"Bibliothekseinrichtung der Zukunft"

… nennt sich der Ideenwettbewerb den die ekz zum ersten mal ausrichtet. Bis zum 31. Januar 2009 können Architekten, Innenarchitekten, Studenten und Designer ihre Entwürfe einreichen.

Gesucht werden Entwürfe zur gesamten Bibliothek oder zu einzelnen Bereichen, darüber hinaus der innovative Umgang mit Licht und Farbe in der Innenarchitektur sowie Raum-in-Raum-Lösungen, die sich mit den wechselnden Bedürfnissen und Anforderungen einer Bibliothek auseinandersetzen: Präsentation von Medien, Aufenthalt in der Bibliothek, Ort der Kommunikation und Lernen in der Bibliothek.

Mehr Informationen zum Wettbewerb gibt es auf den Seiten der ekz.

[via openpr.de]

3 Jahre Bibliotheksrecht

Eric Steinhauers Bibliotheksrecht.de feiert dreijähriges Jubiläum. Herzlichen Glückwunsch!

Wenn man drei Jahre lang ein Blog zum Bibliotheksrecht betreibt, ist es gut, sich die „Sinnfrage“ zu stellen. Passen Form und Inhalt noch? Ich denke schon. Das „Zettelkasten“-Prinzip nimmt dem ganzen Unternehmen einen gewissen Aktualitätsdruck. Hier wird keine Nachrichtenbörse und kein Diskussionsforum zu aktuellen Fragen geboten, sondern eine Sammlung von Exzerpten und Ideen. Sie können, müssen aber nicht aktuell sein.

Vielleicht ist die Seite wirklich eher als Zettelkastel zu sehen, weniger als Blog. Schließlich ist die Kommentarfunktion nicht aktiviert, ähnlich wie beim Bildblog, dem der Blogcharakter schon verschiedentlich abgesprochen wurde.

Davon unbelastet bleibt das fachliche Verdienst. Steinhauer stellt auch zurecht die Frage, ob solch ein Engagement nicht hauptamtlich geführt werden sollte:

Und wenn man zwischen zwei Terminen in irgendeinem überfüllten ICE durch Deutschland rollt, stellt sich schon die Frage, ob das ganz bibliotheksrechtliche Unternehmen auf die Dauer so nebenbei zu erledigen ist. Diese Frage betrifft im Grunde alle aktiven Kollegen unter den Bibliotheksjuristen.

War es früher die punktuelle Expertise, die man gerne kollegial gegeben hat, sieht man sich nun in Groß-Gremien, Gesetzgebungsverfahren und erbitterte Lobbygefechte eingebunden. Es bleibt abzuwarten, wieweit das überkommene System der Bibliotheksjuristen mit Geschäftsgangsobliegenheiten in dem immer komplizierter werdenden Geschäft noch tragen wird.

Das betrifft nicht nur Bibliotheksjuristen, auch die bibliothekswissenschaftliche Forschung wird „nebenbei“ ausgeübt. Das alles schreit nach einer Wiederbelebung des DBI. Aber das nur nebenbei…

OpenBook WordPress Plugin: Open Source Access to Bibliographic Data

John Miedema schreibt in der neuen Code4Lib-Ausgabe über sein OpenBook WordPress Plugin

OpenBook is a WordPress PHP plugin that implements the Open Library APIs to insert book covers, titles, authors and publishers into web pages. The motive behind the development was to provide an easy alterative to the common practice of linking to Amazon. Open Library was selected as a data source because it is both open source and open data.The plugin is useful for book reviewers, library webmasters, anyone who wants to put book covers and data on their WordPress blog or website. The plugin also allows users to add links to publisher websites, a feature that was considered significant to independent publishers.

Damit wäre die Arbeit an ISBN2WP wohl weitgehend überflüssig und wird folglich eingestellt.

Buchcover im GVK

Gerade via VZG-Newsletter ins Haus geflattert:

Ab sofort zeigen wir in GSO in der Volltitelanzeige das Monographien-Cover, sofern zu einer gegebenen ISBN ein Cover in unserem DMS bzw. bei LibraryThing vorliegt. Der Dienst ist zunächst noch experimentell und wird momentan auch für die OPC4-Anzeige vorbereitet.
Im DMS der Verbundzentrale liegen aktuell etwa 2,5 Millionen Cover zu vorwiegend englischsprachigen Titeln von Nielsen Bookdata vor.

Über die Positionierung des Covers lässt sich streiten, aber der Schritt, fremde Dienste aufzunehmen, ist offensichtlich nicht mehr verpönt. Hervorragend!

