Bibsonomy-Backup per Javaclient

Die Bibsonomy-Entwickler waren wieder fleißig und präsentieren nun einen Java-Client, mit dem man ein komplettes Backup seines Accounts machen kann.

Man braucht dazu einen Java-Client und einen API-Key, den man leider persönlich per Mail anfordern muss.

Wichtige Anmerkung:

Please note that in the current status, all data is backed up except private PDF documents and private notes. We are working on including these as well, and we hope that the tool is already useful for you in its current status. If you have questions or comments, don’t hesitate to contact us.

Micro-Blogging for Science & Technology Libraries

Wer sich mit Micro-Blogging beschäftigt, mag sich für folgenden Artikel interessieren:

Murphy, Joe (2008) Better Practices From the Field: Micro-Blogging for Science & Technology Libraries. Science & Technology Libraries 28(4).

Mir bleibt der Sinn der Angelegenheit zumindest für Bibliotheken nach wie vor schleierhaft. Eine mir bislang bekannte Anwendung im Bibliothekskontext ist die Einsatz von Twitter für Neuerwerbungslisteb: http://twitter.com/FHB_Bibliothek. Wobei ich keinen Vorteil zu herkömmlichen RSS-Feeds wie z.B. diesem hier sehe.

Hier geht’s auf jeden Fall zum Volltext.

Bayerns Bibliotheken leiden

Deutliche Worte von Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel: In einem Bericht an den Hochschulausschuss des bayerischen Landtags nimmt er Stellung zur Situation der wissenschaftlichen Bibliotheken und warnt vor „einer chronischen Unterversorgung“.

So steht es zumindest im Nordbayerischen Kurier. Der Bericht selbst dient als interne Beratungsgrundlage für die Abgeordneten, wie mir vom Büro des Ausschusses sehr zügig mitgeteilt wurde, und kann daher nicht eingesehen werden. Aber Bayern gilt hierzublog eh nicht als besonders auskunftsfreudig.

Return on Investment für Bibliotheken


David Rothman hat eine Sammlung von Tools zur Berechnung des Bibliothekswerts verlinkt. Genauer gesagt handelt es sich um Berechnungen, die dem Bibliotheksbenutzer zeigen, wieviel Geld er durch die Benutzung einer Bibliothek spart.

Verwendet man den user calculator des Library Research Service, erhält man durch simple Eingabe weniger Benutzungskennziffern, wieviele Geld man pro eingesetztem Steuerdollar gespart hat. Schon bei einer einzigen entliehenen Monographie ist man bei einem Return on Investment von 493%. Klingt natürlich beeindruckend. Ist aber weder neu, noch hilfreich.

In den letzten Jahren ist es Mode geworden, die Kapitalrendite verschiedenster Einrichtungen zu berechnen.Zum Beispiel von Banken, Krankenhäusern, Schulen und natürlich auch Bibliotheken. Besonders hip ist es, in diesem Zusammenhang von Return on Investment zu sprechen.

Doch auch CEO-Sprech kann schlecht verbergen, dass dies ein Ansatz ist, den jeder auch nur nur halbwegs sozial(politisch) denkende Bibliothekar ablehnen muss. Bibliotheken sind kein renditeorientiertes Staatsunternehmen, sie sind eine Kultur- und Bildungseinrichtung. Als solche muss sie sich natürlich auch rechtfertigen, aber ob das über Instrumente der Betriebswirtschaft laufen sollte, ist anzuzweifeln.

Querelen in der "London Library"

Gernot U. Gabel schreibt in der aktuellen Ausgabe des Bibliotheksdiensts (42, H. 2) über Querelen in der ‚London Library‘. Die London Library ist die größte privatfinanzierte öffentliche Bibliothek der Welt. Sie entstand aus dem Bedürfnis des Historikers Thomas Carlyle, auch den weniger privilegierten Zugang zur Bildung zu verschaffen. Auf der Homepage steht dann auch programmatisch: Membership is open to all.

Dies scheint nicht länger der Fall zu sein. Obwohl eine Umfrage aus dem Jahr 2004 ergab, dass 60% der Mitglieder den unteren Einkommensschichten angehören, wurde die Mitgliedsgebühr von ohnehin saftigen £ 210 (heute € 277,54) auf £ 375 (€ 495,37) pro Jahr erhöht.

Mehr Informationen gibt es im oben erwähnten Bibliotheksdienstartikel und sehr zahlreich in der englischen Presse, wie z.B. im Spectator.

