Keine Blogrevolution: Shyftr

Hurley Goodall überlegt in Wired Campus: “Blogs May Be Rendered Obsolete by New Technology”. Er meint, dass Blogs bald von Plattformen wie Shyftr abgelöst oder zumindest in ihrer Rezeption grundsätzlich verändert werden.

Die Veränderung wäre dann m.E. keine wesentliche. Shyftr (andernorts auch als “Content Thievr” bezeichnet) macht nichts anderes, als komplette Feeds neu zu publizieren.

Hier steht, wie man Shyftr vom eigenen Feed fernhält, wenn man denn möchte. Die robots.txt wird von Shyftr ignoriert.

Einen interessanten Artikel zu Shyftr gibt es auch von Jonathan Bailey beim Blog Herald.

LibWorld – Switzerland II

This week our LibWorld journey stops once again in Switzerland. After Heidi Stieger introduced the German-speaking biblioblogosphere of Switzerland to us, Jean-Phillippe Accart continues with the frenchspeaking blogosphere. He is Head of Information and Public Services at the Swiss National Library, has always been very concerned by exchanging and sharing information with other library professional since 20 years. His own website has been created in 2003, and a new version relaunched in 2007. The same year, Archimag, a French professional magazine, has designated JP Accart as one of the five people that have mostly influenced the French-speaking library world. Among other books, the last one, “Le Métier de documentaliste”, is considered as a reference book in librarianship.
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Mash-ups für Professoren

Steffan Heuer schreibt in der aktuellen Ausgabe der Technology Review über Mash-ups für Professoren. Der Titel ist irreführend, es geht nämlich nicht um Mash-Ups, sondern um Open Access:

Die Fachverlage Springer und Wiley sowie der Verleger der “Science”, die Technology Review um Stellungnahme bat, wollten sich zum Thema Open Access nicht äußern.
Ihre Gegner werden dafür umso deutlicher: Als “Dinosaurier mit Gnadenfrist” bezeichnet Barbara Cohen die ungeliebten Verlage. Die ehemalige Redakteurin beim Fachmagazin “Nature Genetics” vergleicht das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit mit einer Geburt: “Es dauert eine Weile, ist äußerst schmerzhaft, und man freut sich, wenn das Baby endlich auf der Welt ist. Mit einem entscheidenden Unterschied: Bei Fachartikeln gehört das Kind der Hebamme. Die Verlage bestimmen, welche Besuchsrechte die Eltern haben, und man muss dafür auch noch bezahlen.

Mash-Ups werden nur am Rande erwähnt, als Möglichkeit, jenseits der konventionellen Pfade über Dinge zu publizieren, die in herkömmlichen Journalen nicht veröffentlich würden: Gescheiterte Experimente, Labor-Logbücher (als Beispiele wurden Useful Chemistry und AstroGrid genannt) oder Notizen über ungeklärte Fragen.

Ein paar Links zum Thema:

Pflichtabgabe von Netzstrumpfhosen. Ein Selbstversuch

Die Deutsche Nationalbibliothek ruft, und als gesetzestreuer Bürger wollte ich natürlich sofort ausprobieren, wie denn das Anmeldeverfahren für die Pflichtabgabe von Netzwerkpublikationen genau funktioniert. Und selbst wenn man dem hiesigen Bibliothekswesen nicht viel zutraut, ist man wirklich sehr überrascht, wie das Procedere aussieht.

  1. Das Anmeldeformular wird ausschließlich als doc-Datei angeboten. Ist es zwingend notwendig, Microsofts Word zu benutzen, damit man teilnehmen kann? Nimmt die DNB auch nur Bücher an, die von bestimmten Druckereien ausgedruckt wurden? Im Jurawiki ist sehr schön dargestellt, warum man so etwas nicht machen sollte. Es fällt dort Worte wie “Nötigung” und “Gefährdung”. Todesmutig und mit Antivir in Habachtstellunge hab ich nun OpenOffice auf diese Datei losgelassen. Und…
  2. … ich bekomme ein einseitiges Formular ohne geschützte Bereiche. Müssen die armen DN-Bibliothekare nun jedes Formular auf unveränderte Texte prüfen? Nicht jeder wird so auffällig fälschen wie ich:

    Pflichtabgabe von Netzstrumpfhosen

    Gesetzt den Fall, man lieferte dieses Formular nun korrekt ausgefüllt und ungefälscht per E-Mail, Fax oder Post an die DNB, so bekommt man eine Anmelder-Identifikation und ein Passwort per Email(!) zugesandt. Von wegen rückständig!

