Google Maps für Fahrradfahrer

Google Maps hat mal wieder eine neue Funktion verpasst bekommen. Neuerdings kann man Strecken planen und sich das Höhenprofil anzeigen lassen. Höhenprofile kennt man eventuell schon von verschiedenen Webseiten. Die Stadt Stuttgart bietet sowas zum Beispiel an, um Fahrradrouten zu planen. Dies geht nun auch in den Google Maps, allerdings (wenn ich das richtig verstanden habe) erstmal nur über eine API.

Der Dienst nennt sich Elevation. Wie das praktisch aussieht, kann man sich z.B. bei ReadWriteWeb ansehen, die eine Karte samt “Elevation” in einen Artikel eingebettet haben.

Das ist zum Beispiel das Höhenprofil einer von mir regelmäßig absolvierten Fahrradtour, zusammengeklickt in ca. 3 Minuten.

Sinnvolle bibliothekarische Anwendungen fallen mir spontan zwar nicht ein, aber das ist nur eine Frage der Zeit und des Bedarfs. Wer alpennäher wohnt, hat da vielleicht mehr Ideen.

PaperC im KUG

Kürzlich traf ich mich mit Martin Fenner, Lambert Heller, Felix Hofmann und Martin Fröhlich (beide PaperC), um über dieses und jenes zu schnacken. Dabei kam auch der Vorschlag auf, eine API für Bibliothekskataloge einzurichten. Unabhängig davon wurde eine API auch von Oliver Flimm vorgeschlagen.

Die Antwort auf diesen Vorschlag:

Umgesetzt! Unsere API ist fertig, bald mehr dazu im PaperC Blog. Entwickler sind willkommen.

Im Blog finde ich zwar noch nichts, dafür hat sich Oliver Flimm aber schon ans Werk gemacht und PaperC in den KUG eingebunden. Das Ergebnis kann man sich u.a. bei diesem Prachtstück der Kataloganreicherung durch APIs ansehen.

Frage am Rande: Warum heißt es eigentlich “eine” API? “Die” Schnittstelle? Oder nicht doch eher “das” Interface? Lesen zufällig Linguisten mit?

Google Buzz

Googles neuestes Heilsversprechen, Google Buzz im Werbevideo:

Mehr Infos bei Heise und vor allem in diesem dazugehörigen Foren-Posting von paedubucher. Für mich kommt es schon deswegen nicht in Frage:

google_buzz

Ich entscheide gerne selbst, mit wem ich in welchem Medium Kontakt aufnehme. Ich habe irgendwann jemandem eine Mail geschrieben, und schon stehe ich mit ihm oder ihr in “Buzz”-Kontakt? So etwas als Default-Einstellung anzubieten ist absurd.

Mehr Kritik gibt es hier und hier und (naja) hier und hier und …

Bibliographische Daten aus APIs

Im Artikel Using Book Data Providers to Improve Services to Patrons in der neuen Code4Lib-Ausgabe beschreibt Mike Beccaria, wie er für ein Widget bibliographische Informationen über die APIs von Librarything, Open Library und Google Book Search bezieht.

At Paul Smith’s College, I recently implemented a “New Books” display using open APIs and an image scroller. In this article I’ll give a brief overview of Google Book Search, OpenLibrary and Worldcat, explain how I created this New Books Widget using book cover data, and provide readers with some practical and simple code to show how to collect this data. This article will be of interest to anyone who wants to read about a brief overview of current state of free book data service providers. Additionally, beginner programmers will likely find the examples at the end of the article helpful when getting started with projects of their own.

Sein Widget beschreibt er folgendermaßen:

Python software that reads a text file containing ISBN numbers and uses them to query Open Library and Google Book Search for book information from the respective libraries and adds them to a MYSQL database. Also downloads and processes book thumbnail covers.

Eine interessante Ergänzung zur Kollektion ähnlicher Widgets im Code4Lib-Wiki, die bei der Weiterentwicklung des Open Book Widgets sicherlich Einfluß haben wird.

