10 Bücher über Bibliotheks-Technologie (und mehr)

Das Tech Set ist eine Kollektion von 10 Büchern, die die neuesten (technologischen) Entwicklungen im BID-Bereich abdecken. Aus dem LITA-Blog:

The Tech Set includes ten printed books, ten wikis, and ten podcasts by the following authors:
Marshall Breeding (Next-Gen Library Catalogs)
Sarah Houghton-Jan (Technology Training in Libraries)
Jason Griffey (Mobile Technology and Libraries)
Lauren Pressley (Wikis for Libraries)
Robin M. Hastings (Microblogging and Lifestream in Libraries)
Cliff Landis (A Social Networking Primer for Librarians)
Steve Lawson (Library Camps and Unconferences)
Kelly Nicole Czarnecki (Gaming in Libraries)
Connie Crosby (Effective Blogging for Libraries)
Thomas Sean Casserley Robinson (Library Videos and Webcasts)

Was mich zu der Frage bringt, ob Blogstöckchen schon so sehr außer Mode sind, dass man eine Vintage-Retro-Renaissance-Auflage mit der Frage starten kann, welche drei Bücher der letzten fünf Jahre für den LIS-Bereich persönlich am besten/wichtigsten gefunden wurden. Kann man?

Neuer Biblioblog: Villanova Library Technology Development

In der Mailingliste VuFind-Tech weist Demian Katz auf das neue Blog des Villanova Library Technology Development hin:

The Falvey Library technology development team has just started a new blog for writing brief technical articles about our work here at Villanova. I plan to contribute VuFind-related posts whenever I encounter a technical problem interesting enough to discuss at length. Hopefully, in addition to serving as an aid to my memory, this will also prove interesting to some of you!

Das erste Posting beschreibt Highlighting and Snippets in VuFind 1.1. Aggregiert gibt’s die VuFind-Neuigkeiten auch im Planet Code4Lib.

Alte Add-ons in Firefox 4

Firefox 4 ist frisch erschienen. Der erste Eindruck ist gut. Bei Mozilla hat man geschaut, was die Konkurrenz richtig macht und einiges übernommen. Zu den Features wird hier und anderswo genug geschrieben. Negativ fällt erst einmal nur auf, dass – wie bei vielen Versionssprüngen von Firefox zuvor – einige Erweiterungen nicht funktionieren. Bislang konnte man mit den Nightly Tester Tools so gut wie alle überreden, doch zu funktionieren. Dies hat bei mir im ersten Anlauf mit Firefox 4 nun nicht mehr geklappt. Der gewohnte Button „Force Install“ ist nicht zu finden.

Dafür konnte mir der Add-On Compatibilty Reporter zumindest bei einigen Erweiterungen weiterhelfen. Einfach installieren und dann im Add-On-Menü die Kompatibilität testen. Das funktioniert zum Beispiel beim Delicious-Plugin. Zwar werden die Buttons nicht angezeigt, über Tastenkombinationen geht jedoch alles.

Gibt es noch andere oder bessere Wege, alte Erweiterungen in Gang zu setzen?

Mobiles Bibliothekskonto von elbedev

Anne Christensen macht auf eine von Martin Kim Dung-Pham programmierte App aufmerksam: EDSync for iPhone. Der Nutzen der App:

EDsync verwaltet deine Entleihungen. Du kannst EDsync mit deiner Bibliothek synchronisieren. So hast du immer einen Überblick, wann und welche Medien du wo zurückgeben musst. Die lokale Speicherung auf deinem Rechner erlaubt dir jeder Zeit Zugriff auf die Entleihungsdaten – egal, ob du on- oder offline bist.

iCal ist EDsync’s bester Freund. In iCal wird ein Kalender angelegt, welcher für alle Entleihungen ToDo Items enthält. So wirst du automatisch gewarnt, sobald du den Rechner anschaltest, dass ein Medium demnächst zurück gegeben werden muss. Das ist nice.

Ist das großartig? Es ist großartig! Und gleichzeitig eine Motivation für uns Bibliothekswesen, mehr Daten und Schnittstellen zur Verfügung zu stellen. Denn:

Die Metadaten zu den Medien kommen von Amazon. Die haben ganz viele Informationen und Covers da.