Economist über "User-generated science"

Im Economist wird versucht, User-generated science greifbar zu machen. Dabei wird auf das Henne-Ei-Problem des wissenschaftlichen Bloggens aufmerksam gemacht (das übrigens genauso auf das Open-Access-Publizieren zutrifft):

With the technology in place, scientists face a chicken-and-egg conundrum. In order that blogging can become a respected academic medium it needs to be recognised by the upper echelons of the scientific establishment. But leading scientists are unlikely to take it up until it achieves respectability. Efforts are under way to change this. Nature Network, an online science community linked to Nature, a long-established science journal, has announced a competition to encourage blogging among tenured staff. The winner will be whoever gets the most senior faculty member to blog. Their musings will be published in the Open Laboratory, a printed compilation of the best science writing on blogs. As an added incentive, both blogger and persuader will get to visit the Science Foo camp, an annual boffins’ jamboree in Mountain View, California.

Besten Dank an an Uli für den Hinweis!

Christian Stelzenmüller: Mashups in Bibliotheken

Mashups können durch die Kombination von Daten einen Mehrwert gegenüber den ursprünglichen Informationsquellen bieten. Diese Arbeit stellt Mashups vor und zeigt, wie Bibliotheken Mashups bislang für sich nutzen. Des weiteren wird untersucht, wie verbreitet sie auf ausgewählten Websites wissenschaftlicher Bibliotheken sind. Abschließend wird anhand eines einfachen, praktischen Beispiels erläutert, wie ein Mashup realisiert werden kann, und welche Schritte dafür notwendig sind.

Die Bachelorarbeit von Christian Stelzenmüller „Mashups in Bibliotheken : Untersuchung der Verbreitung von Mashups auf Webseiten wissenschaftlicher Bibliotheken und Erstellung eines praktischen Beispiels“ ist hier online verfügbar.

Das im Abstract erwähnte praktische Beispiel ist eine Karte sämtlicher wissenschaftlicher Bibliotheken,

die am BIX-WB im Jahr 2007 teilgenommen haben. Es wird neben der Adresse und den BIX-Ergebnisdaten der Bibliotheken auch ein Link zur Homepage der einzelnen Bibliotheks-Website angezeigt.

Diese Bachelorarbeit zeigt sehr schön, dass

  1. Mashups keine Zauberkunst sind, und
  2. durchaus praktische Anwendung finden können.

Somit ist sie ein weiteres Argument dafür, dass auch Bachelorarbeiten oft veröffentlichungswürdig sind.

Googles lässt Bücher einbinden

Google hat eine neue Embed-Funktion für die Google-Buchsuche angekündigt. Damit kann man – sofern vorhanden – den Scan samt Suchfunktion und noch einigen anderen Spielereien in eine andere Homepage oder ein Blog einbinden.


Der dazu benötigte Code lässt sich mit dem Preview-Wizard erzeugen. Benutzerfreundlich ist das nicht, aber immerhin funktioniert es. Und die UoC-Library hat es sogar schon (testweise?) in den Katalog eingebunden. Für deutsche Bibliotheken kommt das im Normalfall noch nicht in Frage, da einfach noch nicht ausreichend Material zur Verfügung steht.

[via ReadWriteWeb]

Lange Papers werden häufiger zitiert

Nature News weist auf eine Studie hin, nach der die Zitationshäufigkeit zu einem gewissen Grad mit der Länge des Werkes korreliert.

There is, however, a limit to the benefits of size: citations start to tail off when papers reach lengths of 80 pages or so, perhaps because fewer people have the stamina to read them.

Bei der Menge an Studien, die es inzwischen über Zitationshäufigkeiten gibt, erscheint es mir nicht unwahrscheinlich, dass manch einer seine Publikation nach diesen Kriterien „optimiert“. Statt SEO (Search Engine Optimization) wäre das dann SIO (Scientific Impact Optimization). Vielleicht ist da sogar eine neue berufliche Nische für Publikationsberater?

Nein, lassen Sie die Rohdaten in Kapitel 2 lieber weg, laut der Studie XY senkt das die Zitationshäufigkeit.

Albern? Ja. Abwegig? Nein. Krzysztof Stanek, der Autor der eingangs erwähnten Studie meint dann auch:

„There is definitely too much obsession with citations and other indices,“ Stanek says. This is partly because they are easy to calculate regardless of whether they actually mean very much. But he confesses to using them himself.

Wer sich für die ganze Studie interessiert, der kann den Preprint bei Arxiv einsehen.