Freie öffentlich-rechtliche Inhalte

Beim Chaos Communication Camp 2007 findet morgen eine Podiumsdiskussion mit Verena Wiedemann, Generalsekretärin der ARD und Frank Rosengart, Sprecher des CCC, mit dem Titel „Freier Zugang zu öffentlich-rechtlichen Inhalten? Die Digitalisierungsstrategie der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten – Gebührenfinanzierter Rundfunk im Zeitalter des Internet“ statt:

Mit der Ankündigung der Digitalisierungsstrategie haben die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten einen großen Aufschrei bei den kommerziellen Sendern und Verlagshäusern ausgelöst. ARD und ZDF möchten ihre Programme auch über das Internet abrufbar machen. Die Privaten fürchten die gebührenfinanzierte Konkurrenz auf dem hart umkämpften Werbemarkt im Internet. Auf den Portalen der Zeitungen und Magazine gehören Videoclips mittlerweile ebenso zum Angebot wie Texte und Bilder. Und die Nachrichtenportale der öffentlich-rechtlichen haben mittlerweile umfangreiche Dossiers und Bilderserien. Die Medien verschmelzen.

Was bedeutet ein veränderter Medienkonsum für den Auftrag der „Grundversorgung“ durch das öffentlich-rechtlichen Fernsehen? Soll sich der gebührenfinanzierte Rundfunk auf das „aussterbende“ Medium Fernsehen beschränken? Oder ist die Digitalisierungsstrategie einfach nur konsequent? Was bedeutet das neue Medium für TV-Macher, die Sender und die Zuschauer?

[via Commonspage]

Google und die bleichen Bibliothekare

David Hesse schreibt in der ein kleines Artikelchen über Googles Digitalisierungen, bemüht ein paar wirklich abgegriffene Klischees (Hinterher eilen bleiche Bibliothekare…) und streift einige wenige Aspekte des Themas, die eigentlich eine genauere Betrachtung verdienen würden:

Warum sich Google die weltgrösste digitale Bibliothek zusammenscannt, weiss niemand so genau. Der Bücherverantwortliche im Londoner Google-Sitz findet die Frage müssig und schwärmt von der Demokratisierung des Weltwissens: «Wir sorgen dafür, dass Studenten in Afrika umsonst Bücher aus Lausanne lesen können», sagt er. Wie viel sich die Firma dies kosten lässt und was sie sich ertraglich davon verspricht, wird nicht verraten.

Da Google nicht eben das Rote Kreuz ist, erntet die Geheimniskrämerei viel Kritik. Wer garantiert dem Verschwörungstheoretiker, dass ihm nicht die Bücher des bestzahlenden Verlags zuerst serviert werden? Dass in China oder Russland nicht unliebsame Autoren herausgefiltert werden? Dass nicht Teile des Weltwissens gelöscht werden, wenn sie einem Gesetzgeber nicht mehr gefallen? Google hält sich an nationale Bücherverbote, so dass etwa in den USA eine Google-Buchsuche nach Hitlers «Mein Kampf» erfolglos bleibt.

Auch der letzte Satz des Artikels ist mehr als ein kurzes Nachdenken wert:

Während alle um die Wette scannen, interessiert sich die Leserschaft kaum für digitale Bibliotheken.

Open Library

Archive.org will die größte digitale Bibliothek der Welt bauen. In der Open Library soll jedes Buch, das es gibt verzeichnet und mit den wichtigsten bibliographischen Daten versehen werden.
Vorgehensweise, Ziele und Technik kann man sich auf einer Demosite genauer ansehen.

[via gulli.com]

Update: Phoenix Ereignis-Bibliothek

Ein Mainzel machte gerade in einem Kommentar darauf aufmerksam, dass die Phoenix-Bibliothek nunmehr online ist.

Mit der Online-Bibliothek stellen wir ein Bindeglied zwischen dem TV-Archiv und den digitalen neuen Medien her. Der Zuschauer findet hier die Programmhöhepunkte aus ebendiesen vergangenen zehn Jahren PHOENIX als Abruf-Fernsehen zeitunabhängig zur Verfügung. Die Bibliothek wird dabei nach dem Start kontinuierlich mit weiteren Ereignissen befüllt. Von der Systematik der Bibliothek her sind die Beiträge sowohl nach Daten wie auch nach Themen sortiert und recherchierbar. Die Beiträge sind als Video-on-Demand-Streams in verschiedenen Qualitätsstufen für die Player „Real“ und „Windows Media“ verfügbar.

Wer sich also zum Beispiel nicht oft genug darüber freuen kann, dass Edmund Stoiber zurücktritt, kann seine Rücktrittserklärung nun beliebig oft ansehen. Es gibt auch die Möglichkeit, Videocasts zu abonnieren.

Virtuelle Judaica-Sammlung Frankfurt

Die Universitätsbibliothek Frankfurt am Main digitalisiert derzeit in einem DFG-geförderten Projekt ihre Judaica-Sammlung, da der schlechte Zustand vieler Bände keine Ausleihe mehr erlaubt.
Die „Virtuelle Judaica-Sammlung Frankfurt“ soll in vier Jahren vollständig erfasst sein und dann
mit der Deutschen Nationalbibliothek und mit Wikipedia vernetzt werden.

[via Frankfurter Rundschau]

Onleihe

Die Bücherhallen Hamburg und die Stadtbücherei Würzburg haben seit heute einen neuen Online-Service. Bei der sogenannten Onleihe, können registrierte Bibliotheksnutzer über das Internet verschiedene e-Medien herunterladen und eine Woche lang nutzen.

Die Nutzer sind dadurch nicht mehr an die Öffnungszeiten gebunden, so soll laut Hella Schwemer-Martienßen, Direktorin der Bücherhallen Hamburg dem Online-Händler amazon, mit einem Angebot ohne Kaufzwang etwas entgegen gesetzt werden.
Momentan stehen rund 10.000 digitale Medien, wie zum Beispiel Hörbücher, E-Books, Musik und Zeitschriften, zur Verfügung.
Weitere Bibliotheken, die an diesem europaweit einzigartigen Angebot teilnehmen werden, sind die Stadtbibliotheken in Köln und in München.

Auf den Seiten der Bücherhallen Hamburg gibt es eine virtuelle Tour durch die „Virtuelle Bücherhalle“.

[via abendblatt.de]

Digitale Sammlung der Humboldt-Universität

Die Berliner Humboldt-Universität macht ab heute einen Teil ihrer Sammlung online zugänglich. Zu den Nutzungsbedingungen heißt es im Impressum:

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Ist es wirklich strafbar, diese Abbildung einer Urkunde des Herzog Rudolph IV von Österreich aus dem Jahre 1362 zu vervielfältigen?

[via Heise]