Warum Amazon? Wahrscheinlich, weil solche Daten dort komfortabel zur Verfügung gestellt werden, und von Bibliotheken eben nicht. Ähnlich sieht es mit den Suchergebnissen aus. Jakob Voss hat seine Erfahrungen mit der Thematik und schon vor längerer Zeit festgestellt:

Das liegt unter Anderem daran, dass der Katalog zu oft noch als ein monolithisches System verstanden wird – die Idee der Serviceorientierten Architektur ist nicht angekommen. Anstatt auf offene Schnittstellen und Standards zu setzen, werden mit Primo, Touchpoint und diversen andere kommerziellen “Discovery-interfaces” neue Einbahnstraßen zu IT-Systemen eingeschlagen, die am Ende niemand anpassen und warten kann und/oder will (während ich bei Primo nichts dergleichen gefunden habe, enthält die aktuelle Entwicklungsversion von VuFind dagegen übrigens eine Mobil-Oberfläche).

Welche Bibliothen bislang unterstützt werden, ist leider ohne Anschauung der leider nur für Apple-Geräte verfügbaren App nicht zu erkennen, da nur Städtenamen (z.B. Erfurt, Göttingen, Greifswald, Hildesheim oder Magdeburg) genannt werden. Ich gehe davon aus, dass es sich jeweils um die UBs handelt. Im elbedev-Blog ist die Verteilung der EDsync-Nutzer, die Google Analytics nicht deaktiviert haben, zu sehen.

Da die Screenshots leider nicht unter CC lizenziert sind, möge man sich für einen ersten Eindruck bitte direkt zum Anbieter begeben.

FIZ Chemie bald ohne Förderung

Der Leibniz-Senat empfiehlt die weitere Förderung des Leibniz-Instituts für Neue Materialien, des Leibniz-Instituts für Analytische Wissenschaften und des Weierstraß-Instituts für Angewandte Analysis und Stochastik. Für das Fachinformationszentrums Chemie wurde jedoch kein positives Votum abgegeben:

Der Senat würdigt die beiden traditionsreichen und qualitativ sehr überzeugenden Datenbanken ChemInform und Infotherm und erkennt die Beiträge des FIZ Chemie zur Förderung des schulischen und wissenschaftlichen Nachwuchses sowie zur Ausbildung in Chemie-Berufen an. Angesichts der grundlegenden, in der heute veröffentlichten Stellungnahme im Einzelnen erläuterten Kritikpunkte sieht der Senat die Anforderungen, die an eine von Bund und Ländern gemeinsam geförderte Einrich-tung gestellt werden, jedoch nicht mehr erfüllt. Er empfiehlt, Lösungen für die Weiterentwicklung und Bereitstellung der beiden Datenbanken des FIZ Chemie im Rahmen der gemeinsamen Bund-Länder-Förderung zu suchen.

Die PDF-Datei mit der entsprechenden Presseerklärung kann aufgrund des verschrobenen CMS der Leibniz-Gesellschaft leider nicht direkt verlinkt werden. Wer sie abrufen möchte, findet sie auf dieser Webseite.

[via @wilhelmheinrich]

OpenBib mit Cool URIs und vielem mehr

OpenBib wurde technisch ordentlich durchgeschüttelt. Unter anderem soll OpenBib besser für das Semantic Web vorbereitet werden. Dazu kommen verschiedene Technologien wie Trennung der HTTP-URI’s von den verschiedenen Daten-Repräsentationen wie HTML,JSON,RDF,RSS oder RESTful WebServices zum Einsatz.

Durch diese Kombination wird erreicht, dass das gesamte Recherche-Portal selbst zu einem WebService wird und sich mit allen seinen Funktionen und Informationen in beliebige andere Dienste integrieren lässt. Zusätzlich besteht weiterhin der bereits etablierte Mechanismus, beliebige Informationen über (neue) Konnektoren mit definierten Standardschnittstellen (s.o.) bereitzustellen.

