Fingerabdrücke auf mittelalterlichen Wachssiegeln

Wachssiegel an mittelalterlichen britischen Dokumenten (12. bis 14. Jahrhundert) sollen auf Finger- und Handabdrücke untersucht werden. Die Dokumente stammen aus den Kathedralen von Exeter, Hereford und Lincoln, der National Library of Wales und aus Westminster Abbey.

Mehr Infos gibt es in diesem Bericht.

Siegelmarke Titel: SC * BVRGENSIVM * DE * VORDIS + ('Sekretssiegel der Bürger von Vorde') Beschreibung: roter Wachs, im Inneren des Siegels der heilige Liborius Ort: Bremervörde Größe: zwischen 3 und 4 cm
Siegelmarke Titel: SC * BVRGENSIVM * DE * VORDIS + (‚Sekretssiegel der Bürger von Vorde‘) Beschreibung: roter Wachs, im Inneren des Siegels der heilige Liborius Ort: Bremervörde Größe: zwischen 3 und 4 cm

Kleineanfragen.de

Kleineanfragen.de erklärt sich am besten selbst:

Mit kleinen Anfragen können Abgeordnete in Parlamenten ihrer jeweiligen Regierung Fragen stellen, die von dieser zeitnah beantwortet und veröffentlicht werden müssen.
Diese Seite sammelt kleine Anfragen* der Landesparlamente und des Bundestages und versucht sie möglichst einfach auffind-, durchsuch- und verlinkbar zu machen.

So kann man zum Beispiel herausfinden, dass die Niedersächsische Landesregierung Open Access als Teil einer Hightech-Strategie sieht.

Stephen Hawking Medal for Science Communication

Stephen HawkKing hat eine Medaille zur Auszeichnung besonderer Leistungen in der Wissenschaftskommunikation ins Leben gerufen. Wer den Link anklickt, kann dort übrigens auch lesen, dass Brian May einen Doktor in Astrophysik gemacht hat.

Amnesty fordert Freilassung von Natalia Sharina

Die IFLA bezeichnet die Stürmung einer Moskauer Bibliothek und die Verhaftung der Leiterin Natalia Sharina (siehe auch hier) als „unverhältnismäßig und unnötig“. Amnesty weist darauf hin, dass Sharina unter Arrest steht und Ihr nun bis zu fünf Jahren Haft drohen. Per auch online zu zeichnender Petition wird der russische Generalstaatsanwalt dazu aufgerufen, Sharina freizulassen und die Meinungsfreiheit zu respektieren.

Nano-Paywall mit BitCoin

SatoshiPay erprobt gerade Nano-Payment per Bitcoin. Das könnte so aussehen, dass man pro Absatz, den man auf einer zahlungspflichtigen Webseite liest, 0,5 Cent bezahlen muss. Oder mehr. Oder weniger. Hier gibt es ein Interview, in dem das geplante Vorgehen etwas genauer erläutert wird.

Ob sich Bitcoin auf dem Wissenschaftssektor durchsetzen könnte, halte ich abseits aller generellen Entwicklungen hin zu kompletten Open-Access für fragwürdig. Bitcoin steckt noch sehr tief in der Nische, die notwendige Akzeptanz in der Breite ist m.E. nicht absehbar.

Dauer einer Datenübertragung berechnen

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Ab und an muss man wissen, wie lange eine Datenübertragung von X GB mit der Methode Y dauern würde. Also per USB 2.0, USB 3.0 oder per Glasfaser. Auf Rechneronline.de stehen dazu diverse und nach meinen Erfahrungen zumindest ausreichend genaue Rechner zur Verfügung. Zu beachten ist, dass zahlreiche Faktoren (verwendete Treiber etc.) auf die Geschwindigkeit Einfluss nehmen können. Für eine grobe Annäherung ist der Rechner jedoch durchaus tauglich. Manchmal muss man schließlich nur wissen: Schaffe ich den Datentransfer vor dem Feierabend, oder nicht?

Digitalisierung und Open Access im SPD-Grundsatzprogramm

Die SPD hat ein „Grundsatzprogramm für die digitale Gesellschaft“ (PDF) veröffentlicht. Ab Zeile 726 heißt es:

Urheberrecht weiterentwickeln, Open Access fördern
Die Herausforderungen der Digitalisierung anzunehmen, bedeutet auch, das Urheberrecht zu modernisieren und weiterzuentwickeln. Notwendig sind ein bildungs- und forschungsfreundliches Urheberrecht und eine umfassende Open-Access-Politik. Durch ein unabdingbares Zweitverwertungsrecht muss der freie Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen im Internet systematisch gefördert und ausgebaut werden, insbesondere wenn Beiträge durch öffentliche Mittel gefördert wurden. Darüber hinaus braucht es eine allgemeine Bildungs- und Wissenschaftsschranke im Urheberrecht.