    Wie fortschrittlich die DNB ist, beweist sie schon im nächsten Schritt: Sie melden die Netzpublikation an. Diese Anmeldung ist für jede Lieferung erforderlich. Vor jeder Lieferung? Nun ja, sehen wir weiter…

  3. Wollte ich der DNB gerade noch auf die Möglichkeiten der modernen Technik hinweisen, so zeigt sich nun, dass dies gar nicht notwendig ist! Um die Netzpublikation anzumelden, darf ich ein interaktives Anmeldeformular aufrufen. Doch meine Befürchtung, jetzt blinkende Flash-Animationen zu sehen, werden glücklicherweise enttäuscht. Nein, man wird in ein konventionelles, mit Perl gestaltetes Formular gelenkt. Und das Ausfüllen gestaltete sich mitunter etwas schwierig. Hinweis: die Steuerklärungsformulare sind ähnlich formuliert. Beispiel gefällig?

    Abgabe von Steuererklärungen

    Vorher wurden schon Begriffe wie Grundlieferung verwendet. Wahrscheinlich, um beteiligten Bibliothekswesen ein bißchen Vertrautheit im fremden Online-Dschungel zu lassen. Aber vielleicht treibt die DNB ja auch das Verlangen, dieses Wort im Sprachschatz der Netzbürger zu verankern.

  4. Davon lassen wir uns nicht aufhalten, die richtigen Punkte sind schnell ausfindig gemacht (“Typ: Elektronische Zeitschrift”), und der nächste Punkt in Augenschein genommen. Ich habe zur Datenübermittlung verschiedene Möglichkeiten, und hier beantwortet sich auch meine Frage aus Punkt XX zu den Lieferungen. “Prinzip Schnappschuß” und “Prinzip Differenzmenge”. Ersteres bedeutet, ich liefere der DNB die komplette Webseite auf einmal, beim “Prinzip Differenzmenge” werden nur neue oder geänderte Daten übermittelt. Ja, genau. Ich übermittele die Daten.

    Vorgesehen ist eine Lieferung per FTP. Genaueres dazu schreibt Jürgen Lübeck, man muss sich ja schließlich nicht über alles selbst aufregen.

    Wie auch immer: Gewünscht ist eine gepackte Datei mit allen Seiten, die publiziert wurden. Ganz ehrlich, ich wüsste wirklich nicht, wie ich das bewerkstelligen soll. Sämtliche Infobib-Seiten sind dynamisch generiert. Das heißt, sie existieren eigentlich nicht wirklich. Will die DNB einen SQL-Dump von mir? Sicherlich nicht. Aber was sonst? Wget fällt mir ein, aber warum macht die DNB das nicht selbst?

    An dieser Stelle ist anzumerken, dass Patrick Danowski schon die Hochschulschriftenserver für viel zu kompliziert im Vergleich mit Webdiensten wie Scribd hält. Entscheidet man sich für die Lieferung von “Schnappschüssen”, gelangt man zum letzten Punkt:

  5. Bibliographische Metadaten : fortlaufende Publikation. Das einzig hier auszusetzende sind die vorgegebenen Möglichkeiten zur Erscheinungsweise. Davon wird auf fast alle die Option “unregelmäßig, aber mehrmals im Jahr” zutreffen. Aber zu dieser Frage gibt es noch ein freies Feld, in dem man dann etwas genauer eintragen kann, dass mehrmals im Jahr in der Regel auch mehrmals pro Woche bedeutet.
  6. Auf der selben Seite werden noch ein paar Daten abgefragt. Alles kein Problem, Infobib gehört in die Kategorie 0020, Bibliotheks- und Informationswissenschaft. Auch für eher tagebuchartige Blogs findet sich schnell die passende Kategorie: 920, Biografie, Genealogie, Heraldik. Eine Rubrik weiter darf man die Seite weiter klassifizieren. Man hat die beeindruckende Auswahl zwischen:

