Apple verbannt E-Books über Wettbewerber

Holly Lisle wollte eine Lektion Ihres Kurses „How To Think Sideways“ im iBookstore veröffentlichen. Apple teilte ihr mit, der Text könne in der eingereichten Form nicht veröffentlicht werden, da er Links zu einem Wettbewerber enthalte.

An sich schon ein Unding. Aber Apple setzte noch einen drauf. Die (anklickbaren) Links wurden zwar anordnungsgemäß entfernt. Doch darf das Buch nun trotzdem nicht im iBookstore erscheinen. Weil es im Text um Amazon geht.

Kein Scherz. Wenn Wettbewerber wie Amazon nun ebenso verfahren, wird es in Zukunft übrigens recht schwierig, über E-Books zu publizieren.

[via BoingBoing]

Sechs Missverständnisse über Open Source

Dave Kelly und Cody van de Mark haben sechs Missverständnisse über Open Source Software ausführlich erläutert:

Misconception: Free means there is no monetary cost
Misconception: Open source is free development
Misconception: Open source means poor quality
Misconception: Open source has no support
Misconception: Open source is bad for business
Misconception: Open source does not generate business revenue

Nicht besonders originell und den meisten sicherlich längst klar. Für alle anderen, aber auch zur Auffrischung: Leseempfehlung!

EU-Kommission blockt Verbesserungen für Sehbehinderte

Die EU tritt auf die Bremse, und das bei einem heiklen Thema. Seit Jahren gibt es Pläne für einen internationalen Vertrag, der das Urheberrecht zu Gunsten Blinder und Sehbehinderter lockern soll. Hauptanliegen ist, die Übertragung von Büchern und anderen Sprachinhalten in geeignete Formate für Blinde auch ohne Zustimmung der Rechteinhaber zu gestatten. Die EU sprach sich jetzt aber bei der World Intellectual Property Organisation (WIPO), wo über den Vertrag verhandelt wird, in einer nichtöffentlichen Sitzung gegen diese Pläne aus.

Mehr im Lawblog, wo auch dieser Erfahrungsbericht eines blinden Studenten verlinkt ist.

Starting an Open Access Journal: a step-by-step guide

Martin Eve erklärt in einem Fünfteiler, worauf es bei der Gründung eines Open-Access-Journals ankommt. Hier geht es los.

Schon im ersten Teil wartet er mit der Erkenntnis auf, die banal klingt, bei der Diskussion um Systeme und technische Anforderungen doch leicht übersehen wird:

What takes the time, energy and willpower is to get the social, rather than technical aspects sorted.

In diesem Sinne: Mal sehen, ob aus der Ideensammlung #newLIS tatsächlich eine Zeitschrift wird.

[gefunden im newlis-Wiki]

Coursera: Neue Universitäten

12 weitere Universitäten haben sich nun Coursera angeschlossen, vermeldet das Coursera-Blog:

Und die Resonanz war bis jetzt schon enorm:

To date, 700,000 students from 190 countries have participated in classes on Coursera, with more than 1.55 million course enrollments total!

Da weiß man, warum diese Kurse „Massive Open Online Courses“ genannt werden! Deutsche Universitäten sind noch nicht dabei.

Open Access: EU-Kommission und Großbritannien

Große Neuigkeiten, kurz notiert:

EU-Kommission will Open Access vorantreiben

Forscher und Unternehmen sollen künftig leichter die Resultate öffentlich geförderter Forschung nutzen können. Nach dem Willen der Europäischen Kommission sollen bis 2016 etwa 60 Prozent der Publikationen im Rahmen öffentlich geförderter Forschung als Open-Access-Veröffentlichungen frei zugänglich sein. Eine entsprechende Empfehlung gab die Kommission am Dienstag bekannt. Zuvor war die britische Regierung mit einer umstrittenen Open-Access-Initiative vorgeprescht, die die Übernahme der Publikationskosten durch die Autoren vorsieht.

