Regeln für die Entwicklung wissenschaftlicher Software

Die zehn Regeln:

Rule 1: Don’t Reinvent the Wheel
Rule 2: Code Well
Rule 3: Be Your Own User
Rule 4: Be Transparent
Rule 5: Be Simple
Rule 6: Don’t Be a Perfectionist
Rule 7: Nurture and Grow Your Community
Rule 8: Promote Your Project
Rule 9: Find Sponsors
Rule 10: Science Counts

Prlić A, Procter JB (2012) Ten Simple Rules for the Open Development of Scientific Software. PLoS Comput Biol 8(12): e1002802. doi:10.1371/journal.pcbi.1002802

And the Open Access Irony Award goes to…

Bei Mendeley bietet die Möglichkeit, in sogenannten Groups gemeinsam Literatur zu sammeln. Eine dieser Gruppen trägt den Titel „Open Access Irony Award“ und sammelt Literatur, die Open Access feiert, aber selbst nicht frei verfügbar ist.

Any paper that extols the virtues of open access publishing or the open sharing of data on the web, but is (ironically) inaccessible without the reader paying a subscription or fee.

Die Mission: Name them and shame them!

Auf ein besonders schönes Exemplar für den Award bin ich gerade via OATP aufmerksam geworden:

Ein Screenshot der Artikelseite bei ScienceDirect sagt mehr als Tausend Worte:

Als Sahnehäubchen möchte ich den ersten Satz aus dem Abstract nicht vorenthalten: OA is to become the future of academic library exchanges in China.

PS: Ich würde nie und nimmer für einen Aufsatz einen solchen Preis bezahlen. (Nemissimo, 2012)

PPS: Den Vogel schießt in der Gruppe m.E. der erste dort aufgenommene Artikel ab.

TIB/UB eröffnet Open Science Lab

Lambert Heller im Blog der TIB/UB Hannover:

An der TIB Hannover nimmt 2013 ein neues Team seine Arbeit auf, das Open Science Lab. Hier sollen neuartige Webanwendungen für ForscherInnen in enger Abstimmung mit überregionalen Benutzer-Communities erprobt und (weiter-)entwickelt werden. Alle Ergebnisse sollen schnell öffentlich zugänglich gemacht werden, auch dann, wenn es sich um vorläufige oder experimentelle Anwendungen handelt. Das Lab strebt vielfältige Kooperationen mit anderen Interessierten (einzelnen Softwareentwicklern, Verlagen, Bibliotheken etc.) an und will Drittmittel für neue Entwicklungen einwerben.

Untersucht werden sollen u.a. der Umgang mit publizierten Rohdaten oder alternative Publikationsarten. Die Ergebnisse sollen konsequenterweise unter freien Lizenzen veröffentlicht werden.

Bezahlschranken sind eine Motivationsbremse

In einigermaßen regelmäßigen Abständen werden Beiträge aus der Libworld-Reihe in Journals oder Büchern zitiert. Ich erfahre davon meistens über Alerts, z.B. bei Google Scholar. Was ich selten erfahre ist der eigentliche Inhalt der Publikation über den Abstract hinaus. Fast immer handelt es sich um Closed-Access-Publikationen. Natürlich ließe sich an die Artikel gelangen. Die Möglichkeiten sind zahlreich. Ich könnte die meist geforderten 25 – 39 US$ zahlen, [1] Haha. Hat das überhaupt schon mal jemand gemacht? Oder ist das eher ein symbolischer Preis? ich könnte die Fernleihe bemühen, ich könnte nach eventuellen Embargo-Zeiten nach OA-Versionen suchen. Und noch vieles mehr.

Will ich das? Ich will ja nur schnell nachsehen, in welchem Kontext die Libworld-Publikation (aktuell der Finnland-Artikel von Reetta Saine, der anscheinend in diesem Artikel zitiert wurde) erwähnt wird. Dafür so ein Aufwand? [2] Besonders unverständlich ist das bei Publikationen der IFLA, die sich oft an ein Publikum aus Schwellen- und Entwicklungsländern richten.

Zusammenfassung: Bezahlschranken sind Zugangsschranken sind Entdeckungsverhinderer sind innovations- und wissenschaftsfeindlich.

References

References
↑1 Haha. Hat das überhaupt schon mal jemand gemacht? Oder ist das eher ein symbolischer Preis?
↑2 Besonders unverständlich ist das bei Publikationen der IFLA, die sich oft an ein Publikum aus Schwellen- und Entwicklungsländern richten.

