Bibliotheksalchemie in Norwegen

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Thomas Brevik, der norwegische LibWorld-Autor, beschrieb in seinem Blog ein Experiment, in dem er die digitalen und die analogen Bibliothekswelten zusammenführen will: Bibliotheksalchemie.

Many students go straight to the bookshelves when they want information. Completely bypassing the computers with millions of relevant articles and books that we librarians have cunningly placed conveniently obstructing their way into the library.

By putting a touchscreen (Asus EEE Top) where the books are I hope that they might discover all that is available in digital format as well. The screen shows an article on the subject that is on this shelf, the Falklands war of 1982.

Weitere Informationen gibt es in seinem Blog. Thomas hat auch ein paar (leider nicht creative-commons-lizensierte) Bilder dazu geschossen.

Wer bloggt über was?

Gerhard Hachmann beklagt das Schweigen im Bloggerwald zu einer neuen Auflage des Lehrbuches Basiskenntnis Bibliothek von Böttger. Er kann sich nicht erklären, warum es bis auf einen kleinen Hinweis auf die Existenz des Buches nichts dazu gebloggt wurde. Keine Rezension, rein gar nichts.

Wird das Buch ignoriert, weil es sich “nur” um eine Fachkunde für die FaMIs handelt? Weil es sowieso alle schon kennen? Weil es ausschließlich als Printmedium erscheint? Weil es nicht um einen in die Zukunft gerichteten 2.0-Inhalt geht? Weil in der Biblioblogosphäre Ausbildungsfragen so gut wie gar nicht thematisiert werden, und sich keiner für so etwas zuständig fühlt?

In dieser Reihenfolge: Jein. Nein. Nein. Eher ja. Ja, und ja.

1. Die meisten Biblioblogger (alle?) betreiben ihr Geblogge mehr oder weniger privat, zumindest zusätzlich zum normalen Arbeitspensum. Sie decken damit ihre beruflichen und privaten Interessen ab. Obwohl die deutschsprachige Biblioblogosphäre schon vielfältiger wird, ist die Dominanz von eher web-affinen BibliothekarInnen nicht zu übersehen. Anscheinend bloggen hauptsächlich mit der Ausbildung befasste Bibliothekswesen bislang nicht oder nicht zu diesem Thema.

2. Ich habe das Buch zufällig am Donnerstag oder Freitag in der Hand gehabt, da ich es bei einem Kollegen sah. Aber ich kenne es in der Tat nicht.

3. Printmedien sind nicht komplett außerhalb der Wahrnehmungssphäre. Zumindest nicht außerhalb meiner. Aber eine PDF-Version wäre sicherlich häufiger erwähnt worden. Wenn auch nur, weil das noch etwas besonderes ist.

4. Siehe Punkt 1: Es geht in Biblioblogs überwiegend um „Web-Themen“. Das ist meines Erachtens höchst logisch, da die Medien, in denen wir uns hier bewegen, selbst noch genügend Neues bieten, das beschrieben werden will und muss. In neueren Biblioblogs geht es aber auffällig oft nicht primär um das Web selbst, sondern z.B. um Schulbibliotheken, Leseförderung, Katalogisierung von asiatischen Schriften und vielleicht auch bald um die FAMI-Ausbildung.

5. Ich fühle mich in der Tat nicht zuständig. Weil ich mich bloggerisch für überhaupt nichts zuständig fühle. Ich blogge über Themen, die mich interessieren, ohne Vollständigkeitsanspruch. Wer ein Thema aufgegriffen sehen möchte, mag sich gerne selbst darum kümmern. Der Teil in den 2.0-Theorien, der sich um Partizipation dreht, ist durchaus ernstzunehmen. Frei nach JFK: Frag nicht, was die Biblioblogosphäre für Dich tun kann, sondern frag, was Du für sie machen kannst.

Es gibt zahlreiche Themen, die in Biblioblogs nicht behandelt werden, obwohl sie durchaus ihre Leserschaft im vielzitierten Long Tail fänden. Ein paar Desiderate (wie es in der DFG-Prosa immer so schön heißt) meinerseits wären zum Beispiel:

  • Immer noch Blogs von Niggemann, Lux & Co
  • bloggende ProfessorInnen an den Fachhochschulen, die sich dem Bibliothekswesen in irgendeinem Sinne widmen. Ich weiß nicht, ob ich die Ausnahmen loben oder das restliche Schweigen peinlich finden soll.
  • BibliotheksdirektorInnen scheinen ihre Meinung auch nicht gerne öffentlich zur Diskussion stellen zu wollen.
  • Die ganzen EDV-Leute in den Bibliotheken, die tagein, tagaus an irgendwelchen Perl-Skripten basteln, die jeden Tag das Rad neu erfinden: Tausch Euch aus! Stellt Eure Skripte ins Netz.

