Neuer Prof. in Potsdam: Felix Sasaki

Am 26. Februar wurde Dr. Felix Sasaki vom W3C die Berufungsurkunde zum Professor der Fachhochschule Potsdam von Staatssekretär Dr. Komusiewicz im Minsiterium für Wissenschaft, Forschung und Kultur überreicht.

Er wird im Fachbereich Informationswissenschaften den Bereich inhaltliche Erschließung verstärken und mit seinen langjährigen Erfahrungen am W3C fruchtbaren Input auf die eine oder andere Weise bringen. Tim Berners-Lee (der Erfinder des WWW und Chef im W3C) lässt ihn sicher ungern gehen.

Webtechnologie und vor allem Metadaten zur Steuerung und Strukturierung des Web werden immer wichtiger in allen drei Berufsfeldern des Fachbereichs. Prof. Sasaki rundet damit das Bild ab, das die drei “Überlastprofessuren” mit den weiteren Themengebieten: Elektronisches Publizieren/Dokumentenmanagement und Webtechnologie/Semantic Web Anwendungen als neue Facette unserem Lehr- und Forschungsprofil hizufügen.

Mehr über Felix Sasaki gibt’s beim W3C. Er hat auch mal getwittert(?).

[via]

Niklas Luhmann erklärt seinen Zettelkasten

Niklas Luhmann erklärt in einem Interview, wie sein berühmter Zettelkasten funktioniert. Es gibt verschiedene Versuche, solch einen Zettelkasten elektronisch nachzubilden. Einer ist Markus Krajewskis synapsen, ein anderer Daniel Lüdeckes Zettelkasten.

Würde Luhmann heute anfangen, seine Gedanken und Fundstücke zu ordnen, würde er sich vermutlich an einen Computer setzen und diese oder ähnliche Programme nutzen. Prinzipiell ist diese Art der Sammlung auch mit fast jedem Literaturverwaltungsprogramm möglich. Auch Wikis lassen sich als Zettelkasten einsetzen. Spannende Gedanken zu diesem Thema notierte Johannes Moskaliuk in seinem Blog. Ob man Luhmanns Zettelkasten in näherer Zukunft in ein Wiki übertragen wird, ist eher zweifelhaft. Erst vor ein paar Monaten schrieb Die Welt:

Und dann kommt der Zettelkasten. Kieserling ist begeistert: „Man kann lange Passagen daraus im Zusammenhang lesen.“ Er soll komplett abgeschrieben werden und vielleicht auf CD-ROM erscheinen.

Von der CD-ROM zum Wiki ist es ein weiter Weg…

Bei Youtube gibt es übrigens noch zahlreiche Interviews mit und über Luhmann.

Nummerierte Wissenschaftler

Bourne PE, Fink JL: I Am Not a Scientist, I Am a Number. PLoS Comput Biol 4(12)
doi:10.1371/journal.pcbi.1000247

Was für Otto Normal sehr abschreckend wirkt, übt auf Wissenschaftler einen ganz eigenen Reiz aus: Die Identifizierung durch eine eindeutige Nummer. Im Artikel ” I Am Not a Scientist, I Am a Number” führen Bourne und Fink aus, wie man die Vergabe eindeutiger IDs für Wissenschaftler für bibliometrische Zwecke und natürlich auch für Dienstleistungen (bibliographische Widgets) nutzen kann.

Mögliche Identifier sind die Researcher-ID (über die aktuell auch Medinfo berichtet) oder Open-ID. Spannend wäre eine Nutzung der PND für solche Zwecke. Vielleicht wäre ja auch eine Verknüpfung verschiedener IDs möglich, um unterschiedliche Dienste nutzen zu können?

Eine Verknüpfung bibliographischer Daten mit eindeutigen IDs ist auf jeden Fall wünschenswert, um personalisierte Dienste wie automatische Bibliographien oder bibliometrische Analysen zu ermöglichen.

Universitäres Wissen teilen

Universitäres Wissen ist geteiltes Wissen. Es gibt keine Einheitswissenschaft, die universitäre Erkenntnisse in ihrer Gesamtheit umfasst. Die Gegenstände wissenschaftlicher Betrachtung sind mitbestimmt durch die Betrachtungsweise der jeweiligen Disziplin: durch ihr leitendes Interesse, ihren methodischen Zugang, ihre Sprache und Geschichte. Dass disziplinäre Erkenntnisse Bestandteil universitären Wissens werden, bedingt Mitteilung und dialogische Beteiligung – auch und gerade über die Grenzen der Disziplinen hinweg.

Ein interessantes Thema, dem sich das Symposium “Universitäres Wissen teilen” im März 2008 widmete. Die Organisatoren gehen bezüglich der gewonnen Erkenntnisse vorbildlich voran und teilen ihr universitäres Wissen CC-lizensiert und online schon vor Erscheinen der Printpublikation beim VDF Hochschulverlag: “Universitäres Wissen teilen : Forschende im Dialog” (PDF).

[via digithek]

Hans-Dieter Zimmermann bloggt

Seit kurzem bloggt nun auch Hans-Dieter Zimmermann, Leiter des Schweizerischen Instituts für Informationswissenschaft SII. Im Eröffnungsposting heißt es:

Nun hab auch ich mich entschlossen ein Blog zu starten. Warum? Ist nicht schon Alles gesagt? Ja, vieles, aber eben vielleicht doch nicht wirklich Alles. Deswegen habe ich mich entschlossen, auch meine two cents zu aktuellen Entwicklungen im Umfeld der Informationswissenschaft hier beizusteuern. Viel Spass beim Lesen! Feedback ist jederzeit willkommen!

