"Can Tweets Predict Citations?"

Eysenbach et al: Can Tweets Predict Citations? Metrics of Social Impact Based on Twitter and Correlation with Traditional Metrics of Scientific Impact
DOI: http://dx.doi.org/10.2196/jmir.2012

Aus dem Abstract:

Conclusions: Tweets can predict highly cited articles within the first 3 days of article publication. Social media activity either increases citations or reflects the underlying qualities of the article that also predict citations, but the true use of these metrics is to measure the distinct concept of social impact. Social impact measures based on tweets are proposed to complement traditional citation metrics. The proposed twimpact factor may be a useful and timely metric to measure uptake of research findings and to filter research findings resonating with the public in real time.

[via The Atlantic]

Linked Library Data Tools

Die Linked Library Data Group des W3C hat heute ihren Werkzeugkoffer geöffnet und führt nun im W3C-Wiki eine öffentlich zugängliche Liste mit Werkzeugen im Bereich Linked Library Data: LLDtools.

Aufgeführt sind zum Beispiel verschiedene Werkzeuge für die Publikation von LLD (z.B. Pubby) oder Dienste zur Ansicht und zum Browsen (z.B. der Sindice Web Data Inspector).

Elsevier-Testimonial für 1000 Euro: DGI

Auf der nächsten DGI-Konferenz werden Nachwuchsvorträge mit einem Best Paper Award ausgezeichnet:

Der 2010 erstmalig erfolgreich vergebene Preis wird wieder durch die Unterstützung des Wissenschaftsverlags Elsevier ermöglicht. Die langfristige Weiterführung der Partnerschaft zwischen der DGI und Elsevier unterstreicht das hohe Interesse von Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft an der Förderung des Berufsnachwuchses.

Der beste Vortrag wird mit 500 Euro, der 2. und 3. Platz mit je 300 EUR und 200 EUR dotiert. Die Preisverleihung findet im feierlichen Rahmen der Abschlussveranstaltung der DGI-Konferenz am 23. März 2012 statt.

Mit satten 1000 Euro unterstreicht Elsevier also das „hohe Interesse“. Natürlich sind 200 Euro für den Drittplatzierten sicherlich netter als gar nichts. Und im Lebenslauf macht sich so ein Preis ja auch ganz gut. Angesichts der Profite Elseviers ist das jedoch kein Ausdruck hohen Interesses, sondern ein Witz. Für 1000 Euro bekommt man z.B. in der taz (PDF) eine Textteilanzeige von etwa 7 cm Höhe. In der Zeit (PDF) sind es etwa 1,8 cm, im Bibliotheksdienst (PDF) immerhin 2,5 Seiten. Da steht dann nicht mit dem Siegel einer Fachgesellschaft, wie sehr man sich für die Nachwuchsförderung in der Wissenschaft engagiert.

Ich muss jetzt davon ausgehen, dass dem DGI die sog. Zeitschriftenkrise bislang entgangen ist. Wer in den letzten 20 Jahren tiefgefroren oder auf einer einsamen Insel war, sei an dieser Stelle informiert: Die Preispolitik gerade des hier gepriesenen Nachwuchsförderers Elsevier sorgt dafür, dass der Nachwuchs nicht auf wissenschaftliche Informationen zugreifen kann. Wäre die DGI ein Verband für Meeresbiologie im Golf von Mexiko, hätte man sich vermutlich für BP als Sponsor entschieden. Im Umweltbereich nennt man das Greenwashing.

Liebe DGI-Organisatoren: Es gibt viele, viele mögliche Sponsoren, denen man ein Engagement für den Nachwuchs abnimmt. Da man von Elseviers bekundetem Interesse an „Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft“ jedoch zwei abziehen muss: dieser Sponsor gehört nicht dazu.

Bibliothekarische Projektlyrik

Karsten Schuldt widmete sich gestern der Projektlyrik, die allmonatlich in den bibliothekarischen Postillen zu bestaunen ist: meine beitrags- / lyrik ist hübscher / als deine // dude

Ich zitiere einfach mal ein paar Sätze, zu denen man ein lautes „Jawoll! So ist es!“ in den Raum zu rufen geneigt ist.

Wir lassen es zu, dass solche letztlich wenig inhaltsreichen Texte, die aber mit viel rhetorischen Bling-Bling gespickt sind, veröffentlicht werden und gerade deshalb die konkrete bibliothekarische Praxis nicht richtig sichtbar wird. Wir alle kennen die Worte, die dazu verwendet werden: Innovation, Evaluation, Kompetenz, Projekt, Marktanalyse und so weiter. Aber müssen wir sie auch ständig benutzen? Überzeugen wir damit irgendwen? Von was wollen wir da überhaupt wen überzeugen? Oder soll von irgendetwas abgelenkt werden? Und müssen wir eigentlich immer Projekte machen, nur weil wir mal etwas ausprobieren und verändern wollen?

