"Workfare"

Telepolis berichtet:

Das Wirtschaftsministerium propagiert neue Maßnahmen, wie Arbeitslose dazu genötigt werden können, Arbeit aufzunehmen. Das Institut für die Zukunft der Arbeit (IZA) hat dazu im Auftrag des Ministeriums eine Studie mit dem Titel “Umsetzung des Workfare-Ansatzes im BMWi-Modell für eine existenzsichernde Beschäftigung” ausgearbeitet, die allerdings sehr spekulativ und wenig belastbar zu sein scheint.

Laut Wikipedia ist Workfare (“Wohlpflicht”) in Anlehnung an Welfare (engl. Wohlfahrt) entstanden und bezeichnet eine Sozialfürsorge, die mit einer Pflicht zur Arbeit verbunden ist. Eindeutig die nächste Möglichkeit für kostenbewusste Bibliotheken, Fachpersonal einzusparen. Schon 1-Euro-Kräfte sind ja auf reges Interesse gestoßen. Nicht nur auf Seiten der Bibliotheken.

Und wieder wird darauf gesetzt, dass auf diese Weise neue Arbeitsplätze entstehen. Wie schon beim 1-Euro-Unsinn (PDF).

"Bibliothek der verbrannten Bücher" soll nach Augsburg

Die berühmte «Bibliothek der verbrannten Bücher» soll in Augsburg
eine dauerhafte Bleibe finden. Mit knapper Mehrheit sprach sich am
Mittwoch der Kulturausschuss des Bayerischen Landtages für die
schwäbische Stadt als Standort der Privatsammlung des Münchners
Georg Salzmann aus. Die Stadt Nürnberg, die sich ebenfalls um die
Bibliothek beworben hatte, hätte damit das Nachsehen.

[via pr.inside]

Thomas-Mann-Preis 2008 für Daniel Kehlmann

Die Hansestadt Lübeck vergibt den, mit 10.000 Euro dotierten Thomas-Mann-Preis in diesem Jahr an den Schriftsteller Daniel Kehlmann.
Der Preis wurde 1975, anlässlich des 100. Geburtstages von Thomas Mann, von der Hansestadt gestiftet und wird seitdem alle drei Jahre an Persönlichkeiten verliehen,

“die sich durch ihr literarisches oder literaturwissenschaftliches Wirken ausgezeichnet haben im Geiste der Humanität, die das Werk von Thomas Mann prägte.”

In der Begründung der Jury für Daniel Kehlmann, der unter anderem mit dem Buch “Ich und Kaminski” bekannt wurde, heißt es

“Die Ehrung gilt dem scharfsinnigen Essayisten und klugen Geschichtenerzähler, dessen Romane und Novellen mit artistischer Verve und in leichtfüßiger Nachfolge Thomas Manns mit Humor, Ironie und tieferer Bedeutung ihre sehr ernsten Scherze treiben.”

Der Preis wird im Oktober in Lübeck verliehen.

[via Hansestadt Lübeck]

Von Anfang an mit Büchern wachsen

Am Welttag des Buches (23. April 2008) haben die Stiftung Bibliomedia Schweiz und das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM das Projekt “Buchstart” lanciert. Ziel des Projekts ist es

“allen Kindern die Möglichkeit zu geben, von Anfang an mit Büchern zu wachsen”.

Ab Mai erhalten alle Eltern von neugeborenen Kindern in der Schweiz ein Buchpaket: Darin finden sich u.a. ein Bilderbuch, ein gebührenfreier Bibliotheksausweis und eine Einladung zu “Buchstart”-Veranstaltungen in Bibliotheken. Die Idee ist aber nicht neu, sie stammt aus dem angelsächsischen Raum und hat viele Nachahmer gefunden.

LITERA in Linz startet morgen!

Die internationale Buchmesse LITERA lädt ab morgen bis zum 27. April nach Österreich ein.
Neben Leipzig und Frankfurt, soll die LITERA in Linz als großer internationaler Literaturevent etabliert werden.

Die LITERA ist ein zur Gänze gemeinnütziges Projekt.
Ziel ist die Förderung der Literatur, die Bewahrung und Erweiterung der Medienvielfalt und der Erhalt der Kulturtechnik Lesen. Alle allfälligen Überschüsse der Buchmesse fließen in Projekte:

– zur Bekämpfung von Analphabetismus
– zur Beseitigung von Leseschwächen
– zur Förderung von Öffentlichen Bibliotheken
– zur Förderung von Autorinnen und Autoren.
Jeder Aussteller und Partner der LITERA fördert daher mit seiner Teilnahme unmittelbar Literatur und Lesekompetenz!

Mehr Informationen gibt es hier…

Menschliche Verbuchungsmaschinen und Streikautomaten

Es ist ein Teufelskreis. Den politisch Verantwortlichen und dem Magistrat ist nichts zu teuer, um Personal einzusparen und den Schein eines funktionierenden Systems aufrechtzuerhalten.
Die politikkompatiblen Erfolgsmeldungen müssen immer lauter werden bei rahmenbedingt leise sinkender Qualität.

Und die Frustrationen der Belegschaft werden erfahrungsgemäß eines Tages in innere Kündigungen umschlagen.

Dann kann man ja immer noch den Betrieb aus dem Magistrat auslagern und ihn hauptsächlich über angelernte und “ehrenamtliche” Kräfte aufrecht erhalten …

Haftgrund: Menschliche Verbuchungsmaschinen und Streikautomaten