Schlimmer als Murdoch: Wiley-Blackwell, Elsevier & Springer

George Monbiot ledert im Guardian ordentlich ab gegen Wiley-Blackwell, Elsevier und Springer: Academic publishers make Murdoch look like a socialist.

What we see here is pure rentier capitalism: monopolising a public resource then charging exorbitant fees to use it. Another term for it is economic parasitism. To obtain the knowledge for which we have already paid, we must surrender our feu to the lairds of learning.

Seine Forderung ist unmissverständlich:

In the short term, governments should refer the academic publishers to their competition watchdogs, and insist that all papers arising from publicly funded research are placed in a free public database. In the longer term, they should work with researchers to cut out the middleman altogether, creating – along the lines proposed by Björn Brembs of Berlin’s Freie Universität – a single global archive of academic literature and data. Peer-review would be overseen by an independent body. It could be funded by the library budgets which are currently being diverted into the hands of privateers.

Open Knowledge Index

Die Open Knowledge Foundation (OKFN) wagt sich an den Versuch, mit dem Open Knowledge Index „Offenheit“ in verschiedenen Ländern zu quantifizieren und zu vergleichen.

Bevor man misst, muss definiert werden, was Offenheit ausmacht. Grundlage sind hier die three dimensions of open knowledge:

I) Capability: Following Sen (1999), capability measures whether individuals have the capability to access and process data and knowledge. The availability of data and tools does not necessarily imply that citizens have the knowledge about how to access and understand the information. This problem, known as the Digital Divide, is particularly evident in the stark differences between the high income and lower income countries. As capability is difficult to measure directly, we proxy these dimensions using:

– Total communication access paths per 100 inhabitants (OECD)
– Newspaper circulation rate (World Bank)
– Press freedom (Reporters without Borders)
– Tertiary education rate (World Bank)

II) Legislation: Open public administration is one of the most important administrative law principles (Bugaric 1975). An open government allows citizens to acquire information and is fundamental to the democratic legitimisation of the government. Legislation, empowering citizen access, provides the legal framework de jure, yet the effective access in terms of shorter times and costs for acquiring information proxies the citizens’ access in practice.

– Years since first Freedom of Information legislation (OECD “Citizens as Partners”)
– Depth of Freedom of Information legislation (OECD)
– Open Budget Index (Open Budget Partnership)
– Effective access to information (World Bank)

III) Open Knowledge Society: Civil society, as the fourth pillar, has become increasingly involved in activities traditionally occupied by governments, international organizations and established NGOs (Develtere and De Bruyn 2009). Grass-root activities often possess contextual knowledge, alleviating vertical information asymmetries between large organizations and the “ground”. Access and use of social media, as well as crowd-sourced knowledge are characteristics of a open knowledge society which are captured using:

– Number of Wikipedia edits per 100.000 inhabitants (Wikipedia)
– Open Source Index (Red Hat)
– GI Civil Society Index (World Bank)
– (Number of twitter users per 100.000 inhabitants)

Deutschland steht im Ranking überraschend gut da. Ein Blick auf die Kriterien lohnt da sicherlich. So sagt beispielsweise die Zeit, seit der ein Informationsfreiheitsgesetz erlassen wurde, sicherlich nichts darüber aus, wie gut es umgesetzt ist.

Der jetzige Index wird als „vorläufig“ veröffentlicht. Das die Kriterien mit der heißen Nadel gestrickt sind, sieht man nicht nur an der entfernten Twitter-Quote und daran, dass es zwar nur drei Säulen gibt, bei der Open Knowledge Society jedoch von der „Civil society, as the fourth pillar“ gesprochen wird. Die Mitglieder des OKFN-Teams fragen jedoch ausdrücklich nach Verbesserungsvorschlägen, wie man den Index verbessern kann.

Plan3t.info – der neue Planet ist da

Dieses Posting ist von Edlef Stabenau ordnungsgemäß nach CC-BY aus Netbib übernommen:

Nachdem letzte Woche etwas klammheimlich der Start erfolgte, aber schon einige sehr interessante Stimmen ein sehr breites Themenspektrum abdecken, auch hier der Hinweis auf den Planet.info.

Er soll den alten Planet Biblioblogs ablösen, hat aber ein neues und interessantes Feature:

Dazu werden nun verschiedene KollegInnen aus der Bibliotheks-Sphäre ihre Stimme ergreifen. Jeweils eine “Stimme” pro (Werk)Tag wird lesenswerte Bücher, Blogs, Artikel, Podcasts, Videoclips, Vorträge ansagen, vielleicht auch von Erfahrungen mit kommerzieller und nichtkommerzieller Bibliothekssoftware berichten oder was auch immer die Stimme für empfehlenswert oder diskussionswürdig hält.

Alle weiteren Informationen dazu finden sich auf der Seite Was ist das hier?. An einigen Funktionalitäten wird z.Zt. noch ein wenig herumgeschraubt…

Relativ wichtig sind die 2 wichtigen Feeds: Wer nur an den Stimmen interessiert ist, nutzt diese Adresse: http://plan3t.info/category/stimmen/feed/, wer an allen aggregierten Weblogs inkl. der Stimmen interessiert ist, nutzt diese: http://plan3t.info/category/aggregator/feed/

Ergänzung:
Eine „Stimme“ von mir gibt’s auch schon: „Woher die guten Ideen kommen“

Man darf sowohl die Stimmen als auch das Startposting übrigens auch gerne kommentieren…

Über 1000 Ted-Talks

TED is a nonprofit devoted to Ideas Worth Spreading. It started out (in 1984) as a conference bringing together people from three worlds: Technology, Entertainment, Design. Since then its scope has become ever broader. Along with two annual conferences — the TED Conference in Long Beach and Palm Springs each spring, and the TEDGlobal conference in Edinburgh UK each summer — TED includes the award-winning TEDTalks video site, the Open Translation Project and TED Conversations, the inspiring TED Fellows and TEDx programs, and the annual TED Prize.

