Neuer Biblioblog: A growing organism

Anne Christensen, demnächst bibliothekarisch in Niedersachsen aktiv, hat den Schritt in die bloggende Selbständigkeit vorgenommen. Fürderhin bloggt sie in ihrem eigenen, nach Ranganathan benannten Blog A growing organism.

Deswegen wird es auch hier um neue Kataloge und andere innovative Informationsdienste von Bibliotheken für ihre Nutzerinnen und Nutzer gehen, aber nicht nur: „The library is a growing organism“ gebietet Altmeister S.R. Ranganathan – und das soll auch für dieses Blog gelten.

Im ersten Post-Hallo-Welt-Posting geht es um die Auskunftstheke, deren Abschaffung vor kurzem vielerorts diskutiert wurde.

Neue Ausleihtheke

Ein Thema, dass sich übrigens in vielen kleineren Bibliotheken dadurch schon vor längerer Zeit dadurch erledigt hat, dass ein reiner Auskunftsplatz überhaupt nicht ausgelastet wäre. In der Bibliothek der FH Hannover zum Beispiel sind Auskunft und Ausleihe schon seit mehreren Jahren zusammengelegt.

In des Nutzers Schuhen

CC: BY-NC by Mary and The Baby Cheeses
CC: BY-NC by Mary and The Baby Cheeses

“Denn wir wissen nicht, was sie wollen” ist ein Posting von Margret Plank im Bibcamp-Blog betitelt. Sie beklagt das Desinteresse der Nutzer an von der Bibliothek angebotenen Schulungen und Fortbildungen. Um herauszufinden, was die Nutzer wirklich wollen, schlägt sie vor: “Walk a mile in user shoes.”

Eine richtig gute Idee. Momentan ist es ja noch oft der Fall, dass sogenannte Entscheider meist wenig bis gar keinen Nutzerkontakt haben. Gerade in großen Bibliotheken. Welche BibliotheksdirektorInnen setzen sich ab und an mal in die Ausleihe oder die Auskunft? Welche Dezernenten, Referenten? Es ist – zumindest soweit ich das überblicken kann – eine Minderheit. Was die Bibliotheksleitung angeht, kann man das noch für vertretbar halten, solange sie sich auch sonst aus dem Tagesgeschäft heraushält.

Aber spätestens wenn es an die in manchen Bibliotheken “Produktentwicklung” genannte Konzeption von Dienstleistungen geht, ist Distanz zum Nutzer problematisch. Niemand würde einen Ingenieur zur Konzeption eines Autos anwerben, der noch nie wirklich am Straßenverkehr teilgenommen hat.

LibraryH3lp an der HSU Hamburg

Sabrina Juhst berichtet in Ihrem Blog Nachdruck ausführlich und lesenswert über eine Schulung zur Chatauskunft mit LibraryH3lp, die sie in der HSU Hamburg durchgeführt hat. LibraryH3lp ist ein Plugin für den Instant-Messager Pidgin mit dem für die bibliothekarische Auskunft notwendige Features nachgerüstet werden können.

Mir selbst hat Libraryh3lp zwar gefallen, aber wenn man schon eine Chatauskunft hat (z.B. mit RAKIM), dann ist der Leidensdruck nicht sehr groß, auf IM umzusteigen.

Google Wave für Bibliothekare

Ivan Chew, der Rambling Librarian, hat sich Google Wave genauer angesehen und dabei interessante Möglichkeiten für die Anwendung im Bibliotheksumfeld ausgemacht.

Sein Fazit:

Perhaps it’s not an exaggeration to say the Google Wave demo is a sign of a coming digital tsunami.

We can surf the wave or go under.

Ob es wirklich so dramatisch wird, bleibt abzuwarten. Nichtsdestotrotz sollten sich Bibliothekare Google Wave genau ansehen und z.B. über eine Anbindung an Publikationssysteme nachdenken.

Micro-Blogging for Science & Technology Libraries

Wer sich mit Micro-Blogging beschäftigt, mag sich für folgenden Artikel interessieren:

Murphy, Joe (2008) Better Practices From the Field: Micro-Blogging for Science & Technology Libraries. Science & Technology Libraries 28(4).

Mir bleibt der Sinn der Angelegenheit zumindest für Bibliotheken nach wie vor schleierhaft. Eine mir bislang bekannte Anwendung im Bibliothekskontext ist die Einsatz von Twitter für Neuerwerbungslisteb: http://twitter.com/FHB_Bibliothek. Wobei ich keinen Vorteil zu herkömmlichen RSS-Feeds wie z.B. diesem hier sehe.

Hier geht’s auf jeden Fall zum Volltext.

Participatory Reference

Dave Lankes über “soziale” Auskunft.

Abstract: Who said reference has to be one person, one librarian, one question? Can reference be a social activity? How can we truly put the user at the center of reference? How can we re-imagine reference as a learning activity where the reference librarian facilitates learning? David Lankes will focus on reference as a truly participatory process and how such a process can take advantage in the latest in web technologies.

[via DIG_REF und Virtual Dave]

Auskunft per SMS

Ob die SMS wirklich ein Medium der Zukunft ist, oder ob sie ihren Höhepunkt schon längst überschritten hat, darüber streiten sich die Geister. Bitkom vermeldet zwar Rekorde in Sachen SMS-Verbreitung, lässt sich aber nur ein paar Monate vorher noch folgendermaßen zitieren:

Experten gehen davon aus, dass per Mobiltelefon versandte E-Mails absehbar die Kommunikation über SMS und MMS ablösen.

„Auskunft per SMS“ weiterlesen

Ask for What You Want

When was the last time someone said lawyers or doctors needed to update their images into the 21st century? How many skits on Prairie Home Companion or Saturday Night Live have you seen where doctors appear as outdated, dowdy spinsters in need of love or romance? None. Yet Garrison Keillor’s “Adventures of Ruth Harrison, Reference Librarian” parades antiquated and stereotyped images of librarians as humor.

Dies und mehrüber das bibliothekarische Selbstbewusstsein und Berufsbild gibt es in folgendem Artikel: Ask for What You Want von Michael Casey & Michael Stephens (Library Journal, 15. August 2007)

Micropublishing für Bibliotheken

Mit dem Begriff Micropublishing (oder Micro-Blogging) bezeichnet man das Veröffentlichen sehr kurzer Mitteilungen wie es zum Beispiel bei Twitter der Fall ist. Oft handelt es sich dabei um eine Art SMS an die interessierte Weltöffentlichkeit.

Der Fischmarkt beendet nun eine kleine Artikelserie über Micropublishing mit einem Posting über Micropublishing für Institutionen. Für Bibliotheken und andere Informationseinrichtungen ist daraus nicht viel zu entnehmen, höchstens:

Gruppen, Projekte, Unternehmen und Institutionen müssen genauso wie andere erst herausfinden, wen und was genau sie mit Micropublishing erreichen können.

Aha, dankeschön! Passend dazu schreibt auch der Webworkblogger Oliver Ueberholz: Alle sind sie im Twitter Wahn, aber viele wissen nicht so recht wozu.. Er selbst ist da schon etwas weiter und bietet eine Menge Anwendungsmöglichkeiten, von denen ein paar beispielhaft erwähnt und in den Bibliothekskontext gestellt seien. Der Einfachheit halber gehe ich im Folgenden von Twitter als Standardapplikation aus.
„Micropublishing für Bibliotheken“ weiterlesen