Fetchclimate – Klimadaten suchen und visualisieren

Microsofts Computational Science Laboratory hat mit Fetchclimate vor einiger Zeit ein Tool veröffentlicht, mit dem man Klima- und klimarelevante Daten recherchieren und auf einer Karte visualisieren kann.

FetchClimate is a fast, free, intelligent climate data retrieval service that operates over the cloud to return only the climate data you need. FetchClimate can be accessed either through a simple web interface, or via a few lines of code inside any .NET program. FetchClimate is intended to make it easy for you to retrieve data for any geographical region, at any grid resolution: from global, through continental, to a few kilometres, and for any range of years (1900 – 2010), days within the year, and / or hours within the day. FetchClimate can also return information on the uncertainty associated with the climate data and data sources used to fulfil the request. When multiple sources of data could potentially provide data on the same environmental variable FetchClimate automatically selects the most appropriate data sources. Finally, the entire query you ran can be shared as a single url, enabling others to retrieve the identical data.

In folgender Abbildung ist zum Beispiel die Bodenfeuchtigkeit im deutsch-niederländischen Grenzgebiet visualisiert:

Die Daten lassen sich auch als CSV herunterladen. Frei lizenziert sind die Daten jedoch anscheinend nicht. Weitere Infos zu FetchClimate finden sich auf der Projektseite.

Nur gucken, nicht anfassen: Kulturerbe Niedersachsen

Wie der NDR berichtet, ist das Portal Kulturerbe Niedersachsen nun eröffnet:

Das Land Niedersachsen ist um ein virtuelles Museum reicher: Im Internet-Portal „Kulturerbe Niedersachsen“ sind nun bedeutende Kulturschätze des Landes für jedermann kostenlos zu besichtigen. Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) hat den offiziellen Startschuss für die Website am Dienstag gegeben.

Museum heißt hier, dass man sich bunte Bilder innerhalb des Portals ansehen kann. Bei vielen Werken (zum Beispiel hier)ist folgender Hinweis zu finden: Dieses Exponat kann nur nach vorheriger Rücksprache zur Verfügung gestellt werden.

Was bedeutet das? Ich finde keinen Unterschied zu Werken, bei denen dieser Hinweis nicht zu finden ist. Zum Beispiel bei diesem Gemälde von Jacob Philipp Hackert. Keine Downloadmöglichkeit, Rechtsklick funktioniert jedoch. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Beschränkung auf das Original bezieht.

In den Nutzungsbedingungen heißt es übrigens: Die Inhalte des Onlineportals „Kulturerbe Niedersachsen“ sind urheberrechtlich geschützt.“

Das ist dringend zu ändern. Einige Objekte sind sicherlich urheberrechtlich geschützt. Wenn man sich aber die Verteilung der Objekte auf die Jahrhunderte anschaut, merkt man sehr schnell, dass dies für den Großteil der Objekte nicht zutrifft (in Klammern steht die Zahl der Objekte aus dem jeweiligen Jahrhundert):

21. Jhd. (2)
20. Jhd. (762)
19. Jhd. (2565)
18. Jhd. (4666)
17. Jhd. (3410)
16. Jhd. (959)
15. Jhd. (87)
14. Jhd. (19)

Ohne jetzt einzelne Schutzfristen zu prüfen: Von 12470 Objekten kann man bei der Mehrheit davon ausgehen, dass sie nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind. Da das Portal und auch die Digitalisierungen mit öffentlichen Mitteln finanziert wurden und die Werke nicht urheberrechtlich geschützt sind, ist hier (übrigens auch im Sinne der Verbreitung des niedersächsischen Kulturerbes) dringend geboten,

a) die Nutzungsbedingungen anzupassen und
b) eine Downloadmöglichkeit zu schaffen, am Besten für einzelne Objekte und auch für die Sammlung als Ganzes.

Tipp für die Projektbeteiligten: Wenden Sie sich an Open GLAM. Mathias Schindler (Wikimedia) hat auf dem Open-GLAM-Workshop (hierzublog schon einmal erwähnt) einen Vortrag gehalten, in dem er Empfehlungen für GLAMs (Galleries, Libraries, Archives and Museums) gibt.

Seiner Aussage auf der 19 13. Folie kann ich mich nur anschließen: „Betreiben Sie bitte kein Copyfraud„!

Fazit zur Übersetzung der Zotero-Dokumentation

Die Hauruck-Aktion zur Übersetzung der Zotero-Dokumentation ist gescheitert. Es wurden einige Seiten der Dokumentation übersetzt. Es gab Hilfsangebote aus der Zotero-Community (vielen Dank dafür!) und viele ermunternde Kommentare aus der bibliothekarischen Gemeinde. Nur übersetzen wollte kaum jemand. Schade.

