Pixabay wechselt von CC0 zu proprietärer Lizenz

Wo kürzlich, wie am Beispiel eines Reptilienbildes zu sehen ist, noch eine CC0-Lizenz zu finden war, ist nun nur noch ein Verweis auf eine ominöse “Pixabay-Lizenz” zu finden:

  1. Das Bild jetzt.
  2. Das Bild (ohne Bild) in der Wayback-Machine vom 10. Juli 2017.

Der Hintergrund wird im Pixabay-Forum erläutert. Die bisherige CC0-Lizenzierung ist m.E. nicht zurücknehmbar, und sie kann glücklicherweise durch das Internet-Archiv in sicherlich den meisten Fällen nachgewiesen werden. Pixabay erweist sich durch diese Maßnahme als a) unzuverlässig und in der Folge b) unbenutzbar.

Bei kommerziellen Diensten ist erhöhte Vorsicht geboten. Sollte man vielleicht vollständig von der Nutzung kommerzieller Dienste als Infrastruktur für frei lizenzierte Inhalte absehen?

Regierungsprogrammentwurf der SPD zu Open Access

Bildung und Wissenschaft sollen die Chancen der Digitalisierung stärker nutzen können. Wir wollen die offenen Kanäle für wissenschaftliche Kommunikation und Publikation fördern (Open Access). Für die Verwertung und Nutzung von Daten wollen wir Rechtssicherheit für alle schaffen und eine solide Vergütung der Urheber sowie eine angemessene Beteiligung der Verlage gewährleistet. In Forschung und Lehre sollen digitale Methoden legal genutzt werden können. Beispiele hierfür sind Text- und Datamining, also die Auswertung digitaler Datenbestände.

So schreibt die SPD in ihrem “Entwurf des Leitantrags der Programmkommission für das Regierungsprogramm 2017” in Zeile 350-356, und skizziert damit so etwas wie den sich abzeichnenden Minimalkonsens unter den Parteien. Text- und Datamining, legale Nutzung für Forschung und Lehre, Open Access. Ob und wie das dann in die Praxis umgesetzt würde, bleibt anzuwarten. Die bisherige Praxis im Bund und den Ländern spricht nicht gerade dafür, dass dieses Thema irgendeiner Partei tatsächlich wichtig wäre, dass man über einen Minimalkonsens hinaus ginge oder so sogar eigene Ideen entwickeln würde.

Nun ja, in einem Bundestagswahlprogramm werden alle Themen nur sehr kurz angeschnitten, übermäßige Kritik ist an dieser Stelle also nicht angebracht. Abzuwarten ist, wie sich das Schattenkabinett zusammensetzen wird und wer wie für diesen Bereich in die Bresche springen wird.

Scholia – Forschungsprofile aus Wikidata generieren

Scholia baut Forscherprofile aus in Wikidata vorhandenen Informaionen. Zum Beispiel werden bibliographische Informationen für die Darstellung von Koautorschaften genutzt. Scholia sieht mehr wie ein proof-of-concept aus, das Potential von Wikidata als zentralem Lieferanten von (nicht nur) Normdaten wird aber sofort klar ersichtlich.

Bundesrat stimmt UrhWissG zu: Entwurf eines Gesetzes zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft

Der Bundesrat stimmt dem Entwurf eines Gesetzes zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft weitgehend zu (vgl. Beschlussdrucksache BR 312/17(B), PDF). An einigen Stellen, besonders bezüglich der Veröffentlichung von Abbildungen musealer Objekte, fordert der Bundesrat eine weitergehende Offenheit:

Bislang dürfen Museen ihre kulturellen Schätze, die noch dem urheberrechtlichen Schutz unterliegen, nur sehr eingeschränkt im Internet zeigen. Erlaubt ist dies nach Unionsrecht – und ihm folgend nach § 58 Absatz 1 UrhG – bislang nur, soweit und solange dies der Förderung aktueller Ausstellungen dient.
§ 60f Absatz 1 in Verbindung mit § 60e Absatz 1 UrhG-E enthält die grundsätzliche Erlaubnis für Museen, Werke aus ihrem Bestand oder ihrer Ausstellung für Zwecke der Zugänglichmachung zu vervielfältigen. Die anschließende öffentliche Zugänglichmachung kann nach § 60f Absatz 1 in Verbindung mit § 60e Absatz 4 UrhG-E indes weiterhin nur museumsintern erfolgen oder – ent-sprechend dem fortgeltenden § 58 Absatz 1 UrhG – ausschließlich zur Förde-rung aktueller Ausstellungen.

§ 60f Absatz 1 in Verbindung mit § 60e Absatz 3 UrhG-E sieht für die Museen vor, dass diese lediglich körperliche Vervielfältigungsstücke in Zusammenhang mit öffentlichen Ausstellungen oder zur Dokumentation ihrer Bestände verbreiten können. Zu begrüßen ist zwar durchaus, dass ein zeitlicher Zusammenhang mit der Ausstellung anders als in § 58 Absatz 2 UrhG nicht mehr zwingend erforderlich ist.

