Das iPhone als Blog-Server

Ja, die Überschrift stimmt schon. Eigentlich ist ein iPhone ja nur dann sinnvoll, wenn man in einer szenigen Cocktailbar sitzt, nicht raucht (oder sich in einem Nichtraucherbundesland befindet) und irgendwie nicht weiß, womit man total cool herumspielen soll. Rene von Docpool hat sein iPhone ein wenig zweckentfremdet und betreibt nun ein Blog auf seinem iPhone. Es wird wohlgemerkt nicht von dort befüllt. Wenn man die URL http://docpool.org/iphone/ aufruft, ruft man die Seiten direkt von seinem Edeltelephon ab. Wie es geht, hat er hier beschrieben. Es wird tatsächlich ein Apache auf dem iPhone betrieben. Die ToDo-Liste sieht folgendermaßen aus.

  • Ein Demon, der bei veränderter Netzanbindung, den Tunnel neu einrichtet.
  • Managementmode mit dem man Einträge löschen kann.
  • PHP-Script ändern, damit es die Fotos aus dem iPhone läd. (Done)
  • Script sollte Kommentare entgegen nehmen können und idealerweise gleich auf dem iPhone darstellen.
  • Die Menge der Daten sollte überprüft werden für Verbindungen, die nicht so Flat sind…

Für Ungläubige verlinkt Rene extra die entsprechende PHP-Info. Auf meine erstaunte Nachfrage meinte er:

Der blog läuft tatsächlich auf dem iPhone.
Ist noch nicht wirklich stabil, aber es funktioniert eigentlich schon sehr gut. Hatte schon instabilere Server 😉

Dafür packe ich mein 1337-Tag wieder aus! ;o)

Miro

Joost TV ist ein Versuch, Fernsehen ins Internet zu transportieren. Und nun ist Miro angetreten, dies besser zu machen. Unter dem Motto „Better than Joost“ wird u.a. aufgelistet:

Miro Joost
Open to any creator or publisher via RSS, direct download, or free hosting. Must be selected by Joost, must sign contract.
No tracking of what is downloaded or watched. All users are required to register and sign in. Every video a user watches is tracked and recorded.
No DRM. All content has DRM.

Abgesehen davon bietet Miro High Definition, mehr als 10x so viele Kanäle, und noch einige weitere Vorzüge. Und – schwupps – gibt es auch schon ein deutschsprachiges Miro-Blog.

Klimaskeptiker reingelegt

Im Fischblog ist es nett beschrieben:

Wie im Nature-Blog „The Great Beyond“ zu lesen ist, hat der Brite David Thorpe[1] eine auf den ersten Blick ziemlich eindrucksvolle Fake-Website zusammengestellt. Auf dieser präsentierte das nichtexistente Journal of Geoclimatic Studies ein Paper mit dem Titel „Carbon dioxide production by benthic bacteria: the death of manmade global warming theory?“[2], zu deutsch: „Kohlendioxid-Produktion durch benthische Bakterien: Der Tod der Theorie von der menschengemachten globalen Erwärmung?“.

[1] David Thorpe ist nach eigenen Angaben nur der Webdesigner und scheint mit dem Hoax selbst nichts zu tun zu haben.
[2] Die Website scheint seither vom Netz gegangen zu sein, deswegen nur der Link zum Google Cache.

Diese Theorie wurde von Leuten wie US-Senator James Inhofe, der Klimaschützer gerne mal mit Nazis vergleicht, gerne und unkritisch aufgegriffen. Und dies, obwohl es sich gerade die selbsternannten Skeptiker auf die Fahne schreiben, der Klimapanik mit wissenschaftlicher Objektivität entgegen zu treten.

Weitere Infos:

Multipedias

Nur zur Info: Wikipedia bekommt immer mehr „Konkurrenz“. Neben Veropedia (siehe auch hier) gibt es auch Scholarpedia. Wie Linda Bee in Netgold schreibt:

Each article is written by an expert (invited or
elected by the public).

Each article is anonymously peer reviewed to ensure
accurate and reliable information.

Each article has a curator – typically its author —
who is responsible for its content.

Ich prophezeie einen ähnlichen Erfolg wie ihn Citizendium hat.

Arne Klempert im Literarischen Salon

Arne Klempert im Literarischen Salon Hannover

Arne Klempert (Geschäftsführer Wikimedia, Köln) hat am 29.10. einen Vortrag im Literarischen Salon Hannover gehalten, mit dem Titel „Textgärtner auf der Welt-Wissen-Wiese“. Es ging natürlich vorwiegend um Wikipedia.