Möchte jemand einen zweiten Anlauf unternehmen?

Staatliche Alternative zur Onleihe in Norwegen

Jürgen Fenn macht in seinem Blog Schneeschmelze (via DLF, via Aftenposten) auf eine norwegische Alternativ-Initiative zur Onleihe aufmerksam. Die norwegische Nasjonalbiblioteket startet mit einem Angebot von 50.000 E-Books, die Nutzer in den Stadtbibliotheken herunterladen können sollen.

Der zur Erklärung der Hintergründe herbeigerufene Thomas Brevik meint in einem Kommentar, dass das Modell der Onleihe in vielen Punkten ähnelt, unter anderem wird auch DRM eingesetzt. Zitat:

Most of us think the whole “ebooks from norwegian publishers-thing” is less than optimal, but it is the only game in town for now, so we try it out and hope we can be a force for change in the future

Dass man in die Bibliothek fahren muss, um sich eine Datei abzuholen, ist natürlich auch ein Anachronismus.

LOD: data.nature.com

Nature Publishing Group releases linked data platform

Nature Publishing Group (NPG) today is pleased to join the linked data community by opening up access to its publication data via a linked data platform. NPG’s Linked Data Platform is available at http://data.nature.com.

The platform includes more than 20 million Resource Description Framework (RDF) statements, including primary metadata for more than 450,000 articles published by NPG since 1869. In this first release, the datasets include basic citation information (title, author, publication date, etc) as well as NPG specific ontologies. These datasets are being released under an open metadata license, Creative Commons Zero (CC0), which permits maximal use/re-use of this data.

NPG’s platform allows for easy querying, exploration and extraction of data and relationships about articles, contributors, publications, and subjects. Users can run web-standard SPARQL Protocol and RDF Query Language (SPARQL) queries to obtain and manipulate data stored as RDF. The platform uses standard vocabularies such as Dublin Core, FOAF, PRISM, BIBO and OWL, and the data is integrated with existing public datasets including CrossRef and PubMed.

„NPG is delighted to be able to surface data on published articles from Nature and many other journals, going back to 1869,“ said Jason Wilde, Business Development Director, NPG. „Linked data is an important next step in the evolution of scientific publishing and, over the coming months, we hope to be able to expose more meta-data on our content to enrich the semantic web.“

Linked data refers to the publishing of structured data that is linked to other related data. It allows users to query, explore and link data from datasets across the web. NPG joins governments from around the world and other organizations including the British Library, the New York Times and the Open University, in providing a linked data platform.

The platform complements other services NPG provides for developers, but incorporates a wider audience. It has been built in collaboration with information and publishing solutions specialist The Stationery Office (TSO) to support scaling.

More information about NPG’s Linked Data Platform is available at http://developers.nature.com/docs. Sample queries can be found at http://data.nature.com/query.

Die Plattform ist zur Zeit nicht erreichbar.

Ungarns Präsident Pal Schmitt tritt wegen plagiierter Dissertation zurück

Das Guttenberg-Phänomen wird internationaler. Aus dem Tagesspiegel.de:

Der ungarische Präsident Pal Schmitt ist zurück getreten. Grund ist seine Dissertation, die er in weiten Teilen von anderen Autoren abgeschrieben hat.

Ein bißchen Hintergrund (und weitere Quellen) findet man in Wikipedia.

Passend dazu gibt Christiane Schulzki-Haddouti im Hyperland-Blog einen Rückblick auf ein Jahr Plagiatsjagd: „Ein Jahr Vroniplag: Die Doktorjäger sind weiter auf Jagd“:

Ein Jahr nach Vroniplag hat sich die Wahrnehmung von Plagiaten im Wissenschaftsbereich stark verändert. 21 Doktorarbeiten listet die “kollaborative Plagiatsdokumentation” mittlerweile auf. Sechs Autoren wurde die Doktorwürde inzwischen aberkannt, unter anderem den Europapolitikern Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzimarkakis. Nur ein Verfahren scheiterte bislang – gegen eine Dissertation eines CDU-Bundestagsabgeordneten an der FernUniversität Hagen. Hier sah der Promotionsausschuss in den “anonym erhobenen Vorwürfen” keinen ausreichenden Anlass, aktiv zu werden.

Nachahmungen aus anderen Ländern gebe es bislang nicht.

Hauruck-Aktion: Zotero-Dokumentation auf Deutsch

Citavi ist im deutschsprachigen Raum der De-facto-Standard in der Literaturverwaltung. Das ist sicherlich darin begründet, dass sich Bibliotheken flächendeckend für eine Citavi-Campuslizenz entschieden haben. Und dazu passende Schulungen anboten und anbieten. Citavi ist in vielen Bibliotheken und somit unter den Nutzern präsent.

