Themen der Enquête-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft"

Netzpolitik.org macht auf die angekündigte Enquête-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ aufmerksam. Mitglieder werden je 13 Sachverständige und 13 Mitglieder des Bundestages sein:

  • 5x CDU
  • 3x SPD
  • 2x FDP
  • 2x Linke
  • 1x Grüne

Es sind verschiedene Themen angekündigt. Eine Auswahl:

  • Stärkung des Bewusstseins für den Wert geistigen Eigentums
  • Maßnahmen zur digitalen Sicherung des kulturellen Erbes und seiner Nutzung
  • Förderung der Medienkompetenz, Medienerziehung in Schule, Hochschule sowie Aus- und Weiterbildung
  • Internationale Zusammenarbeit in Forschung und Wissenschaft
  • Strategien zur Überwindung der digitalen Spaltung (Digital Divide)
  • Initiativen zum freien Zugang zu den Ergebnissen staatlich finanzierter Forschung (Open Access)
  • Weiterentwicklung und Definition offener Standards und Normen
  • Weiterentwicklung der staatlichen Dienstleistungen (eGovernment)
  • Strategien für einen freien Zugang zu staatlichen Informationen (Open Data)

Auswahl und Hervorhebungen von mir, die komplette Liste entnehme man bitte dem Netzpolitik-Posting.

Ab heute keine Mahngebühren mehr in NRW?

Laut Eric Steinhauer ist die „Verordnung über die Erhebung von Gebühren im Bereich Information, Kommunikation, Medien nach § 30 Hochschulgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen“ (GebO-IKM NRW) vom 18. August 2005 (siehe z.B. hier (PDF)) ab 13. Januar 2010 außer Kraft gesetzt. Also heute!

Die Konsequenz daraus ist, dass bis zum rechtsgültigen Erlass hochschuleigener Gebührensatzungen an den Hochschulbibliotheken in Nordrhein-Westfalen derzeit KEINE Säumnisgebühren mehr erhoben werden dürfen.

Dem Fazit Steinhauers kann man nur beipflichten:

Eine handwerklich saubere Neuregelung des Rechts der Bibliotheksgebühren an den Hochschulen hätte eine Übergangsfrist vorsehen müssen. Einnahmen gerade aus Säumnisgebühren sind ein wichtiger Posten für die Erwerbungsetats in den Hochschulbibliotheken. Man wird auf sie nun bis zur Neuregelung des Gebührenrechts in den einzelnen Hochschulen verzichten müssen.

Starke Leseempfehlung für das gesamte Posting im Bibliotheksrecht-Blog!

In des Nutzers Schuhen

CC: BY-NC by Mary and The Baby Cheeses
CC: BY-NC by Mary and The Baby Cheeses

„Denn wir wissen nicht, was sie wollen“ ist ein Posting von Margret Plank im Bibcamp-Blog betitelt. Sie beklagt das Desinteresse der Nutzer an von der Bibliothek angebotenen Schulungen und Fortbildungen. Um herauszufinden, was die Nutzer wirklich wollen, schlägt sie vor: „Walk a mile in user shoes.“

Eine richtig gute Idee. Momentan ist es ja noch oft der Fall, dass sogenannte Entscheider meist wenig bis gar keinen Nutzerkontakt haben. Gerade in großen Bibliotheken. Welche BibliotheksdirektorInnen setzen sich ab und an mal in die Ausleihe oder die Auskunft? Welche Dezernenten, Referenten? Es ist – zumindest soweit ich das überblicken kann – eine Minderheit. Was die Bibliotheksleitung angeht, kann man das noch für vertretbar halten, solange sie sich auch sonst aus dem Tagesgeschäft heraushält.

Aber spätestens wenn es an die in manchen Bibliotheken „Produktentwicklung“ genannte Konzeption von Dienstleistungen geht, ist Distanz zum Nutzer problematisch. Niemand würde einen Ingenieur zur Konzeption eines Autos anwerben, der noch nie wirklich am Straßenverkehr teilgenommen hat.

iPhone-Application von Librarything: Local Books

Im Librarything-Blog beschreibt Tim Spalding eine iPhone-App, mit der Bibliotheken, Buchläden und andere verbuchte Orte gesucht und gefunden werden können. „Local Books“ kann:

* Search for venues (bookstores and libraries) as well as events near your current location using the iPhone’s built-in location features.
* Search for venues and events at any location or by name.
* Venues can be sorted by distance, name, or type.
* Venues are color coded, following the maps on LibraryThing Local (colors correspond to the colors used on maps in LibraryThing Local).
* Each venue has a detail page with a map. Tap it to jump to the iPhone Maps application.
* Venues often sport a description, clickable website and phone number links, events, and a photo.
* You can favorite locations and events, and there’s a „Favorites“ list where you can find them.(1)

Wer seine Bibliothek dort verzeichnet wissen will, muss sie einfach in Librarything Local eintragen.

