(Elektronische) Deutsche Forschungsberichte im Katalog der Bibliothek der HsH

42.000 elektronische Deutsche Forschungsberichte sind nun in unseren Katalogen, alt und neu. Mehr darüber im Blog der Bibliothek der Hochschule Hannover.

Bibliothekarischer Hintergrund:
Es gibt nun eine Kollektion GBV-FB-TIBUB („f xpr gbv-fb-tibub“) im CBS, über die sich die Dokumente selektieren lassen. Dies funktioniert mit leicht abweichender Trefferzahl auch im GVK. In dieser Kollektion befinden sich von der TIB/UB Hannover gehostete elektronische Publikationen aus den Deutschen Forschungsberichten, die keinen Zugriffssbeschränkungen unterliegen (wie beispielsweise bei diesem Titel). Über die Kollektion ist ein automatisches Ansigeln möglich.

Da Bibliotheken den Verlagen immer größere Summen für manchmal verschrobene Geschäftsmodelle für E-Books überweisen, sollten wir Bibliothekswesen verstärkte Aufmerksamkeit darauf lenken, wieviel freie Medien es schon gibt. Diese im Bibliothekskatalog nachzuweisen erfordert manchmal etwas Mühe, sollte aber gegenüber dem bequemen Einkauf von E-Book-Paketen nicht vernachlässigt werden. In diesem Kontext ist auch die Nachricht zu sehen, dass inzwischen über 1,5 Millionen Artikel aus dem DOAJ in unserem VuFind-Katalog zu finden sind. [1] Siehe auch: DOAJ in unserem Katalog in unserem Bibliotheksblog.

Vielen Dank an VZG und TIB/UB für die Zusammenarbeit!

References

References
↑1 Siehe auch: DOAJ in unserem Katalog in unserem Bibliotheksblog.

Neue Zitier-Norm: DIN ISO 690:2013-10

DIN ISO 690 ist da und löst die allseits bekannte und mancherorts sogar genutzte Norm DIN 1505-2 ab. In beiden Normen geht es ums Zitieren. Der Titel der neuen DIN ISO 690: Information und Dokumentation – Richtlinien für Titelangaben und Zitierung von Informationsressourcen (ISO 690:2010).

Der Beuth-Verlag ist für seine Schnäppchen bekannt. In diesem Fall ist die Norm (47 S. inkl. Titelblatt und Inhaltsverzeichnis) für nur 112,10 EUR verfügbar. [1] Bevor man das Geld ausgibt, lohnt allerdings ein Blick in Perinorm. Einige Bibliotheken bieten Zugang zum Volltext dieser Norm.

Die Norm enthält mindestens einen etwas ärgerlichen Punkt zu Zeitschriftenabkürzungen (S. 16):

Titel von Periodika, für die kein ISSN-Titel verfügbar ist, dürfen nach ISO 4 abgekürzt werden. Besteht ein Risiko der Mehrdeutigkeit, sollte der Titel vollständig angegeben werden.

Wie genau erkennt man, ob ein Risiko der Mehrdeutigkeit besteht? Woher soll man das als Zitierender wissen? Und warum sollte man sich damit beschäftigen müssen? Zeitschriftenabkürzungen stammen aus dem Postkutschenzeitalter und sollten möglichst gar nicht verwendet, erlaubt oder sogar empfohlen werden. Begründete Gegenmeinungen zu diesem Thema würden mich sehr interessieren.

In Citavi wurde die DIN-Norm noch nicht als Zitierstil umgesetzt, jedoch, wie in anderen Literaturverwaltungsprogrammen auch, eine ältere Fassung; hier die ISO 690:2010. Zotero bietet (via Citation Style Language) verschiedene Fassungen (slowakisch, litauisch) an, die deutsche Umsetzung gibt es noch nicht. Auch Endnote hat nur eine englische Fassung.

