Steven Johnson über Cafés und gute Ideen

Fast wäre die räumliche Gestaltung der perfekten Bibliothek Thema einer Session beim Bibcamp geworden. Stattdessen hat Steffi Suhr ihre Gedanken zu diesem Thema in einem Posting zusammengefasst.

Steven Johnson hat sich ebenfalls Gedanken über Raumgestaltung gemacht. Ausgehend davon, dass eine Idee nicht urplötzlich aus dem Nichts erscheint, meint er: An idea is a network.

Dies bezieht sich einerseits auf die neuronale Ebene, aber auch die äußere Umgebung sollte Netzwerke zwischen Menschen nicht nur ermöglichen, sondern fördern. Johnson selbst erklärt dies in seinem TED-Talk „Where good ideas come from“:

Der Zusammenhang zwischen Johnsons Begeisterung für Cafés und der Suche nach der perfekten Bibliothek liegt auf der Hand. Raum für Gespräche, für Innovationen zu bieten, ist und bleibt definitiv Aufgabe der Bibliotheksgestaltung.

Zusammenfassung der Inetbib 2010 in Zürich

Mary Jo Rabe möchte in ihrem neuen Blog ihre reflections on libraries, science fiction, and life in Germany darstellen. In einem ersten, sehr ausführlichem und ebenso gutem Posting bietet sie einen Abriß der Inetbibtagung 2010 in Zürich.

Im letzten Vortrag der Tagung hat Christoph Deeg übrigens ein bibliothekarisches Technologieradar angekündigt, dessen Start nun detaillierter angekündigt ist:

Wir möchten Sie alle herzlich einladen, mitzumachen. Folgende Unterstützung wird benötigt:

1. Für die Realisierung des Projektes werden finanzielle Ressourcen benötigt. Hierbei geht es u.a. um Kosten für den Betrieb und die Administration des Technologieradars sowie die Durchführung der Konferenz anlässlich der Übergabe des Berichtes.

2. Für die Durchführung der eigentlichen Delphi-Studie beginnen wir ab sofort mit der Suche nach interessierten und zugleich erfahrenen Spezialisten aus unterschiedlichsten Disziplinen. Wir möchten Sie alle einladen, diesbezüglich Vorschläge für die Expertengruppe einzureichen.

3. Für die Begleitung des Projektes wird eine aktive Community benötigt. Deshalb suchen wir nach interessierten Menschen, Institutionen und Unternehmen, die sich an dem Projekt inhaltlich und/oder strukturell beteiligen möchten.

[via Netbib]

11. Oracle Bibliotheken Summit in Weimar

„Die digitale Datenflut: Strukturieren – Interpretieren – Nutzen“

unter diesem Motto steht unser 11. Oracle Bibliotheken Summit am
27./28. Oktober 2010, das diesmal im pittoresken Weimar, der Stadt der
Dichter und Denker, stattfinden wird.

In Präsentationen erfahren Sie Neues rund um
– Semantic Web
– Umgang mit Forschungsdaten und die Rolle von Bibliotheken
– Publikationsmanagement
– neue Technologien in Bibliotheken.

Eine begleitende Ausstellung mit unseren Partnern bietet Ihnen weitere
Informationsmöglichkeiten. Die Pausen und ein gemeinsames Abendessen
geben Ihnen genügend Raum zum regen Austausch mit Ihren Kollegen aus
Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Weitere Infos gibt es auf den Webseiten von Oracle.

(Biblio-)Blogempfehlungen

Neue Biblioblogs allerorten! Der frischeste Neuzugang ist der
TUBfind-Blog der TUB Hamburg-Harburg, in dem über den alternativen Katalog der TUB HH informiert wird. Im letzten Posting geht es um die Probleme mit Umlauten und Trunkierung inklusive Vorschläge zur Umgehung eben dieser Probleme. Das TUBfind-Blog richtet sich also zumindest bislang eher an das technisch interessierte Bibliothekswesen von heute.

Wer so langsam den Überblick verliert, was für Bibliotheksblogs es gibt, dem möchte ich zum wiederholten Male zwei Wege vorstellen, wie man sich zumindest ein kleines bißchen auf dem Laufenden halten kann.

Da ist natürlich einmal der Planet Biblioblog, in dem ziemlich viele (nicht alle) deutschsprachigen Blogs mit Bibliotheksbezug versammelt sind. Eine manuelle, subjektive Selektion aus der deutschsprachigen Bibliotheksblogwelt wird in Lesewolkes Rubrik „Gelesen in Biblioblogs“ geboten. Dieser bibliothekarische Perlentaucher erscheint wöchentlich(!), im letzten zur 33. Kalenderwoche wird unter anderem eine Diskussion aus dem ebenfalls noch recht neuen Blog „Ethik von unten“ aufgegriffen.

RSS:
http://rss.netbib.de/?media=rss
http://lesewolke.wordpress.com/feed/

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Neues Biblioblog: beyondthejournal.net

Im Willkommensposting heißt es:

Auf beyondthejournal.net werden Lambert Heller und ich in den kommenden Wochen einige Überlegungen zur informationswissenschaftlichen Zeitschrift der Zukunft veröffentlichen.

Unsere Überlegungen basieren auf einem längeren Diskussionsprozesses, den wir analog und digital geführt haben. Wir bedanken uns bei allen, die diesen Prozess bereichert bisher haben, und laden alle Interessierten ein, diese Diskussionen mit uns fortzuführen.

