Gestern startete mit „SPIEGEL Wissen“ ein neues Rechercheportal.
Es bietet gleichzeitig Zugriff auf Inhalte der Wikipedia, Stöhrigs Deutsche Rechtschreibung und Bertelsmanns Deutsches Wörterbuch, sowie die Archive von manager magazin und manager-magazin.de. Darüber hinaus sind nun die bisher kostenpflichtigen SPIEGEL-Artikel seit 1947 bis auf die beiden aktuellsten Ausgaben ebenso frei zugänglich wie Inhalte von SPIEGEL Online, SPIEGEL-Länderlexikon, Uni-SPIEGEL, Kultur-SPIEGEL und SPIEGEL TV.
Kategorie: Open Content
Geschäftstüchtige British Library
Vorgeschichte: Vor einiger Zeit haben zwei Infobiber einen Artikel zur Vermittlung von Informationskompetenz veröffentlicht, der nach einer gewissen Frist vom Verlag für Open-Access-Repositorien freigegeben wurde. Dies haben wir dann auch gerne wahrgenommen. Nun ist es so, dass damit für Dritte der Weg frei ist, um mit einem solchen Artikel den einen oder anderen Euro zu verdienen. Wie z.B. bei Emerald (GBP £13.00 plus handling charge of GBP £1.50 and VAT where applicable
), bei Amazon (erfreulich günstig für nur $5,95) oder aber in der Premiumversion bei Research & Markets für sensationelle 34 Euro!
Nun ja, das kann man mehr oder weniger gut finden, vielleicht sogar unverschämt. Aber es ist alles rechtens, kein Einspruch möglich oder angebracht. Was ich jedoch ein wenig schräg finde, ist das Angebot der British Library, den Artikel via British Library Direct gegen Entgelt zu beziehen:
To buy the full text of this article you pay: £5.00 copyright fee + service charge (from £7.65) + VAT, if applicable
Copyright fee? Aha!
Fazit: Sollte jemand nach Publikationen suchen, ist British Library Direct für die Recherche vielleicht geeignet. Hat man das Gesuchte jedoch gefunden, sollte man lieber nochmal gegenprüfen (z.B. via BASE oder OAIster), ob man das Gewünschte nicht auch kostenfrei bekommen kann.
"Open Education" – Die Kapstadt-Erklärung
Nach den drei B-Erklärungen des Open Access (Bethesda, Budapest und Berlin) hat nun auch die Open-Education-Bewegung eine Erklärung, die zur Zeichnung offen steht: Kapstadt Open Education Declaration.
Das in der Erklärung genannte Hauptziel: Jeder sollte die Freiheit haben, Bildungsmaterialien zu nutzen, zu verändern, verbessern und weiterzugeben – ohne Einschränkungen.
Dies soll durch drei unterschiedliche Strategien erreicht werden:
- Lehrende, Schüler und Studenten: Wir ermuntern Lehrende (Professoren, Dozenten, Lehrer etc.) und Studierende, aktive Teilnehmer der „Open Education“-Bewegung zu werden. Teilnehmen bedeutet: frei zugängliche Bildungsmaterialien zu erstellen, benutzen, oder zu verbessern; Praktiken umzusetzen, die auf offener Kollaboration und gemeinsamer Erschließung von Wissen als Teil der Lehre basieren; Freunde und Kollegen einzuladen, an der Bewegung teilzunehmen. Die Erstellung und Nutzung von frei zugänglichenBildungsmaterialien sollte als integraler Teil von Bildung anerkannt werden.
- Frei zugängliche Bildungsmaterialien: Wir regen die Autoren und Verleger von Bildungsmaterialien dazu an, ihre Ressourcen frei zugänglich zu machen. Lizenzbedingungen sollten die Nutzung, Veränderung, Übersetzung, Verbesserung, und Weitergabe des Materials ermöglichen. Es soll in technischen Formaten bereitgestellt werden, welche die Verwirklichung dieser Möglichkeiten unterstützen, und Nutzern verschiedener Computersysteme zugänglich sind. So weit möglich, sollten die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung berücksichtigt werden. Idealerweise sollten auch Nutzer ohne Internet einbezogen werden.
- Richtlinien und Politik: Regierungen, Verwaltungen, Schulen und Universitäten sollen frei zugängliche Bildungsmaterialien zu einem Thema mit Priorität machen. Bildungsmaterialien, die mit Hilfe von Steuergeldern erstellt werden, sollten offen zugänglich sein. Bei der Auswahl anerkannter Lehrmaterialien für den Unterricht und die Lehre, sollen „Open Educational Resources“ Vorzug finden. Bildungseinrichtungen sollen aktiv frei zugängliche Materialien fördern und ihre Relevanz hervorheben.
