Geographische Funktionen im Wikidata Query Service

Der Wikidata Query Service wird langsam aber sicher zu einem wirklich nützlichen Werkzeug. Neu hinzugekommen sind geographische Funktionen. Technische Details finden sich im entsprechenden Ticket und in dieser Mail.

Ein Anwendungsbeispiel könnte die Fragestellung sein, welche Bibliotheken es im Umkreis von 100 km rund um Hannover gibt – die auch in Wikidata inklusive Koordinaten erfasst sind.

Elsevier kauft Social Science Research Network (SSRN)

Elsevier baut weiter an einer Wissenschaftslandschaft komplett aus einer Hand. Nun geht man in den Bereich Pre-Print und kauft das Social Science Research Network (SSRN). Dazu in den Nature-News:

After trying without success more than a decade ago to set up preprint servers — where academics share their papers before peer review — science-publishing giant Elsevier is now buying one. It is paying an undisclosed sum for the Social Science Research Network (SSRN), one of the world’s most popular repositories of research in economics, law and the social sciences.

 

Abstimmung: Checkliste für mehr Offenheit in/für Bibliotheken

Felix Lohmeier schreibt:

Bibliotheken stehen traditionell für den freien Zugang zum Wissen. Dieses Prinzip erlebt in der digitalen Welt mit Open Access, Open Source und Open Data seit Jahren eine Renaissance. Kaum eine Bibliothek, die sich nicht öffentlich dafür einsetzt. Und dennoch mangelt es oft an der nötigen Konsequenz, denn BibliothekarInnen werben beispielsweise am Campus für Open Access, publizieren aber selbst oft genug noch in Zeitschriften, die nicht unter einer freien Lizenz stehen.

Auf der Inetbib-Tagung in Stuttgart am 10.2.2016 wurden im Rahmen eines Vortrags (HTML-Version | Print-Version auf Dokumentenserver) 10 Vorschläge präsentiert und zur Beteiligung aufgerufen. Daraufhin sind insgesamt 22 Vorschläge zusammengekommen aus denen nun die besten 10 für die Checkliste ausgewählt werden sollen.

Nun soll über die Vorschläge für eine Checkliste Openness abgestimmt werden. Hier geht es zur Abstimmung. Im oben verlinkten Beitrag gibt es noch weitere Informationen.

Nicht alle Vorschläge sind für alle Einrichtungen umsetzbar. Wer den eigenen Bibliothekskatalog technisch nicht in der Hand hat, kann kein Schema.org einführen. Projektanträge stellt auch nicht jede Bibliothek. Aber um Vollständigkeit sollte es auch nicht gehen. Die Anregungen sind überwiegend gut, und ich bin auf das Ergebnis gespannt.

Endlich offenes WLAN ohne Störerhaftung? Vielleicht.

SpOn berichtet über die anstehende und sehr, sehr überfällige Aufhebung der Störerhaftung. Netzpolitik.org meldet Zweifel an, ob Otto-Normal-WLAN-Betreiber mit der angekündigten Lösung tatsächlich geholfen wäre.

Bevor das Gesetz nicht in Kraft und der erste Abmahngeier gerichtlich und letztinstanzlich gescheitert ist, dürften viele eigentlich gutwillige WLAN-Anbieter vorsichtig sein. Für Bibliotheken, Archive, Museen, Hochschulen und Artverwandte heißt es dann aber hoffentlich: Hereinspaziert, mi WLAN es su WLAN!

Community-Management an der ETH Zürich

Im Blog Archiv 2.0 wird über den durchschlagenden Erfolg einer Crowdsourcing-Aktion an der ETH Zürich berichtet.

Wir wurden von überwältigend vielen E-Mail-Einsendungen überrascht! Uns erreichten im ersten Monat rund 2‘300 Hinweise. Wir konnten aus Kapazitätsgründen nicht jedes Mail einzeln beantworten. Nach einem Monat bedankten wir uns dann mit einer Zusammenfassung über den Stand der Arbeiten bei allen Freiwilligen, was wiederum zu vielen Feedback-Mails geführt hat, signifikant mehr als in den Tagen davor. Dies wiederum hat uns gezeigt, dass die Crowdsourcing-Gemeinde dankbar für weitere Informationen ist.