Achtung: Die in der Norm verwendete Typographie und Interpunktion ist ausdrücklich(!) nicht verpflichtend:

Um die Wichtigkeit der Konsistenz hervorzuheben, wird in den Beispielen in dieser Internationalen Norm ein einheitliches Interpunktionsschema verwendet. Dieses Schema dient nur der Veranschaulichung und stellt nicht Teil der Empfehlungen dar.

Gerade heute hatte ich ein Gespräch über die fürchterlichen Kapitälchen im Citavi-DIN-1505-2-Stil. Dies muss nicht sein, man kann also auch hübschere Interpretationen anfertigen.

References

References
↑1 Bevor man das Geld ausgibt, lohnt allerdings ein Blick in Perinorm. Einige Bibliotheken bieten Zugang zum Volltext dieser Norm.

Valeria Pesce: A Global Ontology-Driven RDF Store Based on a Distributed Architecture

Die Aufzeichnung des auf der SWIB 13 gehaltenen Vortrags ist (noch?) ab ca. der 13. Minute auf make.tv zu finden. Der Anfang fehlt leider, es beginnt auf Folie 9.

Open Access im Entwurf des Koalitionsvertrags CDU/CSU/SPD

Malte Spitz auf Grün Digital:

Heute wird in zahlreichen Medien aus dem aktuellen Arbeitsstand für den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD zitiert. Stand des Dokuments ist laut Deckblatt Sonntag, 24. November 20.00 Uhr. Ich werde erstmal keine Bewertung vornehmen, sondern warte damit auf die finale Fassung. Zahlreiche Punkte sind noch strittig, stehen unter Finanzierungsvorbehalt oder werden ggf. auch noch gekürzt. Um sich selber einen Eindruck zu verschaffen, verlinke ich aber den aktuellen Arbeitsstand als PDF.

Und hier geht es direkt zum Vertragsentwurf (PDF). Über Open Access ist dort zu lesen (Zeile 763-767):

Die digitale Lehrmittelfreiheit muss gemeinsam mit den Ländern gestärkt werden. Grundlage hierfür ist ein bildungs- und forschungsfreundliches Urheberrecht und eine umfassende Open-Access-Politik. Schulbücher und Lehrmaterial auch an Hochschulen sollen, soweit möglich, frei zugänglich sein, die Verwendung freier Lizenzen und Formate ausgebaut werden.

Zeile 6037-6045:

Wir werden eine Reform des Urheberrechts auf den Weg bringen mit dem Ziel, den wichtigen Belangen von Wissenschaft, Forschung und Bildung stärker Rechnung zu tragen und eine Bildungs- und Wissenschaftsschranke einführen.

Wir werden prüfen, ob den öffentlichen Bibliotheken gesetzlich das Recht eingeräumt werden sollte, elektronische Bücher zu lizensieren.
Wir werden eine umfassende Open Access Strategie entwickeln, die die Rahmenbedingungen für einen effektiven und dauerhaften Zugang zu öffentlich finanzierten Publikationen und auch zu Daten (open data) verbessert

Es bleibt abzuwarten, was in der finalen Fassung steht und was davon dann letztendlich auch umgesetzt wird. Aber eine Open-Access-Strategie, die den effektiven und dauerhaften Zugang zu öffentlich finanzierten Publikationen und Daten verbessert, ist ja schon mal nicht schlecht. Entscheidend wäre hier der Grad der Verbesserung. Die Formulierung klingt sehr zaghaft und sehr nach Verlagslobby. Statt „verbessert“ hätte ich mir ein klares „sicherstellt“ gewünscht.

Aber ich möchte nicht vorgreifen. Warten wir es ab. Vielleicht bekommen wir in den nächsten ein bis zwei Quartalen tatsächlich eine neue Regierung und erfahren dann mehr.

