Thomas-Mann-Preis 2008 für Daniel Kehlmann

Die Hansestadt Lübeck vergibt den, mit 10.000 Euro dotierten Thomas-Mann-Preis in diesem Jahr an den Schriftsteller Daniel Kehlmann.
Der Preis wurde 1975, anlässlich des 100. Geburtstages von Thomas Mann, von der Hansestadt gestiftet und wird seitdem alle drei Jahre an Persönlichkeiten verliehen,

“die sich durch ihr literarisches oder literaturwissenschaftliches Wirken ausgezeichnet haben im Geiste der Humanität, die das Werk von Thomas Mann prägte.”

In der Begründung der Jury für Daniel Kehlmann, der unter anderem mit dem Buch “Ich und Kaminski” bekannt wurde, heißt es

“Die Ehrung gilt dem scharfsinnigen Essayisten und klugen Geschichtenerzähler, dessen Romane und Novellen mit artistischer Verve und in leichtfüßiger Nachfolge Thomas Manns mit Humor, Ironie und tieferer Bedeutung ihre sehr ernsten Scherze treiben.”

Der Preis wird im Oktober in Lübeck verliehen.

[via Hansestadt Lübeck]

Von Anfang an mit Büchern wachsen

Am Welttag des Buches (23. April 2008) haben die Stiftung Bibliomedia Schweiz und das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM das Projekt “Buchstart” lanciert. Ziel des Projekts ist es

“allen Kindern die Möglichkeit zu geben, von Anfang an mit Büchern zu wachsen”.

Ab Mai erhalten alle Eltern von neugeborenen Kindern in der Schweiz ein Buchpaket: Darin finden sich u.a. ein Bilderbuch, ein gebührenfreier Bibliotheksausweis und eine Einladung zu “Buchstart”-Veranstaltungen in Bibliotheken. Die Idee ist aber nicht neu, sie stammt aus dem angelsächsischen Raum und hat viele Nachahmer gefunden.

LITERA in Linz startet morgen!

Die internationale Buchmesse LITERA lädt ab morgen bis zum 27. April nach Österreich ein.
Neben Leipzig und Frankfurt, soll die LITERA in Linz als großer internationaler Literaturevent etabliert werden.

Die LITERA ist ein zur Gänze gemeinnütziges Projekt.
Ziel ist die Förderung der Literatur, die Bewahrung und Erweiterung der Medienvielfalt und der Erhalt der Kulturtechnik Lesen. Alle allfälligen Überschüsse der Buchmesse fließen in Projekte:

– zur Bekämpfung von Analphabetismus
– zur Beseitigung von Leseschwächen
– zur Förderung von Öffentlichen Bibliotheken
– zur Förderung von Autorinnen und Autoren.
Jeder Aussteller und Partner der LITERA fördert daher mit seiner Teilnahme unmittelbar Literatur und Lesekompetenz!

Mehr Informationen gibt es hier…

Menschliche Verbuchungsmaschinen und Streikautomaten

Es ist ein Teufelskreis. Den politisch Verantwortlichen und dem Magistrat ist nichts zu teuer, um Personal einzusparen und den Schein eines funktionierenden Systems aufrechtzuerhalten.
Die politikkompatiblen Erfolgsmeldungen müssen immer lauter werden bei rahmenbedingt leise sinkender Qualität.

Und die Frustrationen der Belegschaft werden erfahrungsgemäß eines Tages in innere Kündigungen umschlagen.

Dann kann man ja immer noch den Betrieb aus dem Magistrat auslagern und ihn hauptsächlich über angelernte und “ehrenamtliche” Kräfte aufrecht erhalten …

Haftgrund: Menschliche Verbuchungsmaschinen und Streikautomaten

MdB Heinz Schmitt (SPD) rechtfertigt forschungsfeindliche Änderungen am Urheberrecht

Stephan Färber beklagt auf Abgeordnetenwatch die Auswirkungen des neuen Urheberrechts. Auf eine Bestellanfrage bekam er folgende Antwort von seiner Bibliothek:

Die von Bundestag und Bundesrat beschlossenen Änderungen im Urheberrechtsgesetz führen ab dem 01.01.2008 zu einer wesentlichen Einschränkung der Lieferbedingungen im bibliothekarischen Fernleihverkehr. Da § 53a UrhG die Voraussetzungen für die Lieferungen elektronischer Dokumente nur unbestimmt regelt, müssen die am Fernleihverkehr teilnehmenden Bibliotheken zunächst auf die elektronische Auslieferung verzichten. Aus diesem Grund wird es bis auf Weiteres von bestellten Aufsätzen nur noch Kopien als Papierausdruck in den Bibliotheken geben.

Technischer Hinweis: aufgrund der Einführung des Papier- und Postversands muss mit einer Verzögerung bei den Lieferzeiten gerechnet werden. Die damit verbundenen Nachteile bedauern wir sehr und bitten um Verständnis.

