Buchhandel am Ende?

Hasnain Kazim schreibt bei Spiegel Online über die Konkurrenz für kleine Buchläden durch Ketten wie Thalia und Weltbild:

Buchhandel im Umbruch: Nicht die Internet-Kaufhäuser bedrohen die kleinen Geschäfte, sondern die großen Ketten. Manche Händler warnen vor einer Konzentration des Marktes wie in Großbritannien. Haben die kleinen Buchläden noch eine Chance?

Times verabschiedet sich von kostenpflichtigen Inhalten

Bereits gestern berichtete Spiegel Online, dass man ab sofort das Online-Angebot der New York Times wieder fast komplett kostenlos nutzen kann.

Kostenpflichtig bleiben nur die originalgetreue Digital-Ausgabe der gedruckten Zeitung in einem besonderen Software-Format (14,95 Dollar monatlich), die Online-Version des Kreuzworträtsels und Archiv-Inhalte aus der der Zeit zwischen 1922 und 1986.

Das nun letzte große kostenpflichtige Web-Publishing-Angebot, das “Wall Street Journal” soll dem Beispiel der New York Times bald folgen. Zumindest wenn es nach Rupert Murdoch geht, der eine baldige Übernahme der Mediengruppe Dow Jones, die das WSJ herausgibt, plant, so Spiegel Online.

Die “WSJ”-Webseite ist seit 1996 in großen Teilen kostenpflichtig – und sie hat rund 980.000 zahlende Abonnenten, denen das Angebot 79 Dollar, respektive 49 Dollar für Abonnenten der Druckausgabe im Jahr wert ist.

Beide Magazine erhoffen sich durch Online-Werbung auf den kostenlosen Seiten mehr Umsatz als durch die zahlenden Abonnenten.

Bücherdieb mit bibliothekarischer Sorgfalt

Die FAZ berichtet heute auf ihrer Seite 12 (online leider nur kostenpflichtig) über einen der größten Fälle von Bücherklau der vergangenen Jahre:
Über 1000 Werke entwendete der Bücherdieb vorwiegend aus der Bibliothek des John F. Kennedy-Instituts in Berlin-Dahlem, aber auch aus Bibliotheken und Amerika-Häusern in Essen, Köln, Duisburg, Düsseldorf und Bochum. Dabei ging es ihm offenbar nicht darum, aus dem Diebesgut Profit zu schlagen. Denn die Bücher, hauptsächlich zum Thema amerikanische Geschichte im Allgemeinen sowie Biographien von Präsidenten und anderen wichtigen Persönlichkeiten, waren zum Teil so stark beansprucht, dass eine Rückgabe an die besitzenden Bibliotheken nicht mehr möglich war. Bezüglich der Rückgabe an die Besitzer hat der Dieb – fast nach Bibliothekarsmanier – der Polizei einige Arbeit abgenommen: “In jedes der entwendeten Bücher vermerkte er handschriftlich das Datum des Diebstahls sowie die bestohlene Bibliothek.”

Kubanischer Bibliothekar seit über 100 Tagen in Untersuchungshaft

Der Kubanische Bibliothekar Gustavo Colas Castillo sitzt bereits seit dem 05.05.2007 in Untersuchungshaft. Laut newspress.com wurde er festgenommen, weil er sich für die Aufhebung der Zensur und für Informationsfreiheit eingesetzt hat.

Colas Castillo verlieh Bücher von Martin Luther King, George Orwell und anderen Autoren, deren Werke von der Castro Diktatur faktisch verboten sind. Dies wird zwar von der Castro Regierung bestritten, die jedoch beharrlich Menschen verfolgt, diskriminiert und inhaftiert, die anderen Kubanern unerwünschte Bücher und sonstige Informationen zur Verfügung stellen.

[via newspress.com]

Dumont-Schütte prophezeit Googles Tod

Verleger Christian DuMont-Schütte interessiert sich für die SZ und wirft steile Thesen über die Zukunft von gigantischen Online-Imperien in den Raum. Auf die Frage, ob der Markt in der digitalen Welt noch nicht verteilt sei, antwortet er:

Keineswegs. An meinem fünfzigsten Geburtstag im Frühjahr habe ich die These aufgestellt: In zehn Jahren ist Google tot. Ich habe in der Tat die Hoffnung, dass das, was sich jetzt im Markt befindet, übermorgen nicht mehr existiert. Die ersten Anzeichen dafür sehen Sie schon: die Ebay-Euphorie ist vorbei. Der Lebenszyklus der Internet-Ideen ist sowohl technisch wie inhaltlich ganz anders als bei herkömmlichen Unternehmen in der Old Economy. Dieser Nachteil hat den Vorteil, dass der Markt mit neuen Ideen immer wieder neu erobert werden kann.

Dass sich Google im Gegensatz zu Ebay ständig weiterentwickelt und expandiert, sollte man bei solch einer gewagten Aussage nicht außer acht lassen. Google ist zum Beispiel gerade jetzt längst nicht dasselbe Unternehmen wie vor wenigen Jahren. Zwar ist nicht alles Gold, was googled, aber es ist nicht zu leugnen, dass einige der Google-Produkte (-Maps oder -Mail) bedeutende Marktanteile erreichen konnten.

Interview bei FAZ.net: „In zehn Jahren ist Google tot“

Universitäten: Qualitätsoffensive ohne Personal

Telepolis: Universitäten: Qualitätsoffensive ohne Personal

Die Schlagworte, die den Beginn einer grundlegenden Reform des deutschen Bildungswesens behaupten, klingen vielversprechend: Spitzen-Universitäten, Exzellenz-Initiativen und Zukunftsprogramme aller Art sollen den Rückweg in die Weltspitze bahnen, doch die Hochschulrealität sieht anders aus. Nach [extern] Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, die am Montag vom Deutschen Hochschulverband vorgestellt wurden, haben die 16 Bundesländer in nur zehn Jahren 1.451 Professorenstellen abgebaut. Besonders drastisch sind die Einschnitte bei den Sprach- und Kulturwissenschaften, denen im vollmundig angekündigten “Jahr der Geisteswissenschaften” nun die Streichung von 663 Stellen präsentiert wird.

Bundesregierung lädt heute und morgen zum Tag der offenen Tür

Das Bundeskanzleramt, das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung und alle 14 Ministerien oeffnen ihre Tueren. Das ist eine gute Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und sich umfassend über die Politik der Bundesregierung zu informieren.

Unter anderem wird am Präsentationsstand der Bibliothek des Bundesministeriums des Innern das Informations- und Bibliotheksportal des Bundes vorgestellt.

Weitere Informationen gibt’s hier.

[via Inetbib]