[via Stefan Niggemeier]

MOOCmaßungen in der FAZ

Frank Kelleter über MOOCs in der FAZ:

Die dickste Sau aber, die demnächst durchs Dorf gejagt werden wird, hört auf den Namen MOOCs (Massive Open Online Courses). Dabei handelt es sich um digitale Lehrplattformen, die erstmals im Frühjahr 2012 vom kalifornischen Unternehmen Coursera in Stanford betrieben wurden.

MOOCs werden über Plattformen angeboten. Das ‚C‘ steht für Courses. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Immerhin ist Herr Kelleters Auslassung über das, was er für E-Learning hält, auch keine Zeitung.

Ansonsten bleibt zu bemerken, dass Coursera nur eine Lehrplattform ist und nicht mehrere im Frühjahr 2012 betrieb. Und auch nicht der erste MOOC-Anbieter war.

Lektorat, kurze Recherche und ein bißchen weniger Abendlanduntergangsstimmung hätten vielleicht einen lesenswerten Artikel ermöglicht.

Freie Alternativen zur BASE-API gesucht

Das Base-HTTP-Interface (hier der „Interface Guide“ (PDF)) sieht sehr vielversprechend aus, nur leider kann man darauf nicht zugreifen. Zumindest ich darf es nicht. Nun wäre die API in geradezu fantastischer Weise geeignet, um die Open-Access-Landschaft in verschiedenen geographischen oder fachlichen Bereichen zu untersuchen. Stattdessen muss man sich auch für einfachste Fragen selbst ums Harvesting bemühen.

Da die BASE-API unter Verschluss steht: was gibt es sonst noch?

Lizenzen per OAI-PMH abfragen

Wer herausfinden möchte, welche Lizenzen auf einem Repository verwendet werden, kann dafür das R-Paket OAIHarvester nutzen. Das folgende Skript ist vielleicht nicht elegant, aber es funktioniert zumindest bei OPUS3-Repositories.

library("OAIHarvester")

# Get OAI-Data. Three repositories to choose from. Just uncomment.
# baseurl <- "http://opus.bsz-bw.de/fhhv/oai2/oai2.php"
# baseurl <- "http://edoc.bbaw.de/oai2/oai2.php"
# baseurl <- "http://opus.kobv.de/euv/oai2/oai2.php"

x   <- oaih_harvest(baseurl,
             prefix = "oai_dc", from = NULL, until = NULL, set = NULL,
             transform = TRUE)

sets <- oaih_list_sets(baseurl)

x <- oaih_list_records(baseurl)
## Drop deleted records and extract the metadata.
m <- x[, "metadata"]
m <- oaih_transform(m[sapply(m, length) > 0L])

## Transform data to data.frame
o <- as.data.frame(m)

# Convert and table:
liccount <- as.character(as.vector(o$rights))
table(liccount)

Das OAIHarvester-Paket bietet noch deutlich mehr. Dies ist nur eine von vielen möglichen und nützlichen Anwendungen.

Start des Open-Access-Button!

Der Open-Access-Button ist online. Uli Herb hat in seinem Blog schon erklärt, worum es geht:

Wer sich unter http://www.openaccessbutton.org/ kostenlos registriert, kann ein Bookmarklet für die Lesezeichenliste seines Browsers herunterladen. Damit kann dann jederfrau/-mann fürderhin jedesmal, wenn man bei der Nutzung wissenschaftlicher Literatur auf eine Paywall trifft, sprich keinen Zugriff auf benötigte wissenschaftliche Literatur hat, weil die eigene Einrichtung sich den Zugang nicht leisten konnte, diese Behinderung durch Klicken des Bookmarklets öffentlich kenntlich machen. Das Ereignis wird dann (inkl. Namen des Nutzers, der sich in seiner Recherche blockiert sah, sowie einer URL sowie ggf. eines weiteren Identifiers auf die verweigerte Information) auf einer öffentlichen Karte eingeblendet.

Eine interessante und einfache Art, auf das Paywallproblem hinzuweisen und es zu visualisieren. Mehr zum OA-Button gibt es hier: How to use the Open Access Button.

