Inetbib 2008: Evolution des Internets

Eröffnungsvortrag: Zur Evolution der Internetdienste von Prof. Dr. Phuoc Tran-Gia Prof. Dr. Phuoc Tran-Gia (Universität Würzburg).

Tran-Gia berichtet über die Grenzen des internet protocol, über Skalierungsprobleme und den „drohenden Kollaps“ des Internets. Er prognostiziert eine evolutionäre Weiterentwicklung des Internets, da ein Neuanfang nach tabula rasa ohne alten Ballast zwar wünschenswert, aber nicht durchsetzbar ist.

Trends in Schlagworten: Multi network services, Edge based Intelligence & Platforms, Service Discovery Engine.

Die Entwicklung geht so schnell, dass meine Vorstellung nicht reicht, um Dinge vorauszusagen.

P2P sorgt für ca. zwei Drittel der Netzauslastung.

Kleine Zwischenbemerkung: Neben mir wird eifrig getwittert.

P2P, besonders BitTorrent ist jetzt schon unverzichtbar für die Verteilung großer Datenmengen, Beispiel neue Linuxversionen.

Anwendungen entstehen am Netzrand

Quality of service: Wie schnell finde ich ein Buch im Katalog? Messbare Qualität.
Quality of experience: Wie zufrieden bin ich mit einer Dienstleistung? Subjektive Empfindung.

Höhere Dienstgüte durch granulare Dienste.

Sehr guter Einführungsvortrag!

Nature Online Video Streaming Archive

Die Zeitschrift Nature macht in ihrem Newsletter auf ein neues Angebot aufmerksam, das Nature Online Video Streaming Archive.

Sit back… relax and Enjoy

Enjoy streaming videos featuring discussion, analysis and
interviews with leading scientists as they share their discoveries.

Video streaming is fast, easy to use and in high quality.

Watch the Moray eel’s mobile set of Jaws grasp its pray, see how
researchers slow light to a halt in one box and eject it into another
or discover how two new moons for Pluto were found using the Hubble
telescope.

This year Nature continues to provide you with groundbreaking streaming
video on the biggest scientific projects. Click here to acess the
online video streaming archive.

Die wenigen frei verfügbaren Videos sind standesgemäß von sehr hoher Qualität (wie z.B. dieses namens „Language & Evolution“), allerdings fehlen jegliche Vernetzungs- und Verbreitungsfunktionen. Es gibt weder Kommentare, noch eine Embed-Funktion für Blogs etc. SciveeTV bietet demgegenüber schon wesentlich mehr Videos und Funktionen.

International Directory of Art Libraries

Neue (?) Datenbank via DBIS frei verfügbar: International Directory of Art Libraries

This Directory is provided as a means to access nearly 3,000 libraries and library departments with specialized holdings in art, architecture, and archaeology throughout the world. Data recorded for each institution includes address, telephone and tele-facsimile numbers, hours of operation, annual closings, and listings of professional personnel. It also includes electronic mail addresses of individual librarians and direct web links to institutional home pages.

Google vergisst MBI

Mark Buzinkay beschreibt in seinem Blog, wie eben dieser aus dem Google-Index verschwand. Nach eigener Auskunft hat er nicht gegen Googles Richtlinien (z.B. zu Suchmaschinenspam etc.) verstoßen. Sein Fazit:

Was diese (noch offene) Geschichte zeigt, ist die Macht, die Google mittlerweile erlangt hat: über Nacht kann eine Existenz (ob Blog, Webseite) aus dem Inhaltsverzeichnis verschwinden. Für eCommerce-Anbieter ein wahrer Alptraum, für kleine Blogs wie diesen ein Wink mit dem Zaunpfahl: diversifizieren!

Vielleicht ist es eine gute Idee, den Day without Google mindestens jährlich abzuhalten?

Nepper, Schnepper, Rechtefänger

In der taz ist unter dem Titel Abtreten der Bildrechte inklusive über eine neue webbasierte Dienstleistung von Adobe namens Photoshop Express zu lesen:

Der Software-Konzern Adobe hat eine kostenlose Web-Version seiner Software Photoshop ins Netz gestellt. Der Haken: Wer sie nutzt, überträgt der Firma alle Bildrechte.

