Das Open-Access-Curriculum der UNESCO

Teil der Operation Frühjahrsputz 2015, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Die UNESCO hat ein Open-Access-Curriculum für Forscher und Bibliothekswesen (und somit auch für forschende Bibliothekswesen) entworfen und nun auch veröffentlich.

Curriculum for Library Schools

Curriculum for Researchers

Schon beim ersten Blick fällt die Verwendung des Intellectual Property Rights auf.

VIVO-Workshop am 9. September 2015 in Hannover

die Technische Informationsbibliothek (TIB) lädt am Mittwoch, 9. September 2015, zum Workshop „VIVO als Forschungsinformationssystem in der Praxis“ nach Hannover ein. Das System VIVO, das auf Open Source Software und Linked Open Data beruht, verbreitet sich verstärkt im deutschsprachigen Raum. Der kostenlose Workshop bietet Interessierten die Möglichkeit, sich zu VIVO zu informieren und auszutauschen.

Die Teilnehmerzahl ist auf 40 begrenzt, um Anmeldung bis zum 30. Juli 2015 wird gebeten.

Am 10.9. findet am selben Ort ein Workshop der DINI AG Forschungsinformationssysteme (FIS) mit Gästen statt. Auf der untenstehenden Seite können Sie sich auch zu dieser Veranstaltung anmelden.

Weitere Infos zu Programm und Anmeldung: http://blogs.tib.eu/wp/vivo/

Felix Lohmeier: Datenintegration mit D:SWARM

Datenintegration mit D:SWARM

Abstract:

Nach desillusionierenden Erfahrungen mit den auf dem Markt erhältlichen Discovery-Systemen und den darin enthaltenen Normalisierungsfunktionen haben wir im Juni 2013 begonnen, eine technisch weit in die Zukunft reichende Vision zu realisieren: Kulturerbe-Institutionen sollen Daten aus unterschiedlichsten Quellsystemen mit einem integrierten Werkzeug auf einfache, intuitive Weise miteinander verknüpfen und anreichern können. Die Datenqualität soll signifikant verbessert werden. Daten werden in einem Graphenformat verarbeitet, der entstehende spezifische Wissensgraph soll als zentrale Datenhaltung für vorhandene Kataloge und neue Präsentationssysteme dienen und gleichzeitig die bibliothekarischen Daten als Linked Open Data für andere Einrichtungen zur Nachnutzung bereitstellen. Alles intuitiv und einfach nutzbar, interoperabel und auf Basis von Open Source-Technologien. Dank der Finanzierung aus Mitteln der Europäischen Union und des Freistaates Sachsen (EFRE) konnten wir an dieser Vision mit zusätzlichen Software-Entwicklern und gemeinsam mit einer auf Big Data spezialisierten Dresdner Firma, Avantgarde Labs GmbH, arbeiten. Dieser kurze Artikel soll über den bis Mai 2015 erreichten Entwicklungsstand und die geplanten nächsten Meilensteine informieren.

Zum Volltext.

BEACON in Online-Publikationen

Teil der Operation Frühjahrsputz 2015, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Sehr schönes Posting über BEACON von Harald Lordick, der auch den Nutzen für die Produzenten selbst erwähnt:

Nicht zu unterschätzen sind schließlich die internen Effekte: Die Auszeichnung mit IDs der »Gemeinsamen Normdatei« bringt ja auch eine verbesserte Systematisierung und Recherchierbarkeit des eigenen Stoffes, unter anderem durch die Auflösung von Mehrdeutigkeiten (bei Personennamen etwa), und durchaus eine inhaltliche Anreicherung. So lassen sich etwa, im Unterschied zur Volltextsuche nach Steinheim, a) der Mediziner und Religionsphiloph, b) der Ort, c) das Institut und d) sogar dessen Bibliothek mittels GND klar unterscheiden.

Unbedingt lesenswert!

