Die Bayerische Staatsbibliothek gibt 75 Bände aus der 1933 von den Nazis geraubten Privatbibliothek Thomas Manns an das Thomas-Mann-Archiv in Zürich zurück.
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Interessantes aus Informations- und Bibliothekswesen
Die Bayerische Staatsbibliothek gibt 75 Bände aus der 1933 von den Nazis geraubten Privatbibliothek Thomas Manns an das Thomas-Mann-Archiv in Zürich zurück.
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Die Bibliothek der FH Hannover nutzt jetzt Delicious und Flickr.
Delicious wird für die „Virtuelle Teilbibliothek“ eingesetzt. Als Beispiel sei hier die Virtuelle Teilbibliothek Maschinenbau genannt. Siehe auch hier.
Und hier geht’s zum Delicious-Account der Bibliothek.
Flickr kommt momentan zum Einsatz für Bilder aus dem Nachlass Wilhelm Meier. Dort gibt es eine Diashow mit hübschen Bilder vom Bau des jetzigen Fachhochschulgebäudes 1958. Siehe auch hier.
Hier geht’s zum Flickr-Account der Bibliothek.
Das ist übrigens mein Lieblingsbild aus der Sammlung.
Bei Interesse würde ich die einzelnen Schritte und Überlegungen beim Einsatz der Dienste genauer darlegen. Falls Interesse besteht, bitte einfach im Kommentarfeld melden.
Auch Mark Buzinkay macht sich Gedanken über die Finanzkrise und die Folgen für das Bibliothekswesen. Dabei ist vieles, das auf der Stelle einleuchtet. Eingehen werde ich hier jedoch auf ein paar der weniger offensichtlichen Punkte:
3. Das Finanzmanagement wird nun endgültig professionalisiert. Veranlagung von Geldern, oft nicht mit dem heutigen Risiko-Bewußtsein durchgeführt, ist Schnee von gestern. Das bedeutet aber auch, dass die Betriebswirtschaft in Bibliothekskreisen weiter an Bedeutung zunehmen wird, zumindest auf der Führungsebene. Das wird auch Auswirkung auf die Profile künftiger BibliotheksleiterInnen haben.
Kann ich mir nicht vorstellen, halte ich auch nur begrenzt für sinnvoll. Welchen Einfluß hat denn die Führungsebene einer Bibliothek tatsächlich auf ihr Budget? Mit ein bißchen Lobbyarbeit beim Träger kann man es ein wenig hochschrauben. Es geht aber doch hauptsächlich um die Verwaltung eines relativ festen Budgets. Um dabei nach innovativen und effektiven Wegen zu suchen, ist meines Erachtens kein BWL-Schwerpunkt im Studium notwendig. Die Führungsebene zumindest von wissenschaftlichen Bibliotheken sollte erst einmal bibliothekatische Kernkompetenzen abdecken. Wenn dann noch Luft bleibt für BWL: gerne.
5. Könnte also die Krise eine Chance für Open Access sein, endgültig den Durchbruch zu schaffen? Das scheint mir nicht abwegig, zumindest bei jenen Zeitschriften, die über eine gute Qualität verfügen. Für die Bibliothek würde das bedeuten, zumindest einige gute Quellen als Alternative zu nicht mehr leistbaren Zeitschriften unentgeltlich anbieten zu können. In einigen wissenschaftlichen Bibliotheken ist das bereits Realität. Das dürfte sich noch weiter verstärken.
Im Prinzip ja, aber… leider bestehen etliche Wissenschaftler darauf, genau diese und jene Information haben zu wollen. Für Haus- und andere Studienarbeiten trifft die Vermutung sicherlich zu, für die Forschung nur sehr begrenzt. Der Druck könnte höchstens auf anderem Wege erfolgen. Wenn die Bibliotheken jetzt deutlich machen, dass es finanziell finster wird, können eventuell mehr und mehr Wissenschaftler für OA gewonnen werden. Dies hat dann langfristig zur Folge, dass immer weniger Toll-Access-Artikel benötigt werden.
