AVOS kauft Delicious

Großartige Neuigkeiten für alle Delicious-User. Nach Jahren der konsequenten Vernachlässigung durch Yahoo hat nun AVOS entschieden, den Dienst zu kaufen. Und weiter zu entwickeln! Positiv stimmt, dass AVOS von den Youtube-Gründern Chad Hurley und Steven Chen geführt wird. Die sollten wissen, wie man einen Dienst entwickelt.

Wer bei Delicious seine korrekte E-Mail angegeben hat, wird bereits über das Procedere informiert sein.

Linked Open Data der UB Mannheim

Die UB Mannheim ist nach der Veröffentlichung ihrer Katalogdaten im letzten Jahr nun den konkreten Schritt gegangen, diese durch freie Lizenzierung tatsächlich nachnutzbar zu machen. Mehr dazu im Blog der UB Mannheim.

Warum das so ein wichtiger Schritt ist, erläutert Greg Grossmeier von der University of Michigan in seinem „Commitment to Compatibility“. Fazit:

By using the most compatible license available from Creative Commons, MLibrary enables efficient content creation. We make it possible for users to worry less about license incompatibility and permissions — and instead spend more time on the actual creation of quality content. We hope to see the positive influence of this throughout the local, national, and international library communities.

Es lohnt sich jedoch, das ganze Posting zu lesen.

Danke an Kai für den Hinweis!

QR-Codes: weitere Anwendungsmöglichkeiten

Schon der wohl bekannteste QR-Code-Generator von Kaywa bietet an, verschiedenartige Informationen (URL, Text, Phone Number, SMS) zu kodieren. Es sind jedoch noch viele weitere Anwendungen denkbar. Eine davon ist die Kodierung von Calendar-Events. Dafür bietet der ZXING QR-Generator eine Maske, die auf Googles Chart API aufsetzt.

Gibt man die gewünschten Daten ein, so produziert Google Charts zum Beispiel diesen QR-Code:

Nutzt man ein entsprechend ausgestattetes Smartphone, erhält man nach Einlesen des QR-Codes nicht nur die Daten des Events, sondern auch die Möglichkeit, dies dem eigenen Kalender hinzuzufügen. Klingt großartig, funktioniert nur leider auf vielen Geräten nicht. Zumindest war dies der Stand vor ca. einem Jahr. [1] Neuere Erkenntnisse bitte in die Kommentare! Daher – und weil wir noch keine Möglichkeit sehen, die Kalender-Informationen mit einer Anmeldung per E-Mail zu verknüpfen [2] Dies könnte auf einer speziell angereicherten mobiltauglichen Webseite kombiniert werden. Interessanter wäre jedoch eine Kombination in einem QR-Code. - setzen wir in der Bibliothek der Fachhochschule Hannover bislang auch nur Links auf Webseiten mit weiterführenden Informationen ein.

Über den ZXING-Generator sind auch andere Inhalte kodierbar. Zum Beispiel die Geokoordinaten der Bibliothek der FH Hannover:

Auch Kontaktdaten und weitere Informationen sind denkbar. Dies sind mehr oder weniger alles Anwendung im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Die hinter QR stehende Idee der Verknüpfung von virtueller und „echter“ Welt bietet gerade in Bibliotheken jedoch weitaus spannendere Anwendungen. Zum Beispiel die schon erwähnte Anwendung des Smartphones als Ausweisersatz. Oder natürlich die Verknüpfung der physischen Bestände mit E-Books oder E-Journals. Ein kleiner Aufkleber mit dem QR-Code könnte im Präsenz-Exemplar eines Buches auf parallel verfügbare Online-Ausgaben hinweisen.

References

References
↑1 Neuere Erkenntnisse bitte in die Kommentare!
↑2 Dies könnte auf einer speziell angereicherten mobiltauglichen Webseite kombiniert werden. Interessanter wäre jedoch eine Kombination in einem QR-Code.

Automatische Preisfestlegung bei Amazon

Wer sich schon das eine oder andere Mal über sprunghafte Preisänderungen für Gebrauchtbücher bei Onlinebuchhändlern gewundert hat, wird diese Anekdote über automatisierte Preisfestlegung bei Amazon recht aufschlussreich finden. Michael Eisen ist auf ein Buch gestoßen, dass für $1,730,045.9 angeboten wurde. Innerhalb einer Woche stieg der Preis sogar auf über 23 Millionen Dollar. Zu diesem Preis kam es, weil sich zwei Preisfestlegungs-Bots (der Amazon-Anbieter „profnath“ und „bordeebook“) gegenseitig hochgetrieben haben:

Once a day profnath set their price to be 0.9983 times bordeebook’s price. The prices would remain close for several hours, until bordeebook “noticed” profnath’s change and elevated their price to 1.270589 times profnath’s higher price. The pattern continued perfectly for the next week.

Ein sehr schönes Beispiel für außer Kontrolle geratene reaktive Agenten. Wenn man sich nun vor Augen führt, dass Stock-Trading teils auch von Software-Agenten durchgeführt wurde…

Es gibt übrigens auch Beispiele für noch absurdere Preise bei Amazon. Hoggledorf erwähnt in den Kommentaren zu Michael Eisens Posting „Lana, The Lady, The Legend, The Truth“ von Lana Turner, das gebraucht entweder für $0,01 oder für $900,000,000.00 erhältlich ist.