1008 TED-Talks sind inzwischen veröffentlicht. Die meisten sind zwischen fünf und fünfzehn Minuten lang. Ich habe tatsächlich ein paar Talks gesehen, die ich inhaltlich oder von der Präsentation nicht 100%ig überzeugend fand. Fast alle sind jedoch ein gelungener Steigbügelhalter für den gepflegten Blick über den Tellerrand.

Wenn ich mich nicht verzählt habe, müsste dies der 1000. veröffentlichte Talk sein:

Matt Mullenweg über WordPress 2011

Matt Mullenweg hat beim Wordcamp über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von WordPress berichtet.

Auszüge aus seiner Rede (und seinem Posting):

  • The survey of 18,000 WP users revealed some interesting data, like a median hourly rate of $50 and that 6,800 of the self-employed respondents were responsible for over 170,000 sites personally.
  • WordPress 3.2 had 500,000 downloads in the first two days, representing the fastest upgrade velocity ever.
  • WordPress now has 15,000 plugins and 200 million plugin downloads, and we’re doing a lot of work to make the plugin experience more seamless.
  • 14.7 percent of the top million websites in the world use WordPress.
  • 22 of every 100 active domains created in the U.S. are running WordPress.

Kein IRrweg, aber dennoch Handlungsbedarf

Klaus Graf wirft einen Blick auf Google Scholar und zieht daraus Schlüsse über den IRrweg Institutionelle Repositorien. Er sucht nach „Science“ und zählt die Volltextlinks:

Über 40 der 100 Treffer zum Thema bzw. Suchwort Science – sicher wichtige, weil vielzitierte Artikel – haben Volltextlinks, aber ich finde nur ein IR (igitur, NL) darunter und 3 arxiv-Links.

Wenn man einfach so nach Science sucht, hat man recht viele Treffer aus früheren Jahrzehnten. Da ich die Bedeutung der IRs eher anhand aktuellerer Publikationen prüfen würde, habe ich mal (willkürlich gewählt) auf Publikationen ab 2005 eingeschränkt.

Dabei ergibt sich schon ein etwas anderes Bild. Ich habe jetzt nicht alle verfügbaren Versionen abgeprüft, und bis zu 89 Versionen pro Dokument habe ich auf den vorderen Ergebnisseiten gesehen. Aber nun sind deutlich mehr Links auf Volltexte in IRs dabei, und alleine 3 Arxiv-Dokumente unter den ersten 10 Treffern.

Richtig bleibt aber, dass meist wohl der erste Volltext-Link angeklickt wird, der auch direkt auf der Ergebnisseite zu sehen ist. Dies ist oft nicht der IR-Link. Was ist jetzt der Schluss daraus? Sollen Repositories per SEO auf Google Scholar getrimmt werden?

Ja, das kann man machen. Man sollte es sogar. Nick Sheppard hat schon vor drei zwei Jahren die Notwendigkeit von SEO für IRs festgestellt.

It is crucial that both the Open Access full text research content of the repository and metadata records of citation material are fully indexed by Google (and other search engines); in the future it is also likely to be required for other Open Educational Resources (learning objects). However, site:http://repository-intralibrary.leedsmet.ac.uk/ currently returns just 4 results (in addition to the Login page itself) and it is a bit of a mystery how these 4 are actually being picked up when the majority of records are not.

Klickt man auf den Link, sieht man sofort, dass Sheppards Bemühungen von Erfolg gekrönt waren.

So nervig die SEO-Gemeinde mit ihrem recht hohen Schwarzschafanteil oft auch ist: Archivare und Bibliothekswesen müssen sich auch ein wenig um das Thema SEO kümmern. Und somit auch um so etwas wie Googles Panda, um Schema.org oder einfach darum, die Daten erstmal überhaupt ins Web zu bekommen. Stichwort Permalinks.

Der Science-Citation-Index ist 50 Jahre alt

In der NZZ ist ein Artikel mit dem Titel „Vermessene Wissenschaft:  Der Science-Citation-Index – Datenbank, Schiedsrichter und Machtinstrument“ erschienen. Der Science-Citation-Index (SCI) wurde vor 50 Jahren vom mittlerweile 86-jährigen amerikanischen Forscher Eugene Garfield erfunden. In einem kurzen Interview – wiederum in der NZZ – erwähnt er auch die negativen Effekte dieser Zitations-Datenbank.

Neuer Hype-Cycle von Gartner

Nach dem neuen Hype-Cycle von Gartner befindet sich Gamification gerade in der Phase, in der Early Adoptors ausprobieren. Social Analytics wird dagegen schon von den Massenmedien wahrgenommen, Augmented Reality hat den größten Hype überstanden und wird nun erst einmal Erwartungen enttäuschen. QR-Codes und App-Stores sind dagegen inzwischen gereifte Technologien.

Mehr Infos unter anderem bei ReadWriteWeb.