Google im kleinen Schwarzen

Die grüne Bibliothek kann auch auf kurios anmutenden Pfaden erreicht werden. Wir berichteten vor längerer Zeit im Nebensatz über die Möglichkeit, Strom durch dunklerere Homepages zu sparen. PC Professionell meinte im Januar:

Wäre der Hintergrund der Google-Webseite schwarz anstelle von weiß, würden jährlich 3000 Megawatt Strom gespart. Diese überraschende Rechnung präsentiert der Autor des EcoIron-Blogs seinen Lesern. Demnach ist für das Zeigen einer vollständig weißen Bildschirmseite ein Energiebedarf von 74 Watt nötig. Vollständig schwarzer Bildschirminhalt benötige dagegen bloß 59 Watt.

Nun hat sich mit Blackle eine Seite gefunden, die Google dressed in black anbietet:

Blackle saves energy because the screen is predominantly black. „Image displayed is primarily a function of the user’s color settings and desktop graphics, as well as the color and size of open application windows; a given monitor requires more power to display a white (or light) screen than a black (or dark) screen.“ Roberson et al, 2002

In January 2007 a blog post titled Black Google Would Save 750 Megawatt-hours a Year proposed the theory that a black version of the Google search engine would save a fair bit of energy due to the popularity of the search engine. Since then there has been skepticism about the significance of the energy savings that can be achieved and the cost in terms of readability of black web pages.

We believe that there is value in the concept because even if the energy savings are small, they all add up. Secondly we feel that seeing Blackle every time we load our web browser reminds us that we need to keep taking small steps to save energy.

Hier geht es zum erwähnten Aufsatz von Roberson et al (PDF) und hier zum Blogposting Black Google Would Save 750 Megawatt-hours a Year.

Neues aus der Biblioblogosphäre

Neues aus Bibliobloghausen:

  1. Aus http://bibliothek2.wordpress.com/ wird http://www.bibliothek2null.de, aber auch unter eigener Flagge wird sich Patrick Danowski weiter über alles rund ums Thema ‚Bibliothek 2.0″ berichten.
  2. Fabienne Kneifel (ihr neues Blog „Fabilous Librarian“ wurde hier erst kürzlich vorgestellt) hat einen Pagecast zu eben diesem Thema eingerichtet und vorgestellt. Es handelt sich dabei um eine Feedsammlung in Pageflakes: http://www.pageflakes.com/bibliothek20
  3. Ich lehne mich hier ein wenig aus dem Fenster, aber in näherer Zeit wird es eine sehr viel verbesserte Version der Biblioblogsuche geben, die – wenn alles so klappt, wie ich mir das vorstelle – einen sehr erhöhten Pflegekomfort haben wird. Details gibt es natürlich hier bei Infobib, sobald es etwas zu sehen gibt. Hintergrund: Ich habe gefühlte 150.000 Mails geschrieben, um eine Möglichkeit zu finden, die Domains einer solchen Suchmaschine per URL einer OPML-Datei aktuell zu halten, und habe doch nichts finden können. Aber es zeichnet sich eine Lösung ab, die genau das kann, was die Google Custom Search eben nicht bietet.

Google: Freihandel beinhaltet freies Internet

Google sorgt sich um seine Rendite, die es durch Zensur in China bedroht sieht. Zitat aus Forbes:

For the past several months, Google has been quietly lobbying the U.S. government to include restrictions against Internet censorship as a stipulation in free trade agreements with other countries.

The California-based Internet giant says that barriers to the free flow of information over the Web restrict commerce and economic development, and should therefore be considered barriers to free trade as well.

Folgendes Buch beschäftigt sich mit genau dieser Thematik:
Yahoo und Google in China – Wandel durch Handel? / Martin Woesler. – Aktualisierter Dr.. – Bochum : Europ. Univ.-Verl., 2007

[via Fritjofs Brille]

Die grüne Bibliothek

Balsamorhiza deltoidea: Common names: Balsamroot, Northwest Balsamroot, Deltoid Balsamroot. Klimawandel, Ölkrise, Beinahe-Atom-GAUs: Auch Bibliotheken tragen ökologische Verantwortung. Zwar können sie natürlich keine maßgebliche Rolle weder in der Debatte über noch in der Umsetzung von umweltschützenden Maßnahmen spielen, aber ein kleines Scherflein können sie sicherlich beitragen. Die im folgenden aufgeführten Ansätze erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit; sie sollen vielmehr eine kleine Anregung, ein Denkanstoß sein. Für fast alle Maßnahmen gilt: Tue Gutes, und spare auch noch Geld dabei.
„Die grüne Bibliothek“ weiterlesen

kommunikation@gesellschaft: Wikis – Diskurse, Theorien und Anwendungen

Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft zum Thema “Wikis – Diskurse, Theorien und Anwendungen”. Das Inhaltsverzeichnis wirkt recht vielversprechend. Ein paar beim Überfliegen ausgewählte Artikel:

  • Till Westermayer (Freiburg): Politische Wiki-Nutzung zwischen Groupware und Text-Event – diskutiert an Fallbeispielen aus dem Umfeld von Bündnis 90/Die Grünen
  • Steffen Büffel (Trier), Thomas Pleil (Darmstadt), Jan Sebastian Schmalz (Münster)
    Net-Wiki, PR-Wiki, KoWiki – Erfahrungen mit kollaborativer Wissensproduktion in Forschung und Lehre
  • Christoph Koenig, Antje Müller, Julia Neumann (Darmstadt): Wie können Wikis im E-Learning ihr Potential entfalten? Ein Feldversuch, Eigenschaften aus der ‘freien Wildbahn’ auf die Universität zu übertragen.

kommunikation@gesellschaft hat übrigens auch eine Sonderausgabe von 2005 zum Thema „Erkundungen des Bloggens. Sozialwissenschaftliche Ansätze und Perspektiven der Weblogforschung“ herausgegeben.