Augmented-Reality-App für bibliothekarische Bestandspflege

Anwendungen von QR-Codes in Bibliotheken werden zur Zeit mal wieder heftig diskutiert. Meist geht es dabei darum, Dienste oder Informationen für Bibliotheksnutzer bereitzustellen. Doch auch für Bibliotheksmitarbeiterinnen können QR-Codes sehr nützlich sein. Golem weist auf Shelvar hin. Dabei handelt es sich um eine Android-App, mit der verstellte Bücher im Bestand ausfindig gemacht werden können.

Einen längeren Artikel über Shelvar gibt’s im Chronicle of Higher Education.

Rostocks Bibliotheken tauschen Mitarbeiter

Die beiden sehr schönen Bibliotheken im ebenso schönen Rostock lassen ihre Mitarbeiter künftig die Arbeitsplätze tauschen:

„Damit man besser Bescheid weiß über den anderen und die aktuellsten Entwicklungen“, sagt Manfred Heckmann, Direktor der Stadtbibliothek Sein Kollege, Robert Zepf, der neue Direktor der Universitätsbibliothek, pflichtet ihm bei. „Wir wollen, dass beide Einrichtungen sich künftig noch besser ergänzen und dass sich dies im Bewusstsein der Menschen verankert“. Beide Chefs, für die der Kundenservice höchste Priorität hat, sind aufeinander zugegangen und waren sich schnell einig, dass man die ohnehin schon gute Zusammenarbeit weiter ausbauen kann. Nutznießer seien die Besucher, die so noch mehr Zugriff auf die Bestände haben. Einige Mitarbeiterinnen der Uni-Bibliothek kennen den Weg: Sie absolvierten ihre Ausbildung in der Stadtbibliothek.

[via IDW]

OCLC kauft BOND

OCLC kauft BOND. Ziel war es, die „Marktposition auszubauen“. Außerdem wird nun „zum Wohle der Bibliotheken“ an „zukunftsweisenden Lösungen“ gearbeitet:

Weitere positive Aspekte resultieren in dem Bereich Produktentwicklung. Gemeinsam kann verstärkt an zukunftsweisenden Lösungen für Bibliotheken im wissenschaftlichen und öffentlichen Bereich gearbeitet und der fachliche und funktionale Ausbau der existierenden und neuen Produkte zum Wohle der Bibliotheken vorangetrieben werden. „In dem sich enorm wandelnden Bibliotheksmarkt wird es zunehmend schwieriger, den hohen Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden. Von der bedeutsamen Erhöhung der Ressourcen im Entwicklungs- und Dienstleistungsbereich werden unsere Kunden merklich profitieren“, ergänzte Michael König, Geschäftsführer und Inhaber von BOND, der auch innerhalb von OCLC Deutschland eine leitende Rolle übernehmen wird.

Laut Wikipedia, wo auf Erhard Kantzenbach verwiesen wird, führen „weite Oligopole“ im Idealfall zu einer erhöhten Wettbewerbsintensität. Ein weites Oligopol besteht sicherlich nicht nur aus 2-3 annähernd gleichstarken Teilnehmern. Wie weit sind wir noch von einem Duopol Ex Libris und OCLC entfernt? 2007 [1] Elke Greifeneder (2007): Effektivität und Effizienz von Online-Hilfesystemen in deutschen Universitäts-OPACs, S. 45 hieß es über Universitätsbibliotheken:

Bei der Auswertung konnte man eine deutliche Marktführerschaft der Firma OCLC PICA konstatieren. Deutlich mehr als die Hälfte, genauer gesagt 63 %, verwenden einen OPAC der Firma OCLC PICA.

Ich vermute, das es aktuell für ILS, ob ÖB oder WB, nicht wesentlich anders aussehen wird.

Gartner über Gamification

Über die wachsende Bedeutung von Gamification heißt es in einer Gartner-Analyse: By 2015, more than 50 percent of organizations that manage innovation processes will gamify those processes.

Gamification (eine wunderbare Präsentation über wichtige Mechanismen gibt es hier: „Putting the fun in functional„) ist auch ein bibliothekarisches Thema. Nicht nur für das bibliotheksinterne Innovationsmanagement, auch beim Einwerben von Repository-Inhalten darf man sich gerne von nicht-bibliothekarischen Ideen inspirieren lassen.

Google Video wird geschlossen

Wenn man sich auf Google verlässt, dann ist man verlassen. Google Video wird kurzerhand eingestellt. In der zugehörigen Hilfefunktion heißt es:

Uploaded video content no longer available
On April 29, 2011 videos that have been uploaded to Google Video will no longer be available for playback. We’ve added a Download button to the Video Status new window page, so you can download videos that you want to save. If you don’t want to download your videos, you don’t need to do anything. (The Download feature will be disabled after May 13, 2011.)

Wieder einmal ein Beispiel dafür, wie Google eine Dienstleistung innerhalb kürzester Zeit abschaltet. Wer sich auf Google verlassen hat, um z.B. historische Videos zu archivieren, erfährt hoffentlich schnell genug von der Schließung und hat auch noch die Original-Files vorliegen. Das Archive-Team versucht, alle Videos zu sichern und ist dabei auf der Suche nach Unterstützung. Mehr Infos gibt’s im dortigen Wiki.

Dies ist übrigens auch ein deutlicher Hinweis darauf, warum Shortlinks nichts in Mailinglisten oder Blogpostings zu suchen haben. Einzelne Postings würden durch ein Abschalten entwertet, in Mailinglisten beträfe es teils ganze Threads.

[via Archivalia]