Roland Reuß äußerte sich in der FAZ einigermaßen sachunkundig zum Thema Open Access. Geantwortet haben einige. Besonders hervorzuheben ist die zweiteilige Replik von Joachim Eberhardt, der die Angst des Roland Reuß vor Open Access
in Teil 1 und Teil 2 beschrieben hat.
Autor: ch
Equinox lässt Autoren im Stich
Im International Journal of Speech Language and the Law, Vol 14, No 2 (2007), hatten Anders Eriksson und Francisco Lacerda einen Artikel über „Charlantry in forensic speech science: A problem to be taken seriously“ veröffentlicht. Untersucht wird die Wirkungsweise von sogenannten Lügendetektoren. Aus dem Abstract:
Indeed, our review of scientific studies will show that these machines perform at chance level when tested for reliability. Given such results and the absence of scientific support for the underlying principles it is justified to view the use of these machines as charlatanry and we argue that there are serious ethical and security reasons to demand that responsible authorities and institutions should not get involved in such practices.
Amir Liberman, Gründer der Firma Nemesysco, die ihr Geld mit eben solcher Technologie verdient, fühlte sich angegriffen und drohte Rechtsschritte an. Equinox zog prompt den Schwanz ein und ersetze den Artikel durch einen Hinweis des Herausgebers, in dem das Vorgehen erklärt wird.
The Journal accepts that Mr Liberman and Nemesysco Limited were not asked to assist in the preparation of the article and further that they were not invited to comment on the content of the article prior to its publication where, in view of the content of the article, it would have been appropriate to invite them to do so. We have agreed to publish a letter from Mr Liberman and Nemesysco Limited setting out their objections to the article in more detail in a future issue of the journal.
Equinox will den Artikel in Zukunft nicht mehr öffentlich machen. Dies haben die Autoren dafür andernorts getan.
- http://wikileaks.org/leak/lacerda-lie-detectors-2007.pdf
- http://www.scribd.com/doc/9673590/Eriksson-Lacerda-2007
Mehr Informationen zum Vorgang:
Umfrage zu DRIVER
DRIVER invites all European researchers to comment on the DRIVER portal and search service http://www.driver-repository.eu/Usability/drvport.htm.
DRIVER is building an infrastructure of digital repositories across Europe (www.driver-community.eu). It currently harvests the content of repositories from 23 European countries allowing retrieval of a wealth of Open Access research materials.
New services and features are being developed by DRIVER such as discipline-specific formats and communities, so you could help the shaping of these new communication tools.
All completed questionnaires will be entered in a prize draw for Amazon vouchers.
Niklas Luhmann erklärt seinen Zettelkasten
Niklas Luhmann erklärt in einem Interview, wie sein berühmter Zettelkasten funktioniert. Es gibt verschiedene Versuche, solch einen Zettelkasten elektronisch nachzubilden. Einer ist Markus Krajewskis synapsen, ein anderer Daniel Lüdeckes Zettelkasten.
Würde Luhmann heute anfangen, seine Gedanken und Fundstücke zu ordnen, würde er sich vermutlich an einen Computer setzen und diese oder ähnliche Programme nutzen. Prinzipiell ist diese Art der Sammlung auch mit fast jedem Literaturverwaltungsprogramm möglich. Auch Wikis lassen sich als Zettelkasten einsetzen. Spannende Gedanken zu diesem Thema notierte Johannes Moskaliuk in seinem Blog. Ob man Luhmanns Zettelkasten in näherer Zukunft in ein Wiki übertragen wird, ist eher zweifelhaft. Erst vor ein paar Monaten schrieb Die Welt:
Und dann kommt der Zettelkasten. Kieserling ist begeistert: „Man kann lange Passagen daraus im Zusammenhang lesen.“ Er soll komplett abgeschrieben werden und vielleicht auf CD-ROM erscheinen.
Von der CD-ROM zum Wiki ist es ein weiter Weg…
Bei Youtube gibt es übrigens noch zahlreiche Interviews mit und über Luhmann.
Nummerierte Wissenschaftler
Bourne PE, Fink JL: I Am Not a Scientist, I Am a Number. PLoS Comput Biol 4(12)
doi:10.1371/journal.pcbi.1000247
Was für Otto Normal sehr abschreckend wirkt, übt auf Wissenschaftler einen ganz eigenen Reiz aus: Die Identifizierung durch eine eindeutige Nummer. Im Artikel “ I Am Not a Scientist, I Am a Number“ führen Bourne und Fink aus, wie man die Vergabe eindeutiger IDs für Wissenschaftler für bibliometrische Zwecke und natürlich auch für Dienstleistungen (bibliographische Widgets) nutzen kann.
Mögliche Identifier sind die Researcher-ID (über die aktuell auch Medinfo berichtet) oder Open-ID. Spannend wäre eine Nutzung der PND für solche Zwecke. Vielleicht wäre ja auch eine Verknüpfung verschiedener IDs möglich, um unterschiedliche Dienste nutzen zu können?