Er sieht sich in seiner Forschungsarbeit behindert und fühlt sich zu Recht in steinzeitliche Bedingungen versetzt. Nun richtet er die Frage, ob Nachbesserung in Sicht ist, an Heinz Schmitt (SPD), Mitglied des Bundestages, Wirtschaftsingenieur und Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Seine Antwort (ebd.) ist durchaus lesenswert. Das Gesetz sei notwendig gewesen, um neuen multimedialen Möglichkeiten gerecht zu werden.

Das Gesetz erlaubt öffentlichen Bibliotheken erstmals, Kopien von urheberrechtlich geschützten Werken herzustellen und diese auch auf elektronischem Wege zu versenden. Grundsätzlich ist das für die Studentinnen und Studenten eine erhebliche Verbesserung.

Interessanter Standpunkt, mit dem Herr Schmitt vermutlich außerhalb seines Ausschusses allein auf weiter Flur stehen dürfte. Er sah sich in der Pflicht, Autoren die Möglichkeit zu geben, ihre Produkte zu vermarkten.

Dabei war für mich und meine Kolleginnen und Kollegen von der SPD-Fraktion im Bildungsausschuss von Anfang an wichtig, dass Bildung und Wissenschaft durch diese Einschränkung nicht behindert werden. Deshalb haben wir uns dafür eingesetzt, diese Regelung möglichst nutzerfreundlich und praktikabel zu gestalten.

Er war dafür, und er hat sich dafür eingesetzt. Immerhin macht er

keinen Hehl daraus, dass ich mir für Bildung, Wissenschaft und Forschung noch mehr Freiheit gewünscht hatte. Soweit ich weiß, sehen das auch meine Kolleginnen und Kollegen von der SPD-Fraktion so. Wir wollen ein Urheberrecht, das gezielt auf die Bedürfnisse und Belange von Bildung, Wissenschaft und Forschung eingeht. Derzeit stehen wir aber erst am Anfang und wir freuen uns über jede Unterstützung.

Lieber Herr Schmitt, wenden Sie sich doch bitte an die Damen und Herren vom Urheberrechtsbündnis. Dort können Sie unter anderem erfahren, was das Gesetz, für dass auch Sie verantworltich sind, für Auswirkungen hat.

Idea-Stores

Das Handelsblatt berichtet heute über Idea-Stores in London, eine Art “Ideenkaufhaus”: eine Mischung aus Bibliothek, Bildungszentrum und Internet-Café.

Die „Idea Stores“ gelten als bislang ehrgeizigster Versuch in Großbritannien, mit kulturellem Engagement den Kampf gegen Arbeitslosigkeit, Jugendkriminalität und Gewalt aufzunehmen. Und die „Idea Stores“ gelten als mögliches Exportmodell –auch in deutschen Metropolen wie Berlin könnte sich das Ideenkaufhaus bewähren.

Den ganzen Artikel gibt es hier.

Adobe Flash Media Rights Management Server

DRM error

Heise berichtet über einen neues, von Adobe angebotenen DRMS:

Inhalteanbieter können demnach mit der Software FLV- und F4V-Audio- und Videodateien verschlüsseln und Zugangsrichtlinien setzen, auch nachträglich nach einem Download.

Großartig. Es reicht also nicht, dass mir vorgeschrieben wird, mit welchem Betriebssystem, wie lange und wie oft ich Medien sehen darf. Nun kann es sogar sein, dass sich die Richtlinien ändern, nachdem ich die Medien schon längst in meinem Besitz wähnte. Ein Alptraum für die Langzeitarchivierung und Zitierbarkeit von audiovisuellen Daten. Wie in Adobes Presseerklärung zu lesen ist:

Precise usage control allows service providers to specify a range of parameters for user access and media expiration, while dynamic rights management lets them change usage rights even after a file has been distributed.

De facto kann ich also ein Flash-Video verteilen, und wenn ich dann irgendwann nicht mehr der dort vertretenen Meinung bin, ziehe ich es einfach zurück. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten für Politik und PR. Ab heute heißt es nicht mehr Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern. Wenn es nicht mehr opportun erscheint, lässt man es einfach verschwinden.

Public Libraries don't suck

Wired ließ und lässt abstimmen: Why Things Suck: Things That Don’t Suck

TV screens in the back of airplane seats. Twice-baked potatoes. Dryer sheets. DVRs. The set design on Mad Men. Farmers’ markets. Tap water. Touchscreens. Scissors. Pocketknives. Thumb drives. Kites. Strike-anywhere matches. Doorstops. Run-flat tires. Netflix. Noise-canceling headphones. Casual carpool. Guitar Hero. Salt-and-vinegar potato chips. Bicycles. Kevlar. Velcro. Carbon composite. Dradis. Flip-flops. The first half hour of Indiana Jones and the Temple of Doom. Seat belts. Zippo lighters. Spartan Laser. Heated seats. Public libraries. Remote control. Ice cream.

Die Hervorhebung kommt von mir und der Hinweis von Thomas Brevik.