Ehrenamt vs. politische Verantwortung

In einem Netbib-Kommentar macht Peter Delin auf ein Interview mit Patrick Meinhardt, dem Vorsitzenden des Vereins Leben in Wilhelmsruh aufmerksam. Dort geht es (auch) um den Rückzug der Politik aus der Verantwortung für Bildung und Kultur, die mit der „Verkundung“ des Bibliotheksbenutzers einhergeht. Der Verein betreibt eine Stadtteilbibliothek nach deren Schließung ehrenamtlich weiter.

Würden Sie das Modell einer ehrenamtlich betriebenen Bibliothek empfehlen?

Die Arbeit im Verein und in der Bibliothek ist eine wirklich schöne Erfahrung. Aber als Vorbild für andere Bibliotheken würde ich unser Modell nicht empfehlen. Es darf nicht sein, dass der Staat sich aus solchen Aufgaben zurückzieht. Wir sehen unsere Arbeit auch eher als ein „Warmhalten“. Wir hoffen sehr, dass wir eines Tages wieder personelle Unterstützung vom Bezirk bekommen. Dass wir jetzt von der Politik als Musterbeispiel hingestellt werden und gesagt wird: Schaut her, so geh das ja auch – das ist auf jeden Fall ein Problem.

Wahre Worte gelassen ausgesprochen. Ceterum censeo, Bildung ist Bürgerrecht.

11 Dinge über das Semantische Netz

Bernard Lunn schreibt über 11 Things To Know About Semantic Web. Ein fast wahllos herausgegriffener Punkt:

If you have a firm grasp of the theoretical underpinnings of the semantic web, things like RDF, tuples, Sparql and OWL that make my brain hurt, you will be able to charge a fat premium in consulting fees for a while, as not many people really understand this stuff. But make hay while the sun shines, as some entrepreneur will surely figure out how to abstract this stuff and make it accessible for the masses.

Na, hoffentlich.

Feedjit – Karte mit Live-Traffic

Links unten, sehr geehrte Infobib-Gäste, können Sie nun ein neues Spielzeug bewundern: Feedjit. Damit kann man sehen, woher die in allerletzter Zeit auf diesen Seiten herumklickenden Mitsurfer kommen. Gerade eben: Dublin arrived from google.ie on „Libworld – Australia » Infobib“

Welcome, Dublin! Die Rasterung erfolgt übrigens sehr grob, einzelne Personen sind über diesen Dienst also nicht auszumachen. Wer gar nicht erscheinen möchte, klicke auf „Options“ unten im Feedjit-Fenster. Dort kann man sich für Feedkit unsichtbar machen.

Wenn diese Funktion auf Unbehagen stößt, entferne ich sie gerne wieder.

Brockhaus und der Untergang des Abendlandes

Ein kurzer Zwischenruf: Nahezu überall wird gerade der Untergang des Abendlandes beklagt, weil der Brockhaus nicht mehr in der Druckausgabe erscheinen soll. Bejammert wird unter anderem, dass nun das Weltwissen nicht mehr archiviert werden kann, weil Wikipedia sich ja ständig ändert.

Eine Vermutung, zwei Anmerkungen zu diesem Thema:

  1. Die Benutzung des Brockhaus oder anderer Printlexika in den meisten Redaktionen wird in etwas so stark ausfallen, wie in vielen Bibliotheken. Das bedeutet im Klartext, dass ab und an mal jemand Staub wischen muss.
  2. Künftige Historikergenerationen werden nur dann in Heulen und Zähneklappern verfallen müssen, wenn es heutigen Historikern, Archivaren und Bibliothekaren nicht gelingt, die Downloadanleitung der Wikipedia zu verstehen und umzusetzen.
  3. Der Brockhaus ist kein Heiligtum, und nicht alles, was dort enthalten ist, ist richtig oder besser formuliert als in der Wikipedia.

Diese ideologische Grundsatzdebatte Brockhaus, bzw. Britannica vs. Wikipedia ist zunehmend lächerlich. Es geht vielen anscheinend nicht um die Inhalte, sondern um Nostalgie. Dies mag ein Gesichtspunkt sein, unter der man das langsame Schwinden der gedruckten Lexika bedauern kann. Aber dann sollte es auch so formuliert und nicht mit Halbwissen à la „Fluch der Flüchtigkeit“ verbrämt sein.