Eine Verknüpfung bibliographischer Daten mit eindeutigen IDs ist auf jeden Fall wünschenswert, um personalisierte Dienste wie automatische Bibliographien oder bibliometrische Analysen zu ermöglichen.
Walt Crawford über Biblioblogs
Unter dem Titel „Shiny Toys or Useful Tools?“ (PDF) veröffentlicht Walt Crawford (der auch das Vorwort zum LibWorld-Buch schrieb) eine detaillierte Analyse und Definition des Phänomens Biblioblogs (oder Liblogs, wie er es nennt). Er hat sich in seiner nur der englischsprachigen Blogs gewidmet. Er unterteilt in Liblogs, Academic Library Blogs und Public Library Blogs, durchaus kompatibel mit der in Libreas vorgeschlagenen Unterteilung von Blogs:
1. Individuen
1.1 Privatpersonen, die private Interessen kommunizieren, in eigener Sache und ohne institutionellen Auftrag
1.2 Personen, die in institutionellem Auftrag agieren, oft mit sehr engem thematischem Fokus oder einem speziellen Ziel (Kundenbindung, Öffentlichkeitsarbeit etc.)
2. Körperschaften
2.1 so genannte Corporate Blogs, die von Firmen betrieben werden
2.2 Blogs von nicht förmlich organisierten Personengruppen, oftmals Interessengruppen
2.3 Blogs von Verbänden, Vereinen und anderen nicht-kommerziell organisierten Körperschaften
Interessant sind seine Vermutungen über die Zukunft der bibliothekarischen Postings:
If anything, I’d expect fewer very short posts (and fewer linkblogs) and more slightly longer posts. Or, in a few cases, maybe much longer: I encountered a 7,800-word post on one highprofile liblog in January 2009, and that’s more words than a full quarter’s worth of posts for 251 of 404 currently-active blogs for which I could calculate post lengths in 2008.
Dies halte auch ich für wahrscheinlich; aus dem einfachen Grund, dass mehr und mehr Blogger auch Social-Bookmarking-Dienste wie Delicious & Co einsetzen. Seitenvorstellungen werden in Blogs in Zukunft vermutlich abnehmen und nur noch dann stattfinden, wenn es sich um besonders bemerkenswerte Seiten handelt. Ein einfaches „guckt mal, das hier gibt’s auch noch“ ist in Bookmark-Feeds gut aufgehoben.
Acht Jahre Netbib!
Acht beachtliche Jahre Netbib gilt es zu feiern.
Pedoc: Open-Access-Server für die Pädagogik
Die Verlage Barbara Budrich, Vandenhoeck & Ruprecht und V&R unipress kooperieren mit dem Fachportal Pädagogik und stellen Publikationen für den Open-Access-Server Pedocs zur Verfügung. Bislang sind 427 Dokumente abrufbar. Der Schriftenserver wird, wie so viele im deutschsprachigen Raum, mit OPUS betrieben.
[via Börsenblatt]
Der Medina-Report
Vor kurzem gab’s bei Netbib schon mal eine kleine Meldung zum Medina-Report. Nun gibt’s ein paar Details dazu von Gavin Baker und im Wiki von La Quadrature Du Web. Die offizielle Version des Dokumentes gibt es hier.
Besonders kritisch wird (unter anderem von Bernard Lang) folgender Punkt gesehen:
24. Wishes the scientific community and researchers to enter into voluntary licence-issuing schemes with publishers in order to improve access to works for purposes of teaching and research; however, takes particular note of the value of learned journals, which play a key role in the peer review process of validating the results of academic research, and the financial viability of which is dependent on paid subscriptions;
Zu Bibliotheken und Archiven im Procedure File:
The Green Paper focuses on the exceptions to copyright which are most relevant for the dissemination of knowledge, namely:
1)The exception for the benefit of libraries and archives: two core issues have arisen: the production of digital copies of materials held in the libraries‘ collections and the electronic delivery of these copies to users. Under the current legal framework, libraries or archives do not enjoy a blanket exception from the right of reproduction. Reproductions are only allowed in specific cases, which arguably would cover certain acts necessary for the preservation of works contained in the libraries‘ catalogues. On the other hand, the library exception and national rules implementing it are not always clear.
Main questions:
* Should the exception for libraries and archives remain unchanged because publishers themselves will develop online access to their catalogues?
* In order to increase access to works, should publicly accessible libraries, educational establishments, museums and archives enter into licensing schemes with the publishers?
* Should the scope of the exception for publicly accessible libraries, educational establishments, museums and archives be clarified with respect to: format shifting; the number of copies that can be made under the exception; the scanning of entire collections held by libraries?
* Is a further Community statutory instrument required to deal with the problem of orphan works, which goes beyond the Commission Recommendation 2006/585/EC?
Buchcover in den Hobsy-Katalogen
Via SeeAlso und Librarything gibt’s nun Buchcover und Links zu Wikipedia-Artikeln in den Hobsykatalogen. Mehr Infos gibt’s hier.