Umfassende Open-Access-Politik ist reichlich schwammig, zumal nirgendwo definiert wird, was darunter verstanden wird. Zur Digitalisierung ist ab Zeile 1222 folgendes zu lesen:

Nachhaltige Digitalisierungsstrategien von Kunst und Kultur stärken
Digitalisierungsstrategien und -konzepte müssen nicht nur die Sicherung und den Erhalt des kulturellen Erbes im digitalen Zeitalter schaffen, sondern auch die Authentizität und Wirkungsmächtigkeit von Kultur und Kunst stärken. Dies gilt nicht nur für Bildwerke wie Fotografie, Malerei und Film, sondern auch für alle weiteren Bereiche wie Museen und Parks, Architektur, Konzerte und Theater, die durch entsprechende digitale Zugangsformen wie virtuelle Rundgänge und digitale Information erfahrbar werden. Das trifft besonders für Archive und Bibliotheken zu, deren Erhalt als moderne, sozial offene Räume der kulturellen Kommunikation die Digitalisierung mit einschließen muss. Wir brauchen eine Stärkung der kulturellen und medialen Bildung, um das Authentische erfahren zu können. Zugleich müssen die Kultur- und Wissenseinrichtungen darin unterstützt werden, die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung auch nutzen zu können.

„Wir brauchen eine Stärkung“ ist kein Programm, das ist eine Feststellung. Warum wird hier nicht klarer formuliert? „Angestrebt wird die Digitalisierung aller in öffentlicher Hand befindlicher Werke und ihre bedingungslose Veröffentlichung, sobald sie gemeinfrei sind.“ Ja, das kostet viel Geld. Aber nur so wird eine notwendige Grundbedingung für wirkliche „Digitale Bildung“ und Teilhabe geschaffen.

[via Heise.de]

Tatiana Walther: Erschließung historischer Bestände mit RDA

Tatiana Walther: Erschließung historischer Bestände mit RDA

Abstract:

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Erschließung historischer Bestände nach RDA. Inhaltlich begrenzt sie sich auf ausgewählte spezifische Merkmale alter Drucke und ihrer Formalerschließung mit RDA. Die Umstellung auf das neue Regelwerk, welches Anwen-dungsrichtlinien für alle Materialien vereinen soll, und einige in den Bibliotheksgremien diskutierte Aspekte wie z. B. „cataloger’s judgement“ haben die zentrale Frage dieser Arbeit veranlasst: Ist RDA für die Erschließung alter Drucke geeignet? Die Arbeit untersucht spezifische Merkmale alter Drucke. Sie betrachtet die bestehende Erschließungspraxis alter Drucke und geht auf die Grundlagen und wesentliche Inhalte von RDA ein. Zu wissenschaftlichen Methoden der Arbeit gehören der Regelwerkevergleich und das Experteninterview. Die Gegenüberstellung von RDA und den RAK-WB lässt erkennen, dass RDA sich prinzipiell für die Erschließung alter Drucke eignet und Elemente der bibliographischen Beschreibung ähnlich wie die RAK-WB abbildet. Wegen des allgemeinen Charakters sind einige Richtlinien von RDA noch zu konkretisieren. Mehrwert gegenüber den RAK-WB versprechen die normierten Sucheinstiege, die Erfassung von Werken und Beziehungen. Das Interview mit Christoph Boveland, dem Experten auf dem Gebiet Katalogisierung Alter Drucke, bringt neue Erkenntnisse über geplante Empfehlungen zur Erschließung alter Drucke mit RDA, Erweiterung des Standardelemente-Set usw. Basierend auf den Ergebnissen der Gegenüberstellung und der Meinung von Christoph Boveland wird eine Aussage zur Entwicklung der Lehrveranstaltung „Formalerschließung historischer Bestände“ an der Hochschule Hannover getroffen.

Zum Volltext.

VuFind (VZG) an der Bibliothek der Hochschule Hannover

Seit einiger Zeit ist bekannt, dass die VZG eine Discovery-Lösung selbst entwickelt hat. Wir in der Bibliothek der Hochschule Hannover setzen eine VuFind-Lösung der VZG ein. Nicht als primäres Recherche-Instrument für unsere NutzerInnen, da auch nach einigen Jahren die Verfügbarkeitsinformationen immer noch nicht korrekt dargestellt werden, aber für jeden zugänglich: http://katalog.bib.hs-hannover.de

Die Entscheidung der VZG zur Eigenentwicklung kam nicht nur für uns sehr überraschend. Auf der Wiki-Seite der FAG Technische Infrastruktur ist nach wie vor von der „Entwicklung des zentralen GBV Discovery Angebotes auf Basis von VuFind und GBV Zentral“ die Rede, in den Protokollen der letzten beiden Fachbeirats-Sitzungen wird sie auch nicht erwähnt. Ebenso findet sich VuFind in den „Ziel- und Leistungsvereinbarungen 2015“ des GBV lediglich in dem Zusammenhang, dass eine Implementierung für den FID Pharmazie geplant ist.

Zu den technischen Aspekten dieser Entscheidung hat sich Oliver Goldschmidt schon detaillierter geäußert, als ich es je könnte.

Wir als bisherige VuFind-Anwender sind mit VuFind eigentlich soweit zufrieden, dass wir keinerlei Leidensdruck zu einem Umzug verspüren. Im Gegenteil sehen wir in der stetig wachsenden, gerade deutschsprachigen Anwender-Community mit finc, Beluga & Co einen großen Vorteil für VuFind, den ein anderes System so schnell nicht einholen kann – zumal essentielle Dinge wie Community-Beteiligung bei der noch namenlosen Neuentwicklung noch völlig unklar sind.

Es ist schade, dass die VZG diese Community nicht weiter unterstützt. Aber die Bibliothek der Hochschule Hannover sieht keinen Grund, auf ein anderes System umzuschwenken.

PS: Das Beluga-Team hat sich auch zur Zukunft von VuFind geäußert.