Teuerstes Taschenbuch

Mit 4000 Euro das wohl teuerste Taschenbuch ist die Faksimile Ausgabe des Gebetsbuches von Karl dem Kühnen, Herzog von Burgung. Das Original befindet sich im Getty Museum in Los Angeles, dort haben Experten des Luzerner Faksimile-Verlages vier Jahre lang daran gearbeitet das Buch abzufotografieren.
Das Taschenbuch hat eine Samteinband, ein Medaillon auf der Vorderseite, zwei Schließen und vergoldete Buchkanten. Bevor man sich zum Kauf entscheidet, kann man sich das Orginal in einer Ausstellung des Historischen Museums Berns ansehen.

[via welt.de]

"What's the book you're most ashamed of never having read?"

Auf dem Ways with Words-Literaturfestival im englischen Darton, stellt ein Journalist des Daily Telegraphs diese Frage und bringt die dort diskutierenden Schriftsteller und Professoren dazu, ihre größten Leselücken preis zu geben.
Erinnert an die „Bibliothek der ungelesenen Bücher“ die Julius Deutschbauer im Wiener Museumsquartier einrichtete, in der Menschen ihre ungelesenen Bücher in ein Regal stellen konnten. [wir berichteten]

[via sueddeutsche.de]

Ausstellung : Peter Jessen – Erster Direktor der Kunstbibliothek

In diesem Jahr ist der 150. Geburtstag des ersten Direktors der Kunstbibliothek. Aus diesem Anlass findet vom 11.08 bis zum 31.08. eine Ausstellung statt:

Was? – Fotos, Textdokumente und Objekte der grafischen Sammlung der Kunstbibliothek sowie
Werbeplakate
Wo? – Foyer des Kulturforums am Potsdamer Platz
Wann? – Di – Fr 10-18 Uhr, Sa – So 11-18 Uhr

Mehr Information in der Pressemitteilung zur Ausstellung.

Knol – Googles Antwort auf Wikipedia

Google antwortet auf Wikipedia und macht nun Knol öffentlich. Im Google-Blog ist kurz und knapp erklärt, worum es geht, daher spare ich mir das hier. Auf einen Punkt lohnt es sich dennoch einzugehen:

The key principle behind Knol is authorship. Every knol will have an author (or group of authors) who put their name behind their content. It’s their knol, their voice, their opinion. We expect that there will be multiple knols on the same subject, and we think that is good.

Das ist der Punkt, der Knol und Wikipedia im wesentlichen unterscheidet. Ein Artikel kann einem Autor oder einem Autorenkollektiv zugeordnet werden. Andere Autoren können zwar Änderungen vorschlagen, eingepflegt werden muss die Änderung jedoch vom Urheber des Ursprungsartikels.

Es wird spannend zu sehen, wie gut das funktioniert. Zwar hat Google auf diese Weise einen effektiven Schutz vor Vandalismus. Aber die Motivation, den Artikel eines Fremden zu verbessern, ist möglicherweise längst nicht so groß, wie bei einem anonymen Artikel.

Joachim Schroer hatte die Thematik auf der Inetbib-Tagung aufgegriffen. Er hat zwar leider die Folien zu diesem Vortrag nicht gehalten, aber eine thematisch zumindest sehr ähnliche Präsentation ist hier online. Dort werden drei (plus eine) Motivationsklassen, genannt:

Nach Klandermans [1]Klandermans, B. (1997). The social psychology of protest. Oxford: Blackwell. Klandermans, B. (2004). The demand and supply of participation: Social psychological correlates of participation in social … Continue reading :

  1. Norm-orientierte Motive: „Wie reagieren Kollegen, Freunde und Familie
    auf das Engagement?“
  2. Kosten und Nutzen: „Welche Kosten und Nutzen entstehen mir
    persönlich durch das Engagement?“
  3. Kollektive Motive: „Wie wichtig sind mir die Ziele der sozialen
    Bewegung?“

Dazu noch eine vierte Motivation (nach Simon et al. [2]Simon, B., Loewy, M., Stürmer, S., Weber, U., Freytag, P., Habig, C. et al. (1998). Collective identification and social movement participation. Journal of Personality and Social Psychology, 74(3), … Continue reading )

  1. Identifikation mit der Bewegung

Durch Knol eröffnet sich Motivationsforschern eine wunderbare Gelegenheit, Autoren, deren Motive und die daraus entstehenden Texte miteinander zu vergleichen. Hier können wertvolle Erkenntnisse für alle Projekte gewonnen werden, die in großem Maßstab auf Kooperation setzen.