Eigentlich sollte hier schon längst eine Videoaufzeichung des Abends einzusehen sein. Solange das nicht der Fall ist, muss sich der visuell orientierte Leser mit meiner photographischen Meisterleistung begnügen. Inhaltlich fand ein Querfeldeinlauf durch alle möglichen Themen statt, die gemeinhin mit Wikipedia in Berührung gebracht werden. Sinn und Zweck des Projektes, Vergleichbarkeit mit Printlexika, Zitierfähigkeit, etc.

Die zu Beginn im Raum stehende Frage, ob dieser Klempert nun derjenige ist, der die Wikipedia geschrieben, oder ob er sie nur aus dem Englischen übersetzt hat, konnte leider nicht abschließend geklärt werden.

OPML, oder: Bibliotheken als Organisatoren wissenschaftlicher Kommunikation

Die Rolle der Bibliothek in der näheren und weiteren Zukunft wird ständig hinterfragt. Bei jedem medialen Umbruch (Radio, Fernsehen, Computer, E-Books) wird das Ende des Buches und somit auch der Bibliotheken als Ort der aktuellen wissenschaftlichen Kommunikation prophezeit. Um es mal aus der Perspektive der Bibliothek zu sagen: Bisher konnten wir unseren Hals ganz gut aus der Schlinge ziehen. Dies war unter anderem möglich, weil neue Medien schnell in das bisherige Konzept des Sammelns und Verteilens eingegliedert werden konnten. Die Bibliotheken waren und sind dabei Getriebene technischer Neuerungen, von ihnen ging und geht dabei kein Impuls zur Veränderung aus. Dies muss nicht so bleiben.
„OPML, oder: Bibliotheken als Organisatoren wissenschaftlicher Kommunikation“ weiterlesen

eXtensible Catalog Project

Es gibt inzwischen zahlreiche OPAC-Alternativen. Aus dem deutschsprachigen Raum wären XOPAC und KUG und bald vielleicht auch Beluga zu nennen. In den USA ist die Softwarelandschaft diesbezüglich wesentlich heterogener. Vielleicht auch deshalb ist mir bisher das eXtensible Catalog Project entgangen. Selbstbeschreibung:

XC has the potential to allow future library users at any level of proficiency to get more out of academic library collections and to give academic libraries more control over how best to help people gather information. As envisioned, XC’s simple yet powerful interface will allow users to navigate through comprehensive search results sorted into useful categories that will give them the resources they seek more easily.

Das Projekt durchlief bisher eine erste Phase, in der ein Konzept erstellt wurde. Und auch für eine zweite Phase ist nun die Finanzierung gesichert. Wie Jennifer Bowen (Co-Principal Investigator des Projektes) in verschiedenen Mailinglisten schrieb, hat sich die Andrew W. Mellon Foundation dazu bereit erklärt, nach der ersten auch die zweite Phase zu finanzieren. Und das mit einer respektablen Summe:

A $749,000 grant from the Andrew W. Mellon Foundation to the University’s River Campus Libraries will be used toward building and deploying the eXtensible Catalog (XC), a set of open-source software applications libraries can use to share their collections. The grant money will also be used to support broad adoption of the software by the library community. The grant and additional funding from the University and partner institutions makes up the $2.8 million needed for the project. The resulting system will allow libraries to simplify user access to all library resources, both digital and non-digital. This is the second grant awarded to the University by the Mellon Foundation for XC development.

Quelle: New Grant to Improve Online Access to University Library Collections

NaBloPoMo & NaNoWriMo

Auch wenn es die Überschrift nahelegt: Es geht nicht um japanische Spielzeugfiguren, vielmehr sei hier auf zwei Kampagnen aufmerksam gemacht, die beide in jedem November stattfinden (sollen). Zuerst den National Novel Writing Month. Kürzer kann man’s nicht ausdrücken:

National Novel Writing Month is a fun, seat-of-your-pants approach to novel writing. Participants begin writing November 1. The goal is to write a 175-page (50,000-word) novel by midnight, November 30.

Der National Blog Posting Month ist eine etwas weniger einschüchternde Alternative. Es geht einfach darum, jeden Tag im November mindestens ein Blogposting zu veröffentlichen.