Diese gesetzliche Erlaubnis muss aber auf die öffentliche Zugänglichmachung der elektronischen Vervielfältigungen der geschützten musealen Ausstellungs-und Bestandswerke ausgeweitet werden, damit insbesondere Museen ihren kulturellen Auftrag in zeitgemäßer Weise erfüllen können:
Museen sollten zum einen auch beendete Ausstellungen weiterhin im Rahmen ihres Online-Angebots dokumentieren können. Zum anderen sollten auch Bestände, die nicht Gegenstand einer Ausstellung waren, auf Grundlage einer gesetzlichen Erlaubnis im Internet gezeigt werden dürfen. Eine gesetzliche Erlaubnis würde es gerade auch kleinen Museen erlauben, ohne bürokratischen Aufwand zur Verbreitung kulturellen Wissens beizutragen.

In diesem Zusammenhang müssen die Interessen und Rechte der Künstlerinnen und Künstler entsprechend berücksichtigt werden.

Der letzte Satz birgt Sprengstoff, denn was eine “entsprechende Berücksichtigung” bedeutet, ist interpretationsfähig.

Eine eingehende Exegese durch Irights, Netzpolitik, Wisspub, das Aktionsbündnis Urheberrecht und andere übliche Verdächtige steht vermutlich bevor.

 

Wiki loves earth – Wikipedia-Fotowettbewerb rund um Naturschutz

„Wiki Loves Earth“ ist ein von der Wikipedia durchgeführter Fotowettbewerb, der sich um Naturschutzgebiete aller Art dreht. Er fand erstmals 2013 in der Ukraine statt, seit 2014 wird er gleichzeitig auch in anderen Ländern abgehalten.

Dieser Wettbewerb soll dazu beitragen, die Vielfalt der Natur zu dokumentieren. Die Initiatoren hoffen, so das Bewusstsein für den Naturschutz in unserer Umgebung fördern zu können.

Die „deutsche Ausgabe“ von Wiki Loves Earth 2017 kooperiert mit der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK).

Es sollen Bilder von Nationalparks, Biosphärenreservaten, Naturschutzgebieten, Landschaftsschutzgebieten, Naturdenkmälern, Naturparks, ausgewiesenen Geotopen, geologischen Objekten in zertifizierten Geoparks, Bannwäldern oder Naturerlebnisräumen gesammelt werden. Listen mit einer Auswahl geeigneter Schutzgebiete sind auf dieser Website unter Objektlisten verlinkt.

Hier gibt es weitere Informationen.

Ältester Verlag der Welt denkt über Gold-OA nach

In einem Interview im Börsenblatt gibt Susanne Franzkeit, Schwabe-Verlagsleiterin, ihre Überlegung hinsichtlich einer Open-Access-Strategie bekannt:

Wir wollen im Verlag die Digitalisierung vorantreiben und neue Workflows etablieren. Diesen Sommer starten wir die Plattform “Schwabe Online”, auf der wir zunächst das “Historische Wörterbuch der Philosophie” in einer Datenbank zugänglich machen wollen. Diese steht auch anderen Verlagen offen. Außerdem möchte ich eine konsequente Open-­Access-Strategie umsetzen, die auf “Open Access Gold” basiert – also auf Publikationen, die sofort mit Erscheinen der Druckversion frei zugänglich sind und dafür von Autoren oder Institutionen finanziert werden. Dabei denke ich auch an die Möglichkeit, diese Open-Access-Inhalte auf eigenes Risiko weiterzuentwickeln und zu vermarkten – hier kann unsere verlegerische Kompetenz, Inhalte zu veredeln, zum Zuge kommen.

Schwierigkeiten bei APC-Angaben im DOAJ

Morrison, Heather, u.a. 2015. Open Access Article Processing Charges: DOAJ Survey May 2014. Publications 3(1), 1–16. DOI: 10.3390/publications3010001

Abstract:

As of May 2014, the Directory of Open Access Journals (DOAJ) listed close to ten thousand fully open access, peer reviewed, scholarly journals. Most of these journals do not charge article processing charges (APCs). This article reports the results of a survey of the 2567 journals, or 26% of journals listed in DOAJ, that do have APCs based on a sample of 1432 of these journals. Results indicate a volatile sector that would make future APCs difficult to predict for budgeting purposes. DOAJ and publisher title lists often did not closely match. A number of journals were found on examination not to have APCs. A wide range of publication costs was found for every publisher type. The average (mean) APC of $964 contrasts with a mode of $0. At least 61% of publishers using APCs are commercial in nature, while many publishers are of unknown types. The vast majority of journals charging APCs (80%) were found to offer one or more variations on pricing, such as discounts for authors from mid to low income countries, differential pricing based on article type, institutional or society membership, and/or optional charges for extras such as English language editing services or fast track of articles. The complexity and volatility of this publishing landscape is discussed.

In ihrem Blog erläutert Heather Morrisson noch einige Aspekte des Artikels.

Fragment einer Landkarte von Herman van Borculo gefunden

[Martin] Scheuplein ist Chef der Kartensammlung an der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt (ULB) in Halle. Und neulich ist er zusammen mit seinen Mitarbeitern mal die Kostbarkeiten des Hauses durchgegangen, allein 17.500 Blätter aus der Zeit vor 1850 hat man zu verwalten. Von Zeit zu Zeit müssen die Karten durchgezählt und manchmal auch neu geordnet werden. In der Sammelmappe “Palästina” fand sich dabei neben 30 bis 40 anderen Blättern diese ominöse Darstellung. Nicht katalogisiert, nicht beschrieben. Nichts.

Wer mehr erfahren möchte, kann auf Spiegel Online oder in der Pressemitteilung der UB Halle weiterlesen – dort ist auch das Fragment zu sehen.