Das fast getötete Buch

Teil der Operation Frühjahrsputz 2013, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Paper books in a digital era: How conservative publishers and authors almost killed off books in university social science

For more than 15 years, books available only in paper form have fought a losing battle with digitally-available articles in academic journals – the publishing equivalent of horse cavalry repeatedly charging barbed wire defences with machine guns. As their usefulness and effectiveness waned, so the intellectual status of books in the social sciences declined strongly.

"Open Access – ein Aspekt ethischer Grundsätze?"

Ist Open Access ein Aspekt ethischer Grundsätze? [1] Bibliotheksdienst. Band 47, Heft 3-4, Seiten 231–238, DOI: 10.1515/bd-2013-0025

Kann nicht so wichtig sein, dieses Open Access.

References

References
↑1 Bibliotheksdienst. Band 47, Heft 3-4, Seiten 231–238, DOI: 10.1515/bd-2013-0025

Publishing frontiers: The library reboot

In der aktuellen Nature-Ausgabe schreibt Richard Monastersky über den Wandel bibliothekarischer Tätigkeit durch Open Data:

At Johns Hopkins and many other top universities, libraries are aiming to become more active partners in the research enterprise — altering the way scientists conduct and publish their work. Libraries are looking to assist with all stages of research, by offering guidance and tools for collecting, exploring, visualizing, labelling and sharing data. “I see us moving up the food chain and being co-contributors to the creation of new knowledge,” says Sarah Thomas, the head of libraries at the University of Oxford, UK.

Ebenfalls interessant:

  1. Advocacy: How to hasten open access
  2. Licence restrictions: A fool’s errand

Und weitere Artikel und Kommentare dieser Ausgabe zu „Data Reuse“, Open Access und den Wandel des wissenschaftlichen Publizierens.

Technisches Update zu 027.7

Andreas Ledl weist in Inetbib auf Neuigkeiten zu „027.7 – Zeitschrift für Bibliothekskultur“ hin:

So verfügen jetzt alle Artikel über eine DOI-Nummer und erscheinen zusätzlich zum PDF auch in HTML und EPUB.

Der Titel ist ja Geschmackssache. Aber wenn mich nicht alles täuscht, ist 027.7 nun das erste deutschsprachige Open-Access-Journal aus der BID-Ecke mit Artikel-DOI und mehreren Ausgabeformaten! Glückwunsch!

Board des Journal of Library Administration tritt zurück

Der ubiquitious librarian berichtet über die Hintergründe:

“Authors find the author agreement unclear and too restrictive and have repeatedly requested some form of Creative Commons license in its place.”

“After much discussion, the only alternative presented by Taylor & Francis tied a less restrictive license to a $2995 per article fee to be paid by the author. As you know, this is not a viable licensing option for authors from the LIS community who are generally not conducting research under large grants.”

Neues deutschsprachiges OA-Journal: "027.7 – Zeitschrift für Bibliothekskultur"

Bernhard Herrlich, Andreas Ledl und David Tréfás haben sich entschieden, ein neues deutschsprachiges OA-Journal herauszugeben, dass eine Nische neben Libreas & Co füllen soll: 027.7 – Zeitschrift für Bibliothekskultur. Ein längeres Zitat aus dem Editorial zur Entstehungsgeschichte:

Wir, drei wissenschaftliche Bibliothekare der Universitätsbibliothek Basel, haben seit geraumer Zeit darüber gesprochen, dass dem Bibliothekswesen im deutschsprachigen Raum ein Open Access-Journal gut tun würde. Kurz nachdem wir uns entschlossen, ein solches zu gründen verkündete am 14. Juni 2012 die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) in einer Pressemitteilung, die Zeitschrift „Bibliotheksdienst“ werde ab 2013 beim Verlag De Gruyter erscheinen, woran sich eine Open Access-Debatte entzündete.

Noch am selben Tag forderte Eberhard R. Hilf, es brauche „mutige Bibliothekare“, die „eine entsprechende OA Zeitschrift aufmachen und dafür werben“ (Hilf 2012). Dass sich solch couragierte Kolleginnen und Kollegen fanden, davon kann man sich auf dem Etherpad und Wiki des Projekts „newLIS“ und auf Twitter (#newlis) eindrucksvoll überzeugen. Umso überraschender kam am 4. Februar dieses Jahres die soweit wir sehen unwidersprochene Mitteilung, das Vorhaben sei gescheitert. In Kommentaren wurden zwischenzeitlich auch schon Gründe für den missglückten Versuch herausgearbeitet, so dass man leider wohl tatsächlich von einem – wenn auch in der Diskussion fruchtbaren – Fehlschlag ausgehen muss (vgl. Kaden 2013). Trotz ständiger Bedenken wegen des zu erwartenden grossen Wurfs aus Deutschland (noch dazu unterstützt von der HTW Chur), der unsere Pläne auf sehr wackligen Beinen stehen liess und im Erfolgsfall zunichte gemacht hätte, haben wir es letztendlich trotzdem gewagt: Wir haben „027.7“, die „Zeitschrift für Bibliothekskultur“, aus der Taufe gehoben.