References

References
↑1 Klandermans, B. (1997). The social psychology of protest. Oxford: Blackwell.
Klandermans, B. (2004). The demand and supply of participation: Social psychological correlates of participation in social movements. In D. A. Snow, S. Soule & H. Kriesi (Eds.), The Blackwell Companion to Social Movements (S. 360-379). Oxford: Blackwell
↑2 Simon, B., Loewy, M., Stürmer, S., Weber, U., Freytag, P., Habig, C. et al. (1998). Collective identification and social movement participation. Journal of Personality and Social Psychology, 74(3), 646-658.

Studie zur Akzeptanz von Open-Access-Zeitschriften veröffentlicht at IBI-Weblog

Karin Weishaupt vom Institut Arbeit und Technik hat in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität zu Berlin eine Online-Befragung zur Akzeptanz von Open Access-Zeitschriften unter knapp 1000 Autor/innen von Aufsätzen in deutschen Open-Access-Zeitschriften durchgeführt.

Erste Ergebnisse der Studie kann man hier einsehen. Zitat:

Das erklärte Ziel dieser Studie: „Dahin wirken, dass alles Gute Gemeingut werde und den Freien alles frei stehe“ (Friedrich Nietzsche)25 – bis dahin bleibt noch viel zu tun; und es wäre wünschenswert, wenn möglichst viele Autor/inn/en sich diesem Motto anschließen und ihre nächsten Beiträge in Open-Access-Zeitschriften veröffentlichen könnten.

Amen.

[via IBI-Weblog]

Älteste Bibelhandschrift online

Die UB Leipzig stellt die älteste Bibelhandschrift in Netz! Ab Donnerstag sind die Seiten des Codex Sinaiticus aus dem 4. Jahrhundert online.

An der Leipziger Universitätsbibliothek wurden in Zusammenarbeit mit Microsoft und Realisierungspartner Xplain 43 der in Leipzig befindlichen Blätter der Bibel digitalisiert. Weitere Blätter befinden sich in der British Library in London, im Katharinenkloster auf dem Sinai und in der Russischen Nationalbibliothek St. Petersburg.

[via leipzig-seiten.de]

Bloggen ist Selbsthass 2.0

Zur Zeit wird die Sau „Selbsthass“ durchs Medienblogdorf getrieben, die gar nicht gelangweilter daher traben könnte. Überall wird derzeit gebloggt, warum Blogs in Deutschland…

[ ] funktionieren,
[ ] nicht funktionieren,
[ ] nicht wahrgenommen werden,
[ ] nicht funktionieren,
[ ] doch funktionieren.

Je nach Laune, Tageszeit und Wetterlage bitte beliebig ankreuzen.

Die ohnehin schon zig Mal geführte Debatte wird in den Kommentaren breitgewalzt, mit mehr oder weniger passenden Vergleichen gewürzt, und natürlich kommt auch die „typisch deutsch“-Phrase wieder auf den Tisch. Am fürchterlichsten ist diese Debatte, weil sie einzig und allein auf den seit Jahren mit enormer Engstirnigkeit geführten Kleinkrieg der „journalistischen“ Blogger gegen die Printmedien zielt. Der sagenumwobene Erfolg der Strickblogs rauscht natürlich stets auf der anderen Seite des Tellerrands vorbei. Von zarten Pflanzen wie der Biblioblogosphäre und anderen wissenschaftlichen Blogosphären einmal ganz abgesehen.

Auslöser dieses Rants war übrigens ein Blick auf den Rivva, auf dem zumindest gefühlt immer mehr Metabloggen und Kommentieren diverser Startupverkäufe stattfindet und somit zumindest für mich immer uninteressanter wird.