Niedersächsischer Landesrechnungshof fordert Neujustierung der Landesbibliotheken

Eine „Neujustierung des Profils der Landesbibliotheken“ wird im Jahresbericht des Niedersächsischen Landesrechnungshofs 2015 zur Haushalts- und Wirtschaftsführung (PDF, ab S. 80) gefordert. Zu den Kritikpunkten gehört unter anderem die bislang ungenügende Digitalisierung von historischen Werken (S. 80):

Zur Stärkung ihres Profils als Forschungseinrichtungen sind zudem insbesondere die Landesbibliothek Hannover und die Herzog August Bibliothek gefordert, ihre historischen Werke für wissenschaftliche Zwecke verstärkt in digitaler Form anzubieten. Die Digitalisierung wurde bislang
jedoch nur punktuell betrieben und projektbezogen durch Drittmittel finanziert. Für eine
systematische elektronische Archivierung der Altbestände, die Kosten in nicht unbeträchtlicher
Höhe verursachen wird, stehen dagegen aktuell keine Mittel zur Verfügung.

Weiter werden die Erwerbungspolitik, das Veranstaltungsbudget und auch die nicht vorhandenen Nutzungsgebühren angesprochen. Zu letzteren heißt es:

Durch ein jährliches Benutzungsentgelt von beispielsweise 20 € könnten die Landesbibliotheken bei insgesamt ca. 28.000 Nutzerinnen und Nutzern zusätzliche Erträge von 560.000 € jährlich generieren.

Wieviele NutzerInnen verblieben denn noch bei 20 Euro Jahresgebühr? Würde ich unsere Studierenden noch guten Gewissens an die hiesige Landesbibliothek verweisen, wenn sie dort 20 Euro Jahresgebühr zahlen müssten? Milchmädchen, ick hör Dir rechnen.

[via @esteinhauer]

Wikipedia als bibliothekarische Kernkompetenz und Betätigungsfeld

Die Kenntnis der Funktionsweise und Hintergründe von Wikipedia ist bibliothekarische Kernkompetenz, ebenso wie es das Benutzen von gedruckten Enzyklopädien einst war. Ein recht kleiner Teil der Bibliothekswesen engagiert sich jedoch tatsächlich in der Wikipedia. Angelesenes Wissen über Wikipedia und deren Funktionsweisen sind zwar ganz nett und besser als nichts. Möchte man Nutzern jedoch die Vor- und Nachteile von Wikipedia näherbringen, ist es sicherlich besser, wenn man auf eigene Erfahrungen zurückgreifen kann.

Wenn man dort einsteigen möchte, gibt es zu jedem Thema dieser Welt genug zu schreiben oder korrigieren. Man muss nur mutig sein. Speziell für Menschen mit Neigung zum Bibliothekarischen gibt es jedoch eine hübsche Anlaufstelle: das vor einigen Monaten anscheinend neu gestaltete Portal Bibliothek, Information, Dokumentation.

Dort kann man sehen, welche Artikel aus dem bibliothekarischen Bereich zuletzt neu erstellt wurden, welche Artikel als ausgezeichnet gelten (viel zu wenige!), welche Artikel fehlen und was es sonst noch zu tun gibt.

Wenn die für das Meckern über die Qualität von Wikipedia benötigte Zeit für Reparaturen an den betroffenen Artikel verwendet würde, gäbe es binnen kürzester Zeit kaum noch etwas zu meckern. Ein Anfang für Wikipedia-Artikel: Schauen Sie doch einfach mal, ob Ihre eigene Einrichtung in Wikipedia verzeichnet ist! Falls ja: Ist der Artikel korrekt und aktuell? Falls nein: Warum nicht?

Falls Sie nicht wissen, wie Sie loslegen können: Melden Sie sich einfach an und fragen Sie auf der Diskussions-Seite des Portals nach. Ich bin mir sicher, dass man dort über neue HelferInnnen sehr erfreut wäre.

Philipp Maass hat übrigens gerade in INETBIB ein Wikipedia-Projekt zu Bibliothekarinnen, Bibliothekare und Bibliotheken im Nationalsozialismus bekannt gemacht. Auch dort ist Mithilfe und Ergänzung ausdrücklich erwünscht:

Ich würde mich sehr freuen wenn Interessierte Menschen die Seite zur Information und zur Pflege der Artikel nutzen. Wenn Sie Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge haben, dürfen Sie mich gerne per Mail oder auf Wikipedia kontaktieren. Vielleicht hat ja auch jemand Lust die Artikel weiter zu verbessern?
Melden Sie sich gerne!

