Elsevier verleiht E-Lehrbücher

Die Lehrbuchsammlung als Kerngeschäft und Zukunftssicherung der wissenschaftlichen Bibliotheken? Elsevier sieht das nicht so und wirbt für eLibrary student flat und mediscript Online plus Lernsystem. Für 60 Euro pro Semester gibt es folgendes Angebot:

  • Wählen Sie aus 40 Bestsellern der Studienliteratur Ihre 10 Favoriten aus, z.B. den Sobotta, das Physikum von Buchta oder Innere Medizin von Renz-Polster.
  • Nutzen Sie diese 10 Titel für 6 Monate online und offline.
  • Ein Monat vor Ablauf der 6 monatigen Laufzeit können sie für das nächste Semester neue Titel auswählen.

[via Medinfo]

Ein paar Links zu iBooks

Apple versucht, ein proprietäres E-Book-Format auf den Markt zu drücken. Es ist abzusehen, dass eher früher als später die ersten Wissenschaftler vor den Bibliothekstüren stehen, die iBooks (so der Name des Formats) auf Institutional Repositories schaufeln möchten. Oder Eltern, die die Bibliotheken fragen, warum man dort keine iBooks herunterladen kann. Oder Autoren, die den Bibliotheken die Anschaffung von iBooks nahelegen möchten. Daher hier ein zwei Postings über iBooks, die ich lesenswert finde.

  1. iBooks Author, a nice tool but.. vom “Co-chairman of the W3C CSS Working Group”. Unbedingt lesen!
  2. Thomas Baekdal sieht, dass der Kaiser nackt ist: Lies, Damned Lies, and Ebooks

Mythos buchfreie Bibliothek

Barbara Fister macht sich in Inside Higher Ed Gedanken über die buchfreie Bibliothek:

No matter how innovative the bookless library sounds, this isn’t a situation we planned. If the academic library of the future is bookless, it won’t be because of vision. It will be because of the lack of it.

Mit Buch ist hier die Papierversion gemeint. Mehr im Artikel: The Myth of the Bookless Library.

Amazon.com eröffnet digitale Bücherei

Der Einzelhandelskonzern Amazon hat sein E-Book-Angebot in den USA erwartungsgemäß um einen Verleih erweitert. Kunden des Premiumdienstes Amazon Prime bekommen Zugriff auf gegenwärtig rund 5000 Titel, einem Bruchteil des über 800.000 E-Books starken Angebots im US-amerikanischen Kindle Store. Darunter befinden sich laut Amazon 100 aktuelle oder ehemalige New-York-Times-Bestseller, in Summe umfasst das Leihangebot jedoch hauptsächlich eher weniger bekannte Werke.

[via Heise]

QR-Codes: weitere Anwendungsmöglichkeiten

Schon der wohl bekannteste QR-Code-Generator von Kaywa bietet an, verschiedenartige Informationen (URL, Text, Phone Number, SMS) zu kodieren. Es sind jedoch noch viele weitere Anwendungen denkbar. Eine davon ist die Kodierung von Calendar-Events. Dafür bietet der ZXING QR-Generator eine Maske, die auf Googles Chart API aufsetzt.

Gibt man die gewünschten Daten ein, so produziert Google Charts zum Beispiel diesen QR-Code:

Nutzt man ein entsprechend ausgestattetes Smartphone, erhält man nach Einlesen des QR-Codes nicht nur die Daten des Events, sondern auch die Möglichkeit, dies dem eigenen Kalender hinzuzufügen. Klingt großartig, funktioniert nur leider auf vielen Geräten nicht. Zumindest war dies der Stand vor ca. einem Jahr. [1] Neuere Erkenntnisse bitte in die Kommentare! Daher – und weil wir noch keine Möglichkeit sehen, die Kalender-Informationen mit einer Anmeldung per E-Mail zu verknüpfen [2] Dies könnte auf einer speziell angereicherten mobiltauglichen Webseite kombiniert werden. Interessanter wäre jedoch eine Kombination in einem QR-Code. - setzen wir in der Bibliothek der Fachhochschule Hannover bislang auch nur Links auf Webseiten mit weiterführenden Informationen ein.

Über den ZXING-Generator sind auch andere Inhalte kodierbar. Zum Beispiel die Geokoordinaten der Bibliothek der FH Hannover:

Auch Kontaktdaten und weitere Informationen sind denkbar. Dies sind mehr oder weniger alles Anwendung im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Die hinter QR stehende Idee der Verknüpfung von virtueller und “echter” Welt bietet gerade in Bibliotheken jedoch weitaus spannendere Anwendungen. Zum Beispiel die schon erwähnte Anwendung des Smartphones als Ausweisersatz. Oder natürlich die Verknüpfung der physischen Bestände mit E-Books oder E-Journals. Ein kleiner Aufkleber mit dem QR-Code könnte im Präsenz-Exemplar eines Buches auf parallel verfügbare Online-Ausgaben hinweisen.

References

References
1 Neuere Erkenntnisse bitte in die Kommentare!
2 Dies könnte auf einer speziell angereicherten mobiltauglichen Webseite kombiniert werden. Interessanter wäre jedoch eine Kombination in einem QR-Code.