Um die erwähnte britische Initiative geht es hier: Open Access: Freier Zugang zur britischen Forschung.

Zum Vorgang um die EU-Kommission siehe auch Wisspub.

Wiley führt Urheberrechtswahnsinn vor

Ständig werden neue Untiefen im Ozean des Urheberrechtswahnsinns erkundet. Von rekordverdächtigem Irrsinn wird aktuell berichtet:

Durch den Verkauf gebrauchter und neuer Bücher wollte sich der thailändische Student Supap Kirtsaeng sein Studium in den USA finanzieren. Dazu gehörten auch acht echte und legal gekaufte Lehrbücher des Wiley Verlags, die ihm Verwandte aus Thailand geschickt hatten. Eine Jury verurteilte ihn dafür wegen willentlicher Urheberrechtsverletzung zu 600.000 Dollar Strafschadenersatz.

So berichtet der Standard unter der Überschrift „US-Gericht erwägt ewiges Urheberrecht“. Im Artikel wird erläutert, was damit genau gemeint ist. Im Kern geht es um die sogenannte „First Sale Doctrine“, nach der ein Rechteinhaber die Kontrolle über die Kope eines Werks verliert, wenn er es verkauft. Einschränkungen dieser Doktrin gibt es inzwischen anscheinend einige, zum Beispiel was den Verkauf von Gebrauchtsoftware (in der EU sieht das neuerdings anders aus) angeht. Im Standard heißt es weiter:

Dieses Recht hat der Eigentümer aber nur, wenn das Werkstück im Sinne des Copyright-Gesetzes rechtmäßig hergestellt wurde. Illegale Kopien dürfen also nicht weitergegeben werden. Hier geht es aber um ganz legale Kopien. Strittig ist, vereinfacht ausgedrückt, ob das Copyright-Gesetz auf außerhalb der USA erfolgte Produktion angewandt werden kann.

Die Konsequenzen, würde das Recht auf diese Weise ausgehebelt werden, sind leicht auszumalen. Die Produktion wird aus den USA in andere Länder verlegt und die Hersteller behalten die ewige Kontrolle über ihre Ware. Sogar Vererbungen könnten laut Standard zustimmungspflichtig werden.

Die American Library Association sieht große Gefahren für das US-amerikanische Bibliothekswesen. In einer Pressemitteilung heißt es:

More than 200 million books in U.S. libraries have foreign publishers. Additionally, many books published by U.S. publishers were actually printed in other countries, and often these books do not indicate where they were printed. If a book does not specify that it was printed in the United States, a library would not know whether it could lend it without being exposed to a copyright lawsuit.

Kurrently: Suchmaschine für Twitter & Facebook

Jürgen Plieninger macht in Netbib nicht nur auf die Bibliojobs-Debatte aufmerksam, sondern erwähnt auch Kurrently als geeignetes Werkzeug, die Debattenbeiträge zu verfolgen.

Sucht man dort nach dem Begriff Bibliojobs, erhält man Ergebnisse aus Facebook und Twitter. In Facebook wird aber entweder nicht über das Thema diskutiert, oder es wird in Kurrently nicht alles angezeigt. Falls hier jemand mitliest, der seinen Account noch nicht gelöscht hat, wäre ich für Erkenntnisse aus einem kleinen Versuch dankbar.

Aufstieg und Fall von Digg.com

Dan Rowinski beschreibt auf Readwriteweb die Entwicklung von Digg.com:

Digg was started in late 2004 as a news aggregator that let users vote stories up or down. The “up vote” mechanism is now commonplace on the Web, with popular sites such as Reddit and Hacker News using it as a primary feature. The up vote can be seen in many different social sites these days, with the “Like” from Facebook and “+1” of Google+ as derivatives of the concept.

Interessanter Artikel, auch wenn ich die dortige Definition des mobilen Webs als „Web 3.0“ nicht teile.