Dem ersten Aufbruch und der Andeutung der HTW Chur folgte leider tatsächlich nichts mehr, die #newLIS-Debatte zerfaserte. Das ist zwar schade, aber immerhin konnte dieses zumindest vorläufige Scheitern von den 027.7-Machern produktiv verarbeitet werden.

In der ersten Ausgabe des mit OJS produzierten Journals finden sich nun ein paar Artikel im Themenrahmen „Bibliothek 2.0 am Ende?! / Library 2.0 on the Ropes?!“. Die drei Herausgeber schreiben zur Konzeption:

1. 027.7 ist bewusst als herkömmliche Zeitschrift mit Themenheften konzipiert, die vorläufig ausschliesslich elektronisch erscheint.
2. 027.7 versucht, ein Open beziehungsweise Post Peer Review-Verfahren zu etablieren.
3. Gegenwärtig besteht 027.7 aus 3 Rubriken: Editorial, Artikel/Articles und Standortwechsel/Relocation. Letztere ist im wahrsten Sinne geografisch zu verstehen und
soll helfen, die im Hauptteil verhandelten Thesen aus dem deutschsprachigen bzw. europäischen Raum durch einen nicht eurozentristisch geprägten Blickwinkel zu ergänzen und gegebenenfalls neu einzuordnen.

Besonders der Blick über den Tellerrand, bzw. der Blick von außerhalb auf unseren Teller kann sehr reizvoll sein, wie ich auch im Nachhinein am Beispiel der infobibschen LibWorld-Reihe immer wieder feststellen muss. Weitere Details sind dem Editorial zu entnehmen. Dort steht abschließend:

Wir bitten um Verständnis, dass 027.7 möglicherweise noch nicht seine endgültige Form erreicht hat, sich weiterentwickeln und hoffentlich wachsen wird. Es ist ein kleiner Anfang – aber es ist ein Anfang.

Dafür muss man m.E. nicht um Verständnis bitten. Ein starre Publikation wäre ungleich langweiliger.

PeerJ legt los

E-Mail von PeerJ:

We are writing to inform you that we published our first articles today, Feb 12th. You can now visit https://PeerJ.com and view the first 30 published articles. The next group of articles will be published on Feb 19th, and PeerJ PrePrints will launch in a few weeks time.

We announced the launch at: http://blog.peerj.com/post/42920112598/launch-of-peerj and highlighted some of the functionality at: http://blog.peerj.com/post/42920094844/peerj-functionality.

Early coverage of our launch can be read at http://bit.ly/PeerJGuardian ; http://bit.ly/PeerJSciAm and http://bit.ly/PeerJAuthorReview

Ein Beispiel für ein Autorenprofil (mit gleich drei Publikationen schon am ersten Tag) gibt es hier zu sehen.

SAGE Open reduziert Autorengebühr auf $99

Im Dezember schrieb ich noch:

Article Processing Charges von US$ 1750 sind zwar alles andere als günstig, aber die Preise werden durch PeerJ & Co mittelfristig ohnehin sinken.

SAGE hatte zwar „nur“ Gebühren von m.W. etwa US$ 700, die Preissenkung der Autorengebühr ist dennoch deutlich. Aus einer Infomail von SAGE, in ähnlicher Formulierung auch in dieser Pressemitteilung enthalten:

Since our founding nearly fifty years ago, SAGE has championed social science research and recognized the crucial role social science plays in society. As the landscape of publishing continues to evolve, we have discounted the price of SAGE Open to $99 to make quality, peer reviewed open access publishing a more accessible option for researchers in the humanities and social sciences.

Genau US$ 99 sind es wohl nicht zufällig. Die genaue Summe ist auch fast egal. Wichtig ist das Signal: es geht offenbar auch deutlich günstiger als momentan meist üblich.

Keine Ausrede für Paywall-Journals von Fachgesellschaften

Das Argument, dass diese oder jene Zeitschrift eine Fachgesellschaft finanzieren würde, fällt häufiger, wenn es darum geht, eine Zeitschrift OA zu stellen. Die passende Antwort hat Mike Taylor im Guardian formuliert:

But this paywalled journal’s subscription fees fund its scholarly society …

No. This is the tail wagging the dog. The purpose of a scholarly society is to promote scholarship, which is best done by making that scholarship available. A society that cares more about preserving its own budget than about the field it supposedly supports has lost its way. Societies need to find other ways to fund their activities. And yes, I am talking to you, Society of Vertebrate Paleontology (my own field’s society). You cannot support the science of vertebrate palaeontology by taking science and hiding it where most people can’t see it.

Mir ist so, als hätte ich das aus dem Bibliothekswesen auch schon das eine oder andere Mal vernommen.