6. Kostenreduktion durch Open Source? Ebenfalls eine interessante Alternative – weg vom kostenpflichtigen Lizenzmodell hin zu kostenlosen Lösungen. Letzteres ist aber nicht kostenfrei, da auch die Implementierung und Anpassung an die eigene Systemarchitektur Know-how und Zeit erfordert. Wer das zur Verfügung hat, kann sich glücklich schätzen. Der Run auf BibliothekarInnen mit IT-Background ist längst fällig. Die Krise könnte also zu einer Modernisierung von Bibliotheken von innen heraus führen. Hier mal ein gutes Verzeichnis von Open Source Produkten…
Es ist ja gängige Meinung, dass Open Source im Prinzip genauso viel kostet wie „gekaufte“ Software. Aber wenn man das Geld schon ausgibt, kann man sich dafür wenigstens Know-How ins Haus holen. Also, IT-Bibliothekare: Es brechen goldene Zeiten an. Aber glaubt bloß nicht, für Euch würde man den TV-L mal etwas großzügiger auslegen. ;o)
7. Alternative Web 2.0: wer keine Wissens- und Zeitressourcen im Team hat, der kann sich auf vielen Gebieten auch mit Web 2.0 Diensten behelfen. Hier meine ich nicht nur Zusatzdienste, die den eigenen Katalog mit Funktionen anreichern, sondern alles, was mit Software zu tun hat: Office Software, Kommunikation, Content Management, CRM, … Aber auch hier gibt es Risken: gerade in dieser Zeit der Umwälzung werden auch Web 2.0 Anbieter Opfer der Situation. Und das kann wieder auf die Bibliothek zurückfallen – also: vorausschauend evaluieren.
Neben dem Problem der Datensicherheit bleibt auch das des Datenschutzes. Nutzerdaten würde ich z.B. keinem Fremddienst anvertrauen. Aber viele Dinge lassen sich auf jeden Fall auf diese Weise „outsourcen“. Wobei es an dieser Stelle auch immer die Überlegung zu treffen gilt, ob es nicht eine bessere Open-Source-Desktop-Applikation gibt.
Insgesamt bleibt abzuwarten, ob es zu einer Krise im Bibliothekswesen kommt. Falls sie kommt, ist immerhin Potential vorhanden, sie auch als Chance zu sehen.
Die Smart Bitches zitieren eine namentlich nicht genannte Zeitung aus Philadelphia, die über die Finanzkrise und daraus resultierende Löcher in den Kommunalkassen der USA berichtet. Die Folge sind Bibliotheksschließungen und Kürzungen der Öffnungszeiten.
Cutting 220 jobs throughout the city government, approximately one third of those layoffs will come from the library staff.
Unbedingt die Kommentare lesen!
Nebenbei bemerkt: Erst kürzlich las ich irgendwo (Hinweise, wo das gewesen sein könnte, werden dankbar angenommen), dass sich Finanzkrisen tendenziell eher gut auf die Bibliotheken auswirken würden. Das bezog sich dann wohl nur auf die Ausleihzahlen, nicht unbedingt auf die Ausstattung.
[via LISNews]
Frank Rost, seines Zeichens sicherer Rückhalt des Fußballmeisterschaftsfavoriten und angehenden UEFA-Cup-Gewinners Hamburger SV ist (u.a. zusammen mit Ex-HSVler Rafael van der Vaart) Förderer des Projekts F.A.N. (Fußball, Alphabetisierung, Netzwerk). Jetzt hat er, sich stets um Alphabetisierung bemühend, ein Projekt gestartet, nämlich
… ein Hörbuch mit dem Titel „Die Liga liest“, was in diesen Tagen im Handel erscheinen wird. Der HSV-Torwart liest seit Jahren leidenschaftlich gern und so entwickelte er diese Hörbuchidee. Da diese Projekte zusammen noch mehr Spaß bringen, suchte sich Rost prominente Unterstützung. Neben dem HSV-Keeper gehören unter anderem Griechenlands EM-Held Otto Rehhagel, der Ex-Schiedsrichter Markus Merk, die Fußball-Weltmeisterin Fatmire Bajramaj, der Schauspieler Peter Lohmeyer und die HSV-Profis Joris Mathijsen und Jerome Boateng zu den Vorlesern.
