Regeln für die Entwicklung wissenschaftlicher Software

Die zehn Regeln:

Rule 1: Don’t Reinvent the Wheel
Rule 2: Code Well
Rule 3: Be Your Own User
Rule 4: Be Transparent
Rule 5: Be Simple
Rule 6: Don’t Be a Perfectionist
Rule 7: Nurture and Grow Your Community
Rule 8: Promote Your Project
Rule 9: Find Sponsors
Rule 10: Science Counts

Prlić A, Procter JB (2012) Ten Simple Rules for the Open Development of Scientific Software. PLoS Comput Biol 8(12): e1002802. doi:10.1371/journal.pcbi.1002802

Lebt denn das alte BIT-Wiki noch?

Achim Raschka schrieb vor über fünf Jahren in einem Infobib-Kommentar zum Posting „B.I.T.-Wiki vs. Wikipedia: Noch eine Webleiche?“

Diverse Ausgliederungen, Neugründungen und andere Projekte auf Wiki-Basis in unterschiedlichsten Themenkomplexen haben gezeigt, dass es für ein Wiki, welches sich inhaltlich sehr nah iom Dunstkreis der Wikipedia bewegt, sehr schwer ist, sich tatsächlich zu eatblieren und am Leben zu bleiben. Der Hauptgrund dafür ist, dass viele dieser Ideen an drei Punkten scheiter:

1) sie bringen kaum einen nennenswerten Mehrwert gegenüber dem, was in der Wikipedia machbar ist und gemacht wird
2) sie schaffen es im Regelfall nicht, die rein quantitativ notwendige Core-Community aufzubauen und auch zu halten.
3) sie müssen das angestrebte Zielpublikum auch erreichen, um Leser und neue Autoren zu gewinnen.

Inwieweit die beiden letzten Punkte beim BIT-Wiki realisitisch erfüllt werden, kann nur die Zukunft zeigen, wichtig für diese Diskussion ist also vor allem Punkt 1. Und hier müssen sich die Macher Fragen, welchen Mehrwert, welches Delta, geschaffen werden soll, dass mit Wikipedia und dem dortigen Portalsprojekt nicht erreicht werden kann.

Wir sind nun in der Zukunft. Und ein Blick auf auf das BIT-Wiki gibt Anlass zu Skepsis. Zwar gibt es durchaus einige Seiten, die in dieser Form woanders nicht zu finden sind. Zum Beispiel die Kategorie Herstellerverzeichnis. Aber schon die beliebtesten Seiten zeigen, dass die Community offensichtlich nicht groß genug ist, um das Wiki zu pflegen. Auf der beliebtesten „echten“ Seite sind seit April zahlreiche Spamlinks enthalten.

Die oben angesprochene Core-Community ist riesig, besteht aber zu geschätzten 97% aus Spambots (siehe auch die „Letzten Änderungen“) oder die Wiki-Statistik:

Über 600.000 Nutzer? Und nur am 1. Januar wurden über den Daumen gepeilte 2500 neu registrierte Nutzer?

Open-Data-Portal der EU

Nachdem viele Mitgliedsländer der EU bereits nationale Open-Data Plattformen etabliert haben oder dabei sind diese zu entwickeln, hat die Europäische Kommission heimlich, still und leise, pünktlich zum Weihnachtsfest die Beta-Version des brandneuen EU Open-Data Portals mit über 5800 Datensätzen (ca. 5600 davon kommen von Eurostat) gelauncht!

Mehr bei Open Everything. Und hier geht’s zum Portal.

"Mustergesellschaftsverträge" für bibliothekarische GmbHs

Es gibt meines Wissens nicht viele Bibliotheken in Deutschland, die als GmbH oder gGmbH geführt werden. Die Stadtbibliothek Gütersloh GmbH ist das prominenteste Beispiel, mit der Bertelsmann-Stiftung als Gesellschafter. Dies passt im doppelten Sinne, da die „gemeinnützige Stiftung“ nicht nur in Gütersloh ansässig, sondern auch maßgeblicher Vorreiter der Privatisierungsidee in Deutschland ist. Auch die ekz ist in diesem Feld aktiv.

