Der slowenische Reisebibliothekar Lovro Stepišnika

Portret Lovra Stepišnika
Lovro Stepišnik

Mitja Iskrić macht auf den 99. Todestag des ersten „Reisebibliothekars“ Sloweniens, Lovro Stepišnik, aufmerksam (Google-Übersetzung). Schon 1867 gründete Stepišnika den ersten mobilen Leseklub. Mitja illustriert sein Posting mit einer Vielzahl schöner Fahr-, Schwimm- und Galoppbibliotheken.

Bei der Gelegenheit möchte ich noch einmal auf das Weblog zu Fahrbibliotheken aufmerksam machen, dass es nun schon seit 6 Jahren gibt!

Ein Jahr Suchkiste

Gerald Steilen macht auf den ersten Geburtstag der Suchkiste aufmerksam. Da er wirklich keine Ahnung habe, was [er] wie umfangreich beischreiben soll, hat er ein PDF-Dokument zur Verfügung gestellt, dass das Projekt ausführlich beschreibt. Ein sehr interessanter Punkt ist auf S. 6 zu finden:

Es ist möglich den im vorliegenden Projekt generierten Index in beliebige Oberflächen für die Open Source Software Solr19 einzubinden. Im bibliothekarischen Umfeld verwenden kommerzielle Produkte wie Primo (Exlibris)20 oder TouchPoint (OCLC)21 eben jene Open Source Lösung. Daher lud die Firma Exlibris einen Projektmitarbeiter nach Hamburg ein, um den Suchkistenindex dieses Projekts mit dem eigenen Softwareprodukt Primo direkt nutzen zu können. Somit haben Primo-Kunden prinzipiell die Möglichkeit das Material der Nationallizenzen zu durchsuchen, ohne die Daten selbst indizieren zu müssen und ohne auf die Vorteile von Primo verzichten zu müssen (siehe Kap. 4.3.1 und Abb. 4.10). Der Anbieter von TouchPoint unterstützt ebenfalls dieses Verfahren. Selbstverständlich ist das auch mit einer VuFind-Installation möglich.

Das heißt, das neben (beispielsweise) dem zentralen Index des GBV auch der Index der Suchkiste in Discovery Interfaces [1] Katalog? Suchdings? Informationsorganisations- und Auffindewerkzeug? Entdecker-Oberfläche? Zur Not halt Portal, das geht immer. ;o) eingebunden werden kann. Wie theoretisch auch BASE oder verschiedene ViFas.

References

References
↑1 Katalog? Suchdings? Informationsorganisations- und Auffindewerkzeug? Entdecker-Oberfläche? Zur Not halt Portal, das geht immer. ;o)

BRaIn besichtigt Italien & Biblioblogs

Die sechste Ausgabe von BRaIn (Potsdamer Beiträge und Reportagen aus den Informationswissenschaften) ist erschienen. Neben vielerlei (Exkursions-)Berichten aus Italien wird von Anne Petit auch ein Blick in die deutsche Biblioblogosphäre gewagt – mit der Absicht, Berichte über die desolate Lage italienischer Bibliotheken ausfindig zu machen:

Vor allem könnte man meinen, dass beispielsweise die katastrophale Situation des italienischen Bibliothekswesens einen Ausbruch der Empörung weit über die Landesgrenzen hinaus hervorrufen müsste und auch uns hier in Deutschland aufrütteln und zumindest beschäftigen dürfte. Leider sind die Informationen in den deutschen Bibliotheksblogs spärlich gesät und es scheint als ob die Hiobsbotschaft über die kolossalen Kürzungen des Kulturetats in Rom noch gar nicht wirklich die Runde gemacht hätte. Vielmehr findet man nur vereinzelte Beiträge, die lediglich allgemeine Fakten und Informationen über Italiens Bibliotheken vermitteln.

Es hätte mich sehr gewundert, wenn sich zur Lage italienischer Bibliotheken mehr als vereinzelte Beiträge gefunden hätte. Die deutschsprachigen Biblioblogs werden überwiegend ehrenamtlich und in der Freizeit befüllt. Es finden sich dort also vorwiegend die Themen, die den Schreibenden unter den Nägeln brennen. Das dies ausgerechnet die Lage der italienischen Bibliotheken ist, ist daher zwar möglich, aber nicht besonders wahrscheinlich.

Auch die desolate Lage mancher Bibliotheken in Deutschland bleibt weitgehend unbeachtet. Aber das Schöne an Blogs ist ja: Wenn man denkt, dass ein Thema falsch oder unterrepräsentiert ist, gründet man einfach selbst einen.