Zu den Erstunterzeichnern gehört u.a. Jimmy Wales.
MARC in Drupal
This module provides a way to map data in the MARC record to Drupal content types and import sets of MARC records. The module currently supports mapping to the default node fields, taxonomy fields and CCK text fields… By importing a library’s MARC records directly in to Drupal as nodes, you can easily recreate your library’s catalog in a rich social environment.
Dies wurde im OSS-4-Lib-Blog bekannt gegeben. Damit bietet sich die Möglichkeit, auf relativ einfache Art und Weise einen Katalog anzubieten, der von den Bibliotheken selbst gestaltet werden kann.
Eine laufende Implementierung konnte ich leider nicht ausfindig machen.
2008 wird Jahr der offenen Software
Noch eine Prognose für 2008: Laut ReadWriteWeb zeichnet sich ein klarer Trend für das nächste Jahr ab: Open Source wird sich auf breiter Front durchsetzen.
George W. Bush unterzeichnet Open-Access-Gesetz
Am zweiten Weihnachtsfeiertag hat US-Präsident Bush ein Gesetzespaket verabschiedet, das unter anderem auch neue Open-Access-Bestimmungen enthält. Die National Institutes of Health (NIH) werden damit verpflichtet, bei der Forschungsförderung verbindliche Open-Access-Klauseln einzuführen.
Steuerfinanzierte medizinische Forschungsergebnisse müssen nun nach 12 Monaten frei veröffentlicht werden.
Mehr [via Golem]
Noch ein Wissensportal
Nachdem seit dem Wochenende das angekündigte Wissensportal von Google mit dem Namen „Knol“ diskutiert wird, tritt nun auch die Spiegel-Gruppe mit eigenen Plänen für eine Wissensplattform an die Öffentlichkeit.
So sollen ab dem nächsten Frühjahr unter „wissen.spiegel.de“ Inhalte unterschiedlicher Quellen, wie z.B. Wikipedia, der Bertelsmann Lexika und Wörterbücher oder auch die Inhalte von Spiegel.online, kombiniert werden. Partner ist die Bertelsmann Tochter Wissen Media Group.
Nun bleibt abzuwarten, welche weiteren Wissensportale in nächster Zeit angekündigt werden.
[via heise online]
Nature öffnet Archiv
Die renommierte britische Wissenschaftszeitschrift „Nature“ kündigte für Dienstag die Veröffentlichung des Archivs für die Jahre 1869 bis 1949 an. Damit werden alle Artikel bis hin zur ersten Ausgabe von „Nature“ verfügbar, heißt es in einer Aussendung.
Hier geht’s zum Archiv.
Wikipedia-Inhalte demnächst unter CC-Lizenzen?
Jimmy Wales, Wikipedia-Gründer, hat laut Heise kürzlich verlauten lassen, dass sich die Lizensierung der Wikipedia-Inhalte demnächst ändern könnte:
Autoren haben also voraussichtlich demnächst die Wahl zwischen der bisherigen GFDL und der Lizenz Creative Commons Attribution-Share Alike. Bisherige Inhalte könnten relizenziert werden. Eine endgültige Entscheidung darüber sei aber noch nicht gefallen, heißt es in einer Mitteilung. Zunächst werde der Beschluss der Wikipedia-Gemeinde zur Diskussion und Abstimmung gestellt.
Klaus Graf erläutert auf seiner Wikipedia-Benutzerseite Kritikpunkte an der bisher verwendeten GNU FDL.
Offenheit in der wissenschaftlichen Kommunikation
Die Wissenswerkstatt schreibt über den weiten Weg von der Einstellungs- zur Verhaltensänderung, Hürden auf dem Weg zu Open Access. Es geht um die bekannten Schwierigkeiten, Open Access als grundsätzliches Linie wissenschaftlicher Kommunikation umzusetzen: Eine Idee für gut befinden, heißt noch nicht, daß man sich auch für sie einsetzt
:
Und so kann es kaum überraschen, daß man bei der Befragung einzelner Wissenschaftler zu ihrem Publikationverhalten feststellt, daß hier Einstellung und Verhalten nur sehr schwach miteinander korrelieren. D.h. konkret: auch wenn Forscher die Open-Access-Idee gutheißen, so bedeutet das keineswegs, daß sie selbst in Open-Access-Zeitschriften publizieren. Hier ist jedem einzelnen Wissenschaftler das Hemd näher als der Rock.
Die Green Road wird in diesem Artikel leider gar nicht angesprochen.
[via Basic Thinking]