Laut ZDNet will Adobe die Bedingungen nun überarbeiten. War das ein klassisches „Man kann’s ja mal probieren“?

Danke an Uli für den Hinweis!

Menschliche Verbuchungsmaschinen und Streikautomaten

Es ist ein Teufelskreis. Den politisch Verantwortlichen und dem Magistrat ist nichts zu teuer, um Personal einzusparen und den Schein eines funktionierenden Systems aufrechtzuerhalten.
Die politikkompatiblen Erfolgsmeldungen müssen immer lauter werden bei rahmenbedingt leise sinkender Qualität.

Und die Frustrationen der Belegschaft werden erfahrungsgemäß eines Tages in innere Kündigungen umschlagen.

Dann kann man ja immer noch den Betrieb aus dem Magistrat auslagern und ihn hauptsächlich über angelernte und „ehrenamtliche“ Kräfte aufrecht erhalten …

Haftgrund: Menschliche Verbuchungsmaschinen und Streikautomaten

Online zu PDF/A konvertieren und überprüfen

Neevia bietet einen kostenfreien, web-basierten Dokumentenkonvertierer an. Unterstützt werden zahlreiche Formate der Kategorien Generic Formats (z.B. Adobe PDF oder Adobe PostScript), Word Processing Formats (ASCII Text, ANSI Text, Microsoft RTF, Microsoft Word for PC v2 bis u.a. Microsoft Word for Windows 2000, Microsoft Works, Microsoft Windows Write, WordPerfect), Spreadsheet Formats (Corel QuattroPro, Lotus 1-2-3, Microsoft Excel, Microsoft Works Spreadsheet), Presentation Formats (Lotus Freelance, Microsoft PowerPoint) und Graphic Formats (BMP, GIF, JP2, JPEG, JPG, PGM, PICT, PNG, TIFF und wirklich viele mehr) als Ursprungsdatei. Umgewandelt werden kann in verschiedene graphische Formate und – hier wird es interessant für Gelegenheits-Selbstarchivierer – in PDF/A.

Neevia Document Converter eXpress makes it possible for anyone to instantly convert files to PDF or Image without the need of installing special software.

Das ist richtig, allerdings gibt es eine Begrenzung auf 1 MB pro Datei. Für Aufsätze mit nur wenigen Darstellungen ist das ausreichend, für die Dissertation muss man dann schon zu einer Programminstallation greifen.

Man sollte stets prüfen, ob das erhaltene Dokument auch wirklich dem PDF/A-Standard entspricht. Intarsys bietet einen entsprechenden Online-Check an. Ein von mir testweise mit dem Neevia Document Converter erzeugtes PDF/A bestand den Test ohne Beanstandungen, eine andere Datei (PDF 1.7), die ich zu Vergleichszwecken validieren ließ, erhielt folgende Fehlermeldung:

Document information dictionary ohne korrespondierende XMP-Struktur
Stream Objekt mit ungültigem Endstream
Unkalibrierter Farbraum ohne passenden OutputIntent
Font Times-Bold muss eingebunden sein
Font Helvetica muss eingebunden sein
Font Times-Roman muss eingebunden sein
Font Helvetica-Bold muss eingebunden sein
Font Helvetica-BoldOblique muss eingebunden sein
Font Helvetica-Oblique muss eingebunden sein
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Enquetekommission: Bibliotheken müssen Pflichtaufgabe werden

Die junge Welt im Artikel Rock’n’ Sachverstand über Bibliotheken im Bericht Bestandsaufnahme des kulturellen Lebens in Deutschland (PDF, Drucksache 16/7000 des Deutschen Bundestags) der Enquetekommission »Kultur in Deutschland« des Bundestags mit insgesamt 465 Handlungsempfehlungen:

Die ausreichende Versorgung mit Bibliotheken in der DDR soll noch erwähnt werden, weil im Bericht vermerkt ist, daß ihre Zahl von 1999 bis 2005 um fast ein Fünftel geschrumpft ist. Einer Handlungsempfehlung ist zuzustimmen: »Öffentliche Bibliotheken sollen keine freiwillige Aufgabe sein, sondern eine Pflichtaufgabe werden.«

Mehr zum Thema findet sich stets aktuell in Eric Steinhauers Blog Bibliotheksrecht (in dem die Kommentare leider immer noch geschlossen sind).