JANE – Journal/Author Name Estimator

Wer ein Paper geschrieben hat und nicht weiß, wo es eingereicht werden könnte, ist sicherlich für Hilfestellungen dankbar. Man kann natürlich das DOAJ nach einem passenden Open-Access-Journal durchsuchen. Man kann sich aber auch ein Journal vorschlagen lassen, zumindest wenn man im medizinischen Bereich publizieren möchte. JANE („Journal/Author Name Estimator“) soll dabei unterstützen.

Have you recently written a paper, but you’re not sure to which journal you should submit it? Or maybe you want to find relevant articles to cite in your paper? Or are you an editor, and do you need to find reviewers for a particular paper? Jane can help!

Just enter the title and/or abstract of the paper in the box, and click on ‚Find journals‘, ‚Find authors‘ or ‚Find Articles‘. Jane will then compare your document to millions of documents in Medline to find the best matching journals, authors or articles.

[via The Tree of Life]

Starting an Open Access Journal: a step-by-step guide

Martin Eve erklärt in einem Fünfteiler, worauf es bei der Gründung eines Open-Access-Journals ankommt. Hier geht es los.

Schon im ersten Teil wartet er mit der Erkenntnis auf, die banal klingt, bei der Diskussion um Systeme und technische Anforderungen doch leicht übersehen wird:

What takes the time, energy and willpower is to get the social, rather than technical aspects sorted.

In diesem Sinne: Mal sehen, ob aus der Ideensammlung #newLIS tatsächlich eine Zeitschrift wird.

[gefunden im newlis-Wiki]

Open Access: EU-Kommission und Großbritannien

Große Neuigkeiten, kurz notiert:

EU-Kommission will Open Access vorantreiben

Forscher und Unternehmen sollen künftig leichter die Resultate öffentlich geförderter Forschung nutzen können. Nach dem Willen der Europäischen Kommission sollen bis 2016 etwa 60 Prozent der Publikationen im Rahmen öffentlich geförderter Forschung als Open-Access-Veröffentlichungen frei zugänglich sein. Eine entsprechende Empfehlung gab die Kommission am Dienstag bekannt. Zuvor war die britische Regierung mit einer umstrittenen Open-Access-Initiative vorgeprescht, die die Übernahme der Publikationskosten durch die Autoren vorsieht.

Um die erwähnte britische Initiative geht es hier: Open Access: Freier Zugang zur britischen Forschung.

Zum Vorgang um die EU-Kommission siehe auch Wisspub.

PeerJ: Editorial Board

Im PeerJ-Blog wurden die ersten Mitglieder des ‘Editorial Board of Academic Editors’ und des ‘Academic Advisory Board’ bekannt gegeben.

Die Academic Editors betreuen die Publikationen, suchen Peer Reviewer, begleiten den Reviewprozess und treffen auch die Entscheidung, ob das betreffende Werk veröffentlicht wird.

Die Mitglieder des Advisory Board sind beratend tätig. Darunter befinden sich u.a. drei Nobelpreisträger (Bruce A. Beutler, Mario R. Capecchi und Harald zur Hausen).

Von (bisher) 16 Advisors sind 13 Männer und drei Frauen; zehn arbeiten in den USA, vier in Großbritannien und zwei in Deutschland. PeerJ beklagt auch die mangelnde Vielfalt:

Finally, we would like to acknowledge that we are aware that the diversity of our Editorial Board (in gender, race and age) could be improved upon. Clearly this is not unique to PeerJ and is, in fact, an issue in the wider Academic community. With that said, we do intend to improve upon this and ultimately to build as balanced of an Editorial Board as possible.

Bisher sind alle Mitglieder aus der Biologie oder der Medizin. Die Schar der Academic Editors ist schon etwas bunter.

Nachtrag zum Open Data Citation Advantage

Wer einem Artikel über den Open Data Citation Advantage beim Entstehen zusehen möchte, sollte (eigentlich immer, aber jetzt besonders) Research Remix, Heather Piwowars Blog, verfolgen. Sie postet dort Abschnitte ihres gerade entstehenden Artikels, die teils auch schon kommentiert wurden.

Wo ich schon dabei bin: Man kann und sollte ihr auch auf Twitter folgen.