Bibbels genauso sinnvoll hielte, wenn nicht gar mehr, habe ich nie wieder etwas von dem Veranstalter gehört.

Wahrlich kein Einzelfall. Aber exemplarisch dafür, dass die Idee der Offenheit, die der gesamten Web-2.0- und der Open-Access/Source-Bewegung zugrunde liegt, im Bibliothekswesen noch lange nicht angekommen ist. Verschiedene, sehr hierarchiebegeisterte Kommentare vom bibliothekarischen Nachwuchs lassen mich auch nur sehr verhalten an Besserung in naher Zukunft glauben.

CERN fördert Open Peer Review

CERN will mit offenem Peer Review das Open-Access-Modell beflügeln

Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Teilchenphysik und internationale Bibliotheken wollen die Qualität von Fachartikeln, die gemäß dem Open-Access-Prinzip kostenlos übers Internet veröffentlicht werden, verbessern. Sie haben daher ein Konsortium ins Leben gerufen, um eine gemeinsame Begutachtung der in Eigenregie publizierten Texte im wissenschaftsüblichen Peer-Review-Verfahren zu ermöglichen. Seinen Sitz hat das Sponsoring Consortium for Open Access Publishing in Particle Physics (SCOAP3) am Genfer CERN, einem der weltweit führenden Institute im Bereich der Nuklearforschung und Geburtsstätte des World Wide Web. Kernidee der Vereinigung ist es, die Kosten für das Gegenlesen und Kommentieren der Beiträge durch andere Forscher aus dem gleichen Fachgebiet gemeinsam zu schultern.

Deutscher Teilnehmer des Konsortiums ist unter anderem die TIB.