Nach dem Ende der Mac-Version stehen die Bibliotheken nun vor dem Problem, eine ausschließlich auf Windows beheimatete Software anzubieten. Je nach Zusammensetzung der Bibliotheksnutzerschaft ist das mehr oder weniger ärgerlich. In wissenschaftlichen Bibliotheken ist der Anteil der Nicht-Windows-User sicher tendenziell höher anzusiedeln als in einer Stadtbibliothek.

Daher benötigen wir eine brauchbare Alternative zu Citavi. Matti Stöhr wies in diesem Zusammenhang im Blog Literaturverwaltung und Bibliotheken kürzlich auf Gerrit Kruses Blog WissTux hin. Der beschäftigte sich mit dem Thema „Wissenschaftliches Arbeiten auf dem Linux Desktop“. In den beiden Postings „Literaturverwaltung mit Linux I und II“ stellt er verschiedene Programme kurz vor. Manche Programme werden in eigenen Postings detaillierter beschrieben. Es findet sich u.a. auch eine Beschreibung, wie man Citavi unter Linux verwenden kann. Eins der besonders hervorgehobenen Programme ist Zotero. Dazu schreibt Gerrit Kruse:

Insgesamt gehört Zotero zu den besten Literaturverwaltungsprogrammen für den Linux Desktop. Die Stabilität ist hervorragend und die Synchronisierungsfunktion einzigartig.

Zotero läuft nicht nur unter Linux, sondern auch auf Windows- und Apple-Systemen. Ursprünglich als Firefox-Extension, inzwischen auch als Standalone (Downloads der aktuellen Version 3.0 gibt es hier).

Ein Ergebnis der Literaturverwaltungsumfrage der TIB/UB war:

Interessanterweise sind speziell die Geisteswissenschaftler zugleich sehr vertraut mit Zotero: Die Hälfte von ihnen hat es schon mal ausprobiert oder verwendet es regelmäßig.

Einer weiteren Verbreitung stehen m.E. zwei Gründe entgegen:

  1. Es gibt kaum Zotero-Schulungen durch Bibliotheken und damit einhergehend kaum Öffentlichkeitsarbeit für das Programm.
  2. Die deutschsprachige Dokumentation ist weder vollständig noch gut.

Und damit komme ich endlich zum eigentlichen Anliegen dieses Postings:

Es gibt zwar durchaus gute Tutorials und Handreichungen, zum Beispiel von Frank Weber und darauf aufbauend von Fernuni.ch (PDF). Die Zotero-Dokumentation selbst ist jedoch öd und leer und daher abschreckend.

Um unsere Nutzerschaft abseits von Windows nicht auf dem Trockenen sitzen zu lassen, sollten wir die Zotero-Dokumentation aus dem Englischen ins Deutsche übertragen. Und zwar direkt im Zotero-Wiki. Damit legen wir einen Grundstock für eine stets aktuelle und mitwachsende Dokumentation direkt auf Zotero.org, auf die wir von unseren Bibliotheksseiten verweisen können.

Und wir schaffen gleichzeitig eine Orientierung für unsere Zoteroschulungen. Wie sieht’s aus? Steht die deutsche Übersetzung bis zum 15. April? [1] Willkürlich gewähltes, sehr nahes Datum. Man muss sich ja Ziele setzen! ;o)

Schritt für Schritt: Übersetzung der Zotero-Dokumentation:

  1. Im Zotero-Wiki registrieren (Bestätigungsmail kam bei mir nach ca. 30 Minuten)
  2. Zu übersetzende Seite (dt. Startseite / engl. Startseite) aussuchen.
  3. Die entsprechende Wikiseite anlegen.
  4. Die Seite übersetzen (für Anleitungen ist Google Translate wirklich hilfreich, auch Leo hilft weiter).
  5. Die fertige Übersetzung auf der Startseite der deutschsprachigen Zoterodokumentation verlinken.

Gegen eine Verbreitung dieses Aufrufs und die Teilnahme von Nichtbibliothekswesen an dieser Hauruck-Aktion spricht natürlich nichts. Wer macht mit?

References

References
↑1 Willkürlich gewähltes, sehr nahes Datum. Man muss sich ja Ziele setzen! ;o)

Development of Libraries in Hungary

In den zu Apothekenpreisen käuflichen Publikationen der IFLA ist vor kurzem folgendes Werk erschienen:

Libraries in the early 21st century, volume 1 : an international perspective / Hrsg. v. Sharma, Ravindra

Dort enthalten ist „Development of Libraries in Hungary“ von Áts József, Deák Nóra, Péter Kiszl und Klára Varga, die auf das Posting „Libworld – Hungary“ von Dániel Takács verweisen.