Da BRaIn auf WordPress aufsetzt, stellt sich mir die Frage, warum keine Kommentare erlaubt sind. Ich würde diese Frage auch gerne direkt dort stellen. Aber dort sind ja nun einmal keine Kommentare erlaubt.

Katalogsuche als Windows 7/Vista-Gadget

Ein Windows-7-Gadget ist eigentlich nicht mehr als eine miniaturisierte Webseite, die in den Desktop eingebunden werden kann. Nach Anleitung des Robofans habe ich nun ein kleines Widget gebastelt, mit dem eine Suche im Bibliothekskatalog der Fachhochschule Hannover möglich ist.

Zum Download gibt es das hier. Rechtsklick zum Herunterladen, Linksklick zur direkten Installation auf Windows 7 oder Vista. Das Widget besteht aus 4 Dateien.

  1. gadget.xml enthält Metadaten zum Widget
  2. index.html ist eine klassische Webseite, die in diesem Fall 130x130px groß ist und ein Suchfenster und einen Link zur Kontaktseite der FHH-Bibliothek enthält.
  3. Dazu noch zwei Bilder:

  4. Icon.png ist das Bild, das im Menü „Minianwendungen angezeigt wird“
  5. Background.png ist im aktiven Widget in den Hintergrund eingebettet

Das Widget bis hierhin nur eine kleine Spielerei, aber vielleicht für den einen oder anderen nützlich. Die Dateien müssten mit der Installation automatisch in folgendem Verzeichnis verfügbar sein:

%HOMEDRIVE%\Users\%USERNAME%\AppData\Local\Microsoft\Windows Sidebar\Gadgets

Ein paar weiterführende Hinweise zum Widget-Selbstbau gibt es im MSDN Magazin. Falls es irgendwen zu irgendwas inspiriert, wäre ich natürlich wie immer an Rückmeldungen interessiert.

Für die Benutzung des Widget gibt es keine Garantie, keine Gewährleistung. Eigentlich ist das nicht viel mehr als ein Hallo-Welt-HTML-Seite, aber bei Windows weiß man ja nie…

Empfehlungen zur Zukunft des bibliothekarischen Verbundsystems in Deutschland

Die Empfehlungen zur Zukunft des bibliothekarischen Verbundsystems in Deutschland (PDF) sind nun veröffentlicht. Gefordert wird ein Wechsel weg von den regional ausgerichteten Strukturen. Insgesamt sei das jetzige System nicht effektiv. Die auf den ersten Blick wichtigsten Passagen aus der dazugehörigen gemeinsamen Erklärung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrates zur Zukunft der Bibliotheksverbünde als Teil einer überregionalen Informationsinfrastruktur in Deutschland:

3 – Im Gesamtsystem der Verbünde sollte zukünftig eine primär funktional und verbindlich koordinierte Arbeitsteilung entwickelt werden. Dienste sollen verbundübergreifend in einer modernen technischen Architektur offener Systeme zentralisiert angeboten und, wenn sachlich geboten, mit einem regionalen Betrieb kombiniert werden.

Offene, zentral angebotene Dienste. In Teilen ist dies ja schon der Fall. So steht zum Beispiel das OPUS-Hosting des BSZ auch Bibliotheken außerhalb des BSZ offen.

4 – Mit einer Integration bislang regional geführter Kataloge und Dienste auf nationaler und internationaler Ebene sollen Redundanzen und eine heute so nicht mehr benötigte Komplexität der Verzeichnungsstrukturen vermieden werden.

Kann man als Plädoyer für zentrales Indexhosting betrachten, wie es auch hier diskutiert wird.

5 – Die Verbünde sollten mit ihren überregionalen Serviceanteilen in eine zukünftige bundesweite Koordination von Informationsdienstleistungen integriert sein. Dies schließt internationale Kooperationen ein.

6 – Für die Koordinierung des zukünftigen Verbundsystems ist ein Strategie- und Steuerungsgremium erforderlich, das für die Umsetzung der einzelnen Schritte im gesamten System über die erforderlichen Kompetenzen verfügt.

Hier wird es äußerst spannend. Was für ein Gremium soll das sein? Kompetenznetzwerk für Bibliotheken? Das Deutsche Bibliotheksinstitut gibt es ja nicht mehr. DNB?

9 – Mit dem intendierten Systemwechsel von einer primär regional zu einer funktional organisierten Verbund- bzw. Dienstleistungsstruktur wird eine leistungs- und zukunftsfähige überregionale
Informationsinfrastruktur für Wissenschaft und Forschung nachhaltig ausgebaut und
gesichert.