Die Beiträge können im Blog der Zeitschrift diskutiert werden.

[via Technikforschung]

Divibib in Norwegen

Auch in Norwegen wird eifrig über DiViBib diskutiert. Thomas Brevik, Autor des norwegischen LibWorld-Beitrages, hat in seinem Blogg og bibliotek über Divibib geschrieben, deren prominenteste Dienstleistung hierzulande unter dem Namen Onleihe bekannt ist. Via Email hat er mir sein Posting zusammengefasst, woraus ich nun mit seiner Erlaubnis zitieren möchte:

The post is a response to some criticism I got from other librarians
in Norway for beeing to positive to DiViBib.

The Norwegian Library Bureau is starting a pilot project to introduce
DiViBib as the first e-book and e-content platform for public
libraries in Norway.

I argue that even with the severe problems that the DRM and lending
model represents, DiViBib is the first serious attempt at getting a
usable platform for dissemination of e-content into norwegian pujblic
libraries. And there is severe resistance to the whole „Lending of
digital files“ concept among librarians, so I think that DiViBib may
be a good way to educate the „resisters“ and just get some content out
there at all!

The other problem in Norway is the fundamental lack of e-books in
norwegian. The norwegian publishing industry has resisted publishing
e-books since the „great e-book flop“ of 2001 and nothing has happened
since. Today the publishers are reluctant to get into any e-book model
in fear of loosing money, and most author organizations are reluctant
because they fear „filesharing“ as a threat to their incomes.

I believe that with the increasing pressure against DRM the
possibility is that the DiViBib model will be changed over time, and
that since there is no realistic alternative in Norway, and that the
Library Bureau is the only entety that has any chance of persuading
the publishers to issue e-books in norwegian, I believe that DiViBib
is the best option at this time and that we should use it and try to
change it from the inside over time instead of resisting and have no
alternative.

DiViBib ist also nicht nur hierzulande sehr umstritten. Die Debatte, ob DRM akzeptabel ist oder nicht, wird in Norwegen aufgrund der bisher sehr schlechten Verfügbarkeit von E-Books in norwegischer Sprache etwas anders bewertet, zumindest von ihm. Dies kann wohl generell als Problem kleinerer Sprachgemeinschaften betrachtet werden. Dienstleistungen, die sprachbasiert sind, sind generell schwieriger zu realisieren, je kleiner die Sprachgemeinschaft ist.

Ein Unterschied ist auch, dass die Dienstleistung von einem zentralen Bibliotheksbüro, der Biblioteksentralen, eingeführt wurde, während hierzulande einzelne Bibliotheken als Pioniere agieren.

Thomas Brevik legt Wert darauf, dass die Email ausschließlich seine persönliche Meinung wiedergibt und meint abschließend:

I would be very interested in the responses.

WordPress-Plugin: Comment Timeout

Spam kennt keine Grenzen, besonders was die nervliche Belastung von Email- oder Blogbenutzern angeht. James McKay muss es ähnlich gegangen sein, zumindest hat er ein nettes kleines WordPress-Plugin geschrieben, das die Spam-Belastung bei Infobib gefühlt mindestens halbiert hat: Comment Timeout

Die Arbeitsweise ist so simpel wie genial. Wenn zu einem Artikel innerhalb einer vom Admin festgelegten Zeit kein Kommentar abgegeben wurde, werden die Kommentare geschlossen. Gibt es also Artikel, zu denen auch nach längerer Zeit noch regelmäßig Kommentare eingehen, bleiben diese geöffnet.

Meinhard, unser Festplattenvermieter und -mitbewohner, hat das Plugin gefunden. Teşekkür ederim!

Marketingtrend: Twitter statt Second Life

Der Second-Life-Hype geht so langsam dem Ende entgegen. Endlich. Im Heise-Ticker ist zu lesen:

Produkte erfolgreich zu verkaufen sei auf dem virtuellen Marktplatz Second Life ebenso schwierig wie im echten Leben, stellt die Westküsten-Times fest. Erste Firmen überdenken ihre Pläne für den neuen Vertriebskanal und lassen vereinsamte Repräsentanzen als Mahnmal ihrer Erfolglosigkeit zurück. Eine Hotelkette macht ihren virtuellen Laden dicht und spendet das zurückgelassene Grundstück einer gemeinnützigen Organisation. Auch die Filialen anderer Unternehmen – darunter Dell und Sun Microsystems – leiden unter dem Desinteresse der Second-Life-Einwohner, während sich die zahlreichen Rotlichtbezirke großer Beliebtheit erfreuen.

Gibt es eigentlich schon eine halbwegs seriöse Evaluation der ganzen Bibliothekspräsenzen in Second Life?

Der Trend geht jetzt angeblich in Richtung Twitter. Noch ein Dienst, dessen Sinnhaftigkeit sich mir abseits eines eventuell vorhandenen Spaßfaktors absolut nicht erschließt.