Nicht zuletzt kann ein guter Wikipedia-Artikel auch Öffentlichkeitsarbeit für ein Thema oder eine Einrichtung sein. Egal, wonach man sucht: Sobald ein Wikipedia-Artikel existiert, taucht er in Suchmaschinen normalerweise unter den ersten Treffern auf. Da sollten die dort enthaltenen Inhalte schließlich von hoher Qualität und Aktualität sein…

Nicht-Buch-Medien: Backformen

Vielleicht ist es ja nicht nur an mir vorbeigegangen, aber die Leihe von Nicht-Buch-Medien hat interessante Spielarten. Während hierzulande (Brett-)Spiele und Strommessgeräte in den Regalen stehen, sind es anderswo Backformen. Und so sieht ein Regal mit Backformen aus. Hier ist ein weiteres. Wenn man nach Cake Pan Library sucht, findet man einige Bibliotheken, die Backformen verleihen, zum Beispiel die North Haven Memorial Library oder die Somerset Public Library.

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Auf Reddit wurde schon hier und dort darüber diskutiert und Meredith Schwartz schrieb über dieses Phänomen vor einigen Jahren im Libraryjournal: Let Them Lend Cake Pans.

Makerspaces in der Stadtbibliothek Göttingen

„Makerspaces in der Stadtbibliothek Göttingen“ von Marco Becker, Christiane Bode, Andrea Bordihn, Kathrin Ewald, Verena Feyen, Claudia Heitfeldt, Christian Kanzok, Sonja Meyer, Katja Rother, Verena Wohlleben und Brigitte Krompholz-Roehl

Abstract:

Bei dem Konzept Makerspace handelt es sich um ein niedrigschwelliges Angebot, das für alle Besucher Anreize, Ideen und Unterstützung bieten kann. Durch den Faktor des gemeinsamen Lernens werden soziale Grenzen überbrückt und neue Netzwerke gebildet, implizites Wissen wird ausgetauscht und Lernen neu erfahren. Der Makerspace bietet eine Bühne, um eigene Erfahrungen auszutauschen, Wissen an Interessierte weiterzugeben oder gemeinschaftlich an einem kreativen Projekt zu arbeiten. Als Ort des Lernens und der Information, aber auch als Treffpunkt bieten öffentliche Bibliotheken einen idealen Rahmen für ein entsprechendes Angebot. Das modulare Makerspace-Konzept ermöglicht ihnen, die Angebote ganz nach ihren Bedürfnissen und Ansprüchen auszurichten. Vorhandene Medienbestände können in die Makerspace-Aktivitäten eingebunden werden. Makerspaces sind vielversprechende Zukunftsmodelle kollektiver Erfahrungsräume und bieten Platz für eine inklusive Lernwerkstatt für die Gemeinschaft. Aufgrund der vorliegenden Analyse empfiehlt das Projektteam für die Stadtbibliothek Göttingen mit dem Koffermodul zu starten, um die Teilnehmer und Mitarbeiter nicht zu überfordern. Die räumlichen Gegebenheiten lassen aber in einem späteren Stadium auch die Module Schrank und Raum zu. Diese Erweiterungen sollten von der Nutzung und der Nachfrage abhängig gemacht werden.

Hier geht es zum Volltext.

Wer wird akademischer Ghostwriter?

Eine (vorgebliche?) Insiderin gab vor einigen Monaten in einem Forum Einblick in die Arbeit einer Ghostwriting-Agentur. Dabei erwähnte sie, wer denn klassische Ghostwriter seien.

Stand Juni 2014 waren 1100 aktive Akademiker in der Datenbank von GWriters. Fachlich war die Gruppe bunt gemischt, hauptsächlich waren es aber oft pensionierte Professoren, Ärztinnen im Mutterschaftsurlaub, Doktoranden, wissenschaftliche Mitarbeiter und witzigerweise Uni-Bibliothekare, die sich mit Ghostwriting ein zweites Standbein geschaffen haben.

In der Zeit war passend dazu ein Interview mit einem Ghostwriter.

[via Bildblog & Archivalia]