Deutschlandfunk über Transparenz in der Drittmittelförderung

Im Beitrag Mehr Transparenz gefordert wird das Hochschulwatch.de vorgestellt:

Wie unabhängig ist die Wissenschaft an deutschen Hochschulen? Gesponsorte Hörsäle und Stiftungsprofessuren sind an vielen Universitäten und Fachhochschulen Alltag und kaum noch wegzudenken. Seit zwei Jahren sammelt das Portal Hochschulwatch fragwürdige Finanzierungen – jetzt ziehen die Macher Bilanz.

Das Thema ist brandaktuell und (beispielsweise) auch im Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung [1] Im Koalitionsvertrag auf S. 42: „Transparenz darüber herstellen, wer an öffentlich finanzierten Hochschulen in wessen Auftrag mit welcher Fragestellung forscht.“ in Niedersachsen zu finden – mit Auswirkungen auf die Hochschulen und Bibliotheken. Die Forderung, die Finanzierung von Forschungsaktivitäten transparent zu gestalten ist eine Gelegenheit, Forschungsinformationssysteme und Hochschulbibliographie miteinander zu verheiraten.

[via @textundblog]

References

References
↑1 Im Koalitionsvertrag auf S. 42: „Transparenz darüber herstellen, wer an öffentlich finanzierten Hochschulen in wessen Auftrag mit welcher Fragestellung forscht.“

Whatsapp als Tool in der Wissenschaftskommunikation

Drüben bei Helmholtzens verspricht man „Wissenschaft per Whatsapp aufs Handy“. Wird sich das durchsetzen? Schauen wir uns das mal kurz an:

  • Speichern Sie unsere Nummer +4915119558914 als “Helmholtz News” im Telefonbuch Ihres Handys ab.
  • Öffnen Sie Whatsapp (die App muss auf ihrem Smartphone installiert sein) und schicken Sie uns eine kurze Nachricht wie “Newsletter-Anmeldung”
  • Ihren Namen müssen Sie nicht nennen, wir speichern lediglich Ihre Nummer.

Erst einmal nicht. Zwar könnte man den Eintrag ins Telefonbuch per QR-Code erleichtern. Aber dennoch müsste man dann alle Info-Angebote, die man per Whatsapp nutzen möchte, in seinem Telefonbuch mitschleppen. Und man riskiert, dass private Kommunikation in einem Meer von News untergeht.

Abgesehen davon, dass man seine Handynummer verteilen muss. Ich gehe ja nicht davon aus, dass Helmholtz die Nummern weitergibt. Aber wenn sich diese Art der Öffentlichkeitsarbeit verbreitet, muss man nach schwarzen Schafen vermutlich nicht [ergänzt am 18.2.2015] lange suchen.

Dennoch ein nettes Experiment.

6. Potsdamer I-Science Tag

Das Programm des 6. Potsdamer I-Science Tags zum Thema „Zukunft der Informationsinfrastruktur“ ist online, die Registrierung ist nun möglich. Interessant könnten sein:

  • Vernetzung und nutzergenerierter Content in der Wissenschaft – Isabella Peters (ZBW Kiel)
  • Herausforderungen für die Archive in der Informationsgesellschaft – Gerald Maier (Landesarchiv Baden-Württemberg)

 

Iris Hilgemeier: Senior-Experten und Wissenstransfer : Erfahrung als Ressource

Senior-Experten und Wissenstransfer : Erfahrung als Ressource. Bedeutung und Einflussfaktoren der Weitergabe von Wissen bei ehemaligen Fach- und Führungskräften / Iris Hilgemeier

Abstract (Auszug):

Die Arbeit stützt sich methodisch auf eine umfassende Literaturanalyse, einen typenbildenden Vergleich von Senior-Experten-Organisationen sowie auf eine qualitative Erhebung in Form von Leitfadeninterviews. Der theoretische Teil befasst sich mit drei Themenkomplexen: Alter und Arbeit, Wissensmanagement sowie Expertiseforschung. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen relevante individuelle Einflussfaktoren, Begriffe, Institutionen und Methoden. Der empirische Teil steuert Erfahrungswerte aus der organisationalen Praxis bei. Die Auswertung ergibt, dass Senior-Experten aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft prädestiniert dafür sind, ihre Ressourcen zu nutzen, um ihr in vielen Berufsjahren erworbenes Wissen an die nächste Generation weiterzugeben. Der Wissenstransfer stellt das vorrangige Ziel beim Einsatz von Senior-Experten dar und nimmt folglich einen hohen Stellenwert ein. Das Bewusstsein für Faktoren, die den Wissenstransfer beeinflussen, kann hingegen noch geschärft werden. Wissenstransfermethoden mit einer personalisierten Herangehensweise können den Austausch von komplexem, schwer artikulierbarem Erfahrungs- und Expertenwissen fördern.