Die Bezeichnung ist nicht sehr glücklich gewählt. „Local Book Places“ wäre eventuell angebrachter.

Trend Nr. 1 für 2010: Mobile Bibliotheksanwendungen

Mobile Anwendungen für Bibliotheken werden vermutlich das heißeste Thema dieses Jahres. Beispiel gefällig?

RedLaser is an iPhone app ($1.99) that allows the user to scan barcoded items and compare product prices using the Google Product Search.

Now, the WorldCat.org Blog reports that you can scan barcoded books and get back location information (who holds the book) using the WorldCat database.

Und brandheiß flatterte via Netbib dieses wirklich beeindruckende kleine Filmchen herein:

Ich schließe mich der Frage an:

Wo sind denn die deutschen Angebote?

Neue gemeinfreie Werke 2010

Telepolis berichtet über Autoren, deren Werke seit 1. Januar 2010 gemeinfrei sind. Zum Beispiel die Werke Siegmund Freuds. Auch über die Wikipedia (auch über Umwege) kann man einige Autoren ausfindig machen, über WBIS (über Nationallizenz verfügbar, dies ist nur ein schnell zusammenklamüsertes Beispiel) noch viel mehr.

Wirklich effektiv wäre dagegen eine Möglichkeit, über ein API die PND nach „Sterbejahr 1939“ abzufragen und mit den so gewonnenen PPNs direkt verschiedene Kataloge abzufragen. Was aber leider noch nicht möglich ist.

Kernkompetenz "Soziale Netzwerke"

Aus der FAZ:

„Vor kurzem hatten wir eine Position zu besetzen, in der Kenntnis und Nutzung von sozialen Medien ein Ausschlusskriterium war“, sagt Georg Bachmaier, als „Talent & Acquisition Lead“ bei Microsoft zuständig für Neueinstellungen. Zu den ausgeschriebenen Aufgaben gehörte die Erarbeitung von Marketingplänen für die Zielgruppe Hochschulen, Kommunikationsstrategien inklusive. „Wenn sich ein Bewerber auf diese Stelle mit den sozialen Netzwerken nicht auskennt, hat er keine Chance“, sagt Bachmaier.

Marketingstrategien mit der Zielgruppe Hochschulen sehen die Kernkompetenz „soziale Netzwerke“ für die Projektmitglieder zwingend vor. Was das für die hochschulinterne Öffentlichkeitsarbeit bedeutet, sollte klar sein.

Kein Open-Data-Vortrag auf dem Bibliothekskongress

Zeitgleich wurde von Anne Christensen, Patrick Danowski und Adrian Pohl auf den Blogs Netbib, Bibliothek 2.0 und mehr und Übertext ein Posting veröffentlicht, in dem die Bedeutung von Open Data fürs Bibliothekswesen ebenso beschrieben wird wie das Unverständnis darüber, dass gleich zwei Vorträge zu diesem Thema für den Bibliothekskongress 2010 abgelehnt wurden.

Gespannt erwarten wir das Programm, um zu sehen welche Themen BID Deutschland für wichtig und innovativ hält.

Da bin auch ich gespannt. Normalerweise vermute ich nur überhebliches Heulsusentum hinter Postings mit dem Tenor „warum wurde mein Vortrag/Paper abgelehnt“ oder „skandalöserweise wurde meine tolle Arbeit zu diesem Thema nicht zitiert“. Dies ist hier jedoch nicht der Fall. Vielmehr vermute ich, dass den inhaltlich für den Bibliothekskongress Verantwortlichen entweder die Relevanz des Themas nicht klar ist, oder sie gar nicht wissen, worum es genau geht.

Mobiler Katalog der Iowa City Public Library

Die Iowa City Public Library hat ihren Katalog für Smartphones aufbereitet.

• searching for Library materials
• seeing an item’s cover and reading a summary
• placing a hold for pickup at the location of your choice
• finding ICPL hours, location and phone numbers

Gerade gestern wurde der Wunsch nach einem mobil zugänglichen Katalog auch an die Bibliothek der FH Hannover herangetragen. Die ersten Versuche, dies über eine SRU-Abfrage mit SRUClient zu realisieren, war erst einmal nicht sonderlich überzeugend.

Werte LeserInnen, welche PICA-Bibliothek hat schon einen mobil zugänglichen Katalog? Ich habe keine ausfindig machen können.