Mash-ups für Professoren

Steffan Heuer schreibt in der aktuellen Ausgabe der Technology Review über Mash-ups für Professoren. Der Titel ist irreführend, es geht nämlich nicht um Mash-Ups, sondern um Open Access:

Die Fachverlage Springer und Wiley sowie der Verleger der „Science“, die Technology Review um Stellungnahme bat, wollten sich zum Thema Open Access nicht äußern.
Ihre Gegner werden dafür umso deutlicher: Als „Dinosaurier mit Gnadenfrist“ bezeichnet Barbara Cohen die ungeliebten Verlage. Die ehemalige Redakteurin beim Fachmagazin „Nature Genetics“ vergleicht das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit mit einer Geburt: „Es dauert eine Weile, ist äußerst schmerzhaft, und man freut sich, wenn das Baby endlich auf der Welt ist. Mit einem entscheidenden Unterschied: Bei Fachartikeln gehört das Kind der Hebamme. Die Verlage bestimmen, welche Besuchsrechte die Eltern haben, und man muss dafür auch noch bezahlen.

Mash-Ups werden nur am Rande erwähnt, als Möglichkeit, jenseits der konventionellen Pfade über Dinge zu publizieren, die in herkömmlichen Journalen nicht veröffentlich würden: Gescheiterte Experimente, Labor-Logbücher (als Beispiele wurden Useful Chemistry und AstroGrid genannt) oder Notizen über ungeklärte Fragen.

Ein paar Links zum Thema:

Linke fordern mehr Fläche für Bibliothek im Humboldt-Forum

Bauminister Tiefensee und Klaus Wowereit hatten sich im April darauf verständigt, im geplanten Humboldt-Forum lediglich 5 000 Quadratmeter für die Nutzung durch Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) und Humboldt-Universität zur Verfügung zu stellen. Den Rest der Fläche wird die Stiftung Preußischer Kulturbesitz einnehmen.
Gegen diese Pläne haben am Freitag Vertreter der Links-Partei protestiert. Sie fordern eine Mindestfläche von 12 000 Quadratmetern für die Bibliothek. Dafür würde die Partei auch finanzielle Unterstützung leisten und bietet die doppelte Summe des Anteils des Landes Berlin, 60 Millionen Euro, an.

[via Tagesspiegel]

TIB/UB erhält TOTAL E-QUALITY Prädikat

Das Prädikat zeichnet Unternehmen, Organisationen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus, die eine an Chancengleichheit orientierte Personalpolitik verfolgen.

… ist auf der Homepage von TOTAL E-QUALITY Deutschland e.V. zu lesen.

Die Technische Informationsbibliothek/Universitätsbibliothek Hannover erhält die Auszeichnung nach 2004 bereits zum zweiten Mal.

[via idw]

Zeitlose Betrachtung zu Umstrukturierungen

Ein schönes Zitat zum Reformeifer im Allgemeinen:

Wir übten mit aller Macht, aber immer wenn wir begannen zusammengeschweißt zu werden, wurden wir umorganisiert.
Ich habe später im Leben gelernt, daß wir oft versuchen, schwierigen Verhältnissen durch Umorganisation zu begegnen.
Es ist eine phantastische Methode. Sie erzeugt die Illusion des Fortschritts, weil sie gleichzeitig Verwirrung schafft, die Effektivität vermindert und demoralisierend wirkt.

Klingt wie eine Meldung aus einer aktuellen Debatte, zum Beispiel zu den Hochschulreformen. Urheber ist allerdings Gajus Vironius, Legionsschreiber der Stadt Colonia Agrippina (Köln), der um ca. 100 n. Chr. gelebt hat.

Update 12.7.2010: Es ist unklar, ob das Zitat tatsächlich von einem Gajus Vironius kommt oder nicht vielmehr wesentlich neueren Ursprungs ist. Siehe dazu diese Löschdiskussion in Wikipedia.

Privacy International kritisiert Google

Golem.de berichtet:

In einem Bericht der Datenschützergruppe Privacy International wird das Datensammeln von Google scharf kritisiert. Als einziges aufgeführtes Unternehmen wurde das Verhalten von Google als „datenschutzfeindlich“ eingestuft. Google selbst sieht keine Verfehlungen und erklärt alles damit, dass darüber bessere Funktionen für Google-Nutzer bereitstehen würden.

Der Bericht von Privacy International ist hier als PDF abrufbar.

Deutsche Medien in Nordkorea unerwünscht

Vor drei Jahren war es eine Sensation, als im Goethe-Institut in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang ein Lesesaal eröffnet und damit die Auslage westlicher Medien geduldet wurde. Nun wurde der neugewonnenen Freiheit ein jähes Ende gesetzt:

Vor einigen Wochen entfernte der nordkoreanische Partner des Goethe-Instituts, die Koreanisch-Deutsche Freundschaftsgesellschaft, alle Zeitungen und Zeitschriften aus dem Lesesaal. Offiziell rechtfertigt Pjöngjang das Vorgehen damit, dass der Bestand an wissenschaftlichen und technischen Publikationen erweitert werden solle.

Naheliegend ist jedoch, dass die kritische Berichterstattung in deutschen Medien der nordkoreanischen Führung missfiel. Nun wird von deutscher Seite über die Schließung des Lesesaals nachgedacht:

„Ich sehe keinen Grund, warum wir das Angebot an Büchern und Medien in dem Lesesaal einschränken sollten“, erklärte der Bundestagsabgeordnete und Leiter der deutschen Delegation, Hartmut Koschyk (CSU), am Mittwoch. Noch hofft man, dass Pjöngjang einlenkt.

[via LexisNexis aus Stuttgarter Zeitung, online nur kostenpflichtig]

Für bessere Entwicklung und und gerechteren Zugang zu Wissen in all seinen Formen

Für bessere Entwicklung und gerechteren Zugang zu Wissen in all seinen Formen – Gegen die Vorherrschaft exklusiver Rechte über die Wissenswirtschaft!

Eine Deklaration, die sich zu vier Kernpunkten äußert, organisiert vom Netzwerk Freies Wissen, und hier zu unterschreiben.
„Für bessere Entwicklung und und gerechteren Zugang zu Wissen in all seinen Formen“ weiterlesen

Google und ich (ganz persönlich)

Wer noch keine Google-Paranoia hat, sollte sie sich schleunigst zulegen. Die Suchmaschine mit dem schönen Motto „Don’t be evil“ ist schon länger als Datenkrake bekannt. In letzter Zeit mehren sich die Anzeichen, dass Google die eigene Datensammelwut noch auszuweiten gedenkt.
„Google und ich (ganz persönlich)“ weiterlesen

48 Jahre Informationsfreiheit

Penguins against Censorship - unite, unite!
Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland wird heute 48, und somit auch sein
für das Bibliotheks- und Informationswesen wohl wichtigster fünfter Artikel.

Im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vom 23. Mai 1949 (BGBl. S. 1), zuletzt geändert durch Gesetz vom 28. August 2006 (BGBl. I S. 2034), heißt es:
„48 Jahre Informationsfreiheit“ weiterlesen