Zum Volltext (PDF).

Webinar zu „Open Access und offenen Datenpublikationen“

das Open Science Lab (OSL) der Technischen Informationsbibliothek (TIB) lädt am Mittwoch, 18. Februar 2015, um 14 Uhr zu der 60-minütigen Open Video Lecture „Open Access und offene Datenpublikation“ ein. Janna Neumann und Marco Tullney, beide von der Technischen Informationsbibliothek (TIB) in Hannover, geben in dem Online-Seminar nützliche Tipps und Tricks zu Open Access und offener Datenpublikation.

Inhalte der Open Video Lecture

* Open-Access-Publikation und Datenpublikation: Überblick und Empfehlungen
* Vergabe von freien Lizenzen für die Nachnutzung

Im Anschluss an die Präsentation können sich die Teilnehmenden mit theoretischen oder auch ganz praktischen Fragen direkt an die Experten wenden. Weitere Informationen zu den Open Video Lectures der TIB gibt es unter blogs.tib.eu/wp/coscience.

Anmeldung zur Open Video Lecture (am 18. Februar 2014 um 14 Uhr): https://tib.adobeconnect.com/_a1182159922/coscience

Christina Möller über die sozial homogene Professorenschaft

In der nicht als Open-Access-Version verfügbaren und somit dem Nachwuchs aus vielen nicht-akademischen Familien nicht zugänglichen Werk Herkunft zählt (fast) immer : Soziale Ungleichheiten unter Universitätsprofessorinnen und -professoren widmet sich Christina Möller der homogenen Zusammensetzung der Professorenschaft. In einem Telepolis-Interview sind einige Punkte angerissen:

Wir leben zwar in einer meritokratischen Gesellschaft („Leistungsgesellschaft“), in der das Ideal herrscht, dass jeder mit eigener Anstrengung unabhängig von sozialen Dimensionen wie Herkunft oder Geschlecht hohe Bildungsabschlüsse und hohe gesellschaftliche Positionen erreichen kann. Faktisch aber zeigt sich, dass die soziale Herkunft schon in frühem Alter bestimmte Laufbahnen wahrscheinlich oder unwahrscheinlich macht.

Dies hängt viel mit dem Anregungspotential und den habituellen Prägungen im Elternhaus zusammen und die damit zusammenhängende Nähe oder Distanz zu hoher Bildung, aber auch mit systematischen Diskriminierungen im Bildungssystem. Es gibt genügend empirische Studien, die belegen, dass etwa Arbeiter- und Migrantenkinder bei gleichen Noten sehr viel seltener eine Gymnasialempfehlung erhalten als Kinder aus einem sozioökonomisch privilegierteren Elternhaus. Soziale Selektionen ziehen sich praktisch durch alle Übergangsstellen einschließlich beim Übergang zur Promotion, die die weitaus selektivste Bildungsstufe ist.

Das ist nicht neu, aber leider immer noch aktuell.

Drucksache 18/3046: Provenienzforschung stärken – Bessere Rahmenbedingungen für einen angemessenen und fairen Umgang mit Kulturgutverlust schaffen

Antrag der Abgeordneten Ulle Schauws, Katja Keul, Kai Gehring, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Provenienzforschung stärken – Bessere Rahmenbedingungen für einen angemessenen und fairen Umgang mit Kulturgutverlust schaffen (Drucksache 18/3046).

Die Wortbeiträge der Abgeordneten Ulle Schauws (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Ansgar Heveling (CDU/CSU), Sigrid Hupach (DIE LINKE), Burkhard Blienert (SPD), Astrid Freudenstein (CDU/CSU) und Metin Hakverdi (SPD) sind dokumentiert. Diskutiert wurde vorwiegend vor dem Hintergrund der Rückführung von NS-Raubgut und dem Schwabinger Kunstfund. Die Debatte fand statt am 6. Februar 2015.

Positionspapier zu Open Educational Resources

Das Bündnis Freie Bildung (Wikimedia, Creative Commons, OKF.de und noch ein paar andere) hat ein Positionspapier zur Stärkung freier Bildungsmaterialien veröffentlicht, dessen Hauptpositionen so zusammengefasst werden:

  1. Es ist an der öffentlichen Hand, sich klar zu freien Bildungsmaterialien zu bekennen und eine umfassende OER-Strategie zu entwickeln.
  2. Der öffentlichen Hand obliegt es auch, die Rahmenbedingungen und Strukturen zur Förderung von OER zu schaffen und nachhaltig auszugestalten.
  3. Es bedarf in der gegenwärtigen Phase einer gezielten Förderung der Erstellung und Nutzung von OER, bei der die öffentliche Hand mit den entstehenden OER-Communities zusammenwirken kann und sollte.

[via OKFN]