Macht doch mal mit, zumindest eine kleine Zeit lang. Ich bin mir sicher, wir Bibliothekswesen stoßen beruflich bedingt noch öfter auf Paywalls als viele andere.

Zotero synchronisiert Texte

Die neue Zotero-Version enthält ein zusätzliches Feature, die Volltext-Synchronisation. Aktualisiert man seine Zotero-Installation, erhält man folgende Meldung:

Zotero can now sync the full-text content of files in your Zotero libraries with zotero.org and other linked devices, allowing you to easily search for your files wherever you are. The full-text content of your files will not be shared publicly.

You can change this setting later from the Sync pane of the Zotero preferences.

Diese Meldung ist missverständlich, wenn man sie mit der ausführlicheren Erklärung auf Google Groups vergleicht. Full-text content heißt nämlich nicht, dass EPUBs und PDFs hin- und hersynchronisiert werden. Es geht ausschließlich um „plain text“:

Zotero can now sync the full-text content of items — extracted text from PDFs (if you have the PDF indexing tools installed), the converted text of HTML snapshots, and other plain text — to zotero.org and to other linked Zotero clients, allowing you to search for files by full-text on the web or other devices. This works even if the file itself hasn’t synced, such as if you’re using on-demand file download.

Was ganz nützlich sein kann, kann aber auch ungewollt sein. Bei Unterhaltungen mit Wissenschaftlern gerade aus dem technischen Bereich kommt immer wieder großes Misstrauen auf, wenn es um Cloud-Lösungen geht. Denn dass die Files „not publicly shared“ sind, heißt nicht, dass sie nicht anderweitig angezapft werden.

Und daher sehe ich ein Problem darin, dass diese Einstellung bei neuen Zotero-Nutzern per default eingeschaltet ist. Opt-out beim Teilen von Daten ist per se die schlechtere Lösung.

Die Zotero-Server sind übrigens Teil der Amazon-Cloud. Traceroute-Ausschnitt zu zotero.org:

10 111 ms 95 ms 95 ms ae-81-81.ebr1.Frankfurt1.Level3.net
11 93 ms 95 ms 93 ms ae-46-46.ebr2.Paris1.Level3.net
12 94 ms 94 ms 93 ms ae-44-44.ebr2.Washington1.Level3.net
13 95 ms 93 ms 93 ms ae-92-92.csw4.Washington1.Level3.net
14 94 ms 93 ms 94 ms ae-4-90.edge1.Washington1.Level3.net
15 94 ms 92 ms 93 ms AMAZON.COM.edge1.Washington1.Level3.net
16 94 ms 95 ms 93 ms 72.21.220.167
17 95 ms 95 ms 93 ms 72.21.222.157
18 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
19 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
20 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
21 101 ms 102 ms 102 ms 216.182.224.85
22 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
23 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
24 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
25 96 ms 95 ms 95 ms zotero.org [50.19.225.228]

Ablaufverfolgung beendet.

LBS ohne Java JRE!

„LBS befreit sich von JAVA JRE Abhängigkeit“ ist der Titel des Postings im OCLC-Blog. Und die Kernaussage:

Künftig wird LBS nicht länger von JAVA JRE Updates beeinflusst – welche Erleichterung für uns alle!

Oh ja, das ist tatsächlich eine Erleichterung! Und was für eine! Für Nicht-LBSler: Bei jedem JAVA-JRE-Update heißt es bislang: halte ich meinen Rechner halbwegs sicher, oder soll die Ausleihe auch weiterhin funktionieren?

Wie auch immer: Nun bin ich optimistisch, dass auch andere Wünsche in Erfüllung gehen. Zum Beispiel „LBS befreit sich von IE-Abhängigkeit“; „LBS befreit sich von Windows-Abhängigkeit“; „LBS setzt gängige Bedienkonzepte um“. To be continued…

[Besten Dank an Andrea für den Hinweis!]