E-Book-Spam

Mike Essex schreibt über E-Books, deren Inhalt aus dem Netz zusammengeklaubt wird:

Once a ‘writer’ has scraped their content for the web they can then have their eBook live in less than 24 hours on the Kindle platform, and even less time on 3rd party sites like Smashwords who aggregate eBooks to multiple formats in one go. This puts a minimal time pressure on the creator, who can be earning money on their content relatively quickly. Worse still if they survive a financial quarter without being caught, it’s an easy pay day.

Mehr dazu im Digital Marketing Blog.

[via Library Journal]

DRM-Irrsinn hoch 26

Im Hause HarperCollins versucht man offensichtlich gerade, den Preis für die Dämlichste Idee im E-Book-Bereich 2011 schon am Jahresanfang für sich zu reservieren. Wie Edlef kürzlich schrieb:

Bei den KollegInnen in den USA herrscht gerade ziemliche Aufregung, und zwar wegen der kreativen Idee von HarperCollins, dort bezogene eBooks nur […]26mal ausleihen zu dürfen. Man “kauft” eben keine eBooks, sondern lizenziert sie nur. Die 26 “Ausleihen” entsprechen angeblich der Lebensdauer eines normalen gedruckten Bibliotheksexemplars, wobei allerdings diese – zumindest bei uns – durch die Hausbuchbinderin wieder schick gemacht werden können.

Zusammen mit DeepDyve und dem “Ausleih”-Konzept der Onleihe ist dies der verschrobenste Ansatz im E-Book-Bereich, die mir bislang untergekommen ist. In Netbib finden sich Hinweise auf viele weitere Quellen, zum Beispiel dieses Posting (mit zahlreichen Kommentaren) von Librarian by Day.

E-Books konvertieren und verwalten

Calibre ist ein Werkzeug, um E-Books zu verwalten und Dateien von einem Format in ein anderes zu konvertieren. Die Liste der verfügbaren Formate umfasst zur Zeit:

Input Formats: CBZ, CBR, CBC, CHM, EPUB, FB2, HTML, LIT, LRF, MOBI, ODT, PDF, PRC, PDB, PML, RB, RTF, SNB, TCR, TXT

Output Formats: EPUB, FB2, OEB, LIT, LRF, MOBI, PDB, PML, RB, PDF, SNB, TCR, TXT

Über die Konvertierung hinaus bietet Calibre verschiedene Funktionen zur Verwaltung von E-Book-Bibliotheken und der Synchronisierung mit verschiedenen E-Book-Readern.

At the moment calibre has full support for the SONY PRS line, Barnes & Noble Nook, Cybook Gen 3/Opus, Amazon Kindle line, Entourage Edge, Longshine ShineBook, Ectaco Jetbook, BeBook/BeBook Mini, Irex Illiad/DR1000, Foxit eSlick, PocketBook 360, Italica, eClicto, Iriver Story, Airis dBook, Hanvon N515, Binatone Readme, Teclast K3, SpringDesign Alex, Kobo Reader, various Android phones and the iPhone/iPad. In addition, using the Save to disk function you can use it with any ebook reader that exports itself as a USB disk.

Die Verwaltungsfunktionen sind für privaten Bereich brauchbar. Calibre ist steht Open Source und für Linux, Mac und Windows zum Download bereit. Eine Einführung in die wichtigsten Funktionen liefert Calibre-Entwickler Kovid Goyal in folgendem Video:

Thieme setzt auf Flash für eBooks

Oliver Obst sinniert in Medinfo über die Vorläufigkeit der eBooks anhand von Thieme, die neuerdings auf Flash für nichtregistrierte User setzen:

Hier steht man mit zigtausend Euro bei dreitausend Studenten im Wort. Aus IHREN Studienbeiträgen wurden die Thieme-Bücher gekauft, IHNEN hat man versichert, dass sie PDFs bekommen würden, mit den man auch offline oder am iPhone/iPad arbeiten kann. Das soll jetzt nicht mehr möglich sein? (Der Download einzelner Seiten als PDF zählt für mich nicht als PDF-Nutzung, dazu ist es zu kompliziert und langsam – noch komplizierter als die bisherige Nutzung der in zig PDFs atomisierten Thieme-Bücher).

Atomisierte Bücher sind eine schöne Formulierung für die Unsitte, ein Buch nicht komplett zum Download anzubieten. “Wasch mich, aber mach mich nicht nass” ist auch bei anderen eBookern gern gesehen. Bei der Inetbib sprach ich darüber mit verschiedenen eBook-Anbietern. Auf die Frage, warum man ein Buch nicht komplett zum Download anbieten würde, wurde stets verneint, dass es primär um die Erhöhung der Klickraten ginge. Vielmehr seien in erster Linie die Begrenzung des Traffics der Grund und natürlich die Überlegung, dass atomisierte eBooks nicht so schnell ihren Weg in die dunklen Schlünde des Internets finden.

[via netbib]

E-Books aus der Sesamstraße

On Tuesday, Sesame Workshop, the nonprofit organization that produces Sesame Street, launched its first e-book collection for young readers. There are currently five Sesame Street e-books are available to read online for free; the company will add more titles next month. Impelsys is the exclusive licensee/seller of Sesame Street e-book content, at www.sesamestreet.org/ebooks.

Nicht nur, aber bestimmt auch für krümelnde Nutzer. Der Begriff E-Book führt m.E. aber ein wenig in die Irre. Eine Downloadmöglichkeit für den Gebrauch auf einem E-Book-Reader konnte ich nicht finden. Es handelt sich eher um eine hübsch gestaltete Webseite.

[via Publishers Weekly]