Einige der hier veröffentlichten Gedanken sind das Ergebnis eines Beitrages, den wir für die 1. DGI-Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis (DGI) geschrieben haben.

Das Thema war ja auch hier kürzlich noch aktuell und heiß diskutiert.

Im ersten „richtigen“ Posting gibt es erst einmal eine Ist-Aufnahme der deutschsprachigen Fachzeitschriften.

Google Street View in der Lehre

Free Technology for teachers stellt Anwendungsmöglichkeiten verschiedener kostenloser Webtechnologien und -dienste in der Lehre vor. Unter anderem geht es dabei auch das aktuell zumindest in den Medien omnipräsente Google Street View. „Create maps to tell a story“ lautet der Ratschlag:

Maps are obviously useful for Social Studies teachers, but did you know that you can also use multimedia maps to tell a story? Google Maps and Google Earth can both be used to create a multimedia story.


View 7 Data Handling Activities in Nottingham in a larger map

Unter den dort genannten Beispielen findet man unter anderem 7 Data Handling Activities in Nottingham von Tom Barrett (in seinem Blog finden sich noch viele weitere Ideen, wie man Technologien gewinnbringend in der Lehre einsetzen kann, auch zur Kommunikation unter Kollegen. Beispiel: Materialien- und Ideensammlung zu „Imaginery Creatures“).

Werden solche oder andere Dienste schon in der „teaching library“ eingesetzt? Wie? In der Materialiendatenbank Informationskompetenz konnte ich nichts derartiges finden. Durch fehlende Lizenzvermerke wäre die Weiternutzung der dort veröffentlichten Dokumente allerdings ohnehin nicht gewährleistet.

Emotion Markup Language (EmotionML)

Manga_emotions - CC-BY-SA von Simon alias Sympho
Manga_emotions - CC-BY-SA von Simon alias Sympho

Es gibt nichts, was man nicht standardisieren, katalogisieren oder beschreiben kann. Das W3C ist sich dieser Tatsache bewusst und hat am 29. Juli den Working Draft der Emotion Markup Language (EmotionML) veröffentlicht.

As the web is becoming ubiquitous, interactive, and multimodal, technology needs to deal increasingly with human factors, including emotions. The present draft specification of Emotion Markup Language 1.0 aims to strike a balance between practical applicability and scientific well-foundedness. The language is conceived as a „plug-in“ language suitable for use in three different areas: (1) manual annotation of data; (2) automatic recognition of emotion-related states from user behavior; and (3) generation of emotion-related system behavior.

[via Ahoi Polloi]

Links zu Lambert Academic Publishing (LAP) und VDM

Jürgen Plieninger schreibt in Netbib:

Interessanter Titel, dünn und teuer (65 Seiten für mehr als 50 Euro, Respekt!). Blick auf den Verlag: Nein, “Lambert Academic Publishing”. Blick auf den Kollationsvermerk: Doch! Dieselbe Adresse in Saarbrücken: “Dudenweiler Landstr. 99 66123 Saabrücken”. Man sollte also bei den Bestelldaten nicht nur kritisch nach VDM, sondern auch nach “Lambert” schauen.

Die Liste der Verlage, die zur VDM Verwaltung Aktiengesellschaft gehören, umfasst neben VDM und LAP noch einige weitere. In Wikipedia steht dazu noch:

Der Verlag Dr. Müller ist auf die Publikation deutsch-, französisch- und englischsprachiger Dissertationen und Forschungsarbeiten spezialisiert. Für Autoren sind die VDM-Dienstleistungen kostenlos. Das Geschäftsmodell von VDM basiert auf einer Gruppe von Akquisemitarbeitern, die das Internet nach in Frage kommenden akademischen Autoren durchsuchen und diesen per E-Mail ein Angebot für die Rechte an ihren Manuskripten machen. Manuskripte werden üblicherweise nicht lektoriert, da man annimmt, als akademische Texte hätten sie „ausreichend hohe Qualität“. Ein Korrekturlesen findet aus ökonomischen Erwägungen ebenfalls nicht statt. Die Auswahl von Cover, Klappentext etc. wird vom Autor selbst über ein Onlineformular erledigt. VDM Publishing behauptet von sich selbst, mehr als 10.000 neue Titel zu publizieren und damit „eines der führenden Verlagshäuser für akademische Forschung“ zu sein.

Was andere über LAP/VDM schreiben:

Falls jemand ein Blogposting oder einen Artikel findet, in dem VDM gefeiert wird, wäre ich für einen Hinweis dankbar. Bis auf Kommentare à la „die drucken wirklich, das ist eine echte ISBN und das bekommt man dann auch bei Amazon“ habe ich nichts gefunden.

Eine interessante Äußerung einer Verlagsmitarbeiterin konnte ich allerdings finden:

Vom Großhandel werden im Wissenschaftssegment generell „hohe“ Buchpreise gefordert. Würden wir in Einzelfällen davon abweichen, würden wir die Einlistung von Titeln bei bestimmten wichtigen Buchgroßhändlern und damit die Verfügbarkeit im Handel gefährden.

Ich kenn mich im Großhandel nicht aus, kann mir das aber nur schwer vorstellen. Kann jemand diese Aussage bestätigen?