Wertvolle TIB/UB Hannover

TIB/UB Hannover, CC: BY-SA von Manfred Nowak
CC: BY-SA von Manfred Nowak

Die niedersächsische Wissenschaftsministerin Johanna Wanka zeigt sich beeindruckt vom volkswirtschaftlichen Nutzen der TIB /UB Hannover. Wie einer Pressemitteilung der Bibliothek zu entnehmen ist:

Aus jedem Euro öffentlicher Finanzierung generiert die TIB 3,80 Euro Mehrwert. Damit schafft sie für ihre Kunden einen 3,8 Mal höheren Nutzen als sie kostet. Aus 23 Millionen Euro jährlicher Förderung erwirtschaftet die TIB 87 Millionen Euro für die deutsche Wissenschaftsgesellschaft.

Errechnet wurde der Wert mit Hilfe der Contingent-Valuation-Methode. Die vollständige Studie ist als PDF verfügbar.

Update am 26. November: Ich wurde gerade aus der TIB informiert, dass die Studie nur die TIB betrifft, nicht den die /UB Hannover. Obwohl nur die TIB untersucht wurde, halte ich den Rest der TIB/UB Hannover dennoch für wertvoll und belasse es daher bei der bisherigen Überschrift.

Citavi 3 ist veröffentlicht

Citavi 3 ist veröffentlicht. Michael Eiden beschreibt im Blog der SUB Hamburg, was die neue Version an Änderungen bringt.

Eine wesentliche Verbesserung könnte die Teamfunktionen sein:

Citavi hat passende Lösun­gen für »Wissensarbeiter« in Forschungsabteilungen, Projekten und Arbeitsgrup­pen. Mit Citavis Team-Version teilen und verteilen Sie Fach­artikel, Gesetze, Patentschriften, Arbeitsaufträ­ge etc. und erweitern kontinuierlich Ihre Wissens­basis.

Die Konditionen, unter denen die Teamfunktionen verfügbar sein werden, werden jedoch leider erst im Januar bekannt gemacht.

Update: Matti Stöhr überlegt, ob Citavi 3 ein neuer Impuls für die Literaturverwaltungsservices von Bibliotheken sein kann.

Google Instant Preview dauerhaft abschalten

Die Google-Oberfläche hat sich in den letzten Monaten stark verändert. Eine der größten Schritte weg von der einst puritanischen Darstellung der Suchergebnisse ist Instant Preview. Wen das ständige Aufploppen von Screenshots, sobald man einen Link nicht 100%ig trifft, genauso nervt wie mich, dem kann ich nun ein wohltuendes kleines Skript empfehlen.

Zutaten

  1. Greasemonkey, eine Browser-Erweiterung, mit deren Hilfe man kleine Java-Scripts auf Webseiten loslassen kann. Funktioniert
  2. Neben 1000en von anderen nützlichen Scripts findet sich auf Userscripts.org auch eines, das Googles Instant Preview einfach ausblendet: Disable Preview.

Hat man es installiert, kehr wieder himmlische Ruhe auf der Suchergebnis-Seite ein.

Bibliotheken als Datenanbieter

Alexander Stocker, Peter Scheir und Klaus Tochtermann beschreiben in „Die Wertschöpfungskette der Daten“ [1] Die Wertschöpfungskette der Daten : eine Basis für zukünftige wirtschaftswissenschaftliche Betrachtungen des Web of Data. HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik, Heft 275/2010, S. 94-104 vier mögliche Rollen [2] S. 99 in eben dieser Wertschöpfungskette.

