Hashtag des Jahres: #overlyhonestmethods

Ja, das Jahr ist noch jung. Aber die Tweets zum Hashtag #overlyhonestmethods sind dermaßen mannigfaltig und unterhaltsam, dass eine Steigerung schwierig wird! Selbst wer keinen Twitter-Account hat und nichts damit zu tun haben will, sollte einmal einen Blick darauf werfen.

Worum geht’s? Robert T. Gonzales beschreibt es folgendermaßen (und hat auch schöne Beispiele gesammelt):

Have you ever conducted scientific research? Are you familiar with the less-than-glamorous (and sometimes surprisingly slipshod) ways of the world’s overworked, underpaid, and severely caffeinated scientists? Then #overlyhonestmethods is probably the funniest thing you’ll read today.

Es begann (wenn ich nichts übersehen habe) mit diesem Tweet von @dr_leigh. Und dann ging’s los. Und hört seitdem nicht mehr auf. Ein paar aktuelle Beispiele?

Ein paar weitere Sammlungen gibt es hier, hier, hier, hier, …

PS: Inzwischen gibt es auch #overlyhonestreviews.

Geocitiesizer

Kürzlich habe ich noch gefragt, wer beim Anblick wackelnder GIFs nicht Lust bekäme, alte Geocities-Seiten nachzubauen. Das Bildblog weist nun auf den Geocitiesizer hin. Damit lassen sich neue Webseiten im alten Gewand ansehen. Screenshots geben das gesamtästhetische Vergnügen nicht wieder, daher bitte ich um einen Klick auf Infobib im Gewand der 90er. You get knocked down, but you get up again.

Es lohnt sich, den Geocitiesizer mit verschiedenen Hochschulseiten auszuprobieren. Bei einigen ist kaum ein Unterschied festzustellen…

Gewackel zu den Feiertagen: Wikigifs

Ich weiß leider nicht mehr, wie ich auf Wikigifs gestoßen wurde. Aber: man kann dort viel Zeit verbringen. Das Prinzip ist einfach. Seite aufrufen, gucken, Leertaste betätigen, gucken, Leertaste betätigen, gucken, Leertaste betätigen, gucken, Leertaste betätigen, gucken, Leertaste betätigen, gucken, Leertaste betätigen, gucken, Leertaste betätigen, gucken, Leertaste betätigen, gucken…

Gezeigt werden zufällig ausgewählte animierte GIF-Dateien aus Wikimedia Commons. Ein paar Beispiele gefällig? Achtung, jetzt wird es beweglich:
„Gewackel zu den Feiertagen: Wikigifs“ weiterlesen

Blogs zur Informationsvisualisierung

Es gibt Hunderte von Blogs, die sich mit Daten, Informationen und deren Visualisierung beschäftigen. Hier eine kleine Auswahl von Blogs, die mir seit langem besonders gut gefallen.

information aesthetics.Where form follows data.

Beispielposting: OrgOrgChart: The Dynamic Organization of an Organization

FloatingSheep

Sehr viele Visualisierungen rund um Twitter, oft auch Auftragsarbeiten für den Guardian.
Beispielposting: Mapping Racist Tweets in Response to President Obama’s Re-election

Flowing Data

Ach, wo soll man anfangen? Zwei Beispiele sollen reichen.
Beispielposting 1: Getting Started with Charts in R
Beispielposting 2: An Ideal Bookshelf

Datavisualization.ch

Datavisualization.ch is the premier news and knowledge resource for data visualization and infographics. Leider wird dort recht selten gebloggt. Eine Perle ist sicherlich A Carefully Selected List of Recommended Tools.

The Functional Art

Alberto Cairo über Visualisierungen, oft mit einem Fokus auf Datenjournalismus.
Beispielposting: Radar graphs: Avoid them (99.9% of the time)

Cairo bietet übrigens auch einen MOOC über Introduction to Infographics and Data Visualization an, der am 12. Januar 2013 startet.

Information is Beautiful

Eins der prominentesten Blogs dieser Sparte, leider mit recht wenig Postings in den letzten Monaten. Dort vergibt man vor einigen Monaten den Information is Beautiful Award.

Einige dieser Blogs und einige weitere hat Joshua Kitlas letztes Jahr schon zu den 25 Must-Follow Information, Data and Visualization Blogs and RSS Feeds for the Data Professional zusammengestellt.

Seafloor Explorer, Snapshot Serengeti und das Leben der antiken Griechen

Der Seafloor Explorer hat inzwischen mehr als eine Million getaggte Bilder. Beim Seafloor Explorer handelt es sich um ein sogenanntes Citizen-Science-Projekt, bei dem laut Wikipedia nicht nur Wissenschaftler und akademisch gebildete Experten Wissenschaft betreiben, sondern Wissenschaft auch durch Bürger betrieben werden kann. An dieser Formulierung könnte man sicherlich noch feilen…

In diesem Fall geht es um Crowdsourcing bei der Kartierung von Tieren auf dem Meeresboden. Der Seafloor Explorer wird von Zooniverse gehosted. Dort finden sich noch einige weitere Projekte, zum Beispiel die Idenfikation von Tieren aus Fotofallen in der Serengeti oder Ancient Lives.