Die Version 2.4alpha setzt unter anderem auch auf Cool URIs. Damit kommt auch OpenBib endlich im WWW an, sind Permalinks doch eine Grundlage für die Verlinkung von Inhalten. Das Thema Permalinks hatten wir hier ja schon zur Genüge.

Auch von der konkreten OpenBib-Entwicklung abgesehen ist Oliver Flimms Posting sehr lesenswert und (nebenbei bemerkt) ein sehr gutes Beispiel für die unkomplizierte Kommunikation konkreter Projektergebnisse an die Fachgemeinde.

Versteckte Botschaften in Samsungs Galaxy Tablet und in der ZDB

Der unter anderem im Samsung Galaxy Tablet verwendete Chip Infineon PMB 5703 enthält sogenannte Silicon Art. Auf Chipworks.com werden solcherlei Miniaturen gewürdigt und gesammelt:

But, impressive specifications aside, what caught our collective eye was the imaginatively cool silicon art we found when examining the die markings. The playful designs were deemed worthy enough to make it into our Silicon Art Gallery and contradict the typical no-nonsense typecast attributed to German circuit designers.

Mindestens eine versteckte Botschaften enthält unter anderem auch der ZDB-OPAC, wie Julia letztens in einem Netbib-Kommentar feststellte. Dieses Osterei fällt ins Auge, wenn man erst nach Windows, dann nach Linux sucht.

Algorithmische Ignoranz und das persönliche Web

DRadio Wissen macht auf eine drastische Veränderung der Informationsflüsse durch die fortschreitende Personalisierung von Webangeboten aufmerksam.

Jeder steckt in einer Filterblase, denn die virtuelle Welt, die ihm Google, Facebook und Co anliefern, ist auf seine persönlichen Vorlieben abgestimmt. Ein in sich zurückgekrümmtes System – mit fatalen Folgen.

Der komplette, sehr aufschlussreiche Podcast lässt sich auf der DRadio-Webseite nachhören. Noch etwas ausführlicher beschäftigt sich Mashable mit dem Thema. Sowohl Mashable als auch DRadio beziehen sich auf einen TED-Talk von Eli Pariser mit dem Titel Beware online „filter bubbles“„.


Ein sehr anschauliches Beispiel für solch eine „Filterblase“ liefert der oben verlinkte DRadio-Podcast:

Wir werden so zu einem vormodernen Papst, der nach dem Weltbild googelt. Der Name Kopernikus taucht in den Suchlisten nicht auf. Nur ein gewisser Ptolemäus versichert uns tagtäglich: Wir, nur wir, sind der Mittelpunkt des Universums.

Aktuell gibt zum Beispiel Netzpolitik.org praktische Lebenshilfe, wie man in Facebook zumindest teilweise die Kontrolle darüber zurückerlangen kann, wessen Nachrichten man sehen kann. Wir neigen ohnehin dazu, nur das wahrzunehmen, was wir wahrnehmen möchten. Dies kann durch verstärkende Algorithmen in personalisierten Webangeboten in eine permanente Nabelschau münden. Eine Gefahr, die natürlich auch durch personalisierte bibliothekarische Angebote gegeben ist.

Sobald ein Recommender-System erwähnt wird, kommt zwangsläufig die Debatte über den Matthäus-Effekt. Auch Klassifikationen sind alles andere als neutral. Ansonsten hätte die Klassifikation für Allgemeinbibliotheken nach der Wende kaum umgearbeitet werden müssen. Kann es Aufgabe der Bibliotheken sein, diesem Trend durch auch nur scheinbar neutrale Suchsysteme entgegen zu wirken?

500.000 Bücher und Handschriften online

Die Bayerische Staatsbibliothek ist der größte deutsche Datenlieferant für „EUROPEANA“

Seit Anfang März bietet die Bayerische Staatsbibliothek mehr als eine halbe Million digitalisierter Bücher im Internet über ihren Online-Katalog OPACplus und ihre Digitalen Sammlungen an. Damit präsentiert die Bibliothek den größten Bestand digitalisierter Bücher im deutschen Sprachraum.

[via juraforum.de]