Wer sich dafür interessiert, wie die Gesellschaftsverträge aussehen können, sollte einen Blick in „GmbH als Rechtsform für Bibliotheken“ von Sabine Kurth [1]Kurth, Sabine (1998): GmbH als Rechtsform für Bibliotheken. Köln (Kölner Arbeitspapiere zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft, 11). Online verfügbar unter … Continue reading werfen. Im Anhang ist nicht nur der Gesellschaftsvertrag zwischen der Stadt Gütersloh und der Bertelsmann-Stiftung zu finden, sondern auch ein Mustergesellschaftsvertrag der ekz.

Interessant finde ich den sechsten Paragraphen „Rechtsbeziehungen zur ekz Einkaufszentrale für Bibliotheken GmnbH [sic!] (ekz)“ (S. 44):

Die Gesellschaft ist verpflichtet, sämtliche von ihr anzuschaffenden Medien (Bücher, Tonträger, Filme, Software etc.) sowie Bibliotheksmöbel- und material über die ekz zu erwerben. Ausnahmsweise können Medien mit Zustimmung der ekz bei lokalen Händlern erworben werden. Dies gilt insbesondere für örtliche/regionale Literatur.

Zusätzlich erklärt sich die ekz bereit, ihr Know-how betreffend Einrichtung und Betrieb von Bibliotheken zur Verfügung stellen und – gegen Berechnung – die Buchhaltung und weitere Dienstleistungen für die Gesellschaft erbringen.

Unterscheidet sich die Beratung der ekz in Einrichtungsfragen von der Bank- und Versicherungsberatung, bei der natürlich liebend gerne eigene Produkte angepriesen werden? Das würde mich sehr interessieren, Kommentare dazu (wie immer auch pseudonym oder anonym) würde ich sehr gerne sehen. Es gibt ja inzwischen einige Bibliotheken mit GmbH-Erfahrung. [2]Notiz am Rande: Die Stadtbibliothekek Siegburg war von 1999 bis 2011 eine GmbH mit ekz-Beteiligung und wurde wohl wieder in eine AöR überführt mit den Zielen, Synergien, Einsparungen und die … Continue reading

References

References
↑1 Kurth, Sabine (1998): GmbH als Rechtsform für Bibliotheken. Köln (Kölner Arbeitspapiere zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft, 11). Online verfügbar unter http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/aw/2002/fh-koeln/band011.pdf, zuletzt geprüft am 19.12.2012.
↑2 Notiz am Rande: Die Stadtbibliothekek Siegburg war von 1999 bis 2011 eine GmbH mit ekz-Beteiligung und wurde wohl wieder in eine AöR überführt mit den Zielen, Synergien, Einsparungen und die Schaffung einer ausreichenden Eigenkapital- und Finanzausstattung zu schaffen. Gemeinhin nimmt man ja an, genau dies seien die Ziele einer Privatisierung. In Schriesheim wurde das Experiment schon 2004 beendet.

Gewackel zu den Feiertagen: Wikigifs

Ich weiß leider nicht mehr, wie ich auf Wikigifs gestoßen wurde. Aber: man kann dort viel Zeit verbringen. Das Prinzip ist einfach. Seite aufrufen, gucken, Leertaste betätigen, gucken, Leertaste betätigen, gucken, Leertaste betätigen, gucken, Leertaste betätigen, gucken, Leertaste betätigen, gucken, Leertaste betätigen, gucken, Leertaste betätigen, gucken, Leertaste betätigen, gucken…

Gezeigt werden zufällig ausgewählte animierte GIF-Dateien aus Wikimedia Commons. Ein paar Beispiele gefällig? Achtung, jetzt wird es beweglich:
„Gewackel zu den Feiertagen: Wikigifs“ weiterlesen

Blogs zur Informationsvisualisierung

Es gibt Hunderte von Blogs, die sich mit Daten, Informationen und deren Visualisierung beschäftigen. Hier eine kleine Auswahl von Blogs, die mir seit langem besonders gut gefallen.

information aesthetics.Where form follows data.