  1. Anbieter von Daten am Web sind derzeit noch
    fast ausschließlich Anbieter von Rohdaten. […]
  2. Anbieter von Semantic-Web-Daten sind solche,
    die Daten in einem durch Maschinen interpretierbaren
    Format bereitstellen.[…]
  3. Anbieter von Semantic-Web-Applikationen
    sind solche, die eigene oder fremde Semantic-
    Web-Daten in einer Semantic-Web-Anwendung
    verarbeiten und dabei für den Menschen
    konsumierbaren Output auf Basis der
    verarbeiteten Daten generieren. […]
  4. Endnutzer sind schließlich alle Menschen, die
    eine durch Menschen interpretierbare Präsentation
    von Semantic-Web-Daten konsumieren. Menschliche Endnutzer kommen in der Praxis nicht direkt mit den für die Verarbeitung
    durch Maschinen aufbereiteten Semantic-Web-Daten in Berührung und wollen das vermutlich auch gar nicht.[…]

Bibliotheken können prinzipiell alle vier Rollen einnehmen.

Zuerst natürlich als Rohdatenanbieter von bibliographischen und anderen Daten. Wenn man weitere Wertschöpfungen zulassen möchte, müssen die Daten zwingend unter einer Lizenz veröffentlich werden, die Weiterverarbeitung jeglicher Art nicht ausschließt. Richtig gemacht haben es also unter anderem die Bibliothek des CERN oder USB Köln, die wie alle vom HBZ betreuten Open-Bibliographic-Data-Projekte unter CC0 publiziert sind.

Das Anbieten von Semantic-Web-Daten kann teils im gleichen Auslieferungsschritt erfolgen. Ein Beispiel ist die gestern erfolgte Veröffentlichung eines Teils des Katalogs der British Library als RDF-Dump. Auf der Webseite der BL sind die Bedingungen erläutert:

As part of its work to open its metadata to wider use beyond the traditional library community, the British Library is making copies of its main catalogue and British National Bibliography datasets available for research purposes. Files are initially being made available in RDF/XML […] and are distributed under a Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication license.

Eine Weiterverarbeitung ist ausdrücklich erwünscht und durch die gewählte Lizenz auch möglich. Linked Data will auch die Deutsche Nationalbibliothek mit der GND anbieten. In die Wertschöpfungskette können die Daten jedoch nicht gelangen, da die Daten nicht kommerziell genutzt werden dürfen. Abgesehen davon, dass es volkswirtschaftlicher Unsinn ist, staatlich finanzierte Daten nicht zur Verwendung in kommerziellen Unternehmungen freizugeben, ist damit auch die Verwendung in der Wikipedia und Schwesterprojekten nicht möglich. Leider gilt hier: nur gucken, nicht anfassen!

Im Open Bibliographic Data Guide hat das JISC erläutert, wie man es richtig macht. Oliver Flimm schreibt (zum Reader und der Wichtigkeit der Lizenzwahl):

Nur so kann ein realer Nutzen innerhalb der Bibliothekswelt und anderswo entstehen. So sind wir z.B. sehr dankbar über Rückmeldungen von Fehlern in Verbund-Katalogisaten, bei denen wir Bestand haben, (Verknüpfung von Titeln mit Personensätzen, die eine falsche PND besitzen), die extern bei der Verarbeitung unserer geöffneten Daten aufgefallen sind.

Über Bibliotheken in den anderen beiden Rollen, also als Datennutzer wird es hier demnächst etwas zu lesen geben.

Weitere Informationen zu Open Bibliographic Data:

Adrian Pohl: Open Bibliographic Data in 2010. Ein vorläufiger Überblick

References

References
↑1 Die Wertschöpfungskette der Daten : eine Basis für zukünftige wirtschaftswissenschaftliche Betrachtungen des Web of Data. HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik, Heft 275/2010, S. 94-104
↑2 S. 99

DDC-Verteilung in DINI-zertifizierten Repositorien

Im OAN-Blog ist eine Übersicht über die Häufigkeit von DDC-Klassifikationen in DINI-zertifizierten Repositories veröffentlicht worden.