Mehr Infos gibt’s unter anderem hier und hier und hier.
Der Erlös geht an die Stiftung Lesen. Kleine Verkaufsfördernde Information am Rande: ISBN 978-3785737521. Das ist doch ein schönes Weihnachtsgeschenk für den Fußballfan mit Geschmack. ;o)
Bernd Hartmann und Felix Jansen haben im Rahmen des Forschungsprojekts FAZIT die Studie „Open Content – Open Access : Freie Inhalte als Herausforderung für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik“ (PDF) veröffentlicht.
Hinter Open Content steht der Gedanke, Medieninhalte wie Texte, Musik, Bilder oder Filme grundsätzlich freizugeben und kostenlos verfügbar zu machen. Dieser trifft dabei auf die traditionelle Medienindustrie, die sich durch verändertes Mediennutzungsverhalten gerade im Umbruch befindet und neue Geschäftsmodelle sucht. Die Lösung, klassische Inhalte-Anbieter und Open Content zu verbinden, klingt einfacher als sie ist. Um sich zu etablieren, müssen freie Inhalte noch einige Hürden nehmen. Das zeigt die neue Studie „Open Content – Open Access“ der MFG Stiftung Baden-Württemberg im Rahmen des Forschungsprojekts FAZIT.
Als Fallstudie dient der Einsatz von Open Access am Beispiel der Universitätsbibliothek Konstanz
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[via Do IT]
Als Betreuer eines institutionellen Dokumentenservers hat mich im Zusammenhang mit der Pflichtabgabe von Netzpublikationen natürlich sehr interessiert, ob ich die dort publizierten Dokumente einzeln anmelden muss, oder ob ich die OAI-Schnittstelle dafür nutzen kann, die Dokumente abholen zu lassen. Stephan Jockel, Pressesprecher, Referent der Generaldirektorin der DNB, hat mir freundlicherweise auf meine Fragen geantwortet.
Der [Dokumenten-]Server verfügt über eine OAI-Schnittstelle. Können Sie die Publikationen darüber oder über ein anderes automatisiertes Verfahren selbst einsammeln? Gibt es eine Möglichkeit, ein derartiges Verfahren anzumelden?
Das Einsammeln über eine OAI-Schnittstelle ist ein von der Deutschen Nationalbibliothek favorisierter Weg. Derzeit wird dies mit Online-Hochschulschriften praktiziert; getestet werden außerdem Ablieferer, die über eine OAI-Schnittstelle und Metadaten im ONIX-Format verfügen. Wir werden dazu im Laufe des Tages ein Papier auf unsere Seiten stellen , das auf diese Art der Schnittstelle hinweist. Im Falle einer geplanten Ablieferung über eine OAI-Schnittstelle bitten wir den Ablieferer, sich zu melden, da jeweils pro Ablieferer ein Test durchgeführt wird und erst danach das Einsammeln durch die Deutsche Nationalbibliothek starten kann (s. http://www.d-nb.de/netzpub/ablief/pdf/np_reg_ausf.pdf S. 5 und 6)
Werden die von Ihnen gesammelten Veröffentlichungen in irgendeiner Art zugänglich gemacht? Zum Beispiel in einer Datenbank oder einer Art nationaler Wayback-Machine?
Die eingesammelten Publikationen werden im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek angezeigt. Online-Publikationen sind durch ein Symbol gekennzeichnet und können aus der Gesamtmenge der Treffer herausgefiltert werden (Beispiel: https://portal.d-nb.de/opac.htm?query=knowledge+engineering&method=simpleSearch; rechts sind die Materialarten aufgeführt, darunter auch Online-Ressourcen)
Werden URN, DOI und andere persistente Identifier bei der Archivierung berücksichtigt und in die Metadaten aufgenommen?