Beispielposting: OrgOrgChart: The Dynamic Organization of an Organization

FloatingSheep

Sehr viele Visualisierungen rund um Twitter, oft auch Auftragsarbeiten für den Guardian.
Beispielposting: Mapping Racist Tweets in Response to President Obama’s Re-election

Flowing Data

Ach, wo soll man anfangen? Zwei Beispiele sollen reichen.
Beispielposting 1: Getting Started with Charts in R
Beispielposting 2: An Ideal Bookshelf

Datavisualization.ch

Datavisualization.ch is the premier news and knowledge resource for data visualization and infographics. Leider wird dort recht selten gebloggt. Eine Perle ist sicherlich A Carefully Selected List of Recommended Tools.

The Functional Art

Alberto Cairo über Visualisierungen, oft mit einem Fokus auf Datenjournalismus.
Beispielposting: Radar graphs: Avoid them (99.9% of the time)

Cairo bietet übrigens auch einen MOOC über Introduction to Infographics and Data Visualization an, der am 12. Januar 2013 startet.

Information is Beautiful

Eins der prominentesten Blogs dieser Sparte, leider mit recht wenig Postings in den letzten Monaten. Dort vergibt man vor einigen Monaten den Information is Beautiful Award.

Einige dieser Blogs und einige weitere hat Joshua Kitlas letztes Jahr schon zu den 25 Must-Follow Information, Data and Visualization Blogs and RSS Feeds for the Data Professional zusammengestellt.

And the Open Access Irony Award goes to…

Bei Mendeley bietet die Möglichkeit, in sogenannten Groups gemeinsam Literatur zu sammeln. Eine dieser Gruppen trägt den Titel „Open Access Irony Award“ und sammelt Literatur, die Open Access feiert, aber selbst nicht frei verfügbar ist.

Any paper that extols the virtues of open access publishing or the open sharing of data on the web, but is (ironically) inaccessible without the reader paying a subscription or fee.

Die Mission: Name them and shame them!

Auf ein besonders schönes Exemplar für den Award bin ich gerade via OATP aufmerksam geworden:

Ein Screenshot der Artikelseite bei ScienceDirect sagt mehr als Tausend Worte:

Als Sahnehäubchen möchte ich den ersten Satz aus dem Abstract nicht vorenthalten: OA is to become the future of academic library exchanges in China.

PS: Ich würde nie und nimmer für einen Aufsatz einen solchen Preis bezahlen. (Nemissimo, 2012)

PPS: Den Vogel schießt in der Gruppe m.E. der erste dort aufgenommene Artikel ab.

TIB/UB eröffnet Open Science Lab

Lambert Heller im Blog der TIB/UB Hannover:

An der TIB Hannover nimmt 2013 ein neues Team seine Arbeit auf, das Open Science Lab. Hier sollen neuartige Webanwendungen für ForscherInnen in enger Abstimmung mit überregionalen Benutzer-Communities erprobt und (weiter-)entwickelt werden. Alle Ergebnisse sollen schnell öffentlich zugänglich gemacht werden, auch dann, wenn es sich um vorläufige oder experimentelle Anwendungen handelt. Das Lab strebt vielfältige Kooperationen mit anderen Interessierten (einzelnen Softwareentwicklern, Verlagen, Bibliotheken etc.) an und will Drittmittel für neue Entwicklungen einwerben.

Untersucht werden sollen u.a. der Umgang mit publizierten Rohdaten oder alternative Publikationsarten. Die Ergebnisse sollen konsequenterweise unter freien Lizenzen veröffentlicht werden.

Seafloor Explorer, Snapshot Serengeti und das Leben der antiken Griechen

Der Seafloor Explorer hat inzwischen mehr als eine Million getaggte Bilder. Beim Seafloor Explorer handelt es sich um ein sogenanntes Citizen-Science-Projekt, bei dem laut Wikipedia nicht nur Wissenschaftler und akademisch gebildete Experten Wissenschaft betreiben, sondern Wissenschaft auch durch Bürger betrieben werden kann. An dieser Formulierung könnte man sicherlich noch feilen…

In diesem Fall geht es um Crowdsourcing bei der Kartierung von Tieren auf dem Meeresboden. Der Seafloor Explorer wird von Zooniverse gehosted. Dort finden sich noch einige weitere Projekte, zum Beispiel die Idenfikation von Tieren aus Fotofallen in der Serengeti oder Ancient Lives.