Wenn die Aufgaben zwischen den Verbünden nun nicht mehr nach Regionen verteilt sind, ist ein Hauen und Stechen bezüglich der zukunftsträchtigsten Aufgaben zu befürchten.

How German librarians communicate (not)

Die wurde als Gastposting für Peter Alsbjers blogg geschrieben. Peter, der übrigens vor fast drei Jahren hier ein Gastposting in der LibWorld-Reihe zur Biblioblogosphäre Schwedens veröffentlichte, hatte mich dazu eingeladen, über the status of the German biblioblogosphere or anything else of interest zu schreiben. Dies ist dabei herausgekommen. Diskussion bitte in Peters Blog!
„How German librarians communicate (not)“ weiterlesen

Innovationspreis 2011 / Closed Access über Open Access

Die Preisträger des diesjährigen B.I.T.-Online-Innovationspreises 2011 wurden von der Kommission für Ausbildung und Berufsbilder des BIB erwählt und bekannt gegeben:

  • Ralf Drechsler: Krisen-PR für Öffentliche Bibliotheken
  • Fabian Fürste: Linked Open Library. Bibliographische Daten und ihre Zugänglichkeit im Web der Daten
  • Bodo Pohla: Untersuchung bibliothekarischer Applikationen für Mobiltelefone hinsichtlich der technischen Realisierung und des Nutzens

Herzlichen Glückwunsch den Preisträgern! Keinen Glückwunsch dem BIB für die Publikation der Ergebnisse in B.I.T. Online. Durch die Publikation in einer Toll-Access-Zeitschrift kann ein gewichtiger Anteil der Nachwuchsbibliothekswesen nicht auf die ausgezeichneten Erkenntnisse zurückgreifen.

Die Absurdität einer bibliothekarischen Toll-Access-Publikation wird im aktuellen Themenschwerpunkt (Ausgabe 4/2010) sehr schön deutlich. Es geht um: Open Access. Zitat aus dem Editorial (frei zugänglich als JPG!!) von Michael Mönnich:

Von Seiten B.I.T. Online ist hierzu zu vermelden, dass ab 2011 mit einer einjährigen Embargofrist alle Aufsätze frei zugänglich sein werden.

Falls dies eine Meldung dazu gedacht war,in der bibliothekarischen Welt für Jubelstürme zu sorgen: Nein, so wird das nichts. Welcher Autor möchte, dass sein Artikel erst mit einem Jahr Verspätung wirklich rezipiert werden kann? In diesem Zusammenhang bin ich auch einigermaßen enttäuscht über die Autoren des Schwerpunkts, zu denen mit Frank Scholze („Open Access-Strategie des KIT“) und Uwe Müller („Vergütung elektronischer Publikationen in Repositorien – aktueller Stand“) ausgerechnet die beiden Sprecher der DINI-AG Elektronisches Publizieren gehören. In diesem Zusammenhang bleibt nur der Verweis auf den Vortrag von Monika Bargmann: Wein predigen und Wasser trinken? Theorie und Praxis von Open Access im österreichischen Bibliothekswesen

Auch auf die Gefahr hin, allzu missionarisch zu wirken, lautet das Fazit dieses Beitrags: Gehet hin und archivieret selbst!

Hinzufügen muss man diesem Fazit schließlich nur die Frage, wozu der BIB eigentlich ein eigenes Repository hat.

[via Inetbib]

Update: Die Artikel des Schwerpunkts sind frei verfügbar. Näheres in den Kommentaren.

Was ist bibliothekarische Öffentlichkeitsarbeit?

Linda Tillander beschrieb in einem Gastposting in Peter Alsbjers Blogg (Google-Übersetzung) ein paar Überlegungen zu bibliothekarischer Öffentlichkeitsarbeit. Ihre These: Ziel bibliothekarischer Öffentlichkeitsarbeit könnte sein, die Wahrnehmung von und das Wissen über Bibliotheken zu ändern.

Det här jobbet blir aldrig färdigt – marknadsföring är det vi gör varje dag.

Frei (und hoffentlich richtig übersetzt): Diese Arbeit ist nie beendet – Marketing ist das, was wir alle Tag für Tag tun. Es geht also weniger darum, stylishe Hochglanzbroschüren in tolle Aufsteller zu packen. Wichtiger ist es, für die Nutzer relevante Angebote in hoher Qualität einfach und unkompliziert zur Verfügung zu stellen und das Wissen darüber so breit wie möglich zu streuen.

PS: Die Google-Übersetzung ist an einigen Stellen etwas hakelig, insgesamt aber sehr gut verständlich.