Auf dem von ihm gewählten Beispiel muss man nicht weiter herumhacken. Andere Beispiele finden sich jeden Monate im Bibliotheksdienst, BuB & Co. Und viele, die hier lesen und schreiben, haben schon an ähnlichen Texten mitgewirkt. Die Frage ist: wie kommen wir da heraus?

Bibliothekare entdecken bisher unbekannten Vordenker des deutschen Naturschutzes

Im zweiteiligen Posting „Bibliothekare entdecken bisher unbekannten Vordenker des deutschen Naturschutzes“ (1: Naturschutzteil, 2: Bibliotheksteil) erklärt Gerhard Hachmann, wie er in Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Rainer Koch die bisher als Begründer des deutschen Naturschutzes geltenden Ernst Rudorff, Wilhelm Wetekamp und Hugo Conwentz vom Sockel stieß und Philipp Leopold Martin emporhob.

Kein einziger deutscher Historiker kannte bisher Martins überragende Bedeutung für den deutschen Naturschutz.

Im bibliothekarischen Teil wird der methodische Weg beschrieben. Soviel sei hier erwähnt: Googles nGram-Viewer spielte eine herausragende Rolle. Weiteres in den oben verlinkten Postings!

Ich zitiere meinen eigenen Kommentar: Diese beiden Postings sind eine schöne Demonstration, was sich mit Daten (und Digitalisaten) alles anstellen lässt, wenn man sie mal genauer unter die Lupe nimmt. Eine Perle der Biblioblogosphäre!

#lib2011: Live-Visualisierung mit OpenCPU & R

Jemand (Najko Jahn?) hat im Libreas-Blog kürzlich vorgestellt, wie man OpenCPU nutzen kann, um sich ein eigenes Tweet-Archiv anzulegen und dies auch gleich zu visualisieren. Er/sie tat dies am Beispiel #oebt11. Hier ein anderes Beispiel, die aktuell durchgeführte Library 2.011:

CSV dazu:
http://beta1.opencpu.org/R/call/store:tmp/8f81a308a4f8898f0aff6ba41bead5e4/csv?tag=“lib2011″

Einige Tweets sind tatsächlich mit dem Datum 26. – 30.11. versehen. Wo der Fehler liegt, vermag ich nicht zu sagen.

Update, siehe Kommentare:

Mangelnde Relevanz nobelpreisprämierter Erkenntnisse?

Der frischgebackene Nobelpreisträger Dan Shechtman hatte Probleme, seine preisgekrönte Erkenntnis zu publizieren:

Eine erstes Paper wurde – offiziell wegen mangelnder Relevanz für die Wissenschaft – zunächst zurückgewiesen. Erst 1984 gelang es Shechtman gemeinsam mit drei Kollegen einen Aufsatz in den renommierten Physical Review Letters zu platzieren. Von einem Interviewer Anfang 2010 nach der Lehre aus diesen Erfahrungen gefragt, antwortete Shechtman: „Wenn Du ein Wissenschaftler bist, der an seine Ergebnisse glaubt, dann musst Du auch dafür kämpfen.“ Das hat sich nun offenbar gelohnt.

[Via Heise]

Welche relevanten Autoren-IDs gibt es?

Annahme: Wenn man eine Hochschulbibliographie oder auch eine andere Bibliographie aufbaut, ist es sinnvoll, Autoren eindeutige Identifikatoren zuzuweisen, diese verfügbar zu machen und mit anderen Daten zu verknüpfen.

Fragen:

  1. Welche IDs sammelt man? Die Auswahl ist groß. Welche Identifikatoren sollten unbedingt genutzt werden? Falls ja, warum genau diese IDs?
  2. Gibt es bestimmte IDs, die für spezielle Fachcommunities unverzichtbar sind? Zum Beispiel für Ingenieure, Sozialwissenschaftler, oder Informatiker?
  3. Gibt es vielleicht eine ID to rule them all?
  4. Welche Kriterien sind wichtig für die ID-Wahl (Offenheit, freie Lizenzierung, …)?

Hier ist eine kleine Auswahl. Bitte rege kommentieren das Posting gerne weiterleiten und -verteilen!

Dieselbe Frage ist auch für Organisationen und Werke noch zu klären.

Special Topic der ISQ: Organization and People Identifiers

Information Standards Quarterly (ISQ), Volume 23, Issue 3 (2011), Special Topic: Organization and People Identifiers

Enthält unter anderem:

[via Catalogablog]