Urteil des EuGH: Causa Darmstadt

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in der „Causa Darmstadt“ – hier im Blog erstmals im Mai 2009 erwähnt, siehe auch hier – entschieden. Eine erste Einordnung versucht Leonhard Dobusch für Netzpolitik.org, das Urteil liegt online im Volltext vor.

Kurzbewertung von Harald Müller in Inetbib: EuGH erteilt Ulmer-Verlag eine Abfuhr.

Oettingers Binnenmarkt

In einem Tweet hat man nur 140 Zeichen, um sich auszudrücken. Wenn man zweisprachig twittert, muss man daher schon mal mit Übersetzungsverlusten leben. Dies ist aktuell bei unserem neuen EU-Digital-Kommissar Günther Oettinger zu erleben.

„Digitale Wirtschaft und Gesellschaft“ hätte ich übersetzt. Oettinger (und/oder sein Team) setzen andere Prioritäten:

Solange der Markt funktioniert – für wen auch immer – ist die Gesellschaft also bestenfalls zweitrangig?

Open Access Repository Ranking

Bei den Open Access Tagen 2014 wurde das Open Access Repository Ranking (OARR) vorgestellt und veröffentlicht. Neben der erfreulichen und gleich für die Öffentlichkeitsarbeit ausgeschlachteten Platzierung des von mir betreuten SerWisS ist positiv anzumerken, dass es endlich eine Alternative zum Ranking web of repositories gibt. Einer von vielen Unterschieden: OARR kommuniziert zwar auf Englisch, hat bisher(?) aber ausschließlich Repositories aus Deutschland im Fokus.

Die MacherInnen sind offen für Verbesserungsvorschläge, fordern sie sogar aktiv ein (ganz unten im Tab „Contribute“ – Achtung, Ghostery & Co verhindern evtl. die Anzeige des Formulars).

Scan-Stifte und -Apps

Scans werden gegenüber Kopien zumindest in unserer Bibliothek immer beliebter. Einmal sicherlich, weil sie – anders als Kopien – nichts kosten. Andererseits aber auch, weil Scans leicht zu versenden und speichern sind. Kombiniert man die Scanfunktion mit OCR, kann man die eingescannten Texte noch dazu komfortabel weiternutzen. Die dafür erforderlichen Geräte sind schon längere Zeit in übersichtlichem und tragbarem Format erhältlich.

Da wären zuerst die Scanstifte zu nennen. Es gibt viele verschiedene Produkte, die sich in etlichen Details unterscheiden, davon sind einige schon recht lange auf dem Markt. Der aktuell in der Version 7 verfügbare IRISPen zum Beispiel wurde bereits 2004 in der c’t getestet.

Ich konnte drei Bibliotheken ausmachen, in denen der C-Pen (in der USB-Variante TS1) verliehen wird:

  1. Bibliothek der Hochschule Augsburg (besten Dank für die vielen Infos!)
  2. Universitätsbibliothek Augsburg
  3. Bibliothek der Hochschule Neu-Ulm

Etwas neuer sind Apps, mit denen man Text abfotografieren und dann in OCR wandeln kann. Der Scanbot – PDF Dokument Scanner zum Beispiel ist solch eine App. Der „Scan“ erfolgt in diesem Fall durch Abfotografieren der entsprechenden Vorlagen. Je nach Fotoqualität des verwendeten Smartphones und der Lichtverhältnisse beim Fotografieren sind die Ergebnisse ganz gut bis untauglich. Die dazugehörige OCR-Funktion habe ich nicht getestet.

Kein Scan-Stift (CC-BY: Greg Lloyd)

Fragen an die werte Leserschaft:

  1. Gibt es irgendwo einen halbwegs seriösen und neutralen Vergleich von Scans-Apps?
  2. Gibt es irgendwo einen halbwegs seriösen und neutralen Vergleich von Scanstiften?

Auch über persönliche und subjektive Erfahrungsberichte freue ich mich natürlich sehr!

Wie illustriert man "Online"?

Scan-Workflows und Langzeitarchivierung? Widmen wir uns den wahren Herausforderungen der Digitalisierung! Die Bibliothek hat zigtausend neue elektronische Dissertationen im Katalog. Diese grandiose Erweiterung des Bestandes soll in einem Blogbeitrag gefeiert werden. Welche Abbildung wähle ich, um die neuen Dokumente zu symbolisieren?

Dies ist ein regelmäßig wiederkehrendes Problem. Und jedes Mal, wenn ich mich der Herausforderung stelle, „Online“ zu visualisieren, schiele ich neidisch zu den Altbeständlern herüber. Denn so etwas macht sich doch in jedem Blogposting sehr gut:

Doch was bleibt den Onlinern? Logos von Verlagen, das Open-Access-Logo, zur Abwechslung ab und an Geräte mit oder ohne bedienende Personen? Oder ein Blick in die Matrix?

Damit wären wir bei meinem stets wiederkehrenden Problem und daran anschließend meiner Herausforderung an die Allgemeinheit: Wie kann man Postings oder Pressemitteilungen über „Online“ interessant und anschaulich bebildern, ohne immer wieder in dieselbe Klischee-Kiste greifen zu müssen?