Interessant ist dabei natürlich die Frage wie sich die fachliche Verteilung aller Dokumente des OAN-Datenraums gestaltet. Welche Fachdisziplinen sind besonders stark vertreten, welche weniger? Ein Stück weit sind diese Daten sicherlich auch ein Indikator dafür, in welchen Fachbereichen Open Access mehr Anklang findet als in anderen.

Dass die Klassifikationen Medizin, Informatik und Wirtschaft vorne liegen, ist nicht weiter verwunderlich. Ebenso die nachfolgenden naturwissenschaftlichen Disziplinen. Überraschend stark vertreten mit 2,14% ist jedoch auch die Bibliotheks- und Informationswissenschaft. Dies entspricht laut OAN-Suche zur Zeit 687 Dokumenten. Weniger verwunderlich dagegen das sehr schwache Abschneiden der Geisteswissenschaften.

OPUS 4 ist da!

Endlich ist es geschafft, die Repository-Software OPUS ist in der neuen Version als OPUS 4 erschienen. OPUS wird nun auch endlich auch installationsbereit zum Download angeboten. Wie man OPUS (auf Ubuntu 10.04) installiert, kann man sich in einem Screencast ansehen. Der liegt zum Download bereit und umfasst sagenhafte 128 Megabyte. In der Erwartung eines abendfüllenden Spielfilms in High Definition und 3D habe ich dieses AVI-Riesenpaket heruntergeladen und auch die erforderlichen DivX-Pakete installiert. Nun sind 15 Minuten herum, und ich habe den Film immer noch nicht starten können. Vielleicht wäre der Upload auf ein Videoportal eine Option?

Nun läuft der Film, und er ist nicht in 3D und hat auch keinen Ton. Abendfüllend ist er nur an knapp 9 Minuten langen Abenden. Wie so oft ist das Buch (OPUS-Dokumentation, PDF), nach dessen Vorlage der Film gedreht wurde, viel spannender und – in diesem Fall – wahrscheinlich auch nützlicher.

Getestet habe ich die Installation noch nicht, sieht aber erstmal recht unkompliziert aus. Wer OPUS 4 schon mal sehen möchte: das KOBV betreibt eine Test-Installation. Der Upload-Vorgang wurde in Details verändert. Der Upload des Dokumentes erfolgt nun schon im ersten Schritt, wie auch hier gefordert wurde. Insgesamt gibt es immer noch viel zu viele Felder, aber da es sich um eine Demo-Installation handelt, müssen diese sicherlich nicht alle in Produktivsysteme übernommen werden.

Wer hat OPUS 4 schon ausprobiert oder sogar im Einsatz?

Update:

Die Webseite wird 20 Jahre alt

Vor 20 Jahren, am 13. November 1990, wurde die erste Webseite freigeschaltet: http://info.cern.ch/. Es gibt leider keine Screenshots dieser Seite. Eine, vielleicht sogar die älteste erhaltene Webseite (von 1992) ist beim W3C zu finden.

Das Konzept dazu hat Tim Berners-Lee mit Robert Cailliau entwickelt. Cailliau gilt auch als erster Websurfer. Weitere folgten.

Google Refine

Am Mittwoch wurde Google Refine 2.0 released. Google Refine kann dazu dienen, unordentliche Datenmengen aufzuräumen und nachnutzbar zu machen. Hat man z.B. eine Datei in der unterschiedliche Schreibweisen zur Beschreibung des selben Sachverhalts genutzt wurden, kann man sie mit Refine mühelos clustern. Mehr Infos dazu gibt es im Refine-Blog oder in diesen Tutorial-Videos:

Erste Spielereien mit Refine zeigen, dass es ein mächtiges, aber durchaus schnelles Tool ist. Einsatzszenarien sind zum Beispiel die Aufbereitung von Open Government Data vor der Publikation. Vor diesem Release hieß die Software Freebase Gridworks und wurde u.a. eingesetzt, um Daten für data.gov.uk aufzubereiten. Dieses Beispiel ist neben anderen im Google-Refine-Blog zu finden.