VIVO ist eine Software

VIVO ist – praktisch betrachtet – erst einmal eine Open-Source-Software, die es zu installieren gilt. Alle Features aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen. Daher verweise ich für genauere Informationen noch einmal auf das Wiki. Ich möchte nur einen kleinen Eindruck geben und zum Selbstentdecken anregen.

Auf der Sourceforge-Projektseite heißt es:

VIVO is a semantic web project built on the Jena semantic web framework, and is an application to facilitate the discovery of researchers and collaborators across the country and internationally.

Der Benutzer-Oberfläche und das Backend sehen folgendermaßen aus:

Beispielseiten für Personenprofile:

VIVO bietet Visualisierungen der Forschungsaktivitäten. Im Profil von David Alan Easley kann man zum Beispiel drei Visualisierungstools entdecken. Das Co-Author-Network, die Map of Science und das Co-Investigator-Network. Anklicken und entdecken! Wer nur einen Schnappschuss haben möchte:

Die Anweisung „Interact“ gilt natürlich nur für die entsprechende Applikation.

Morgen geht’s weiter mit dem VIVO-Netzwerk.

Do Bad Things Happen When Works Enter the Public Domain? Nein.

Passend zu der hübschen Visualisierung der Nutzungslücken (hatten wir hier auch schon) haben Christopher J. Buccafusco und Paul J. Heald ein Paper veröffentlicht mit dem schönen Titel „Do Bad Things Happen When Works Enter the Public Domain?: Empirical Tests of Copyright Term Extension“. Untersucht wurde die Nutzung und Bewertung von Audiobooks innerhalb und außerhalb der Public Domain. Abstract:

The international debate over copyright term extension for existing works turns on the validity of three empirical assertions about what happens to works when they fall into the public domain. Our study of the market for audio books and a related human subjects experiment suggest that all three assertions are suspect. We demonstrate that audio books made from public domain bestsellers (1913-22) are significantly more available than those made from copyrighted bestsellers (1923-32). We also demonstrate that recordings of public domain and copyrighted books are of equal quality. While a low quality recording seems to lower a listener’s valuation of the underlying work, our data do not suggest any correlation between that valuation and legal status of the underlying work. We also report important pricing data.

Hier geht’s zum Volltext.

[via @OKFN]

Podiumsdiskussion: „Open Science – Chancen und Herausforderungen der digitalen Wissenschaft“

Am 23. Oktober 2012 um 18 Uhr findet in der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin eine Podiumsdiskussion im Rahmen der Open Access Week 2012 zum Thema „Open Science – Chancen und Herausforderungen der digitalen Wissenschaft“ statt.

Hochkarätige Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Verlagswesen werden darin die Themenfelder Open Access, Web 2.0 und die dauerhafte Zugänglichkeit von Forschungsdaten unter dem Titel „Open Science – Chancen und Herausforderungen der digitalen Wissenschaft“ thematisieren.

Weitere Informationen:
http://www.ibi.hu-berlin.de/aktuelles/veranstaltungen/open_access

Maike Sommer: Automatische Generierung von DDC-Notationen für Hochschulveröffentlichungen

Abstract:

Das Thema dieser Bachelorarbeit ist die automatische Generierung von Notationen der Dewey-Dezimalklassifikation für Metadaten. Die Metadaten sind im Dublin-Core-Format und stammen vom Server für wissenschaftliche Schriften der Hochschule Hannover.

Zu Beginn erfolgt eine allgemeine Einführung über die Methoden und Hauptanwendungsbereiche des automatischen Klassifizierens. Danach werden die Dewey-Dezimalklassifikation und der Prozess der Metadatengewinnung beschrieben. Der theoretische Teil endet mit der Beschreibung von zwei Projekten. In dem ersten Projekt wurde ebenfalls versucht Metadaten mit Notationen der Dewey-Dezimalklassifikation anzureichern. Das Ergebnis des zweiten Projekts ist eine Konkordanz zwischen der Schlagwortnormdatei und der Dewey-Dezimalklassifikation. Diese Konkordanz wurde im praktischen Teil dieser Arbeit dazu benutzt um automatisch Notationen der Dewey-Dezimalklassifikation zu vergeben.

Nicht nur die Daten stammen vom Server für Wissenschaftliche Schriften der Hochschule Hannover, auch diese Bachelorarbeit ist dort als Volltext verfügbar.

"Predatory open access publishers"

Jeffrey Beall hat eine Liste von potential, possible, or probable predatory scholarly open-access publishers erstellt. „Beall’s list“ ist nützlich, wenn man die Seriösität eines Verlages nicht recht einschätzen kann. Warum ein Verlag dort geführt ist, ist der Liste zwar nicht zu entnehmen. Zu vielen Verlagen findet man im Blogarchiv jedoch nähere Informationen.

[via Sauropod Vertebra Picture of the Week]

Der Affe, die Leser und die deutsche Presse

Am 12. September wurde in PLOS ONE ein Artikel [1]Hart JA, Detwiler KM, Gilbert CC, Burrell AS, Fuller JL, et al. (2012): „Lesula: A New Species of Cercopithecus Monkey Endemic to the Democratic Republic of Congo and Implications for … Continue reading veröffentlicht, in dem die neu entdeckte Affenart Lesula (Cercopithecus lomamiensis) beschrieben wird.