    Wenn man davon noch nicht genug hat, und die Webseitenklassifizierung der Informatik-AG der örtlichen Realschule übernehmen möchte, kann auch dieses machen. Bei den Thesauri/Normdateien sind nur drei angegeben, Medical Subject Headings, SWD (nicht ausgeschrieben, kennt ja schließlich jeder!) und Unified Medical Language System. Insgesamt ist die DNB hier wieder sehr modern. Es gibt jede Menge user generated content.

  7. Es folgt die Frage, ob die Seite lizenzfrei ist. Ist sie nicht, im Footer wird schließlich stets auf die Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Germany License verwiesen. Doch wenn man liest, …

    Die bibliographische Erschließung erfordert, dass die angemeldeten Netzpublikationen den berechtigten Nutzern der Deutschen Nationalbibliothek zugänglich sind. Bitte stellen Sie dies vor der Abgabe sicher.

    … dann hakt man schnell lizenzfrei an und wandert weiter.

  8. Die letzte Seite! Land in Sicht! Und es lässt sich gut an: Angaben zur Archiv-Version der Netzpublikation : fortlaufende Publikation. Am Punkt “Systemvoraussetzungen” kann man herummäkeln, wenn man will. Muss man aber eigentlich nicht mehr.

In der FAQ zeigt sich die DNB scheinbar einsichtig: Warum erscheint das Anmeldeverfahren so aufwändig? Es erscheint aber nicht nur, es ist! Hoffnung bietet jedoch ein anderer Punkt: Wie liefert man eine Netzpublikation ab? Wo bekomme ich einen Überblick über das Verfahren?

Derzeit wird an anderen Transfermöglichkeiten und auch an Verfahren zur Sammlung ganzer Gruppen von Objekten, wie etwa vollständiger Websites, gearbeitet. Automatisierte Verfahren, die unter dem Begriff “Harvesting” bekannt sind, können zur Sammlung ganzer Bereiche des Internets eingesetzt werden. Diese Verfahren befinden sich momentan in einem Entwicklungsstadium und müssen noch für den Einsatz im Rahmen des erweiterten Sammelauftrages zur Anwendungsreife gebracht werden.

Kurz und gut: Die DNB will Infobib offensichtlich nicht haben. Vielleicht ja in Kürze, wenn der erweiterte Sammelauftrag anwendungsgereift ist.

Libworld – an introduction

Wie bereits angekündigt, nimmt das Infobib-Team den Welttag des Buches zum Anlass, ein Experiment zu starten. Die Idee war, BloggerInnen weltweit aufzurufen, einen kurzen Abriss der Biblioblogosphere ihres Heimatlandes zu geben und diese Gastbeiträge in regelmäßigen Abständen auf Infobib zu veröffentlichen. So wollen wir herausfinden, wie einfach internationale Kooperation sein kann.
Erfreulicherweise haben wir bereits die ersten Rückmeldungen erhalten. Passend zum Ursprung der Tradition des Welttag des Buches möchten wir die Reihe mit einem Beitrag aus Katalonien eröffnen.

As announced the Infobib team uses the World Book and Copyright Day as an opportunity to start an experiment. The idea was to call bloggers from all over the world to give a review about the biblioblogosphere in their country and to post these guest articles in regular intervals at Infobib. That way we want to find out, how easy international cooperation can be.
Fortunately we received first responses. According to the origin of the tradition of World Book Day we like to launch the series with a contribution from Catalonia.
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Innovative Bibliotheksseiten

Marie Radford hat im Library Garden zwei Listen mit innovativen Bibliotheksseiten zusammengestellt.

  1. User 2.0: Innovative Library Sites (Part 1 – Academic Libraries)
  2. User 2.0: Innovative Library Sites (Part 2 – Public Libraries)

In den Kommentaren zu den Listen werden noch verschiedene andere Seiten erwähnt.