Hahn, Schulze: Katalogerweiterungen, Mashups und Elemente der "Bibliothek 2.0" in der Praxis

Im aktuellen Bibliotheksdienst (43 (2009), H. 1, S. 20-38), beschreiben Ulrich Hahn und Matthias Schulze, wie der Katalog der UB der Helmut-Schmidt-Universität mit allerlei Nützlichkeiten aufgebohrt wurde. Zuerst wären da:

Im Artikel wird gut deutlich, mit welch geringem Aufwand sich ein Mehrwert für Biblioteksnutzer schaffen lässt. Aber, ohne jemandem die Geschäftsgrundlage zu mißgönnen: Für Lagepläne im OPAC braucht man meines Erachtens keine Firma engagieren. Die Integration von verlinkten Standorten funktioniert zumindest in PICA-OPACs, wie man im Katalog der TUB HH sehen kann. Und wie man mit einfachen (und kostenlosen) Mittel Lagepläne erstellt, beschreibt Tobias Zeumer.

Auch bei Bibtip handelt es sich um eine kommerzielle Dienstleistung, die, obwohl es sich um ein DFG-Projekt zur dauerhaften Verbesserung der Informationsinfrastruktur wissenschaftlicher Bibliotheken in Deutschland. handelt, entgegen einer DFG-Empfehlung (PDF) nicht im Quelltext verfügbar ist.

Mit meinen Einwänden möchte ich diesen Dienste auf keinen Fall die Praxistauglichkeit absprechen.

Im Artikel geht’s weiter mit der Einbindung von Daten und Coverbildern über die API der Google-Buchsuche. Dies wird zu Recht als “klassisches Mashup” bezeichnet. Für die Zukunft werden unter anderem zusätzliche Erweiterungen des Katalogs und der Einsatz von Videocasts versprochen. Dem Schlußsatz kann ich mich nur anschließen: “Wir denken aber, dass unser Katalog durchaus ein klein wenig besser geworden ist.”

Amazon Author Shops

In den “Nachrichten für öffentliche Bibliotheken in NRW” wird auf ein sehr interessantes neues Feature von Amazon aufmerksam gemacht:

In den neuen Author Stores werden alle Bücher und zugehörige Produkte eines über amazon.com erhältlichen Autors gelistet, dazu kommen biografische Informationen und andere Features wie Interviews und Diskussionsforen. Zum Start wurden nach Angaben des Unternehmens 2.500 Author Stores eingerichtet. Ziel sei es, für jeden über Amazon erhältlichen Autor ein solches Angebot einzurichten.

Als Beispiel wird der Author Shop von Joanne K. Rowling genannt, es gibt jedoch schon etliche mehr. Dazu in den FAQ des Projekts:

Question: Why doesn’t my favorite author have an Amazon Author Store?

Answer: A select number of Amazon Author Stores will be viewable during our beta launch. We currently have thousands of Amazon Author Stores now and will be adding many more in the months to come.

Das dazu dann auch bald eine benutzerfreundliche API folgen wird, halte ich für sicher. Und dann haben wir sie endlich: die Konkurrenz zur PND. Kein Wunder, wenn das Bibliothekswesen seit Ewigkeiten auf den eigenen Daten hockt. Aber zumindest Jakob ist ja optimistisch, dass sich “bald” etwas ändern könnte.

Beyond the API: Why Companies Should Have a Presence on All Major Platforms

Beyond the API: Why Companies Should Have a Presence on All Major Platforms

Web sites are only one kind of presence that companies can have today. Social Networks like Facebook and MySpace, mobile platforms like iPhone and Blackberry, browser extensions and RIA Applications all have an equal – sometimes considerably larger – share of users attention. Figuring out which presence should be delivered by the website vs. a third party is an important question that each company should ask.

Der offene GBV

Jakob kündigt seinen Vortrag bei der GBV-Verbundkonferenz an, bei dem es um die Öffnung der Kataloge gehen wird. Die Folien dazu gibt es jetzt schon bei Slideshare.

Kurz gesagt geht es um die Öffnung der Kataloge für darauf aufsetzende Anwendungen. Als Beispiele sind. z.B. persönliche Listen (“Perlis”) wie Semesterapparate, Katalogisierung durch Benutzer und die automatische Katalogisierung von Blogs genannt.