Die Geheimgesellschaft der Okulisten

Geheimgesellschaften und verschlüsselte Botschaften aus Wolfenbüttel – was wie die Zutatenliste zum neuen Bestseller von Dan Brown klingt, ist Inhalt eines Musterbeispiels für spannenden Wissenschaftsjournalismus. Noah Shachtman hat mit „They Cracked This 250-Year-Old Code, and Found a Secret Society Inside“ einen der besten Artikel auf Wired.com geschrieben, der dort in den letzten Jahren zu finden war. Es geht um die Entschlüsselung des Codex Copiale.

Wer sein Wissen nach der Lektüre vertiefen möchte, kann sich dank Beáta Megyesis selbstarchivierter Version an den Artikel aus dem Journal for Research into Freemasonry and Fraternalism begeben:

Knight, Kevin; Megyesi, Beáta; Schaefer, Christiane (2012): The Secrets of the Copiale Cipher. In: Journal for Research into Freemasonry and Fraternalism 2 (2), S. 314–324.
DOI: http://dx.doi.org/10.1558/JRFF.v2i2.314
OA: http://stp.lingfil.uu.se/~bea/publ/knight-megyesi-schaefer-copiale.pdf

Alle Mann an Deck: Sprich wie ein Pirat!

Ahoi! Heute ist wieder Talk Like A Pirate Day! Die Landratten in der neuen Welt wissen, was zu tun ist. Aye, auch in Kinderbibliotheken!

Auf der Schatzkarte war nicht auch nur ein Piratenfest in einer Stadtbibliothek hierzulande zu finden, arrr! Da müssen wohl einige über die Planken gehen….

Der Affe, die Leser und die deutsche Presse

Am 12. September wurde in PLOS ONE ein Artikel [1]Hart JA, Detwiler KM, Gilbert CC, Burrell AS, Fuller JL, et al. (2012): „Lesula: A New Species of Cercopithecus Monkey Endemic to the Democratic Republic of Congo and Implications for … Continue reading veröffentlicht, in dem die neu entdeckte Affenart Lesula (Cercopithecus lomamiensis) beschrieben wird.

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Lesula (Cercopithecus lomamiensis). CC: BY (John A. Hart et al.)

Als Open-Access-Befürworter freut man sich natürlich, dass die Beschreibung in PLOS ONE erfolgt. Einem Journal, dass jedem zugänglich ist, der oder die Zugang zum Internet hat.

Neu entdeckte Affenarten sind etwas Besonderes, die Meldung ging daher durch viele Medien. Unter anderem Focus, Frankfurter Rundschau, Spiegel, Stern, Welt oder Zeit haben in ihren Onlineportalen über die Neuentdeckung berichtet, meist mit einer DPA-Meldung. Andere werden folgen.

Und hat auch nur eine dieser deutschen Zeitungen die Gelegenheit genutzt, den Artikel zu verlinken? Aber natürlich nicht. Wer deutsche Qualitätsmedien aufsucht, erhält dort schließlich alle benötigten Informationen und muss die Seite eigentlich nie wieder verlassen.

Oder hält die Presse ihre Leser für nicht pfiffig genug, den Artikel zu verstehen? Oder es ist ihnen einfach egal? Die Mission „Klickvieh auf unsere Seite treiben“ ist schließlich schon erfüllt.

Dementsprechend gibt es aus den Artikeln auch keinen Link zu PLOS ONE. Also nicht einmal auf deren Startseite.

Deutsche Presseerzeugnisse mit Link auf den PLOS-Artikel habe ich auf Anhieb nicht gefunden. In der Schweiz scheint man Leser ernst zu nehmen und ihnen Mehrwert bieten zu wollen. Die NZZ verlinkt in ihrer Lesula-Meldung auf den Artikel. [2] Es geht auch in Deutschland anders. Julia Merlot schreibt zwar auch für SPON, hat aber ein positiveres Bild von ihren Lesern. Sie verlinkt zumindest hier einen PLOS-Artikel. Dradio kann’s auch.

References

References
↑1 Hart JA, Detwiler KM, Gilbert CC, Burrell AS, Fuller JL, et al. (2012): „Lesula: A New Species of Cercopithecus Monkey Endemic to the Democratic Republic of Congo and Implications for Conservation of Congo’s Central Basin“. PLoS ONE 7(9): e44271. doi:10.1371/journal.pone.0044271
↑2 Es geht auch in Deutschland anders. Julia Merlot schreibt zwar auch für SPON, hat aber ein positiveres Bild von ihren Lesern. Sie verlinkt zumindest hier einen PLOS-Artikel. Dradio kann’s auch.