HD’s Two Cents heißt das Blog und es soll um Themen rund um die Informationswissenschaft gehen. Es ist der Biblioblogsuche schon hinzugefügt, ist aber anscheinend noch nicht von Google indexiert worden.

LIS-Corner auf der Buchmesse

Am Mittwoch fällt der Startschuss zur 60. Frankfurter Buchmesse. In diesem Jahr mit dem Ehrengast Türkei.

Zum ersten Mal ist “LIS-Corner” mit einen Gemeinschaftsstand von Studierenden der Library and Information Science (LIS) aus Deutschland und der Schweiz vertreten.

Studierende der Hochschulen kommen zusammen und wollen ihr Publikum aufklären und begeistern. Sie stellen den Besuchern der Messe ihre Studiengänge vor und geben einen Einblick in die vielfältigen Studienprojekte und Aktivitäten. Sie zeigen, wie abwechslungsreich Studium und Arbeit von BibliothekarInnen bzw.InformationsspezialistInnen heutzutage sind. Außerdem gilt es, mit gängigen Klischees über den “verstaubten Bibliothekar” gründlich aufzuräumen

[via Inetbib]

Lange Papers werden häufiger zitiert

Nature News weist auf eine Studie hin, nach der die Zitationshäufigkeit zu einem gewissen Grad mit der Länge des Werkes korreliert.

There is, however, a limit to the benefits of size: citations start to tail off when papers reach lengths of 80 pages or so, perhaps because fewer people have the stamina to read them.

Bei der Menge an Studien, die es inzwischen über Zitationshäufigkeiten gibt, erscheint es mir nicht unwahrscheinlich, dass manch einer seine Publikation nach diesen Kriterien “optimiert”. Statt SEO (Search Engine Optimization) wäre das dann SIO (Scientific Impact Optimization). Vielleicht ist da sogar eine neue berufliche Nische für Publikationsberater?

Nein, lassen Sie die Rohdaten in Kapitel 2 lieber weg, laut der Studie XY senkt das die Zitationshäufigkeit.

Albern? Ja. Abwegig? Nein. Krzysztof Stanek, der Autor der eingangs erwähnten Studie meint dann auch:

“There is definitely too much obsession with citations and other indices,” Stanek says. This is partly because they are easy to calculate regardless of whether they actually mean very much. But he confesses to using them himself.

Wer sich für die ganze Studie interessiert, der kann den Preprint bei Arxiv einsehen.

10th International Conference on Science and Technology Indicators

Morgen beginnt die 10th International Conference on Science and Technology Indicators in Wien.

Das Erkennen von Trends in der Forschung, die Identifikation von Forschungsgebieten mit einem hohem Zukunftspotential, sowie die Messung von Forschungsleistungen sind die Leitthemen der “10th International Conference on Science and Technology Indicators”.

Die quantitative Messung der Leistung und Entwicklung von Forschung und Technologie (F&T) hat international eine lange Tradition und findet breite Akzeptanz in der F&T-Politik. Eines der bekanntesten Konzepte ist der Impact Faktor von wissenschaftlichen Zeitschriften, welcher durch die Zahl der Zitierungen die Sichtbarkeit wissenschaftlicher Arbeit in der Scientific Community erfasst. “Die Anwendung und die Weiterentwicklung von ähnlichen bibliometrischen Indikatoren gehören auch zu den Aufgaben einer modernen Universitätsbibliothek”, sagt Programme Chair Juan Gorraiz von der Universität Wien.

Weitere wichtige Konferenzthemen sind: Neue Anforderungen und Entwicklungen im Open Access-Publikationswesen, neue Möglichkeiten zur Erforschung der Wissenschaft, Fortschritte in der Forschung zur Knowledge Based Economy und neuartige Analysekonzepte, wie z. B. Netzwerkanalyse und Forschungslandkarten (Mapping Science).

Über 250 WissenschafterInnen, insbesondere InformationswissenschafterInnen, WissenschaftspublizistInnen sowie ForschungsmanagerInnen, DatenbankanbieterInnen, BibliothekarInnen und Policy Maker aus der ganzen Welt tauschen neueste Erkenntnisse über Entwicklung und Anwendung von Forschungs- und Technologieindikatoren aus. Neben VertreterInnen der Industrieländer nehmen auch zahlreiche ForscherInnen aus Schwellenländern an der Konferenz teil.

Die Themenpalette klingt interessant. Wer genaueres wissen möchte, dem sei das mit 49 MB reichlich schwergewichtig geratene Book of Abstracts (PDF) empfohlen.

[via IDW-Online]

Publish or Perish: Harzings Hirsch

Wenn man den Hirsch-Faktor eines Autoren via Google Scholar ermitteln möchte, bietet sich Anne-Wil Harzings Publish or Perish an.

Publish or Perish is a software program that retrieves and analyzes academic citations. It uses Google Scholar to obtain the raw citations, then analyzes these and presents the following statistics:

* Total number of papers
* Total number of citations
* Average number of citations per paper
* Average number of citations per author
* Average number of papers per author
* Average number of citations per year
* Hirsch’s h-index and related parameters
* Egghe’s g-index
* The contemporary h-index
* The age-weighted citation rate
* Two variations of individual h-indices
* An analysis of the number of authors per paper.

Einen Artikel, der die Eignung von Thomson ISI Web of Science und von Google Scholar für die Zitationsanalyse vergleicht, ist hier zu finden.

Um einen kleinen Überblick zu bekommen, habe ich mal eine Journal Impact Analysis von Libreas (links) und Author Impact Analysis von Lawrence Lessig (rechts) gemacht (zum Vergrößern auf’s Bild klicken):

Das Programm ist schnell installiert, arbeitet zügig, und erlaubt es zumindest, Bibliometrie etwas greifbarer zu machen.