In der Folge ist ein Blog entstanden, in dem Einträge wie dieser für die Kommunikationskultur rund um das Projekt stehen. Aufgemerkt, Bibliothekswesen, hier ist der Versuch eines öffentlich sichtbaren Community-Managements zu besichtigen!

Frisch veröffentlicht: Roving in der Bibliothek der Hochschule Hannover

Gerade wurde ein Artikel von meiner Kollegin Andrea Hofmann und mir in der Informationspraxis veröffentlicht, in dem ein Experiment beschrieben wird, nach dessen Ausgang wir in den letzten Jahren etliche Male befragt wurden. Wir haben natürlich stets Auskunft gegeben, aber eine richtige Zusammenfassung des Ganzen stand noch aus. Nun ist der Artikel über „Roving Librarians in der Zentralbibliothek der Hochschule Hannover: ein Experiment“ also erschienen:

Abstract:

In der Zentralbibliothek der Hochschule Hannover wurde ab Wintersemester 2012 ein Experiment mit Roving Librarians durchgeführt, um die Auskunftsqualität zu verbessern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bibliothek liefen zu diesem Zweck mit einem Netbook ausgerüstet durch den Benutzungsbereich der Bibliothek, um Fragen der Nutzer und Nutzerinnen gleich dort aufzufangen, wo sie entstehen. Der Versuch kann nicht als erfolgreich bezeichnet werden, doch konnten während des Experiments wertvolle Einblicke in Nutzerwünsche gewonnen werden.

Besonders erfreulich an dieser Publikation ist für mich, dass wir hier kein Projekt beschreiben, bei dessen Umsetzung ein Rad ins andere gegriffen hat und der selbstverständlich eingetretene Erfolg von Anfang an klar ersichtlich war. Nein, wir haben das Roving ausprobiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass es zumindest in unserer Umsetzung, zu der Zeit des Experiments und in unserer Bibliothek nicht funktioniert hat. Und wir haben darüber hinaus noch einiges andere über unsere NutzerInnen und ihre Bedürfnisse gelernt. Der Artikel möchte ein konstruktives Scheitern beschreiben, also genau das, was schon beim 3. Bibcamp in Hannover, von Anne Christensen oder in einer älteren Libreas-Ausgabe (siehe auch hier) thematisiert wurde.

PS: 2007 wurde das Roving hier im Blog übrigens erstmals thematisiert.

#keepZBMED: Fast 10.000 Unterschriften

Rudolf Mumenthalers Petition zur Erhaltung der ZB MED hat große Unterstützung erfahren. Fast 10.000 Personen unterzeichneten gegen den kurzsichtigen Beschluss des Leibniz-Senats, der ZB MED die Finanzierung zu entziehen.

Die Petition wird nun aufbereitet und an die Mitglieder der GWK als Grundlage für ihre Sitzung am 24. Mai verschickt. Wir hoffen, damit einer sinnvollen Lösung für die ZB MED und die überregionale Informationsversorgung in Life Sciences für die Zukunft den Weg geebnet zu haben.

Nun ist zu hoffen, dass der gesunde Menschenverstand Vorfahrt bekommt und die ZB MED eine gesicherte Zukunft erhält.

Unabhängig vom Ausgang dieser Angelegenheit ist dringend zu überlegen, ob zentrale Infrastruktureinrichtungen und Gedächtnisinstitutionen kurzfristigen Evaluationszyklen unterliegen sollten.

Neoliberale Digital Humanities?

Daniel Allington, Sarah Brouillette und David Golumbia haben im L.A. Review of Books einen sehr meinungsstarken Artikel über Herkunft und Ziel der Digital Humanities veröffentlicht: Neoliberal Tools (and Archives): A Political History of Digital Humanities.

Yet despite the aggressive promotion of Digital Humanities as a radical insurgency, its institutional success has for the most part involved the displacement of politically progressive humanities scholarship and activism in favor of the manufacture of digital tools and archives. Advocates characterize the development of such tools as revolutionary and claim that other literary scholars fail to see their political import due to fear or ignorance of technology. But the unparalleled level of material support that Digital Humanities has received suggests that its most significant contribution to academic politics may lie in its (perhaps unintentional) facilitation of the neoliberal takeover of the university.

Es lohnt sich, den ganzen Artikel zu lesen, aber dieser Absatz fasst den Tenor des Textes recht gut zusammen. Ich bin gespannt auf die Antworten aus der Digital-Humanities-Szene.

[via @ernestopriego]