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Lesula (Cercopithecus lomamiensis). CC: BY (John A. Hart et al.)

Als Open-Access-Befürworter freut man sich natürlich, dass die Beschreibung in PLOS ONE erfolgt. Einem Journal, dass jedem zugänglich ist, der oder die Zugang zum Internet hat.

Neu entdeckte Affenarten sind etwas Besonderes, die Meldung ging daher durch viele Medien. Unter anderem Focus, Frankfurter Rundschau, Spiegel, Stern, Welt oder Zeit haben in ihren Onlineportalen über die Neuentdeckung berichtet, meist mit einer DPA-Meldung. Andere werden folgen.

Und hat auch nur eine dieser deutschen Zeitungen die Gelegenheit genutzt, den Artikel zu verlinken? Aber natürlich nicht. Wer deutsche Qualitätsmedien aufsucht, erhält dort schließlich alle benötigten Informationen und muss die Seite eigentlich nie wieder verlassen.

Oder hält die Presse ihre Leser für nicht pfiffig genug, den Artikel zu verstehen? Oder es ist ihnen einfach egal? Die Mission „Klickvieh auf unsere Seite treiben“ ist schließlich schon erfüllt.

Dementsprechend gibt es aus den Artikeln auch keinen Link zu PLOS ONE. Also nicht einmal auf deren Startseite.

Deutsche Presseerzeugnisse mit Link auf den PLOS-Artikel habe ich auf Anhieb nicht gefunden. In der Schweiz scheint man Leser ernst zu nehmen und ihnen Mehrwert bieten zu wollen. Die NZZ verlinkt in ihrer Lesula-Meldung auf den Artikel. [2] Es geht auch in Deutschland anders. Julia Merlot schreibt zwar auch für SPON, hat aber ein positiveres Bild von ihren Lesern. Sie verlinkt zumindest hier einen PLOS-Artikel. Dradio kann’s auch.

References

References
↑1 Hart JA, Detwiler KM, Gilbert CC, Burrell AS, Fuller JL, et al. (2012): „Lesula: A New Species of Cercopithecus Monkey Endemic to the Democratic Republic of Congo and Implications for Conservation of Congo’s Central Basin“. PLoS ONE 7(9): e44271. doi:10.1371/journal.pone.0044271
↑2 Es geht auch in Deutschland anders. Julia Merlot schreibt zwar auch für SPON, hat aber ein positiveres Bild von ihren Lesern. Sie verlinkt zumindest hier einen PLOS-Artikel. Dradio kann’s auch.

Craigslist setzt auf Open Street Map

Open Street Map (OSM) gewinnt einen großen Nutzer nach dem anderen. Global Player wie Apple, Foursquare oder die Bibliothek der Hochschule Hannover setzen seit einiger Zeit auf OSM, um Karten in die jeweiligen Webseiten einzubauen. Und seit kurzem nun auch Craigslist.

Craigslist ist im deutschsprachigen Raum weitgehend unbekannt. Es handelt sich aber mit laut Eigenaussage [m]ore than 50 billion page views per month eindeutig um eine Webseite, deren Entscheidung für OSM auch in der Google-Zentrale wahrgenommen wird. Google ist bekannt dafür, APIs und andere Dienste mehr oder weniger unkompliziert zu entsorgen, kostenpflichtig zu machen oder wegzusperren, wenn ein Strategiewechsel gewünscht ist. Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung eines langfristig planenden Unternehmens gegen Google Maps sehr verständlich.

„I think it’s another major website making a great decision,“ said Steve Coast, the founder of OpenStreetMap. He told Ars that he was unaware of Craigslist’s move until being sent a link to other media coverage on Tuesday.

So heißt es auf Ars Technica.

PS: Wenn so etwas nicht bemerkt wird, ist OSMs Serverausstattung offenbar beachtlich.

Sechs Missverständnisse über Open Source

Dave Kelly und Cody van de Mark haben sechs Missverständnisse über Open Source Software ausführlich erläutert:

Misconception: Free means there is no monetary cost
Misconception: Open source is free development
Misconception: Open source means poor quality
Misconception: Open source has no support
Misconception: Open source is bad for business
Misconception: Open source does not generate business revenue

Nicht besonders originell und den meisten sicherlich längst klar. Für alle anderen, aber auch zur Auffrischung: Leseempfehlung!

Starting an Open Access Journal: a step-by-step guide

Martin Eve erklärt in einem Fünfteiler, worauf es bei der Gründung eines Open-Access-Journals ankommt. Hier geht es los.

Schon im ersten Teil wartet er mit der Erkenntnis auf, die banal klingt, bei der Diskussion um Systeme und technische Anforderungen doch leicht übersehen wird:

What takes the time, energy and willpower is to get the social, rather than technical aspects sorted.

In diesem Sinne: Mal sehen, ob aus der Ideensammlung #newLIS tatsächlich eine Zeitschrift wird.

[gefunden im newlis-Wiki]