Ja, siehe: http://www.d-nb.de/netzpub/ablief/pdf/np_mono_ausf.pdf Seite 7;
im Katalog sind sie im Feld „Persistent Identifier“ zu sehen:
https://portal.d-nb.de/opac.htm?method=showFullRecord¤tResultId=-941295362¤tPosition=1
Die c’t, vermutlich jedem bekannt, der sich etwas näher mit EDV und umliegenden Gebieten befasst hat, feiert 25jähriges Jubiläum. Bei SpOn gibt es dazu eine ausnahmsweise tatsächlich interessante Bilderstrecke und auch einen recht lesenswerten Artikel. Da steht zum Beispiel:
Die Geschichte sagt eine Menge aus über die „c’t“. Sie gilt als seriöseste Computerzeitschrift im Lande, vielleicht in Europa. Zugleich ist sie kritisch wie keine andere, erbarmungslos pragmatisch, sachlich und völlig respektlos bis hinein in politische Berichte. Da werden dann beispielsweise die Überwachungsphantasien deutscher Politiker gnadenlos den Tatsachen gegenübergestellt.
Das kann man gar nicht oft genug unterstreichen. Die c’t ist für mich eine der wenigen Periodika, die sich an einen relativ großen Markt richten, dabei jedoch ihren eigenen, hohen Qualitätsstandard nie unterschreitet. Fehler werden, und seien sie noch so banal, in der nächsten Ausgabe korrigiert. Genau das, was hierzulande kaum eine Zeitschrift macht.
Auf dem Zeitungsmarkt ist es ähnlich. Man lese sich z.B. mal eine FR durch. Die Zahl der Tippfehler, verschluckte Halbsätze, vertauschte Überschriften ist enorm und wächst von Ausgabe zu Ausgabe. Es ist eine Sache der Prioritätensetzung. Während die FR vor einiger Zeit kindische Avatare wie „Schwester Alpha“ oder „Bronski“ [1]woher kommt dieser bescheuerte Name eigentlich? Jedesmal, wenn ich die Leserbriefseite aufschlage, habe ich äußerst lästige Ohrwürmer. einführte, setzt die c’t auf Authentizität und Seriösität und setzt damit journalistische Maßstäbe weit über das Genre des Fachmagazins hinaus.
Eine politische Berichterstattung, wie sie in dem (eigentlich) IT-Magazin c’t stattfindet, wünsche ich mir auch für die großen Tageszeitungen. Dies als Kompliment an die Heise-Redaktion [2] auch wenn ich das neue Ticker-Layout immer noch nicht mag . Herzlichen Glückwunsch, c’t, und auf weitere 25 erfolgreiche Jahre.
[via Rivva]
References
| ↑1 | woher kommt dieser bescheuerte Name eigentlich? Jedesmal, wenn ich die Leserbriefseite aufschlage, habe ich äußerst lästige Ohrwürmer. |
|---|---|
| ↑2 | auch wenn ich das neue Ticker-Layout immer noch nicht mag |
Sehr interessantes Posting zum Überleben in Zeiten der Usability-Evaluation im Beluga-Blog.
Worum geht’s? Der Beluga-Prototyp wurde evaluiert und es kam zu teils erstaunlichen Ergebnissen. Unter anderem vermissten die studentischen Tester die erweiterte Suche, auf die scheints bewusst verzichtet wurde. Wenn man Nutzungsstatistiken von Bibliothekskatalogen betrachtet, verwundert das schon sehr.
Am Ende des Postings wird zur Mitarbeit aufgefordert:
Wie können wir eine Unterscheidung nach Thematischer Suche und KnownItem-Suche voreinstellen? Unsere eigenen Ideen dazu sind noch unbefriedigend.
Welches ist ein eleganter und gebrauchstauglicher Weg, unter Verwendung von solr eine Schnittmenge der relevantesten und gleichzeitig aktuellsten Titel zu finden?
Wer Antworten auf diese Fragen hat und/oder sich für Usability-Evaluation interessiert, sollte sich das Posting auf jeden Fall durchlesen. Es gibt nämlich auch noch eine sehr schöne Einführung in die Geschichte der Usability-Evaluation.
PS: Schön zu sehen, dass die Kommunikation zwischen ähnlich gelagerten Projekten gut funktioniert.