Mash-ups für Professoren

Steffan Heuer schreibt in der aktuellen Ausgabe der Technology Review über Mash-ups für Professoren. Der Titel ist irreführend, es geht nämlich nicht um Mash-Ups, sondern um Open Access:

Die Fachverlage Springer und Wiley sowie der Verleger der „Science“, die Technology Review um Stellungnahme bat, wollten sich zum Thema Open Access nicht äußern.
Ihre Gegner werden dafür umso deutlicher: Als „Dinosaurier mit Gnadenfrist“ bezeichnet Barbara Cohen die ungeliebten Verlage. Die ehemalige Redakteurin beim Fachmagazin „Nature Genetics“ vergleicht das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit mit einer Geburt: „Es dauert eine Weile, ist äußerst schmerzhaft, und man freut sich, wenn das Baby endlich auf der Welt ist. Mit einem entscheidenden Unterschied: Bei Fachartikeln gehört das Kind der Hebamme. Die Verlage bestimmen, welche Besuchsrechte die Eltern haben, und man muss dafür auch noch bezahlen.

Mash-Ups werden nur am Rande erwähnt, als Möglichkeit, jenseits der konventionellen Pfade über Dinge zu publizieren, die in herkömmlichen Journalen nicht veröffentlich würden: Gescheiterte Experimente, Labor-Logbücher (als Beispiele wurden Useful Chemistry und AstroGrid genannt) oder Notizen über ungeklärte Fragen.

Ein paar Links zum Thema:

Wikipedia wird öffentlich gefördert

Der Informationsdienst Wissenschaft informiert über das angeblich weltweit erste öffentlich geförderte Projekt zur Verbesserung der Wikipedia:

Fakten zu Nachwachsenden Rohstoffen sollen in der Wikipedia in den nächsten drei Jahren besondere Aufmerksamkeit erhalten. Aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) fördert die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) die Aufbereitung des Themas im freien Internetportal. Die Online-Enzyklopädie sieht sie als ideales Medium, der Öffentlichkeit neutrale und aktuelle Fachinformationen zur freien Verfügung zu stellen.

Organisiert wird das Projekt vom Nova-Institut.

Wissen und Eigentum

Die Maikatze macht auf einen Sammelband mit 15 Beiträgen mit dem Titel „Wissen und Eigentum“ von der Bundeszentrale für politische Bildung aufmerksam.

Passend zum Thema ist auf der Downloadseite folgender Hinweis zu finden:

Mit diesem Band gibt die Bundeszentrale für politische Bildung erstmals ein Werk unter einer Creative Commons Lizenz (CC) heraus. Alle Beiträge sind unter der Creative Commons-Lizenz by-nc-nd/2.0/de lizenziert. Sie können beliebig vervielfältigt, verbreitet und öffentlich aufgeführt werden, solange Sie den Namen des Autors/Rechtsinhabers nennen, die Inhalte nicht für kommerzielle Zwecke verwenden und sie nicht bearbeiten oder in anderer Weise verändern.

Ein flüchtiger Blick auf das PDF sagt mir: Pflichtlektüre!

Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance

Der Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance ist ein erster Schritt in Richtung der Ankündigung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, ihre Schätze offen zugänglich zu machen.

Die Datenbank des Census dokumentiert die in der Renaissance bekannten antiken Bau- und Bildwerke. Das Projekt ist primär darauf konzentriert zu erfassen, welche antiken Monumente wann, wo und in welchem Erhaltungszustand nachweislich bekannt waren. Eine enzyklopädische Erfassung der Rezeption antiker Kunst wird dabei nicht angestrebt.
Den Kernbestand der Daten bilden Quellenmaterialien, die in unterschiedlichen Graden wissenschaftlich erschlossen sind und der weiteren Forschung zur Verfügung stehen.

Die Datenbank insgesamt ist allerdings wesentlich umfangreicher und komplexer. Die insgesamt über 200.000 Einträge betreffen antike Monumente, bildliche und schriftliche Dokumente, Orte, Personen, Zeit- und Stilbegriffe, Ereignisse, Forschungsliteratur und Abbildungen. Die Anzahl der erfaßten Monumente liegt bei ca. 6500, die der Monumenteinträge bei ca. 12.000, die der Dokumenteinträge bei ca. 28.000.

Es gibt auch einen geographischen Zugang (Mashup?) zu den Daten.

Mehr dazu bei Heise.

Für bessere Entwicklung und und gerechteren Zugang zu Wissen in all seinen Formen

Für bessere Entwicklung und gerechteren Zugang zu Wissen in all seinen Formen – Gegen die Vorherrschaft exklusiver Rechte über die Wissenswirtschaft!

Eine Deklaration, die sich zu vier Kernpunkten äußert, organisiert vom Netzwerk Freies Wissen, und hier zu unterschreiben.
„Für bessere Entwicklung und und gerechteren Zugang zu Wissen in all seinen Formen“ weiterlesen

Bibliothekare blockieren Wissenschaftler

Afrikanische Wissenschaftler sehen sich unterschiedlichen Schwierigkeiten gegenüber, wenn sie auf aktuelle Literatur zugreifen wollen. SciDevNet benennt ein paar:

African scientists are making increased use of online scientific journals but many are still not aware of free access, according to a study.

Researchers also warned that slow Internet connections and librarians‘ control over passwords is hindering what access there is.

Eine vorläufige PDF-Version der Studie „Access to electronic health knowledge in five countries in Africa: a descriptive study“ ist bei BioMedCentral abrufbar.

Respondents were concerned about the management of passwords to access electronic journals within their institutions, explaining that it was difficult to obtain passwords from administration or librarians, who either do not make them readily available, or who “may not always be available to provide them”. Others referred to a tension between library staff (as gate-keepers of passwords) and Internet users, for example, a librarian explained “…use of institutional password is not convenient for users…because they need the librarians to access the password…those who heard from their colleagues about HINARI but do not meet us when they come to the library usually get offended”. Another librarian expressed concern that users “appear to be in a hurry” and don’t consult the librarians before accessing websites; and this was perceived as users “boycotting” the librarians. There were several requests described circumventing high subscription fees by using their contacts in overseas institutions to obtain articles from priced journals, including the Cochrane Library.

Ein Nutzer soll die Bibliothek kontaktieren, bevor er auf eine Homepage zugreift? Ein erstaunliches Berufsbild! Der Bibliothekar als prohibitiver Hüter des Wissens sollte doch eigentlich allmählich ausgedient haben.