Was brauchen wir? Mehr und unterschiedliche Biblioblogs. Ganz klar. Also, Bibliothekswesen, hört die Signale! Auf ins Gefecht Web 2.0!

[via Netbib]

Studierende fordern mehr Geld für Bibliotheken

Zukünftige Steuerzahler (sogenannte High Potentials) plädieren für den sinnvollen Umgang mit Steuergeldern. Sie wollen, dass es u.a. in Bibliotheken investiert wird.

Den Rotstift ausgerechnet bei den Bibliotheken oder Tutorien anzusetzen, ist für Maisch eher kontraproduktiv. „Da läuft doch schon jetzt alles auf Sparflamme.“ Auch im Internet-Zeitalter seien beileibe noch nicht alle Fachbücher im Netz.

Mehr darüber bei Heise.

Elseviers Artikel der Zukunft

Cell Press und Elsevier arbeiten an einer verbesserten Präsentation wissenschaftlicher Publikationen im Netz, genauer gesagt am Article of the Future. Dies soll unter anderem beinhalten:

* A hierarchical presentation of text and figures so that readers can elect to drill down through the layers of content based on their level of expertise and interest. This organizational structure is a significant departure from the linear-based organization of a traditional print-based article in incorporating the core text and supplemental material within a single unified structure.
* A graphical abstract allows readers to quickly gain an understanding of the main take-home message of the paper. The graphical abstract is intended to encourage browsing, promote interdisciplinary scholarship and help readers identify more quickly which papers are most relevant to their research interests.
* Research highlights provide a bulleted list of the key results of the article.
* Author-Affiliation highlighting makes it easy to see an author’s affiliations and all authors from the same affiliation.
* A figure that contains clickable areas so that it can be used as a navigation mechanism to directly access specific sub-sections of the results and figures.
* Integrated audio and video let authors present the context of their article via an interview or video presentation and allow animations to be displayed more effectively.
* The Experimental Procedures section contains alternate views allowing readers to see a summary or the full details necessary to replicate the experiment.
* A new approach to displaying figures allows the reader to identify quickly which figures they are interested in and then drill down through related supplemental figures. All supplemental figures are displayed individually and directly linked to the main figure to which they are related.
* Real-time reference analyses provide a rich environment to explore the content of the article via the list of citations.

[via ReadWriteWeb]

Googles "Wolkenkuckucksheim"

Die NZZ philosophiert heute unter dem Titel „Bücher in der Wolke“ über Googles angeblichen neuesten Streich:
Das Programm „Edition“, das kostenpflichtigen Zugriff auf E-Books bieten soll. Allerdings sollen hier – anders als bei anderen bekannten Lesegeräten – keine Dateien mehr heruntergeladen werden, sondern nur ein Zugang zum Google-Server gewährt werden.

Die Sammlung, unsere Bibliothek, verbleibt bei Google im Netz.

Im Blog des Antiquars

„Im Blog des Antiquars. Bücher und Menschen aus 6 Jahrhunderten“ – so heißt ein neues Weblog des Antiquars Otto W. Plocher in Achterstadt.
Plocher beschreibt seinen Blog selbst:

Diese Seite ist dem antiquarischen Buch gewidmet in all seinen Facetten. Ich möchte Ihnen aus der faszinierenden Welt des Antiquariats berichten und Sie teilhaben lassen an der Begeisterung, die mir der Umgang mit Alten Büchern vermittelt. Kurze und längere Aufsätze zu Büchern und zur Buchgeschichte, Hinweise zu Einzelstücken aus meinem Geschäft, aber auch Geschichten und Anekdoten aus dem Antiquariatswesen und Reflexionen zur antiquarischen Arbeit werden sich dabei in freier Folge abwechseln. Daß sich hier und da Literarisches einschleichen könnte liegt in der Natur der Sache, mehr noch in der des Betreibers.

Gothaer Stundenbuch ist zurück

Das kostbare „Gothaer Stundenbuch“ aus dem Spätmittelalter ist in die Forschungsbibliothek auf Schloss Friedenstein Gotha zurückgekehrt. Die reichillustrierte Gebetshandschrift konnte mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder, des Kulturstaatsministers und der Ernst von Siemens Kulturstiftung bereits 2005 im Schweizer Kunsthandel erworben werden. Das um 1500 entstandene Stundenbuch war bis 1939 im Besitz der „Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha’ischen Stiftung für Kunst und Wissenschaft“ in der herzoglichen Bibliothek auf Schloss Friedenstein und wurde vor Kriegsbeginn für 1850 Reichsmark verkauft.Die Handschrift ist nach Expertenmeinung zudem ein Spitzenstück der Pariser Stundenbuch-Produktion aus dieser Zeit.

[via welt.online]