Verde – Schnittstelle zwischen ERM und EZB

ExLibris hat einen RSS-Feed. Dort kann man lesen, dass ExLibris von Leeds Equity gekauft wurde. Zweifellos eine wichtige Nachricht. Für deutsche ExLibris-Kunden zumindest kurz- und mittelfristig weitaus interessantere Nachrichten kann man dort leider nicht erfahren. Dazu muss man schon verschiedene Google-Alerts bemühen [1] seitdem dieser Text angefangen wurde, ist mit Inetbib-K ein Angebot an den Start gegangen, dass diesen Mißstand zu beheben versucht. Siehe auch hier. , die z.B. diese Pressemitteilung ans Tageslicht befördert:

Die Ex Libris (Deutschland) GmbH hat in Kooperation mit der EZB (Elektronische Zeitschriftenbibliothek) in Regensburg eine Schnittstelle zwischen der Electronic Resource Management (ERM) Lösung Verde und der EZB entwickelt. Durch diese Schnittstelle entfällt die bisher erforderliche, doppelte Pflege von elektronischen Zeitschriften in Verde und parallel in der EZB. Die Daten werden jetzt nur noch in Verde gepflegt und dann über ein automatisches Update an die Bestände der EZB geliefert.

„Mit dieser neuen Funktionalität bietet Ex Libris seinen Verde-Kunden einen wichtigen Produktivitätsgewinn und untermauert seine Position als führender Anbieter von ERM Lösungen für Bibliotheken und Forschungsinstitutionen“, erklärt Ullrich Jüngling, Sales und Marketing Direktor der Ex Libris (Deutschland) GmbH.

Nähere Informationen gibt es hier. Wie ExLibris auf Anfrage mitteilte, ist Verde in Deutschland schon an der FU Berlin und an der Jacobs University in Bremen im Einsatz. Auf die Frage, ob man Verde auch mit Nicht-Ex-Libris-Produkten verwenden kann, wurde mir mitgeteilt:

Für die Einbindung zu Nicht Ex Libris-Systemen stellt Ex Libris Verde-Kunden ein Dokument zur Verfügung, welches beschreibt, wie Deeplinks nach Verde generiert werden können, bzw. wie auch die Kommunikation mit den vorhandenen SOAP Services genutzt werden kann. Somit ist die gezielte Abfrage z.B. von Lizenzinformationen möglich, und kann systemunabhängig implementiert werden.

Es wurde in diesem Zusammenhang auf ExLibris Open-Platform-Strategie verwiesen, die eine generelle Öffnung der Produkte auch für Fremdanbieter vorsieht.

ExLibris begeht anscheinend nicht den Fehler, Offenheit nur technisch zu verstehen. Es wurde (oder wird?) eine Plattform geschaffen, auf der auch Ideen Externer in die Entwicklung an ExLibris-Produkten einfließen können. Es gehe um:

  1. Die Prozesse zu formalisieren, mit denen wir unsere Schnittstellen entwerfen, implementieren, dokumentieren und veröffentlichen, um eine Kontinuität bei allen Produkten zu erhalten und ein umfassendes Angebot zu erzielen.
  2. Verstärkung unserer Betonung von Prinzipien der serviceorientierten Architektur (SOA) in unseren zukünftigen Produktdesigns. Dabei möchten wir sicherstellen, dass unsere Lösungen Services als Kernbausteine für Applikationen zur Verfügung stellen, die von uns oder anderen Unternehmen entwickelt werden.
  3. Eine Platform bieten, die als Mittelpunkt für Zusammenarbeit dient und als solcher die Initiativen von Institutionen und Communities aktiv fördert und erleichtert, unsere Produkte zu verbessern oder sie auf eine Weise zu nutzen, die wir nicht vorhergesehen haben.

Klingt vielversprechend.

References

References
1 seitdem dieser Text angefangen wurde, ist mit Inetbib-K ein Angebot an den Start gegangen, dass diesen Mißstand zu beheben versucht. Siehe auch hier.